ane smecken
swV.
mit Akk.d.P.
1
‘jmdm. durch Geruch lästig werden’
2
‘jmdn. beriechen, beschnuppern’
1
‘jmdm. durch Geruch lästig werden’
wand wir [Israeliten] nu vor im [Pharao] schinen / reht als wir in smehin an [
fetere fecistis odorem nostrum coram Pharao Ex 5,21]
RvEWchr
9784
2
‘jmdn. beriechen, beschnuppern’
vil schier gegangen kam der ber / zuozim, dâ er sô stille lag. / er wând, ez wær ein vûlez phlag [Aas] , / und warf in umb, und smacht in an Boner
73,27
MWB 1 279,57; Bearbeiter: Schnell
ane smeichen
swV.
‘sich jmdm. gegenüber ehrerbietig verhalten’ (mit Akk.d.P.):
Bucktzinos gund Zipproner an schmaichen: / er bog sich gen ir uff die knie FrSchw
6778
MWB 1 280,1; Bearbeiter: Schnell
ane smieren
swV.
‘jmdn. anlächeln’
an smieren und an luogen / begunde ez [das Kind] si dô beide KvWTroj
482;
mit libin zinzirlichen [zärtlichen] blicken / mich ane quiren [l. zwieren
] vnde smiren vil dicke HeidinI
897 La.
MWB 1 280,5; Bearbeiter: Schnell
ane snîden
stV.
1
‘(jmdm.) etw. (Kleidung) anmessen, zurechtschneiden’
2 im Gartenbau: ‘anschneiden’
1
‘(jmdm.) etw. (Kleidung) anmessen, zurechtschneiden’
die [
schiltgeverten
] fuorten cleider an gesniten / von frischem baldekîne KvWTurn
118;
scharlachen gein dem nazzât / was nâch ritterlîchen siten / den rittern allen an gesniten HvFreibTr
1934;
do gedachtt er [Paris] an der zitt: / du soltest in [den nackten Jungfrauen] din kursitt / und dine deke schniden an GTroj
9281;
die Unger heten an gesniten / manic hundert scharlach Ottok
7971.
– mit Refl.-Pron.:
daz er [Christus] uz minen [Marias] cleidern sneit im cleider an Frl
1:14,9.
– übertr.:
ich clage swester, bruder, die des todes luder verleitet hat und sneit in an siner varbe muder [Obergewand]
Frl
5:67,5;
jene di diz gerechte cleit / han mit vesten steten siten / mit der warheit an gesniten, / lan durch liebe noch durch leit / die straze der gerechtekeit Hiob
6980
2
im Gartenbau: ‘anschneiden’
eynen iungen kirsboum den spalde in di lenge eyner spannen odir czweyger. abir ich vorneme is also, das man nicht sulle spaldin noch ane snydin, sundir man sal yn lazen vf syme stamme Pelzb
127,1
MWB 1 280,10; Bearbeiter: Schnell
ane sniudeln
swV.
‘jmdn. anschnaufen, anrotzen’
her sniudel, waz sniudelt ir uns an? Boppe
3:2,10
MWB 1 280,33; Bearbeiter: Schnell
ane snöuwen
swV.
‘jmdn. (schnaubend) schelten’
swach und unfrut mag man mich [die Minne] , Werlt, nicht snöuwen an Frl
4:21,1
MWB 1 280,35; Bearbeiter: Schnell
ane snüeren
swV.
‘fesseln’
in [den Teufel] chan nieman an geschnuͤrn. / gotes wort daz ist sein pant Teichn
325,232
MWB 1 280,38; Bearbeiter: Schnell
anespænec
Adj.
‘rechtlich umstritten, strittig’
der gudt hatt in dem gericht gelegen, [...] sal horen, abe sin gudt anspenhigk were ader worde, das er das verantwortten mocht WeistGr
3,358
(14. Jh.)
MWB 1 280,41; Bearbeiter: Schnell
ane spanen
stV.
→ ane spannen
MWB 1 280,45;
ane spannen
stV.
‘spannen, anspannen’
1
‘etw. an jmdm. befestigen’ , überw. ‘jmdm. Sporen anschnallen’
2 übertr. ‘auf etw. abzielen’ (im Bild des Bogenspannens, vgl. RvZw 180,3
ich [...] spanne doch nâch êren wol )
1
‘etw. an jmdm. befestigen’, überw. ‘jmdm. Sporen anschnallen’
zwên edele sporn starke / die spien im sîn vriunt Marke / und sîn getriuwer dienestman / mit weinendem herzen an Tr
6548;
zwêne goldîne sporn / het man ir an gespannen En
1741;
er spien im an daz golden werc [
zwêne sporen
]
Parz
157,11.
– übertr.:
diu rede dunct mich wunderlîch, / daz ir mir sô altem manne / welt sô jungez kint an spannen [eine junge Frau an mich binden]
Philipp
1289
2
übertr. ‘auf etw. abzielen’ (im Bild des Bogenspannens, vgl. RvZw 180,3
ich [...] spanne doch nâch êren wol):
swa si [die ansonsten wankelmütigen Frauen] joch gespannent an, dar uf si stellent naht und tag SHort
2610
MWB 1 280,46; Bearbeiter: Schnell
ane spëhen
swV.
‘anschauen’
ach süeze dich vil suoze anspehen, / dîn süeze ansehen / kan sendiu leit verkrenken LobGesMar
84,12
MWB 1 280,61; Bearbeiter: Schnell
ane spengen
swV.
‘etw. (eine Spange) befestigen’
dâ die næte solten sîn, / dâ wâren cleiniu vürspan / ûz golde wunneclichen an / geheftet und gespenget KvWTroj
2971
MWB 1 281,1; Bearbeiter: Schnell
ane spiln
swV.
‘anfangen zu spielen’
der wol gezogene Tristan / saz [am Schachbrett] unde spilte vür sich an Tr
2272
MWB 1 281,5; Bearbeiter: Schnell
anespin, enspin
stM.
‘Spinnwirtel’ (scheiben- oder kugelförmiges Schwunggewicht an einer Spindel ):
nim ein sip vnd stich en mitten dâ durch ein spinnelen, dâ an ein enspin Diebsegen
3
MWB 1 281,8; Bearbeiter: Schnell
ane spinnen
stV.
‘etw. für jmdn. spinnen’ (mit Dat.d.P.):
gelücke span / im cleider an Frl
5:62,15;
was glück im freuden spinnet an, / das rißet es in leide dann / mit swacher tücke hant Mügeln
357,16
MWB 1 281,12; Bearbeiter: Schnell
ane spirzen
swV.
‘anspucken’
zü dem abgot gingenn sy sann, / sy spircztens ane vorcht ann Märt
13909.
– fraglich, ob hierher oder zu spirzen:
das laid mein hercz gar zeprach, / do ich vil arme das ersach: / mit fawsten slahen in / und spurczen an das antlicz sein Märt
3984
MWB 1 281,17; Bearbeiter: Schnell
ane spiutzen
swV.
‘anspucken’
gedenk, daz ich, din herr, min schoͤnes antlút nit kerte von dien, die mich an gespoͤzeten Seuse
58,20
MWB 1 281,23; Bearbeiter: Schnell
ane spîwen
stswV.
‘jmdn. anspucken’
si halsslekten in, si spiben in an, si slugen in an dar nach hiengen si in an daz chruͤtze PrOberalt
53,6;
sie sluogen in ûf den nac, / ir ieglîcher in anspê RvEBarl
2845;
den ubelen tuvel spei si [die hl. Iustina] an / und machte ein kruzes zeichen ouch Pass III
494,92;
sin minnekliches antlút [...] wart an gespuwen von den unrainnen juden PrGeorg
257,11;
die juden in an spiten HeslApk
8416;
her sal vorraten werden unde vorspottet unde gegeyselyt unde an gespyet EvBerl
18,9;
Mechth
1:31,3
MWB 1 281,26; Bearbeiter: Schnell
anesprâchbrief
stM.
‘schriftliche anesprâche, Klageschrift’
libellus: ein ansprachbrief VocOpt
37.056
MWB 1 281,38; Bearbeiter: Schnell
anesprâche
stF.
1
‘rechtl. Anspruch, Anrecht auf etw.’
2
‘(gerichtl.) Erhebung eines Anspruches, rechtl. Forderung’
2.1
‘Anklage, Anschuldigung’
2.2
‘Beanspruchung (eines Rechtsgutes)’
2.3 in der Wendung âne (alle)
‘ohne dass jmd. Einspruch eingelegt hätte; rechtl. nicht angefochten’
2.4
‘ wechselseitig erhobener Rechtsanspruch’ , allg. ‘Rechtsstreit’
3
‘Ansprache, Rede’ hier übertr.
1
‘rechtl. Anspruch, Anrecht auf etw.’
er hæte dô ze sîner hant / sînes vater erbe [...] / unversprochenlîche unde alsô, / daz nieman in den zîten dô / ansprâche hæte an kein sîn guot Tr
5633;
er vorzêch sich willeclîch, / [...] allis rechtis und hêrschaft, / ansprâche und allir eiginschaft / êweclîch an den landin NvJer
1959;
der dhein ansprâch mit reht / gegen dem goteshûse het Ottok
8779;
StRAugsb
252,38
2
‘(gerichtl.) Erhebung eines Anspruches, rechtl. Forderung’
2.1
‘Anklage, Anschuldigung’
iuwer ansprâche, ir antwürte / daz man diu beide alsô verneme Tr
15416;
wil [er] sich entslahen der ansprache, daz mag er wol tun mit sinen zwain vingern StRAugsb
92,18;
irn vindet ander sache / diu in schuldic mache, / er geniset der ansprâche wol KvHeimUrst
515;
daz ich [...] dehein ansprach alder dehein clage vor geischlichem alder vor weltlichem gerihte hette oder thete UrkCorp (WMU)
523,11;
das [...] vil falscher ansprache wahset under den lúten ebd.
1870,14.
– in best. Wendungen (vgl. ane sprëchen 1.1.3.2.): ‘Anklage, die einen gerichtl. Zweikampf nach sich zieht, Herausforderung zum Zweikampf’
ob dehain purger wirt angesprochen vmbe einen champf [...], den sagen wir ledich von der ansprache des champfes UrkCorp (WMU)
2345,14;
von kamphlicher ansprache SchwSp
127a
2.2
‘Beanspruchung (eines Rechtsgutes)’
unde sprichet aver si [...] ez si ir eigen unde mac si des niht behaben, mit der unrehten ansprâche hât si ir lîpgedinge verlorn SpdtL
113,17;
vmb der Stainpeken ansprach auf di mvͤl UrkCorp (WMU)
631,6
2.3
in der Wendung âne (alle)
~
‘ohne dass jmd. Einspruch eingelegt hätte; rechtl. nicht angefochten’
da sol man sie giruͦwet lan ân ansprache UrkCorp (WMU)
680,45;
mit allim dem rehte, als ih ez und mine vordirn lange zit da her han besezzen ân alle ansprahe ebd.
16,1;
swer ain aigen bringet iar und tak in nutz und in gewer ane ansprach StRAugsb
150,8.
7,23;
wann sie lang gewichte koniginn was gewesen one allerhande ansprache Lanc
516,4
2.4
‘ wechselseitig erhobener Rechtsanspruch’, allg. ‘Rechtsstreit’
swas oͮch núwir ansprach oder mishellunge wurde enzwúschont mir vnd den burgerne UrkCorp (WMU)
542,33;
vnd mit dieser verihtung sol zwischen vns vnd im vnd siner erben alle di ansprach ab sein ebd.
1583,4
3
‘Ansprache, Rede’ hier übertr.:
unde geloubent sie [
guote geistlîche liute
] der ansprâche, die sie dâ hœrent in dem geiste Eckh (Pf)
240,24
MWB 1 281,41; Bearbeiter: Schnell
anespræche
Adj.
1 von Besitz ‘einem rechtl. Anspruch unterworfen, rechtl. anfechtbar, angefochten’ in der Regel:
wërden 2 von Personen ‘gerichtl. belangt, angeklagt’
1
von Besitz ‘einem rechtl. Anspruch unterworfen, rechtl. anfechtbar, angefochten’ in der Regel: ~
wërden:
swaz varnde guot heizet unde hât daz ein man in sîner gewer driu jâr âne rehte widersprâche [...] sô wirt ez niemer mêr anspræche SpdtL
123,12;
ob in der hof oder die liute anspræch wurden [...], daz wir in die entloͤsen suͤln UrkCorp
2924,34.
1363,21;
Mühlh
130,24
2
von Personen ‘gerichtl. belangt, angeklagt’
jst aber, daz einem ansprechman [
ansprechem man
1100B
] fur geboten wirt vf di hofmarch vnd er dinchfluhtich wirt, des sol der voit varn, als er mit gurtel vmbevangen ist UrkCorp (WMU)
1100AB,38;
der anspraeche wird des nachtschaches DRW
1,732
(SchaffhRbf.; a. 1291);
were auch des pfaltzgraven dinstman kampffs anesprech, der purgrave soll vor ine kempfen ebd.
1,732
(ArchHessG.; 14. Jh.)
MWB 1 282,28; Bearbeiter: Schnell
anespræche
stF.
→ anesprâche
MWB 1 282,46;
anespræchec
Adj.
1
‘gerichtl. belangt, angeklagt’
2
‘einen rechtl. Anspruch geltend machend’ , subst. ‘Kläger’
3
‘einem rechtl. Anspruch unterworfen, rechtl. anfechtbar, angefochten’ (von Besitz)
1
‘gerichtl. belangt, angeklagt’
min werdeckeit, min riche, / das leidir nu an dirre vrist / von disim morde ansprechig ist RvEWchr
27512.
– jmdn. ~
haben
‘jmdn. anklagen’
als herr Niclaus Staldo [...] ansprechig hatte und beclagte vor dem rate von Bern Cuͦnrat von Scharnachtal StRBern
1/2:197,4;
so inn ieman ansprechig hette ebd.
1/2:168,5
2
‘einen rechtl. Anspruch geltend machend’, subst. ‘Kläger’
der ansprechig moͤg denn beweren [...], das er in inrunt dem jar [...] angesprochen hab StRBern
1/2:405,3
3
‘einem rechtl. Anspruch unterworfen, rechtl. anfechtbar, angefochten’ (von Besitz):
die chienerre [Kohlenbrenner]
[...] hant gesworn, dc sie es [Gut] niemer an sprechen, noch niemer ansprechich machen UrkCorp
318,33;
[dass er das oben genannte] guͦt ansprêchich hatte gemacht UrkMoselQ
524,21
(Mitte 14. Jh.);
UrkCorp (WMU)
3444,43
MWB 1 282,47; Bearbeiter: Schnell
anespræchman
M.
→ anespræche Adj.
MWB 1 283,1;
anesprëchære
stM.
1 jmd., der jmdn. gerichtl. belangt, ‘Kläger’
2 jmd., der eine Beschwörung spricht (vgl. ane sprëchen 1.1.2 )
1
jmd., der jmdn. gerichtl. belangt, ‘Kläger’
ouch veriehen ich, daz ich [...] ien getruwelichen bisten nach allen minem mugen [...] widder igeliche ansprecher vnd anvertiger zu deme vorgenanten erbe UrkStolb
148
(13. Jh.);
ob yman den anderen in unwirde ein maulslag gibt [...], wirt er des vberwunden [...], er gibt seinen ansprecher ein marg, dem richter ein marg StRPrag
124
2
jmd., der eine Beschwörung spricht (vgl. ane sprëchen 1.1.2):
aber si [die Schlange] hât ain kündichait wider daz ansprechen, wan si druket ain ôr auf die erden und verschoppet daz ander ôr mit dem zagel, daz si des ansprechers stimm iht hœr BdN
262,23
MWB 1 283,2; Bearbeiter: Schnell |