a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
âne
Präp., Konj.
1 Präp. 1.1 mit Akk. (vorangest. Akk. vgl. 1.3.2 ) 1.1.1
‘ohne’
1.1.2
‘außer’ (vgl. 2.1.1.1 ) 1.2 mit Dat. (durch mehrfache Konstruktionsfehler zweifelhaft) 1.3 mit vorangest. Gen. 1.3.1
‘ohne’
1.3.2
‘ohne, frei von, ledig’ , präd. und adv. bei sîn , wërden , wësen und anderen Verben, mit obligatorisch vorangest. Gen.; auch vorangest. Akk. ist (nur bei adv. Gebrauch?) möglich (Interferenz zu 1.1 ?) 1.3.2.1 bei sîn , wërden oder wësen 1.3.2.2 bei anderen Verben 2 Konj. 2.1 exzipierend ‘außer’ , selten ‘nur’ (vgl. 2.1.3 ) 2.1.1 zur Anknüpfung eines Satzgliedes 2.1.1.1 einer Ergänzung im gleichen Kasus 2.1.1.2 einer präp. Fügung 2.1.1.3 eines flekt. Inf. mit ze 2.1.2 zur Anknüpfung eines Nebensatzes 2.1.3 zur Anknüpfung eines Hauptsatzes, hier: ‘nur’
2.2 konzessiv ‘wenn auch, obgleich’ (mfrk.) 2.3 adversativ ‘aber, sondern’ (mfrk.) 2.4 konjunktionale Wendungen ‘außer, ausgenommen, abgesehen von’
2.4.1
~ daʒ, daʒ 2.4.2
~ daʒ eine, daʒ 2.4.3
~ daʒ 2.4.4
~ (al)sô vil
1
Präp.
1.1
mit Akk. (vorangest. Akk. vgl. 1.3.2)
1.1.1
‘ohne’
ane dih ne ist nieht SEzzo
30;
Will
55,10;
ich ensol noch enkan / niet tun an vwern rat Herb
15249;
âne willigen muot Iw
2694;
nu hant ir mih ane kint / gemachit gar RvEWchr
7602;
âne grôzen vrumen und nutz Eckh
5: 212,12.
– mit al, aller slahte/hande u.ä. verstärkt:
triuwe ân allen kranc KLD:UvL
8:3,6;
ân aller slahte nôt Iw
4009;
on allerhande barmherczikeit Lanc
62,16.
– bildet eine Vielzahl von festen Wendungen wie z.B. âne mâʒe, âne nôt, âne zal, âne (jmds.) danc, âne (jmds.) schulde u.ä. (vgl. das jeweilige Subst.)
– bei Zahlenangaben:
vmbe an ainz fuͤnfzick [
50-1=49
] phunt Auspurger phenninge UrkCorp (WMU)
2250,12;
weitere Belege WMU 1,90.
–
âne mit Akk. des Dem.-Pron. in adv. Funktion, ‘ohnedies’
des sol man mir nv lonen. / ane diz han ich vil getan. / des wil ich diz bilde han Herb
16630;
dar nach laid Saul an David hassz, / wan er im aͮn [d.i. ân
] das vÿend was KvHelmsd
3508.
1.1.2
‘außer’ (vgl. 2.1.1.1):
daz enweste niemen dâ âne in Er
9649;
daz in dâ niemen ân die maget / erkande Iw
6893;
ich weiz wol, daz mich âne sie nieman wol getroesten mac MF:Reinm
57: 3,6;
ervert ez ieman âne uns driu Tr
12147;
der sol avch alletag ze grihte sitzen an die svntag vnd on grozzer heiligen tage UrkCorp (WMU)
3110,16.
– mit eine verstärkt:
daz ez vil lützel ieman dô / âne eine ir ammen bevant Tr
1929.
– konjunktionale Wendungen vgl. 2.4
1.2
mit Dat. (durch mehrfache Konstruktionsfehler zweifelhaft):
ez in sal oͧch nieman slegeschatzes ledik sin, er si phaffe odir leige oder edele oder gemeine lute ane dem muntzmeister des ertzebischoves unde die husgenozzen WeistErf
13
(a. 1289)
1.3
mit vorangest. Gen.:
1.3.1
‘ohne’
so klage ich manigen tag, / den ich in wâne / fröiden âne / hân gesungen SM:Gl
1: 12,6;
wan daz man mich siht sus armen / in den fröiden fröiden âne KLD:GvN
3:3,7;
ouch alle ding der sunnen an / gar zubrechen und vergan Hiob
14283;
wan wer des wassers toͮff mag haben / und lat er sich des aͮn [d.i. ân
] vergraben, / der wirt vertriben ewenklich KvHelmsd
752;
hierher oder zu 1.3.2.2?
sît ich sîn âne [ohne ihn] komen bin Iw
4735
1.3.2
‘ohne, frei von, ledig’, präd. und adv. bei sîn, wërden, wësen und anderen Verben, mit obligatorisch vorangest. Gen.; auch vorangest. Akk. ist (nur bei adv. Gebrauch?) möglich (Interferenz zu 1.1?)
1.3.2.1
bei sîn, wërden oder wësen:
mit Gen.:
der bittere [der Bitterkeit] wil got daz wir ane sîn Spec
125,17;
des itewîzes unde mîn / mit êren ledec und âne sîn Tr
1492;
dâ man alles valsches âne ist und frî SM:Te
8:3,10;
dû bist werder minne liebes âne unde eine Marner
5,6;
[in Gottes Haus] wir vnser sunte inne an werden Konr
23,32;
mîner swære / schiere ich âne wære SM:KvT
5:2,2;
mit Akk.:
daz wir die sunde werden âne Wernh
D 2624;
dô daz der helt âne wart Parz
27,19;
daz er waere sine sinne ane Albert
1415.
–
âne wërden (mit Gen. oder Akk.) in Rechtstexten: ‘veräußern, aufgeben’
vnd wær daz, daz ich oder min erben mines tails wolten ane werden UrkCorp (WMU)
646,8;
ob min vater vnde min mvter daz gvt [...] ane werden mvzen ebd.
200,8,9;
weitere Belege WMU 1,109f.; auch ‘jmdm. etw. nehmen (etw. von einer rechtl. abhängigen Person veräußern?)’:
unde gibet ein man sînem wîbe guot [...], daz guot mac er ir niemer âne werden, die wîl er ander guot hât SpdtL
97,23.
138,7
1.3.2.2
bei anderen Verben:
–
belîben
:
[von den Ungetauften] ir swert dâ vil vorschrît, / daz sî des lebins blibin ân NvJer
17536;
mit Ellipse des Gen.:
nummet abir er ein wip zuͦr e, / [...]. blibet er ane, man sprichet: ‘er vindt / keine, die yͤn wulle nemen’ MinneR 52
122.
–
gân
:
sus geistu beides ane HeslApk
6462.
–
ligen
:
und nû der [
bluomen
] âne lît / diu kalte winterzît SM:Gl
1:1,5.
–
machen
:
den macht si [die Lüge] aller tugende an HeslApk
23150;
Hiob
11657.
–
stân
:
ern müese leides âne gestên Wig
10605;
StrAmis
444;
Hiob
8260.
–
tuon
:
er [...] hât uns der sinne / mit zouber âne getân Iw
1369;
StrAmis
1734;
EnikWchr
18546;
der [Gott] mich ein die sorgen âne / mit gewalte wol getæte Wernh
D 3046
2
Konj.
2.1
exzipierend ‘außer’, selten ‘nur’ (vgl. 2.1.3)
2.1.1
zur Anknüpfung eines Satzgliedes
2.1.1.1
einer Ergänzung im gleichen Kasus:
– im Nom.:
sie waren es alle gemeit, / an der kvnic, dem was ez leit Herb
1166;
allez, daz da inder was, [...] an der Bernære Dietr
5284;
das chain creatur tuet / an der mensch alleine HvBurg
3485;
wer ist, herre, ane du / der mug erchennen nu / aller herczen taugen ebd.
3493;
die [Geheimnisse des Himmels] nie mans augen / über sahen, wip noch man, / on der ewangelist Johan Märt
11304;
fro Elisabet [...], der libdinge ellv́ dv́ vorgenanden guͦter sint ane der wingarte ze Woloshoven UrkCorp (WMU)
2065,38.
– im Dat.:
iz nis oug [es ist auch] niemanne kunt / ane den sæligen, die da sint MarldA
113;
ze verchoͮfen [...] swem si wellen an einem manne, den ich offenwar benant han UrkCorp (WMU)
1137,9.
– im Akk.:
du bíst ôuh scône an dînen uuórton. uuante dú in dîner predicatione nîene mêinest âne mîn êra. unte fraternam utilitatem Will
54,7.
110,1;
füeret ûz dem hûse lützel oder vil, / âne mîne vînde NibB
1994,3;
daz wir die vorgenanten zwene hove lihen svln vnd swas wir da haben an die lvte UrkCorp (WMU)
3367,7
2.1.1.2
einer präp. Fügung:
sîn herze dazn wart nie sô vrô / âne mit Îsolde alse dô Tr
16270;
si [...] azzen nicht wen wazzer und prot / an in gar selten stundenn Märt
5067;
in allen tiern sint diu weip behender und ainr hellern stimm wan die man, ân an den rindern BdN
159,24.
22,12;
weitere Belege (âne bei Fügungen mit wider, umbe und vür) vgl. WMU 1,91 ( B 1.2)
2.1.1.3
eines flekt. Inf. mit ze:
an allain ze setzende vnd ze ensetzende miner frowen der abbatissene [...] vmbe fûnfzege pfunt Haller UrkCorp (WMU)
1571,9
2.1.2
zur Anknüpfung eines Nebensatzes:
daz wir deheinen wanc / von dir getuon immer mêre, / âne swâ wir dîn êre / gemêren und gebreiten mugen Ottok
87843;
daz wir gen einander dehein voderunge oder ansprach tvͦn, an da wir wenen reht zv haben UrkCorp (WMU)
1196,33;
weitere Belege WMU 1,91 ( B 2).
2.1.3
zur Anknüpfung eines Hauptsatzes, hier: ‘nur’
swer einen man ovf sinem goͮt hat, swes er si, der sol im dhein leit tvͦn vnd sol in ze lihtmesse wider vordern. an zîtlichen dinst sol er im tvͦn UrkCorp (WMU)
475AB,19,27
2.2
konzessiv ‘wenn auch, obgleich’ (mfrk.):
[ohne Christus] so in maht du nimer riche werden, / ane besezes du den himel inde die erden [wenn du auch ... besäßest]
Lilie
22,22.
23,10.
35;
wand, an [obwohl] warn ouch andre luͥde reine, / sin muͦder weres du aleine MarlbRh
129,11;
aen vmb vr have niet [wenn auch nicht wegen Eures Gutes]
MorantGalie
406 Hs.
2.3
adversativ ‘aber, sondern’ (mfrk.):
nuͦ indoint dis die luͦde neit; ayn [d.i. ân, ‘sondern’] eyn eicklich denckt wail an dat lyden vns heren in einre verlosschenre, blinder mynnen [vgl. aber ein ieklichs gedenket wol
Tauler
199,21
]
Tauler(C)
1:97,17.
1:91,8;
die machent alle [...] grois middel, die deme menschen die ouͦgen verblendent. ane as balde as [ ‘aber sobald’, vgl. und als balde als
Tauler
196,5
] der mensche [...] sich wille hait zo besseren na synre macht, zohantz so wirt is alze guͦt rait Tauler(C)
1:87,15
2.4
konjunktionale Wendungen ‘außer, ausgenommen, abgesehen von’
2.4.1
~ daʒ, daʒ:
dîn ôigon. sint tûbonôigon. âne dáz. daz án dír ínlachenes uerhólan ist [abgesehen von dem, was in dir innerlich verborgen ist]
Will
54,2.
54,10.
57,2;
sæhen si iht umb in ligen, / ân des, daz in wær gelegen, / daz müest in von des kunigs wegen / werden undertân [zur Belohnung]
Ottok
88565
2.4.2
~ daʒ eine, daʒ:
ez was ein harte schone tac, / an daz eine, / daz sie alle gemeine / hetten ruwe vnde klauge Herb
11147;
[sie] lebete mit im alsô wol, / [...] âne daz eine, daz sie nicht / mit sîner minne hête pflicht HvFreibTr
1121
2.4.3
~ daʒ:
âne daz du iht triutest [...] mîne lieben vrouwen [...] sô tuo ir, swaz du wellest NibB
655,1;
wie vil wunnichleich ist dise stat / an das sy vil wildes hat Märt
21810;
waitkraut [...] hât pleter nâhent sam diu lactuken, ân daz si smeler sint BdN
419,25
2.4.4
~ (al)sô vil:
daz sy ist verborgen gar / [...] den engeln, an so vil / als in Got offenbaren wil Hiob
10923;
daz si selbem sach [...] svln rihten an als vil, ob dehein des gotshavses man wurd begriffen UrkCorp (WMU)
2087,36;
weitere Belege WMU 1,91 (B 4).
– mit folgendem Hauptsatz:
so ist daz gelubt fuder an so vil: hat der Chappeller [...]
UrkCorp (WMU)
N118,6
MWB 1 219,10; Bearbeiterin: Baumgarte
ane arten
swV.
‘jmdm. von art eigen sein’ (mit Akk.d.P.):
des kuniclîchen stammes ein blûnder ast / [...] der êrlîche herzoge Polke, / der gerehter sînem volke / ist vor als ein werlich man, / als in daz wol ardet an Kreuzf
5576;
[der Teufel erwartet von dem mit Sinnen ausgestatteten Menschen] daz in ouch von des vleisches art / an ardete der girden gart HeslApk
5956.
3151.
3157
MWB 1 221,57; Bearbeiter: Schnell
anebæren
swV.
‘etw. darlegen’
dis wolt ich mit den maͤren / gerne also hie anbaͤren RvEWh
9794
MWB 1 222,1; Bearbeiter: Schnell
anebegër
stF.
‘Geheiß, Forderung’
dede er auch des nit an dem anbeger des gerichtes StRWorms
9
MWB 1 222,3; Bearbeiter: Schnell
anebeginne
stN. ,
anebegin
stM. oder stN.
‘Anfang, Ursprung’
tecum principium. / daz anbeginne mit dir ist Erlös
3209;
daz anbegyn des ewangelii Jhesu Cristi EvBerl
3,21;
in dem anbeginne was daz wort, und daz wort daz was bî got Eckh
2:307,1;
zv der svnnen anebeginne [Aufgang] , / da wir sie des morgens sehen Herb
14242;
da saget ir die koniginne was ir wiedderfarn was, von dem anbeginne biß an das end Lanc
15,19;
al mîner fröiden ursprinc unde ein anbegin KLD:WvB
1:2,8;
WhvÖst
6723;
OvBaierl
7,8
MWB 1 222,5; Bearbeiter: Schnell
ane beginnen
V.
‘anfangen’
so beginnet man an / mure mit der gazzen [...] gar vernuwen Daniel
6469;
subst.:
des morgins vrû / mit des tages anbeginnen NvJer
26050;
PrLpz
5,14
MWB 1 222,16; Bearbeiter: Schnell
ane begrîfen
stV.
‘jmdn. ergreifen’
do begriffen in die lute / ane; Jesus niht enfloh HeslNic
608
MWB 1 222,20; Bearbeiter: Schnell
anebegrift
stF.
‘Anfang’
sint der êrstin anbegrift, / daz der convent wart gestift / ûf dem hûse Kungisberc NvJer
18812
MWB 1 222,22; Bearbeiter: Schnell
anebegunst
stF.
‘Beginn’ (anders Pfeiffer, NvJer. S. 9 und S. 124 an begunst):
wol bescheiden anbegunst / ist des bûchis halbe kunst NvJer
221
MWB 1 222,25; Bearbeiter: Schnell
ane behaben
swV.
‘jmdm. etw. abgewinnen, mit Erfolg streitig machen’
die vursten dûht er ze hêre. / alle die êre / die si alle solten tragen, / die wolte der chunich in aine an behaben Kchr
12820;
wan zuo aller ir kraft / sô sint sî alze manhaft / daz in iemer dehein man / den sige müge behaben an Iw
6376;
Wig
2611.
– in Rechtstexten oft: jmdm. etw. mit rehte
~ :
und ist vihe drunder, und behabet ez im ieman mit reht ane SpdtL
123,13;
swenne ich dem hern Friderich [...] an behabet mit minne oder mit reht fvmf vnd zwainzich march silbers UrkCorp (WMU)
1806,19;
er hab ims emaln [ihm das Gut ehemals] anbehabt mit dem rechten StRMünch
338,8
MWB 1 222,28; Bearbeiter: Schnell
ane behalten
stV.
‘etw. (Kleidung) anbehalten’
sin hemde und sin nidercleit behielt er ane Lanc
611,28;
daz er [der Verurteilte] alsô vil anbehalde, ob es kalt ist, daz er nicht ervriese StRZwick
194
MWB 1 222,42; Bearbeiter: Schnell
anebehebunge
stF.
das gerichtl. Einschreiten:
die anbehebung sol inen in denselben frygheiten, genaden und rechten keinen schaden bringen UrkBern
5,140
(a. 1319)
MWB 1 222,46; Bearbeiter: Schnell
ane beheften
swV.
nur Part. Prät.
‘jmdm. angeheftet, eigen’ (meist von Eigenschaften):
mir ist der site als an behaft / daz ich des niht gemîden kan RvEAlex
6126;
die edelkeit, / die er [Edelstein] bezeichenlîche treit, / und waz im krefte ist anbehaft RvEBarl
1579;
RvEWchr
20977.
– von Personen: ‘jmdm. verpflichtet’
wie si im zallin stundin / muͦzin sin gebunden / und dienstlichin anbehaft / dienstlichir eiginschaft / mit libe und ouh mit guͦte RvEWchr
22625
MWB 1 222,50; Bearbeiter: Schnell
ane beherten
swV.
‘mit Gewalt abgewinnen’
swenn er mirs [mir meine Tochter] an beherte / mit selhem ungeverte Iw
4493
MWB 1 222,60; Bearbeiter: Schnell
ane beklîben
stV.
‘jmdm. anhaften’
schand [...], / di in [den Sündern] an bechleibet Vät
41169
MWB 1 222,63; Bearbeiter: Schnell
ane bekomen
stV.
1
‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’
2
‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.)
1
‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’
man wendet manige sache [Streit] wol e sie bekomet an Frl
9:17,14
2
‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.):
diu buoch ir wâren wol bekant, / sô daz si kunde wol entstân, / swes man si von in anbekan [was man ihr aus den Büchern vorlegte]
WvRh
1210
MWB 1 223,1; Bearbeiter: Schnell
ane belîben
stV.
‘am Körper bleiben’ (von Kleidungsstücken):
naket us gezogen daz keim die bruͦch anbleib ClosChr
84,13
MWB 1 223,8; Bearbeiter: Schnell
âne belîben
stV.
→ âne
1.3.2
MWB 1 223,11;
ane bëllen
stV.
‘anbellen’
swer daz welle machen, daz in die hunde niht anpellen Barth
148,17;
hat ein man einen hunt, der di lute bizet oder anbillet StRFreiberg
258,16;
Wig
5512;
SalArz
75,21
MWB 1 223,12; Bearbeiter: Schnell
ane bereiten
swV.
‘zurechtmachen’
der schreyber het sich an bereyt, / die cleyder schir an sich geleyt Magd
284,14
MWB 1 223,16; Bearbeiter: Schnell
ane bërn
stV.
nur Part. Prät.
1 von Eigenschaften: ‘jmdm. angeboren, einer Sache von Natur aus zugehörig’
1.1 präd., mit Akk. oder Dat. 1.2 attr. 2 Part.-Adj., von Personen ‘durch Geburt in einem bestimmten Zugehörigkeitsverhältnis stehend’ (z.B. Herr, Untertan, Verwandter)
1
von Eigenschaften: ‘jmdm. angeboren, einer Sache von Natur aus zugehörig’
1.1
präd., mit Akk. oder Dat.:
zorn / der sie von art ist angeborn HeslApk
14196;
ich wene, iz [ihn zu lieben] mich an ist geborn Herb
884;
allez, daz mir anegeborn ist, daz enmac mir nieman genemen Eckh
2:627,5;
ein ander werk ist noch inniger dem steine, daz ist neigunge niderwert, und daz ist im anegeborn ebd.
5: 39,4;
Wig
10803
1.2
attr.:
in lêret angeborniu tugent / daz er ûf êre warte KvWTurn
78;
daz der stain gar schœnes angeporns gemæls hab zwischen seinen straimeln BdN
432,22;
Mechth
5:4,8
2
Part.-Adj., von Personen ‘durch Geburt in einem bestimmten Zugehörigkeitsverhältnis stehend’ (z.B. Herr, Untertan, Verwandter):
vnser angeborn mage [unsere Blutsverwandten]
UrkCorp (WMU)
N191,21 =192,30(Gegenurk.);
abir alle sin anegebornen erbin soln glich teil drabe haben ebd.
1161AB,39,37;
UrkSchles
27,169
(a. 1342).
– subst.:
den angebornen [den Verwandten] günde ich baz ie gutes wan den fremeden Frl
5:78,6
MWB 1 223,19; Bearbeiter: Schnell
anebeschouwede
stF.
‘Betrachtung, Anschauung’
unde hast gevestinet mich in anebescouwede diner [interl. zu et confirmasti me in conspectu tuo
]
PsTr
40,13
MWB 1 223,41; Bearbeiter: Schnell
ane beschrîen
stV.
‘anschreien’
daz vihe nimt der rede war, / [...] / da ez an beschrieren stet: / swenne ez vnrechte get Warnung
1259
MWB 1 223,45; Bearbeiter: Schnell
anebëtære
stM.
jmd., der (einen) Gott anbetet, ‘Glaubender’
diu zît sol komen [...], daz die wâren anbetære anebetent den vater in dem geiste und in der wârheit [
veri adoratores Io 4,23]
Eckh
2:23,5;
so auch:
ebd.
2:24,9.
2:26,8;
Tauler
68,18;
EvBerl
34,1;
gar in Bethel er vorbran, / waz abtgote anbeter waz HistAE
3727
MWB 1 223,48; Bearbeiter: Schnell
anebëte
stN.
‘Gegenstand der Verehrung’
sô muoz si iemer mê / nâch gote sîn mîn anebet, / wan si niht wan guot getet MF:UvG
Leich 7,11
MWB 1 223,55; Bearbeiter: Schnell |