ambetacker
stM.
‘Amtsacker (Acker als Besoldungsteil des Amtmanns)’
der amtaker, der widmaker, svͥmlich wingartaker vnd svͥmliche hofstete UrkCorp
N639,4.
ebd.
N795,28
MWB 1 196,35; Bearbeiter: Plate
ambetbruoder
stM.
‘Ordensbruder mit einem Amt’
swenne ein brûder urlobes bitet zu eime anderen ordene ze varene, ist er ein ambehtbrûder daz sal er ûfgeben StatDtOrd
60,25
MWB 1 196,39; Bearbeiter: Plate
ambetguot
stN.
‘zu einem Amt (hier: zu einer Kirche) gehörendes Gut’
so ist des gozhuses recht, daz elluͥ sin ampt guot mit enheinen voͤgten ze tuͤnne hat UrkAargau
2:1,656,2
(a. 1259)
MWB 1 196,43; Bearbeiter: Plate
ambethërre
swM.
‘mit einem Amt betrauter herre’
dinstlude unde ammetherren / [...] di ir solden raden / dinen unde minnen / alse eine furstinnen, / di ir frouwe were Elis
1111
MWB 1 196,47; Bearbeiter: Plate
ambethof
stM.
‘einem Amtmann übertragener Hof’
von dem ampet hove git man ime ain halp pfvnt vnde anderhalben mvtte waitzen UrbBayÄ
1563,a;
swer amptman ist, der hat von dem ampthof I. mvtt habern UrbBayS
4,84;
da selb ein amthof, der gilt als vil als ein ganzev hvͦb ebd.
4,84;
WeistGr
6,293
MWB 1 196,51; Bearbeiter: Plate
ambethûs
stN.
‘Dienst-, Arbeitsstätte’ (in allen Belegen für officina):
der cleine commendûr sal allen den ambehthûseren, des sî bedurfen, gewinnen unde ouch knehte nâch der brûdere râte, die in den ambehthûseren sint StatDtOrd
108,38.
71,21;
106,18;
übertr.:
aber daz ampthus, da wir disiu alliu [die guten Werke des geistlichen Lebens] vlizklih wrken suln, ist des klosters sperre [
officina vero ubi haec omnia diligienter operemur claustra sunt monasterii
]
BrAsb
4
MWB 1 196,58; Bearbeiter: Plate
ambetkür
stF.
‘Wahl in ein Amt’(?):
jr hohen vürsten, set iuch vür, / sit valsch die tür / erdrungen hat an rat, an ammetkür Frl
8:1,10
MWB 1 197,4; Bearbeiter: Plate
ambetlachen
stN.
‘das beim Tischdienst verwendete Tuch, Tischtuch’
causape: ambitlachin SummHeinr
2:110,99;
causape mensale: ambehtlachen ebd.
2:237,423
MWB 1 197,7; Bearbeiter: Plate
ambetlêhen
stN.
‘mit einem Amt oder einem Einzeldienst verbundenes Lehen’
daz sint deu amptlehen [
feuda officiorum
] , diu da gehoͤrent zuͦ suͦnenburch UrbSonnenb
109
MWB 1 197,11; Bearbeiter: Plate
ambetlich
Adj.
‘rechtmäßig’ (?):
diu erste [Art von Hochzeit] diu heizet ain amptlichiu alder ain unmuͤzegiu brûtloͮuft PrSchw
2,17
MWB 1 197,15; Bearbeiter: Plate
ambetlîn
stN.
‘kleines Amt, kleine Aufgabe’
daz himelreich ist recht genozz / einem reichen fursten grozz. / da hat er ein groz schar / hoff gesint uͤber jar, / ritter, chnecht, hantwercher, / da vil von zu reden waͤr. / so gar maniger muez da sein / daz ieder man sein amplein sunderleich muez verbesen [versehen] , / wil er pey dem hoff genesen Teichn
157,8
MWB 1 197,18; Bearbeiter: Plate
ambetliute
stSubst.
Pl. zu ambetman.
‘Dienstleute’ in Stellungen jeder Art, vom Tischdienst bis zu den obersten Hofämtern. –
da wart uil dienstis irbotin / den wol getanin vrouwin. / die ammichtlut irzouwin [beeilten sich] / die ir ware da namin Athis
C* 162;
des küneges ambetliute die hiezen über al / mit gesidele rihten palas unde sal / gegen den lieben gesten, die in dâ solden komen NibB
1505,1;
der dienestman und der vrîe, / marschalke, al die ambetliute, / ich bevilh iu allen hiute / den marhgrâven an mîner stat Wh
211,19;
daz dikein brûder dekeinen kneht [...] immer geturre geslahen âne die ambehtlûte, die ir undertânen durch bezzerunge willen [...] zuhtegen mugen underwîlen StatDtOrd
53,20;
nu sont ir merken zwaiger hand lút in dem closter [...] die ersten sint die amptlúte, die mit arbaiten umb gant [...] die andern lúte in den cloͤsteren sint die contemplierend PrGeorg
315,5;
der stiffte zu Wirtzburg hausgenozzen, amptleuͦt, dyͤner WüP
104,11;
als ein werkmeister der vil junger und amtlúte under im hat, die wúrkent alle nach der anwisunge des meisters Tauler
158,10;
das land er besaczt / mit fursten und mit richtern, / mit ampleutten und mit phlegern Seifrit
4007;
die geitigen amtläut, rihter, scherigen und ander abreizer, die nümmer vol werdent BdN
232,16
MWB 1 197,26; Bearbeiter: Plate
ambetman
stM.
auch amman; Pl. selten amtman, -manne, -mannen, dafür meist
ambetliute
, vgl. WMU 1,76. –
‘Amtmann, Inhaber oder Verwalter eines Amtes’ (in fürstl., geistl., städt. oder dörfl. Diensten, in einer Klostergemeinschaft; auch für Reichsministerialen, s. unten
Wh
212,6
); vgl. die differenzierte Gebrauchsbeschreibung im WMU 1,76-78 für das UrkCorp (600 Belege).
– allgemein:
unlangez zît hine chom ê in sîn hêrre [Potiphar den Joseph] sazte ze ambtman. / al daz er hête daz bevalh er zuo sîner gewelte Gen
1848;
do es spat wart, do sprach der wirt zuͦ sinem amman: ‘ez ist zit, lon den werchluͤten’ PrOberalt
48,27;
die vürsten [...] niht verdrôz, / sine spræchen, einem ir genôz, / dem wæren si gerner undertân / denne deheinem des küniges ambetman. / ein marschalc solde vuoter geben [...]
Wh
212,6;
swelich meister wol bechennen chan / sinen ungetriwen amt man, / nimt er im danne daz amt niht, / so sint si beide got enwiht StrKD
80,178;
jager unde valkener, / des küniges amptman, dirre und der, / die huoben ûf die strâze sich HvFreibTr
4362;
ein gebot wart vz getragen / von deme keyser Augusto, / daz alle die werlt solde also / beschriben werden. vnd geschach, / daz man von erst beschriben sach / von Cyrino dem ambetman [
praeses
] , / vnd es in Syria began EvStPaul
5850;
die schar, der ambetman [
tribunus
] da zu / vnd auch der iuden diener nu / Ihesum gefingen vnd bunden ebd.
14108.
– speziell für den Gerichtsdiener, Büttel:
[Gefangene] sol der vogt antwuͤrten dem scholteisen, der schuͦlteizze den ammannen, die amman dem stokwerten UrkBasel(S)
11,13;
den antwuͦrtet der selbe richtere [Christus] sinem ammanne, dem tuͦvele. dem lezit er die gewalt ober die suͦndere. waz tut in danne der amman? [...] er wirfet sie in den kerker PrLpz
385,14. 15
MWB 1 197,53; Bearbeiter: Plate
ambetsâʒe
swM.
‘Amtssasse’, Bewohner eines Amtsbezirks, Amtsuntertan:
diß ordnung ist ergangen [...] mit wüssen gemeiner amptsässen DRW
1,587
(Argovia; a. 1313)
MWB 1 198,26; Bearbeiter: Plate
ambôʒ
stM.
→ anebôʒ
MWB 1 198,30;
ambra
stM.
→
amber
MWB 1 198,31;
ambrosier
M.
‘lombardische Münzsorte mit Bild des hl. Ambrosius’
guldin, turney, ambrosier, crúcer, costentzer und haller DRW
1,537
(ZürichStB; a. 1343)
MWB 1 198,32; Bearbeiter: Plate
âme
F.
‘Eichung, Prüfung der Aufnahmekapazität eines Behältnisses für Flüssigkeiten (vor allem Wein) nach dem Ohmmaß’ (vgl.
âmen
swV.):
swaz ein gast [...] geschirr mit trinchen oder mit hoͤnig hie laet auf die eych und auf die âm und dez nicht vodert ze âm inner iarsvrist StRMünch
365,12.
364,7
MWB 1 198,36; Bearbeiter: Plate
âme
swM. stF.
‘Ohm’, Maßeinheit für Flüssigkeiten, insbesondere für Wein:
sein müest ein ris haben frist, / ob er erheben solde / disen chopf von golde / mit stein so gewæhet, / vnd der mit staten væhet / claretes einen amen Krone
1250;
vnd dar zvͦ sol man wissen me, das wir dem vor genemten abbete von Tennibach vnd der semenvnge gaben enen amen geltes wisses wines ze Gergen vmbe enen amen geltes wisses wines ze Amoltern UrkCorp
281,40;
ovch hoͤret ze dem meiertvͦme der ame wines den men git von den zveien mat akeren imme Slangenbach ebd.
N818,37;
jnde so we dat [...] niet stede enhilde, de sal eine ame wijns geven dieser bruͦderscheffe ebd.
53,42.
–
‘Messgefäß auf der Grundlage des Ohmmaßes’
ez sol auch kein winmezzer dekeinen win mit einander geben mit der ome ane pfant WüP
18,7.
– Phras.: mit vollem âmen
‘in vollem Maße’
wie er fûr in werdicheit, / waz er prîses ie erstreit / dâ ist ein bûch von gemacht / und zu nutzer rede brâht, / wie er gap mit vollem âmen Kreuzf
1029;
vgl.
mit voller âme Neidh
SL 9:3,5
(Konjektur)
MWB 1 198,43; Bearbeiter: Plate
âmehte
Adj.
‘kraftlos, schwach’
der ysensmit hat gearbeit mit der vile obir der glut [...] der wirt hungeric und amecht. trinket er nicht wazzer, so lecht er Cranc
Jes 44,12
MWB 1 199,1; Bearbeiter: Plate
âmehtec
Adj.
1
‘schwach’
2
‘ohnmächtig’
1
‘schwach’
ez tet dem wallære nôt: / er ist âmehtic unde cranc / und viel âne sînen danc Tr
15605;
di selege unde di wise / amehtec von der vaste / neigete sich zu raste / in ir Isendrute schoz Elis
5210;
ir was niht wê, / und wart ir herze doch nie mê / sô swær und sô ânmehtic [von minneclîcher swære
]
Reinfr
1403;
übertr.:
Maximiân der keiser, / âmehtic unde heiser [schwach] / an kristenlicher sælekeit KvWPant
1024
2
‘ohnmächtig’
do worchte an ir des herzen schric / daz sie ammechtic nider seic Hester
1185;
da viel ez [das Kind] nider und wart onmehtig. da ez doch wider zu im selber kom [...]
EbnerChrist
8,6;
omehtig ebd.
8,10;
sô habent si [Früchte des citrullus
] die güet an in, wenn man si den âmechtigen für die nasen habt, sô koment si wider zuo in selben und beginnent reden BdN
391,12.
– Vgl.
unmehtec
MWB 1 199,5; Bearbeiter: Plate
âmehtecheit
stF.
‘körperliche Schwäche’
eme is vnder deme nabel we. js et von den wormen, so lidet her amechtichet vnde crymmet en sere in deme lyue OvBaierl
43,17.
–
‘Schwachheit, Geringheit’
der tohter [...] von Syon, diu sich hât geleit / in geistlich âmehtikeit LvRegSyon
597;
wie unsers herren almehtikeit / in einer sô swachen âmehtikeit / einer jungen meide sich liez besliezen Renner
10982.
– als Haltung: ‘Ergebenheit’
do dú sele die zwene engel an sach, o, wie sere si in diemuͤtiger amehtikeit erscrak, und leite sich uf die fuͤsse únsers herren und dankete im Mechth
4: 2,34
MWB 1 199,23; Bearbeiter: Plate
âmehteclîchen
Adv.
‘ohnmächtig’
âmehteclichen seic er nider, / als im geswunden wære KvWTroj
27246;
dô seic er nider unde viel / âmähteclichen ûf den sant. / von herzen sorgen im geswant / nâch ein ander drîstunt KvWPart
9241.
20611.
–
‘ergeben’
do si horte wes her jach, / di vrouwe omechticlichen sprach: / waz her hat an mir irsen, / daz muz allez vollengen, / her kom zu mir eine stunde / und kusse mich mit sinem munde Brun
397
MWB 1 199,36; Bearbeiter: Plate
âmeiren
swV.
‘verliebt sein’ (aus afrz. amer):
si [Brangæne] muote ir beider ungemach, / wan si si zallen zîten sach / ameiren unde amûren, / siuften unde trûren, / trahten und pansieren, / ir varwe wandelieren Tr
12065;
ameirend unde amûrende ebd.
14910
MWB 1 199,45; Bearbeiter: Plate
âmeiʒe
swFM.
anbeis
Seuse
388,8. 469,12.
‘Ameise’
Phisiologus zellit daz diu ameize driu geslâhte [Eigenschaften] habe. daz ist ir erist geslahte. so si uz ir neste gent so gent si alle in antreite [geordneter Reihe] unte tragint daz chorn zeloche. bigaginent in andere ameizen. sin nement in des chornes nieht JPhys
17,1;
die ameyzen begonden klagen / vnd iren grozen schaden sagen ReinFu
K,1267;
des wart der ameyz harte vro, / ze walde hvb er sich do ebd.
K,2065
u.ö. (stets M.);
nim die maden, die die âmeizen tragent, unde mule si in einem morser Barth
144,27;
minne gerende gelust / kunde ir lîp vil wol gereizen. / irn gesâht nie âmeizen, / diu bezzers gelenkes pflac, / dan si was dâ der gürtel lac Parz
410,2;
ein süeziu magt [...] als ein âmeize gelenket ebd.
806,26;
wê der wîse, die wir mit den grillen sungen, / dô wir uns solten warnen gegen des kalten winters zît, / daz wir vil tumben mit der âmeizen niht rungen [nicht für den Winter Vorsorge trafen wie die Ameise]
Walth
13,28;
dem âmeizen sult ir iuch gelîchen [...] der âmeize der gedenket alliu jâr für, ie wes er den winter sülle leben PrBerth
1:561,22. 23;
daz dritte ist dar an ir iuch der âmeizen gelîchen sült: diu âmeize treit guot dinc und edelez ze hûfen ebd.
1:562,26;
ir lîp was voller blâtern / und ungefüeger eizen, / fliegen unde âmeizen / ein wunder drinne sâzen KvWWelt
224;
von der amaizen. formica haizt ain amaiz. diu smeckt [hat Geruchssinn] sam ain hunt oder ain mensch, iedoch niht sô ganz und sô wol, sam Aristotiles spricht BdN
301,15;
der liehte himel machet die anbeis kriechen und den geswinden hirtz loͮffen und den wilden valken vliegen Seuse
469,12.
388,8
MWB 1 199,51; Bearbeiter: Plate |