alwaltende
Part-Adj.
‘alles beherrschend, allmächtig’
nu hilf mir, alwaltintir got ÄJud
195.
200;
des enphi zu siner hende / der al waltente herre / ir uil raine sele Rol
5967;
herre, alwaltender christ, / in dîner hant beslozzen ist / dirre werlde umberinc, / himel und elliu diu dinc / diu dar inne sint bevangen KvHeimHinv
873
MWB 1 190,63; Bearbeiter: Tao
alwære
Adj.
auch albære.
1
‘schlicht, einfältig, dumm’
2
‘seltsam’
1
‘schlicht, einfältig, dumm’
er were / weizgot niht alwere, / swer sich behvͤtete ze aller zit ReinFu
K,168;
ouch ist ez alwære, / swer saget, daz Tristan ûf daz mer / nâch wâne schiffete mit her Tr
8616;
diz was diu alwære, / diu herzelôse blintheit ebd.
17738;
er ist vil alwære, / git er in sin guͦt vergebene StrKD
161,382.
58,II 174.
–
einveltic und ~
:
durch di libe unserez herren machte si sich einveldich und alewere und hielt ir swigen und liz al unnuze wort ungesprochen HlReg
60,22;
StrAmis
1319.
–
alber und guot
TvKulm
4159.
alber und gerecht
ebd.
4170
2
‘seltsam’
under andern dingen / lât iu ze liehte bringen / einen albæren sit, / der dem meister wonte mit Ottok
39142;
seltsæmer mære / unde albær wort / man vil von im hôrt ebd.
67427
MWB 1 191,6; Bearbeiter: Tao
alwære
stF.
‘Torheit’
ob ez [Sündenfall] niht wære geschehen von ir [Evas] alwære GenM
16,15;
sumelich uerleitot div ubirmuͦt, / si wolden sich uermæren / mit grozzer alwære / in die werlde wite ebd.
32,15
MWB 1 191,22; Bearbeiter: Tao
alwærekeit
stF.
‘Einfalt, Naivität’
dô lachte di reine, / dô si hatte wol gehort / sîne kintlîche wort / unde sîne alwêrekeit, / daz sô grôze tumpheit / an den schûler was gewant Klausner
694
MWB 1 191,27; Bearbeiter: Tao
alwëc
Adv.
→ allewëc
MWB 1 191,31;
alwegent
Adv.
→ allewëc
MWB 1 191,32;
alweltec
Adj.
→ alwaltec
MWB 1 191,33;
alz
Adv.
→ alles
MWB 1 191,34;
alz
swM.
aus lat. alcio, alcyon, alcedo.
‘Eisvogel’
von dem alzen. alcio ist ain klainer vogel [...]. der vogel legt sein air winterszeiten in den sant BdN
171,29;
sô nun der vogel seineu air hât gelegt [...], sô wirt daz mer gesänftigt [...], unz der alz seineu air geprüett ebd.
172,5;
die schefläut [...] haizent die vierzehen tag [die der Eisvogel für das Brüten und die Aufzucht braucht] der alzen tag ebd.
172,12.
– s.a.
îsvogel
MWB 1 191,35; Bearbeiter: Tao
alzane
Adv.
auch alzen
PrüllS
1,12;
Zusammenrückung von alleʒ ane.
1
‘immer, immer noch, fortwährend’
2
‘jetzt, nun, eben’
1
‘immer, immer noch, fortwährend’
ích tûon sîn îedoch sélbo álliz ána uuára Will
146,3
u.ö.;
mit mageden den jungen, / die mit sante Marien alzane sint in frouden Gen
427;
wan nieman weiz die zal [der Wunder] , / diu in der werlde überal / got durh den heiligen man / getân hât und tuot allezan LvRegFr
4811;
dir erste grad dir diemvͦti [...] ist daz. daz er fursichan gottis forchte vor sinen ogon heige. vnde er niemer virgessce. vnde er alzan gedenche was got gebottin het BrEng
7
u.ö.
2
‘jetzt, nun, eben’
Sŷmon, bistû der wâre got? / nû sprich, dû hêre wîssage, / waz ih in der hant habe, / ode wes gedenche ih mir alzan? / nekanstû mir des niht rehte gesagen, / sô bist dû ein unwerder got Kchr
2539;
so er allezan irtrinket, do sprach er an unser frowen mettin den uers: ave Maria, gratia plena PrHoff
92,16;
sage vil balde mir din art / oder du verst des todes vart / alles an von mime swerte Rennew
8513;
Mantel
815;
EnikFb
4117
MWB 1 191,44; Bearbeiter: Tao
al|ze
Adv.
verstärktes ze, zuo (Adv.), vor Adj. und Adv. ‘in zu hohem Grade, übermäßig’
do geroͮ si [Adam und Eva] alze spate ir missetate GenM
15,5;
ich lobet in leider alze vruo: / ich wânde er kunde lônen baz Iw
4194;
der rede der würde alze vil, / ob ich ez allez wolte / ergründen Tr
6566;
Lilie
61,7;
Mechth
2:2,19;
WernhMl
5812.
–
‘überaus, sehr’
dô lîfen ime inkegin zwêne di die tûfele hatten, von den greberen, di gîngen ûz alzuͦ grimmeclîche, alsô daz nîmant mochte gên durch jenen wec EvBeh
Mt 8,28.
Mc 9,2;
merket diz wort: ‘got minnet’, und ist mir gar ein grôz lôn und alze grôz, ob wir des begern sölten, als ich mê gesprochen hân, daz mich got minnet Eckh
2:285,8;
und gab unser herre ein al ze merklich glichnisse Tauler
358,27
MWB 1 192,1; Bearbeiter: Tao
al|zît
Adv.
auch all(e)zît.
‘immer, jederzeit’
in enkvnde dehein swere / vbergen noch leit, / er enwere allezit gemeit Herb
3052;
uch ducht das ir allczyt zu wenig gebent Lanc
62,24;
richtum sol haben alzit niur ein milten mut Frl
9:8,3;
swaz unser vrouwe klagete, und ander rede, die si tete, sô stuont doch alzît ir inwendicheit in einer unbewegelîchen abegescheidenheit Eckh
5: 422,6;
der hat gedinet strange / gar williclich und lang / mit truwen einer juncfrawen / und liez sich allzit schawen / durch iren willen, wo er mocht Minneb
3898;
diu slang läuft allzeit mit offem mund BdN
276,7
u.ö.
MWB 1 192,17; Bearbeiter: Tao
al|zoges
Adv.
‘durchaus, völlig; fortwährend, stets’
daz ist alzoges wâr Gen
2435;
AvaLJ
41,1;
VMos
43,8;
also warn die einlef pôtin, die wârn rein uor allin hoͮpthaftin suntin unde wârn iedoch niht alzogis âne sunte antlazliche Spec
52,26;
er was ain furste mare, / alzoges ain hubiscare Rol
5634;
da ist daz ewige leben, daz ist uns alzoges gegeben AvaJG
33,1;
an dir [Gott] stet alzos din uolleist Litan
1340;
won daz mag nit sin daz ich ain ieglich mentsch alwegent [La. alzogis
] mugi minnen alz mich selben PrGeorg
173,3
MWB 1 192,30; Bearbeiter: Tao
al|zuges
Adv.
‘durchaus, völlig’ (oder ‘sogleich’?):
ich wil och mere raten dir: / ob si von erst dins herzen gir, / din botschaft vnd din brievelin / alzuges nach dem willen din / niht endeliche maine, / noch sich zuͦ dir veraine, / dar vmbe la doch abe niht JvKonstanz
978.
–
‘mit beständigen Ruderschlägen’?
als er in daz schif kam, / dô hiez er den schifman / al zuges [
alle zuͦge Hs., verschr. für alzuges oder alzoges? vgl. Anm.z.St.] die strâzen / durch guot geverte lâzen / und varen durch die wîte / über velt ze aller zîte Craun
743
MWB 1 192,41; Bearbeiter: Tao
alzurn
M.?
‘Wein aus Auxerre’ (Suolahti 1,48 mit Bezug auf Scholls Text):
‘wa moht daz claret sein’, / sprach Key, ‘daz man so verzert / al zürn, vnd der kipper [
Alzurn u. k. Scholl] wert? [...]’ Krone
1982;
Knapp/Niesner z.St.: „(Der Gewürzwein), den man so in großen Humpen (z‘ürn = z‘ürnen) völlig wegsoff” (vgl.
ürn
stF.)
MWB 1 192,52; Bearbeiter: Plate
âmaht
stF.
auch ômaht, ânmaht, ônmaht;
vgl.
unmaht
stF.
1
‘Schwäche’
2
‘Ohnmacht’
1
‘Schwäche’
der tôt begunde in rouben / muotes sinne krefte gar, / er wart bleich und tôtvar / von âmaht. er wolde dan RvEAlex
21263;
ich siͤn din dürren licham sigen, / van grozer amacht ’t houvet nigen MarlbRh
31,16;
sît dem kunic wart kunt / sînes lîbes âmaht Ottok
39290;
Meleagant het viel blutes verlorn, und das wetter was sere heiß, so das im der arm begunde sere schwere werden vor amehten, und begunde entwichen vor Lancelots slegen Lanc
633,33;
des herzen ômaht BdN
151,19;
ez vertreibt auch den swindel und die âmaht, diu von hitz kümt ebd.
340,9;
wider der prust âmacht, diu cardiaca haizt ebd.
362,21;
wider die âmaht, diu von der pœsen fäuhten kümt, diu melancolia haizt ebd.
466,3
2
‘Ohnmacht’
da viel sie zuhant in amacht vor großen freuden Lanc
44,14;
er vil dick in onmacht, und als er dann wiedder zu im selber kam, so macht er großen jamer ebd.
61,26;
lattwarien traget her / die zu der ämecht ist güt HvNstAp
2708;
er lag den tag und di nacht / an synne und in an macht ebd.
9478;
etleich ômacht und des menschen enzucken sint dem slâf geleich BdN
9,7;
wider des menschen âmaht, diu ze latein syncopis haizt ebd.
392,15;
Seuse
143,6;
Stagel
97,29
MWB 1 192,59; Bearbeiter: Plate
amandin
Subst.
ein Edelstein:
von dem amandin. amandinus [...] der stain erlescht all vergift und macht den menschen sighaft wider all sein veint und macht ainen guoten bedäuter und auzlegær der treum BdN
435,28;
amandius HvNstAp
18147
MWB 1 193,21; Bearbeiter: Plate
amante
Subst.
ein Edelstein:
von dem amanten. amantes ist ain edel stain [...], der geleicht ainer weizen kreiden. wer ain seidein gewant dâ mit durchstreicht, dem schadet daz feur niht BdN
434,24
MWB 1 193,26; Bearbeiter: Plate
amâritân
M.
ein Edelstein:
ein edelstein, der ist geheißen amaritan, / wer mit dem steine wat sidin bestrichet, / wie guft der flammen reifet umb die selben wat, / in glüte not das kleit doch unverseret stat Mügeln
54,2
MWB 1 193,31; Bearbeiter: Plate
âmât
stN.
‘Ohmet, Gras des zweiten Schnittes’ (vgl.
üemet
):
cremium: spach vel amad SummHeinr
1:195,304
u.ö.;
ita quod toto foeno recepto medietas tamen huius, quod vulgari vocabulo amat nuncupatur, tantum cedet eis UrkWürtt
9,313
(a. 1289)
MWB 1 193,36; Bearbeiter: Plate
amatiste
swM.
→
ametiste
MWB 1 193,42;
amazônes
F.
nur im Pl.
‘die Amazonen’
und hiez briebe scrîben / zô den urlûges wîben, / di sîn Amazones genant, / Amazonia hîz ir lant SAlex
6471;
swelich man queme in ir lant, / die wip erslugen in zv hant. / Amazones heizzent die wip Herb
14322.
14490.
14593;
uf den berge sint wip, die heizent amasones. die vehtint alse die rittere Lucid
31,6;
KvWTroj
15199;
die frawen haizent amazones und die reitent in den wâpen BdN
492,31;
der manne pain sint sterker wan der frawen pain, ân allain an den frawen, die Amazône haizent ebd.
22,12.
MWB 1 193,43; Bearbeiter: Plate
amazônienlant
stN.
‘Land der Amazonen’
die frowen amazones / von amazonien lande Herb
14491
MWB 1 193,55; Bearbeiter: Plate
amaʒûr
stM.
Formen mit -zz-/-ss- und -iur bei Vorderstemann, Fremdw., S. 31-33; aus arab. almansur über afrz. aumacor. –
In der Chanson de geste-Tradition Bezeichnung für einen hohen orientalischen Fürsten (ähnlich wie amiral / emeral und eskelîr, mit denen er häufig zusammen genannt wird); mhd. zuerst im Wh (oft), dann in der Wolfram-Nachfolge des 13. Jh.s ( Georg , JTit , TürlArabel , Loheng , UvEtzWh ), zuletzt in HvNstAp ; vgl. Suolahti 1,49; Rosenqvist 1,71; Vorderstemann a.a.O. –
die den hœhisten prîs / heten mit krefte und mit art / [...] die nenne ich iu vür unbetrogen, / künege und herzogen / und etlîchen amazzûr Wh
26,21;
an disem râte maneger saz, / eskelîere und emerâle, / amazûre al zemâle, / und die hœhsten künege über al daz her ebd.
339,18;
das ich inneleiche / die chost halbe geraitten mag / die an dem mantell alle lag. / der was pla als ain lasür: / von Babilon der amasür / hett pey allen seinen tagen / so reiches mantel nye getragen HvNstAp
554;
amasewr [: abentewer
]
ebd.
628
MWB 1 193,57; Bearbeiter: Plate
ambahtære
stM.
‘Diener (bei Tisch)’
sin muͦter [...] / seit do den truhsassen: / ‘tuͦt swaz ir in úch hoͤrent sagen!’ / [...] do Jesus den bresten sach, / er zuͦ den ambachteren sprach / die sich da fúr in stelten: / ‘fúllent wassers die gelten [Krüge] !’ / die diener, sam er in beval, / die gelten fultentz úber al SHort
5500;
Marîa [...] sprach ze dien ambähtern sus: / ‘tuont, swaz iuch heize Jêsus!’ / [...] Jêsus, ze dien schenken er sprach [...]
WvRh
7628
MWB 1 194,14; Bearbeiter: Plate |