anevengære
stM.
‘jmd., der (etw.) anfängt’, hier: ‘Anstifter’
als si [die Juden] vromten mit irm rât / Christi marter und den tôt. / des wâren si anevengêre, / zûschûndêre und helfêre JvFrst
11019
MWB 1 300,33; Bearbeiterin: Baumgarte
anevenge
stN.
‘Anfang’
der âne breite und âne lenge, / ân end ist und ân anegenge [La. anevenge
]
LvRegSyon
2;
dar nach teilen si islichen gradum in dri vnde heizen daz erste teil daz anvenge, daz ander di mitter, daz dritte daz ende SalArz
7,3
MWB 1 300,37; Bearbeiterin: Baumgarte
anevengec
Adj.
‘beginnend’
[Adam] lebindin geist empfie, anevengic lebin und lebindin lip RvEWchr
225;
jn dem nomen gotes sint ellev gvͤtev dinch anvennich UrkCorp (WMU)
801,25
MWB 1 300,42; Bearbeiterin: Baumgarte
ane vengen
swV.
→ ane vangen
MWB 1 300,46;
anevengunge
stF.
durch Handanlegung begonnene Klage um (gestohlenes) Gut, ‘Anfangsverfahren’ (vgl. anevanc 2):
von anvengung der ros StRBrünn
397
MWB 1 300,47; Bearbeiterin: Baumgarte
ane verdienen
swV.
‘etw. von jmdm. (durch Dienst) erlangen’
[er] dienet wiben uf den wan, / ob sin lip ir einer kan / verdienen an ir minne UvLFrb
1795;
UvLFrd
475,28;
sô wil ich ir daz an verdienen, / daz si mir diser schulde / müeze geben ir hulde Ottok
44462;
ich verdien daz mînem herren an / daz er iu geb sîn hulde / umb alle iuwer schulde EnikFb
3588;
waz ob er ir an verdienet, daz si noch wirdet vrô NibC
1125,2
MWB 1 300,51; Bearbeiter: Diehl
ane vergân
V.
‘etw. unternehmen, in Angriff nehmen’
swaz dû mich haizest an vergân des pin ich dir gerne gehôrsam Kchr
13195;
und enkêre niender ûz dem wege, / sunder dû dih versinnest unde verstâst, / waz dû an gegangen [La. an vergangen
] hâst ebd.
3966
u.ö.
MWB 1 300,60; Bearbeiter: Diehl
ane verlâʒen
stV.
1
‘etw. am Körper lassen’ (vgl. verlâʒen
‘zurücklassen’ ) 2
‘etw. in Bewegung setzen, antreiben’ (vgl. verlâʒen
‘loslassen’ )
1
‘etw. am Körper lassen’ (vgl. verlâʒen
‘zurücklassen’):
und wâren ir [...] / die hende gebunden, / ir cleider von ir getân / und niuwan ir hemde an verlân Iw
5154
2
‘etw. in Bewegung setzen, antreiben’ (vgl. verlâʒen
‘loslassen’):
nune wart der strît niht mê gespart: / diu ros wurden an verlân / dô liezen si zesamene gân / die kristen hin, die heiden her StrKarl
7309
MWB 1 301,1; Bearbeiter: Diehl
ane versuochen
swV.
(mit doppeltem Akk.) ‘etw. mit jmdm. versuchen’
nû [...] iz der christenhaite nôtturft ist, / versuochen wirz [die Wiedererweckung eines toten Stiers durch Papst Silvester] in inneclîchen an Kchr
10170.
– bedingt durch verderbte lat. Vorlage textkritisch problematisch:
Schachzb
106,85
MWB 1 301,9; Bearbeiter: Diehl
anevertecheit
stF.
‘Angriff’
alsus sall man in heysschen [vorladen] den hantdedigen [...] ind dye an der anverdicheit mit geweist haint UrkKöln
1,182
(a. 1324)
MWB 1 301,16; Bearbeiter: Diehl
anevertigære
stM.
‘Angreifer, Ankläger’
wer ouch einen geswornin burger anvertigit, [...] unde slet der gesworne burger [...] den anvertiger [...] czu tode unde nimit daz derselbe gesworne uffe sinen eit, daz in derselbe anvertiger [oder dessen Helfer] sines libes erlosin woldin UrkFreiberg
1:44,6
(a. 1305);
mit hulfe vnde mit gunste widder igeliche ansprecher vnd anvertiger zu deme vorgenanten erbe UrkStolb
148
(13. Jh.)
MWB 1 301,20; Bearbeiter: Diehl
ane vertigen
swV.
zu anevart.
1 mit Akk.d.P. 1.1
‘jmdn. angreifen’
1.2
‘jmdn. rechtl. belangen’
2 mit Akk.d.S. 2.1
‘etw. beanspruchen’
2.2
‘etw. anfechten’
3 mit doppeltem Akk.
1
mit Akk.d.P.
1.1
‘jmdn. angreifen’
swelich man den anderen ane verdiget in dhere strate mit gewalt UrkCorp (WMU)
2,32;
ob ein svn sinen vater oder sin mvͦter angriffet also, daz er in an ir lib, an ir gvͦt oder an ir eren an vertiget UrkWittelsb
2,122
(a. 1300).
–
‘verbal attackieren, beschimpfen’
ist ouch, daz iemen dehein schepfen [...] mit bosen worten anvertigt NüP
53;
mich zu anfertigen sprach sij zu mir Pilgerf
9169
1.2
‘jmdn. rechtl. belangen’
anivertigieti in [den Beklagten] dan imin mit sicheinir unrechtin gewalt Mühlh
97,12.
97,17;
daz weder wir, noch niemant anders [...] den edeln herren [...] von des vorgenannten erbteils wegen beclagen, bechuͤmern, hindern, noch anvertigen sullen UrkHohenz
3,50
(a. 1338).
3,174
(a. 1348).
3,177
(a. 1348)
2
mit Akk.d.S.
2.1
‘etw. beanspruchen’
ob iemand die [...] gut anvertigen wolt mit ansprach UrkIndersd
52
(a. 1311);
wer nach tode einiges mans [...] sein geraidt gut [...] erbt oder anefertiget DRW
1,630
(SaarbrückenLR.)
2.2
‘etw. anfechten’
geschæh aber, daz mein herr in der frist dhein lehen verlih an geværd [ohne Vorbehalt] , daz sol ich zehant an verttign als reht ist UrkCorp (WMU)
3483,6
3
mit doppeltem Akk.:
vmb den gewalt, daz man vnser chamer an gevertiget [angetan] hat UrkCorp (WMU)
2237B,27
MWB 1 301,29; Bearbeiter: Diehl
anevertigunge
stF.
‘Anklage’
daz wir damit dem gotzhaus deu irrung und diu anvertigung aufrihten und zerlozen suln UrkIndersd
52
(a. 1311);
und gebieten iu allen [...] daz ir furbazz iemand in iwern pflegen und gerihten solicher klag, ladung oder anvertigung [...] iht gestatt UrkLudw
204
(a. 1342)
MWB 1 301,57; Bearbeiter: Diehl
anevertunge
stF.
‘(rechtl.) Anfechtung’
daz in div ere anuertunge hernach ce schaden noch ce criege iht wahse von chainen minen nachchomen noch von mir UrkCorp (WMU)
1148,5.
1148,9
MWB 1 302,1; Bearbeiter: Diehl
ane verwænen
swV.
‘jmdm. etw. nachsagen, vorwerfen’ (mit Akk.d.P und Akk.d.S.):
tzw dem andern mal süllen die werichlawt weishait vnd warhait haben, also das ainer den andern icht neyd noch anverwän, das nicht war sey Schachzb
78,48
MWB 1 302,5; Bearbeiter: Diehl
ane vinden
stV.
‘sich an einem best. Ort befinden’ (fraglich, ob Partikelverb):
do muͦs die nature ir selbes verloͤigenen und under getruket werden in aller der klebelicheit und anhenglicheit do si sich an vint Tauler
377,11
MWB 1 302,11; Bearbeiter: Diehl
ane vlêhen
swV.
‘jmdn. anflehen’
den baruc man an flêgt, / daz er in diu lant / sîn heidenisch priester sant Ottok
49296
MWB 1 302,16; Bearbeiter: Diehl
ane vlicken
swV.
‘etw. anheften’
ein ander holz, / dar an di uberschrift gezwickt / was geschriben und angeflickt JvFrst
8744
MWB 1 302,19; Bearbeiter: Diehl
ane vliegen
stV.
‘auf etw./jmdn. zufliegen’
dich uloͮch an manich geschoz GenM
113,27;
alhie vlouc sper unde sper, / ros unde ros, man unde man / sô vîntlîche ein ander an Tr
18868;
nie valke guot / zem luoder kan / sô snelleclîch, / alsô mîn muot / si fliuget an KLD:BvH
18: 2,5;
KvWLd
24,25
MWB 1 302,22; Bearbeiter: Diehl
anevluʒ
stM.
‘Ursprung’ (vgl. ûʒvluʒ):
diz ist gesprochen von dem anefluzze des vaters, den er hât von sîner eigenen nâtûre, mit der er alvermügende ist Eckh (Pf)
521,17.
521,3
MWB 1 302,29; Bearbeiter: Diehl
ane vordern
swV.
meist in Rechtstexten
1
‘auffordern’
1.1
‘jmdn. zu etw. auffordern’ (mit Obj.-Satz) 1.2
‘jmdn. (vor Gericht) fordern, belangen’
2
‘jmdm. etw. abfordern’
1
‘auffordern’
1.1
‘jmdn. zu etw. auffordern’ (mit Obj.-Satz):
íh uórderôta ín ána. daz er sích mír in dírro uuérlte ôigte Will
83,2
1.2
‘jmdn. (vor Gericht) fordern, belangen’
das in Chunrat [...] umb die vogtai [...] nie nicht angevordert noch genöttet hat UrkNeustift
235
(a. 1325);
ob [...] jemant keme und sine erben umb schult anforderte DRW
1,630
(BruggStR.)
2
‘jmdm. etw. abfordern’
vurderent sie den herren daz gût ane zu lênrechte SSp
191,8;
lihet man daz [Gut] einem man [...] vnd vordert man in dienst an SchwSp
220a
MWB 1 302,33; Bearbeiter: Diehl
anevorderunge
stF.
‘Anspruch, Forderung’
swaz wir auch den juden haben abe genomen, des sullen wir ledig sin gentzelichen und dar umme von im kein straffuͦnge haben noch anforderunge MGHConst
5:528,31
(a. 1322);
wür haben [...] auf dieselb vogtey kheinerley recht, ansprach, oder anfoderung fürbas nimmer UrkNAltaich
2,54
(a. 1352 kopial)
MWB 1 302,45; Bearbeiter: Diehl
ane vrâgen
swV.
‘jmdn. (be)fragen’
der vragete an Briccio / nach dem bischove Martino, / wand er im was unbekant Pass III
615,41.
649,2;
der bischof wart sich ummesên / und dî lûte vragin an, / ob îman kente disen man NvJer
8235.
– Zu ane vrâgen in Aufforderungssätzen →
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 302,53; Bearbeiter: Diehl
anevrouwe
stF.
1
‘Großmutter’ (vgl. ane swstF.) 2
‘Vorfahrin, Stammmutter’
1
‘Großmutter’ (vgl. ane swstF.):
vil lieber man, du bist mîn suon / [...] / iedoch sint die kinder mîn / von dir, ir anefrouwe ich bin UvEtzAlex
3086;
vnser anherre vnd frauwen Elspeten sin hausfrauwen, vnser anfrauwen UrkCorp (WMU)
3132,4.
2969,35
2
‘Vorfahrin, Stammmutter’
wizt ir, daz iuwers vater bas / des jungen von dem Berge rehtiu anvrou was Loheng
1382
MWB 1 302,59; Bearbeiter: Diehl
ane vüegen
swV.
1
‘jmdm. etw. zuordnen’
2 intr. ‘sich anpassen’
1
‘jmdm. etw. zuordnen’
alliv dinc div im anvuogit [
iniunxerit
] der vater er habe vnder der sorg sin BrZw
31;
diu materie geformet wirt, / swaz der gestalt enbirt / der [La. die
] im gefuͤget ist denne an WhvÖst
14311
2
intr. ‘sich anpassen’
der vil tugenthafte Crist / wintschaffen alse ein ermel ist: / er vüeget unde suochet an, / dâ manz an in gesuochen kan Tr
15737
MWB 1 303,3; Bearbeiter: Diehl |