a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
andehalp
Adv.
‘um der Rache willen’ (vgl. ande 4.1.2):
swaz heres mit den komen was, / die santer werlîche / anthalp in diu rîche RvEAlex
9482
MWB 1 208,61; Bearbeiterin: Baumgarte
andelagen
swV.
wohl durch Pseudoetymologie zu hant auch → handelagen.
1 überw. rechtsspr.; im hess.-thür. Raum (in Gebieten ehem. fränkischen Rechts) seit dem 14. Jh. überl. (vgl. GrimmRA I,271-275 und E. Goldmann, Der Andelang, Breslau 1912, S. 61-63) ‘etw. übergeben, aushändigen’
2
‘jmdm. zur Hand gehen, dienen’
1
überw. rechtsspr.; im hess.-thür. Raum (in Gebieten ehem. fränkischen Rechts) seit dem 14. Jh. überl. (vgl. GrimmRA I,271-275 und E. Goldmann, Der Andelang, Breslau 1912, S. 61-63) ‘etw. übergeben, aushändigen’
phenge, dy man andelagin sal deme amptmanne WeistGr
3,328
(14. Jh.);
GrimmRA
1,272
2
‘jmdm. zur Hand gehen, dienen’
so folgten sie ym mit flize nach, / ym zu andelagen [
ministrare Mc 15,41
] waz yn gach EvStPaul
5313
MWB 1 209,1; Bearbeiterin: Baumgarte
anden
swV.
zu ande.
1
‘etw. rächen, strafen, tadeln’
2
‘etw. als schmerzlich empfinden’
1
‘etw. rächen, strafen, tadeln’
si wolden anden ir zorn NibB
1598,3;
Wig
3555;
ir hat es alle schande, / irn helfet mir anden min leit Herb
1201;
wa er die versmacheit leit / von sinen vianden, da wil er iz anden. / so chumet got [...] in siner magencrefte. / so rihtet er rehte AvaJG
19,4;
get mich von mines herren wegen dehein gebrestt an, den sol ich anten [rechtl. verfolgen] nach sinem, sines rates vnd miner frevnt rat UrkCorp (WMU)
N770,9;
daz sol zunstæte nieman an mir anden [als Wankelmut mir vorwerfen]
Walth
79,36.
– subst.:
di ê von dûtschin landin / durch beschirmlîch andin / des geloubin [Streiten, Sicheinsetzen für den Glauben] und durch vrumin / hin zu Prûzin wârin kumin NvJer
6204
2
‘etw. als schmerzlich empfinden’
wir ne durffin sinen [Adams] val njemer geanden [bedauern?] / noh sines wibes missetat njemer geclagen, / wir untfan [empfangen (durch Christus)] mer dan wir virlorn habin Litan
322;
daz ez [das Zauberzelt] lîhte trüege / ein juncvrowe in ir handen. / si [Akk.] endorfte nimer ganden / daz spæhe zeltgeriusche [das zusammengelegte Zeltmaterial würde ihr beim Tragen keine Unannehmlichkeiten bereiten]
UvZLanz
4902.
– unpersönl.:
ez andet ein hundelîn, sô ez sînen kunden an siht, ob er sîn keinen war tuot DvASchr
323,3.
– refl.:
min herz sich ant, [...] und suchet, das im e genaden bot Mügeln
407,1
MWB 1 209,12; Bearbeiterin: Baumgarte
ander
Num., Indef.-Pron.
1 Num. 1.1 im engeren Sinn (bei Paarigkeit) ‘zweiter (von beiden)’
1.2 unter mehreren gleichartigen 1.2.1
‘der vorangehende’
1.2.2
‘der folgende, nächste, weitere’ ; in Aufzählungen ‘der zweite’
2 Indef.-Pron. 2.1 unter mehreren gleichartigen Größen ‘weitere, die übrigen, der (gesamte) Rest’
2.2 unter verschiedenartigen Größen 2.2.1 zur Hervorhebung eines Gegensatzes (oft unübersetzt, vgl. anders 2 ) 2.2.2
‘ andersartig, unterschiedlich’
3 Einzelnes
1
Num.
1.1
im engeren Sinn (bei Paarigkeit) ‘zweiter (von beiden)’
in latine heizit diu erste welt mundus, diu ander welt seculum MNat
4,3;
er lihet dir halbe Hyspaniam, / daz ander teil scol Roͮlant haben Rol
2035;
zway schon kamelein / [...] deß aines kamelein pflag / ain mor [...] / ain getwerch raytt das ander HvNstAp
439.
– v.a. in der Gegenüberstellung ‘der eine - der andere’
da enphiengen in inne zwi wip mit guotem sinne. / diu eine hiez Martha, diu ander Maria AvaLJ
88,3;
dâ der eine unglîche grœzer wære dan der ander Eckh
5: 47,14;
braun einz, daz ander gra gestalt Physiogn
191;
der eyn von den zweyn was sin truchseß, und der ander was ein ritter Lanc
3,28
1.2
unter mehreren gleichartigen
1.2.1
‘der vorangehende’
vnd phlegent irre minne, / ein iegelich wip mit dem man, / von dem sie vor kint gewan. / sie bringent dar ir kint, / die in dem andern iare geborn sint Herb
14357;
[sie] sprachen, ob er Claudas also in syn gefengniß wolt nemen als er des andern tags gesprochen hett Lanc
78,21
1.2.2
‘der folgende, nächste, weitere’; in Aufzählungen ‘der zweite’
des anderen tages uil fruͦ VMos
27,14;
daz er der jârzal vergaz / und sîn gelübede versaz, / unz daz ander jâr gevienc Iw
3057;
[die Hand,] diu diu êrste hant des gerihtes ist, daz ist der künic; diu ander dem er ez lîhet; diu dritte dem ez diu ander lîhet SpdtL
197,18;
der ersten stunden richzet Saturnus, an der andern Jupiter, an der dritten Mars, an der vierden Sol MNat
5,23;
ein ander zeichin heizit [...]
ebd.
14,10
u.ö.
– in Vergleichen (z.T. mit als) ‘gleichsam wie, wie ein zweiter’
alsus [unter einer Linde] het ich besezzen / daz ander paradîse Iw
687;
daz der lewe bî im lac / und anders sites niene pflac / niuwan als ein ander schâf ebd.
4817;
si was swarz als ein ander brant Wh
318,30;
ein grânât: / des blic gap ûz der vinster schîn / reht als ein ander gänsterlîn Parz
438,8;
do lag er als ein ander bloch StrKD
147,101
2
Indef.-Pron.
2.1
unter mehreren gleichartigen Größen ‘weitere, die übrigen, der (gesamte) Rest’
wan du [...] siner eren phlagest / baz denne d[ie] andirn alle Eilh
R,3553;
Widolt vnde Asprian. / vnde andere Rotheres man Roth
4991;
diese houbet fursten viere / vnd ander Troygire Herb
2556;
ez dunket die andern unde mich / vil lîhte unmügelich Iw
7015;
mîn bruoder Gêrnôt / und ander mîne friwende NibB
226,2;
den [Kämpfern] brâhte man ir helme unt ander ir gewant ebd.
505,3;
der visch hât ain aug oben auf dem haupt wider aller anderr tier nâtûr BdN
252,31.
–
‘die einen ─ die anderen’
etschlich nanten yn ‘der schön júngling’, die andern nanten yn ‘des koniges suͦn’ Lanc
21,2
2.2
unter verschiedenartigen Größen
2.2.1
zur Hervorhebung eines Gegensatzes (oft unübersetzt, vgl. anders 2):
im tet diu triure verre baz, / [...] / dan im ander vröude tæte Tr
18986;
des twanc in minne und ander nôt Wh
163,9.
4,26;
môraz, wîn, lûtertranc, / [...] / und ander guote spîse Parz
423,19;
sî heten busûnn, schalmîen vil, / tambûrn und ander seiten spil Virg
1085,5
2.2.2
‘ andersartig, unterschiedlich’
‘sage an, kanstû anderes iht?’ Eracl
808;
sagt si daz, / daz si gezæme weinen und niht anderes baz NibB
1242,4;
die haizent püecheln mit uns oder puochaicheln in anderr däutsch BdN
323,28;
ich bin von eim andern lande Lanc
38,2
3
Einzelnes:
er wartete eines iares welhes tages der mane enzundet wurde, unde schreib eines dar. also tet er an allen den tagen da der mane ander wart [wieder neu] , bis daz iar uz kam. MNat
15,17.
– für die Verbindungen ander mâl; ander lûte; ander sprâche s. das jeweilige Subst.
MWB 1 209,41; Bearbeiter: Diehl
anderbar
Adv.
‘(wir zwei) gemeinsam’
bestetigen wir grave Conrat vnd grave Johanß anderbar fur unß und unser erbene UrkRech
5,198
(a. 1349);
die vorgeschribenn guͦt [...] haben wir grave Conrat vnd grave Johanß den vorgenanten frowen unde dem convent anderbar gegeben ebd.
5,198
(a. 1349)
MWB 1 210,51; Bearbeiter: Diehl
anderest
Adv.
‘zum zweiten Mal’ (oft korrelierend mit einest):
einôst, anderôst, drîstunt SSpAug
179,16;
ir sont beschaidenlichen varen [euch nicht verausgaben] und sont ainest werchen, daz ir ôch andrest mugent werchen PrWack
43,129;
ir habent iezunt trurekeit, aber swenne ich iuch anderest [wieder] wirde sehende, so wirt sich iuwer herze frowende EvPass
216,19;
min kind, wie daz si, daz lúzzel ieman ist, er kom etwen in lawekeit [Trägheit] einest fúrbaz denn andrest Seuse
365,12.
–
‘beim zweiten Mal, alternierend’
swenne her Cvͦnrat vnd her Dietrich [...] die selbvn kilchvn einest lihent, so sol vro Lv́ggart vnd irv́ kint [...] anderest lihen UrkCorp (WMU)
N549,17
MWB 1 210,58; Bearbeiter: Diehl
anderhalben
Adv., Präp.
1 Adv. (oft korrelierend mit einhalp ) 1.1
‘auf der anderen Seite, gegenüber’
1.2
‘anderswo’
2 Präp. mit Gen. oder Dat. ‘jenseits’
1
Adv. (oft korrelierend mit einhalp)
1.1
‘auf der anderen Seite, gegenüber’
Alexander den sînen half. / Porus in andirhalf / manete di môre SAlex
4449;
die sunne ist eintalb der erde vnde der mane anderhalp Lucid
53,6;
er fuͦr ainnenthalb in, / anderhalben us dort hin RvEWh
6746;
einhalb floß die Humbre, anderthalb floß ein bach Lanc
155,6.
– übertr. ‘andererseits’
dvͥ mishelli, dvͥ entzwischent minem herren [...] ainhalb vnd mir anderthalben gewesen ist UrkFürstenb
2,23
(a. 1305);
auch bin ich unfro umb myn frunt, die wurden zu tode erschlagen und wurden wunt da ich bestanden wart. anderhalb [zum anderen] bin ich ruwig das ich zu mym tag nicht bezitt enkomen mag Lanc
37,23
1.2
‘anderswo’
alles, daz wir haben ze Paindorf vnd anderthalben UrkCorp (WMU)
2307,1
2
Präp. mit Gen. oder Dat. ‘jenseits’
anderthalp des Rînes sach man [...] den künic mit sînen gesten NibB
579,1;
vffen miner burg, dv́ da lit anderthalp dem Rine UrkCorp (WMU)
2523,32
MWB 1 211,8; Bearbeiter: Diehl
anderhalp
Adv.
→ anderhalben
MWB 1 211,29;
anderhalp
Num.
‘anderthalb’ (eigentl. ‘das Zweite halb’), v.a. in Verbindung mit Maß- und Zahlangaben:
anderhalbe unze SalArz
80,21;
funff schu lang und wol anderhalbes breit Lanc
549,27;
anderthalb jar ebd.
298,32;
anderthalb hundert ebd.
487,2;
anderhalp tusent Rol
5005.
– in Vergleichen:
wert ir joch anderthalb als starck als ir nu sint Lanc
497,29
MWB 1 211,30; Bearbeiter: Diehl
anderheit
stF.
‘Unterschiedenheit, Fremdheit’ (nur in myst. Texten):
dirre mensche, der dâ gevrîet ist von aller anderheit und von aller geschaffenheit, in den menschen enkumet got niht: er ist dâ wesenlîche Eckh
1:165,14;
daz aller volkomenst, in dem nit gebrest noh anderheit ist, denn daz es ein einiges ein ist in ainvaltiger blossheit Seuse
177,26;
[in Gottvater und Sohn] hat man einikeit dez wesens mit anderheit der personen ebd.
181,1.
352,28
MWB 1 211,38; Bearbeiter: Diehl
anderleie
indekl. Indef.-Pron.
häufig auch als Verbindung von selbstständigem ander mit leie (z.B.
ez ist auch ainer andern lai des krautes BdN
421,27;
vgl. leie).
‘andersartig, unterschiedlich’
durch leide, durch vorhte, durch miete oder durch dehein anderley geverde WüP
10,13;
schrift odir andirleyge gemelde Pelzb
117,32;
ich wæn, ez sei anderlai vogel, dem storchen geleich an der nâtûr BdN
201,29.
– Adv.:
der vumfte stein [...] / der ist grune und heizet jaspis. / man vindet ouch wol grawe / geschaffen andirlei an der varwe Brun
1675.
– subst.:
er fur gewant, win, [...] oder anderley, was sei oder wi es genant sei StRPrag
30
MWB 1 211,48; Bearbeiter: Diehl
andern
swV.
auch endern, unumgelautet eher in frühen Belegen.
‘(ver-)ändern’
1 tr. 2 refl.
1
tr.:
– mit Akk.d.P.:
daz die burger kainen rihter enzezen noch aͤndern [auswechseln] svln UrkCorp (WMU)
3435,27.
– mit Akk.d.S.:
dîe ségela [den Kurs] ántderôn ÄPhys
10,3;
das ich nach ritters orden / min leben in vil kurzem zil / aͤndern und hohen wil RvEWh
5212;
er ändert seiner augen varb BdN
170,22
2
refl.:
alsô ändert ez sich an der varb BdN
81,25;
sus endert er [der Kleiderstoff] sich alle tage / und lie sich zweier hande spehen KvWTroj
20086;
swaz ûz im [Gott] suochet ein ander stat, daz endert sich Eckh
1:358,4.
– rechtl.: auf Sachen bezogen ‘den Besitzer wechseln’
swenne es [der Besitz] sich endirt von verkoͮfende, so git man zwene kappen ze erschazze UrkCorp (WMU)
1648,17
u.ö.
– auf Pers. bezogen ‘den rechtl. Status, Familienstand ändern’
des gottshausz eigen zinszgeltigen leüth sollen sich nit endern noch von hinan ziechen ohne eins appts vrlop WeistGr
4,186
(a. 1339 kopial).
– bei Verwitweten ‘sich (wieder-)verheiraten’
swa oͮch ein man oder sin wip stirbet vnd daz ander lebet, swas das gv́lthaft wirt dar nah, ê das ez sich endere, das sv́ln dv́ kint geben UrkCorp (WMU)
1797AB,9,10
MWB 1 211,61; Bearbeiter: Diehl
andernisse
stF.
an dem werch en hat er chein andernuz [greift nicht mehr verändernd ein] , alzo geschah an der seln, di er auch von niht geschuff und gab ir auch freien willen Eckh (J)
45,6
MWB 1 212,22; Bearbeiter: Diehl
andernt
Adv.
1 lokal ‘auf der anderen Seite’
2 übertr. ‘andererseits’
1
lokal ‘auf der anderen Seite’
dc hûs [...] einhalp stosset an Ruͦdolfs hus von Fluͤn vnt anderent an dc wasser UrkCorp (WMU)
2261,27
2
übertr. ‘andererseits’
der krieg, der enzvischen vnsern vroͮwon der ebetischen vnde deme convente von Seldenoͮwa einvnt was vnde andrv́nt enzvischen Marquarte UrkCorp (WMU)
198,4;
wa es in einend ab gat, da wil er andrent zuͦ fuͤgen, dez sú bedúrfent Seuse
125,8
MWB 1 212,26; Bearbeiter: Diehl
anders
Adv.
1
‘zum zweiten Mal, wiederum’ (vgl. anderest ) 2 additiv ‘darüber hinaus (noch)’ (vgl. ander 2.2.1 ) 3 modal ‘anders, auf andere Art und Weise’
4 mit negativen Bezugsgrößen ‘sonst’
5
‘andernfalls’
1
‘zum zweiten Mal, wiederum’ (vgl. anderest):
man sol im für bieten eines und anders und drîstunt SpdtL
182,18.
179,19
2
additiv ‘darüber hinaus (noch)’ (vgl. ander 2.2.1):
dise beide sluc Ector / vnd anders manic mvterbarn Herb
7651.
4853;
von vnser keyserliger gewalt vnd mit der vursten rade vnd anders des riches hulden UrkCorp (WMU)
494,9;
vnd swie manich stucke er andirs koͮfet, so sol er ie von dem stuke vivnf schillinge geben ebd.
584,5;
her Walter von Pharila [...] von Mulberg grave Meinhart / unde anders ir gesellen vil Elis
357
3
modal ‘anders, auf andere Art und Weise’
ich enkan anders min leit / mit nichte gerechen Herb
13370;
dazn kunderm anders niht gesagen Iw
3890;
als die cristenheit sprichet. abir anders sprechint arabes MNat
14,8.
– präd.:
sint bran iz sere. / daz ist niht anders mere, / do sie die minne ane geswanc Herb
650;
und dâ ist wol ein werk anders dan daz ander Eckh
5: 210,13;
dirre înganc enist ûf ertrîche niht anders dan lûteriu abegescheidenheit ebd.
5: 428,7.
– in der Verbindung
~ danne
‘anders als’
daz iu daz niemen merken sol, / sprechet ir anders danne wol Iw
192;
planeten. die gant anders danne ander sternen MNat
2,12;
sô wirbe ich anders, danne ich sol Tr
139;
ouch swie mir an der vehte / iht anders danne wol geschiht ebd.
6163
4
mit negativen Bezugsgrößen ‘sonst’
wan ern mohte die schulde / ûf niemen anders gesagen Iw
3223;
driu hundert marc messinges / und anders keines dinges Tr
5948;
dar umbe muoz man sîn dâ gewar werden und anders niergen Eckh
5: 25,7;
dißer haßset mich sere durch uwern willen, und durch anders dheyn sach spricht er mich an Lanc
11,10.
– in der Wendung
~ niht (niu-)wan
‘(sonst) nichts außer’
wan kint kunnen anders niht / niwan weinen, alse in iht geschiht Tr
2485;
do enwaz iͤr schulde anders niht, wan das si Herodes sluc Konr
4,9;
ez erbarmet mich, daz si alle jehen, / daz ich anders niht wan kunne klagen MF:Reinm
25: 2,2.
13:1,3.
–
er ne waiz in anders neheine scult, / niewan si wâren einem chunige holt VAlex
725
5
‘andernfalls’
der sol alzestunt essen. anders der mage wirt zehant vol boser fuhtekeit MNat
8,8;
ûzriu werch muoz er tougen, / swer mit den inren ougen / erblicken wil daz wâre lieht, / anders triffet er sîn niht LvRegSyon
3713;
gerehtikait und parmherzikait, anders der sündær wær verlorn BdN
412,34;
merket daz ir uwere gerechtekeit icht tut vor den luten daz ir von en gepryset werdet. andirs uch wirt keyn lon von uwerem vatere EvBerl
19,17.
–
‘im Übrigen’
er hette zvcht vnde kraft, / volwassen vnde reine. / an daz alleine, / daz er was honsam [schmähsüchtig] , / anders was er lobesam Herb
3000
MWB 1 212,35; Bearbeiter: Diehl
andersît
Adv., Präp.
auch andersîte, andersîten; häufig korrelierend mit einsît, einhalben (vgl. enandersît).
1 Adv. 1.1 lokal ‘auf der anderen Seite (von zwei Seiten)’
1.2 direktional:
‘auf die andere Seite (von zwei Seiten)’
2 Präp. mit Gen. ‘jenseits, auf der anderen Seite’
1
Adv.
1.1
lokal ‘auf der anderen Seite (von zwei Seiten)’
vz pheif im daz blut, / einsit vnd andersit Herb
5453;
der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden daz weinplat auzscheuzt und ander seit die weinper BdN
351,13;
einsitt des wegs was groß gebrúch, und andersitt was ein starcker hage Lanc
322,25;
WüP
85,3.
– übertr.:
enswiu ich vermisse, / mir ist einhalp als andersît, / wan mîn tôt an der wâge lît UvZLanz
1777
1.2
direktional: –
‘auf die andere Seite (von zwei Seiten)’
gein dem rucke er in in stach, / durch den buch andersit Herb
13239;
Hestor [...] stach den [Ritter] der die frauwen hielt durch den arm und durch den lip biß andersytt uß Lanc
370,3.
–
‘von der anderen Seite’
do quam Emilius vnuerzaget / andersit im engein Herb
12951
2
Präp. mit Gen. ‘jenseits, auf der anderen Seite’
disesit der Gera [...] andersit der Gera UrkCorp (WMU)
1393,22;
diz geschach czu Betanie andir syt des Jordanis EvBerl
4,17
MWB 1 213,26; Bearbeiter: Diehl
anderstunt
Adv.
‘zum zweiten Mal, wieder’
die ê daz suochen heten lân, / die begunden suochen anderstunt Iw
1371;
swenn uns der touf wirt angeleit, / sô sîn wir anderstunt geborn RvEBarl
3215;
swer den ban eines enphæhet, der bedarf in anderstunt niht enphâhen SpdtL
165,9
MWB 1 213,48; Bearbeiter: Diehl
anders|wâ
Adv.
seit dem 14. Jh. auch anderswô, semantisch nicht zu scheiden von → anderswar.
1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort, an anderer Stelle’
2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
1
lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort, an anderer Stelle’
in Spanjenlant noch anderswâ / wart nie kein schœnerez erzogen Tr
6660;
in Oesterriche und anderswa / wil er behalden ie den pris Tannh
1,9;
weder hie noch anderswâ KvWHvK
637;
der swan was anderswâ al wîz, / wan snabel unde vüeze rabenvar Wh
386,14;
diu wurz, diu etswâ merretich haizt und anderswâ kren BdN
418,26;
dâ vindest dû wâren vride und niendert anderswâ Eckh
5: 197,5.
– häufig zum Verweis innerhalb von Texten ‘andernorts’
ouch hât gesprochen anderswâ / Jôhannes êwangelistâ RvEBarl
4443;
ich han din lof ouch anderwa geschriven MarlbRh
15,15;
als diu geschrift sagt in dem dritten puoch der künig und anderswâ BdN
349,2;
an disem buoche und ouch anderswâ Eckh
5: 60,6
2
direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
ritter unde vrouwen die giengen anderswâ [nach verschiedenen Seiten]
NibB
1671,2;
er sazte ouch bischofe dâ, und fuor er predigen anderswâ KvHeimHinv
90;
wolt ir des nicht, so muß ich yne anderswo furen Lanc
129,21
MWB 1 213,54; Bearbeiter: Diehl
anders|wâhër
Adv.
‘anderswoher’
dv sol an der hofstat weder teil noch gemein han an dem, so ich dar geben han alde anderswahar got dar gefvͦget het UrkCorp (WMU)
1871,3
MWB 1 214,14; Bearbeiter: Diehl
anders|wâhin
Adv.
‘anderswohin’
so tuͦt der mensche also ob er Gotte den rúcken oder den nack kere und spreche: ‘ich wil din nút, ich wil anderswo hin.’ Tauler
316,5
MWB 1 214,18; Bearbeiter: Diehl
anders|wannen
Adv.
‘von anderer Seite’
vmbe das guͦte, das wir ze lehen haben anderswannen danne von dem gotzhuse ze Costenze UrkCorp (WMU)
730AB,39;
dur sin eigen, das vnser vordern deme closter hent gen oder anderswannen ist gen ebd.
52,38
MWB 1 214,22; Bearbeiter: Diehl
anders|war
Adv.
semantisch nicht zu scheiden von → anderswâ
1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort’
2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
1
lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort’
mîn gewerbe ist anderswar, / ich gê dannân oder dar MF:Reinm
60: 3,6;
sô muose er ir spil sehen. / und sô daz niht mohte geschehen, / daz er lîhte was anderswar, / sô muose diu keiserinne dar Eracl
2845
2
direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
dô fuor der künec Karle dan / mit êren aber anderswar KvWSchwanr
1351;
sîn herze stuont niender anderswar / niuwan dâ er sî weste Iw
1720;
dar wil ich und niender anderswar. / kum ich dar, ez ist uns beiden frum KLD:UvL
42: 5,8;
als ich das nit me vertragen mag, so muß ich anderswar dar mich gott gewiset Lanc
41,20
MWB 1 214,28; Bearbeiter: Diehl
anders|wie
Adv.
‘auf andere Weise’
die vrowe duchte gar zu vil / der worte, die er ir gewuc, / wand si sie anderswie versluc [auffasste] / und sprach ‘nu seht der trugener’ Pass III
464,42;
sie durchsuchten gar daz gras, / ob sie indert vunden / [...] / ein zeichen von des esels tot. / do sich daz nindert in irbot, / sie dahten: im ist anderswie. / der esel ist niht gezzen hie Vät
27339
MWB 1 214,42; Bearbeiter: Diehl
anders|wô
Adv.
→ anders|wâ
MWB 1 214,50;
andert
Adv.
‘auf der anderen Seite’
sælig wære, der daz rat [der Fortuna] mit heil ûf træte. / vallet aber er andert nider, / er kumet kûme iemer mê hin wider SM:JvR
1: 13,11
MWB 1 214,51; Bearbeiter: Diehl |