a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
abe phlücken
swV.
‘ etw. abpflücken’
dirre [Prophet Amos] bedutet sich der abgezogene oder der abgephlickete [Namensetymologie nach lat. avulsus
]
Cranc
Vorr. Am 321,22
MWB 1 47,26; Bearbeiter: Tao
abe plundern
swV.
‘jmdm. etw. rauben’
sie hat mir ab geblundert / min freude, daz mich halt wundert, / wie ich sy so veraffet Minneb
2319
MWB 1 47,30; Bearbeiter: Tao
abe predigen
swV.
‘wegpredigen’
dar umbe enlâz dir dînen got niht abesprechen noch predigen Eckh
5: 264,6
MWB 1 47,33; Bearbeiter: Tao
abe prëssen
swV.
‘auspressen’, bildl.:
alle ire bosheit muze eynin ingang habin vor dich [vor Dein Angesicht gelangen] und presse sy [Sünder] ab, als du mich abgepressit hast [
vindemia eos, sicut vindemiasti me
] durch minir bosheit Cranc
Kl. Jer 1,22
MWB 1 47,36; Bearbeiter: Tao
aber
Adv., Konj.;
auch abo ( Will ), abe; frühmhd. überwiegend aver, ave (ausführlich zu Bedeutung und Gebrauch auch im Mhd. s. 2DWB 1,175-194).
1 Adv. 1.1
‘wieder, wiederum, noch einmal, von neuem’
1.2 häufig aber mit einem Verbum des Sagens, meist aber sprechen
‘wieder sprechen, antworten, entgegnen’
2 Konj. adversativ, restriktiv und kopulativ, kann an der Spitze, enklitisch am Satzanfang (Zweitstellung), im Innern oder am Ende eines Satzes oder Satzgliedes stehen (dazu s. AWB 1,706 und hier unter
2.1
). 2.1 adversativ ‘aber, jedoch, dagegen’ ; an der Satzspitze 2.2 restriktiv ‘aber, (je)doch, allein, nur’
2.3 kopulativ ‘und, auch, und auch; nun, nämlich; schließlich’
1
Adv.
1.1
‘wieder, wiederum, noch einmal, von neuem’
ích hábon mîne fûoze geduágan. scál íh sîe ábo beuuellan? Will
78,3;
Adam aver einen sun gewan Gen
661.
1344.
1361;
ob er [Jesus] von in [Juden] ersturbe, daz er aver lebentich wurde AvaLJ
136,7;
soldich immer schande han. / ich moz abir widir gan Roth
2088.
2304.
2543;
ähnl.
VAlex
950;
Herb
14369;
Tr
15112;
Parz
137,11
u.ö;
des muosen liehtiu ougen / aver nazzen MF:Wolfr
1: 1,6;
sus wart aber der grâl verlorn Parz
442,30.
–
daz ich zuo dem brunnen var / und gieze dar und aber dar Iw
7796;
die stat er ime dô nennen bat / aber und aber Tr
3831.
13544;
vrouwe Îsôt und aber Îsôt ebd.
10326.
11507;
mêre und aber mêre RvEBarl
5300.
11950;
nâher unde nâher baz und aber baz KLD:UvL
14: 3,8.
–
ez lâgen thûsint unt aver thûsint VAlex
939.
–
et (eht)/ot aber:
ich muoz eht aber [eben noch einmal] die nôt bestân, / als ich vil dicke hân getân Iw
2469;
von ir ansehen min lip erschrac, / daz ich et aber swigens pflac UvLFrd
125,6.
109,8.
130,1;
NibB
2106,3.
2131,2
1.2
häufig aber mit einem Verbum des Sagens, meist aber sprechen
‘wieder sprechen, antworten, entgegnen’
duo sprach ave got Gen
292.
1456;
ÄJud
133;
JPhys
8,23.
21,1
u.ö.;
PrOberalt
90,2.
91,3
u.ö.;
Iw
1819.
4022
u.ö.;
Tr
753.
2785
u.ö.
2
Konj. adversativ, restriktiv und kopulativ, kann an der Spitze, enklitisch am Satzanfang (Zweitstellung), im Innern oder am Ende eines Satzes oder Satzgliedes stehen (dazu s. AWB 1,706 und hier unter
2.1
).
2.1
adversativ ‘aber, jedoch, dagegen’; an der Satzspitze:
nu sínt ándere ęcclesię uóne mir disseminatę [...] ábe dîe êresten ęcclesiam dîu ze Ierusalem gepflánzot uuárt. dîe ne / móht íh da behában Will
12,5;
[die dem Teufel Verfallenen] werdent ir fianten gegeben ze gewalte. wante si habent uohin teil an in. aue der himiliske chunig mendit mit sinen engelen JPhys
15,15.
24,14;
Spec
99,32;
[zwei Engel] fuͦrten sin heiligiu sele in die ewigen genaden. auer sin heiliger lichnam wart mit grozen eren bestat Konr
7,45;
‘ [...] wizzet ir war dô sîn vart / wurde? des bewîset mich.’ / er sprach ‘vrouwe, nein ich, / [...]. / aber ûf ten wec den er dâ reit, / dar wîs ich iuch [...] ’ Iw
5862;
Lanc
8,1.
93,13;
Eckh
5:60,22.
– enklitisch am Satzanfang:
der wol worehte, der enphienge daz ewige lôn; der auer ubele wrchet, der wirt geworfen in den ewigen charchære Spec
133,21;
die ime [dem Antichrist] denne gevolgent, got si erbelgent; / die ave an dem geloube gestênt, vile wole der ding ergêt Gen
2875;
ir einer wart dâ erslagen: / dern mohte niht dâ von gesagen: / der aber den sige dâ gewan, / der was ein sô hövesch man, / er hete ungerne geseit / [...] von sîner manheit [...]
Iw
1039;
verstôze wir an eime trite [verfehlen wir den Weg zur Minnegrotte] , / wirn komen niemer mêre / ze guoter widerkêre. / swer aber sô sælic mac gesîn, / daz er zer wilde kumet hin în, / der selbe hât sîn arbeit / vil sæleclîchen an geleit Tr
17091.
– im Satzinnern:
lex dîu quît [...] dú quídes ábo in dînemo euangelio Will
7,6.
– Konditionalsätze mit Spitzenstellung des Verbs (häufig in Rechtstexten):
so diu den man gésíhet nákédan so flûhet siu ín. gesíhet siu in áber giuuâtoten so springét sí annen in ÄPhys
11,22;
ähnl.
JPhys
11,33;
envar ich nicht, so chuͤmet eu der hilig geist nicht. var aver ich, so sent ich iu den hiligen geist PrOberalt
97,24
Mühlh
97,1.
99,12.
101,4
u.ö.;
SpdtL
88,9.
123,9.
225,6;
öfter in der Verbindung ist/sî/wære aber (daz):
Spec
50,17.
132,4.
139,5;
Roth
1803;
Rol
152;
MF:Reinm
13:2,5.
27:4,1;
Tr
1002.
6099;
Wig
6049.
7239;
Mühlh
98,7.
99,22
u.ö.;
PrBerthKl
2,62;
Eckh
5:13,14.
5:111,15.
5:230,10.
– Anknüpfung eines Satz(glied)teils mit unde aber bzw. unde ... aber:
álse der háls dáz ézzan ín tréget. unte ábo dîe stímma ûz Will
58,9.
49,4;
[...] daz sîe dîna geséllen sîn. unte sínt ábo dîna uîende ebd.
13,11
2.2
restriktiv ‘aber, (je)doch, allein, nur’
disiu dinch uernement geistliche lîute wole. die aue ungeloubich sint. die nemugin iz uernemen JPhys
17,31;
vil salich bistu, Thomas, wande du mich gesehen hast. / ave di sint vil saliger die mich geloubent unde mich niene gesahen AvaLJ
184,5;
‘himel und erde vervarnt’, spricht unser herre, ‘aver mineu wort die vervarnt nicht.’ PrOberalt
12,5;
der iu mære bringet, daz bin ich. / [...] ich wil aber miete Walth
56,18;
Tr
5235;
Eckh
5:253,6
2.3
kopulativ ‘und, auch, und auch; nun, nämlich; schließlich’
dîe sûle da der dísk ûffe lág. dîe uuâron sílberin. ábo dîu líneberga. dîu uuas gúldin Will
52,3.
65,5;
uuîn trûbo uóne Cypro. in den uuîngarton Engaddí. in Cypro. da sint édele rébon [...] Engaddí ist áber êin stát. da der uuássent arbusculę ebd.
21,4;
die sich flizzent daz si die guten rede [...] ze sammen lesent, daz aver ander die minner gelert sint da von gebezzert werden PrOberalt
9,3.
37,14.
109,10;
dâ stât ein capelle bî: / diu ist schœne und aber cleine Iw
567;
dô gôz si daz wazzer nâch, / sanfte, und aber mêre Parz
576,17;
der [Marke] hæte dô ze sîner hant / Curnewal und Engelant. / Curnwal was aber sîn erbe dô Tr
427;
die dâ wâren / von sinnen oder von jâren / oder aber von in beiden / betrehtic unde bescheiden ebd.
5749
u.ö.;
wol im, der denket, waz er was / und ist und aber schiere wirt! SM:UvS
35: 2,2;
noch ist aber ein anderz, daz den menschen trœsten sol Eckh
5: 17,1.
5:16,14.
5:26,16
u.ö.
MWB 1 47,42; Bearbeiter: Gärtner
âber
Adj.
‘warm, milde’
der vierde heizit waltwint oder aberer wint, zephirus, von occidente MNat
10,3.
– Vgl. 2DWB 3,126 s.v. aper
MWB 1 49,24; Bearbeiter: Tao
æber
stN. (?)
zu âber Adj.
‘schneefreie Stelle’
ez wære æber oder snê, / dem wilde tet sîn schiezen wê Parz
120,5
MWB 1 49,27; Bearbeiter: Tao
abe raffen
swV.
→ abe ereffen
MWB 1 49,30;
aber|âhte, über|æhte
stF.
vberæchte SpdtL(E)
Ldr 261
(vgl. auch
übere [obere] âchte SSp(W)
3:34,3 )
geht auf umdeutende Übertragung von mnd. overachte
(
SSp(E)
Ldr 3:34,3 )
ins Hd. zurück, da nd. over sowohl aber als auch über oder ober heißen kann (vgl. DRW 1,46 und 2DWB 1,195).
–
‘abermalige, verschärfte Acht’
wir setzen avch vnd gebiten, swer mit rehte in die abraht chvmet, so sol vnser hofscriber an vnser ahtpuch screiben, vmb wel sache oder wor vmbe er in die abraht chomem si UrkCorp
3110,47;
der in wider bræht / in des tiuvels aberæht Helbl
8,1012;
in secundam proscriptionem in averacht UrkStVerf
206
(a. 1221 kopial);
alle achten und aberachten DRW
1,48
(Österr. unter Rudolf IV.; a. 1346)
MWB 1 49,31; Bearbeiter: Tao
aber|æhter
stM.
‘derjenige, der mit der aberâhte belegt ist’
sulen in alle hiezu behulfen sin, die sie darzu heizzent und vorderent, daz im da hingericht werd als hinz rehten aberahtern DRW
1,49
(Würdtwein, NovaSubs. 4, 268; a. 1332)
MWB 1 49,46; Bearbeiter: Tao
abe rechenen, abe rechen
swV.
1
‘etw. in Abzug bringen’
2
‘eine abschließende Rechnung aufstellen’
1
‘etw. in Abzug bringen’
biz daz wir [...] in die sechsthalb tusent pfunt Haller [zum Einlösen des Pfandes] geben [...], den nuͤtz [Nießbrauch] niht abe zu rechenne noch abe zu schlahenne MGHConst
5:377,41
(Urk. a. 1317);
jn sol oͮch der nútz da enzwissen an dem hoͮbtguͦte nit abegan noh abe girehent werden UrkCorp
2980,18;
StRGotha
201
2
‘eine abschließende Rechnung aufstellen’
swenne deu uͤrten [Zeche] wirt abegerechent NüP
112
MWB 1 49,51; Bearbeiter: Tao
abe|rede
stF.
‘Ausrede’
adelarn und lühse sint worden blint, / swenne kluogiu wîp ân werwort sint. / noch sneller kumt in irn gedanc / ein aberede denne einem hasen ein wanc Renner
12248;
[...] einen man, / der nieman sînes guotes gan / und aberede vinden kan, / mit den er bete schiebe hin dan ebd.
20159
MWB 1 49,61; Bearbeiter: Tao
abe reden
swV.
1
‘absprechen’
2 refl. ‘sich herausreden’
1
‘absprechen’
ichn mac dem tranke nicht sîn art / abe gereden HvFreibTr
261
2
refl. ‘sich herausreden’
also reden sew sich ab Teichn
131,42
MWB 1 50,4; Bearbeiter: Tao
abe reiten
swV.
‘etw. in Abzug bringen’
jch vergih auch daz ich driv ros [...] schol vuͤr vier pfvnt Regenspurgær pfenning abraiten UrkCorp
3555,18.
–
‘eine Schlussrechnung aufstellen’
wann er mit im raitet ab Teichn
308,5.
520,52
MWB 1 50,8; Bearbeiter: Tao
aberëlle, aberëll
swstM.
auch abrelle, abrüll(e),
april(le) (
HvNstGZ
328;
JvFrst
173 ),
eppurlis.
–
‘April’
in dem aberellen / sô die bluomen springen MF:Veld
14:1,1;
do der winter ende nam / und der aberelle kam RvEWh
10484;
an dem erstin dage des eppurlis UrkCorp
882,34;
an dem achtoden tage abrellen ebd.
2678,35;
Zozima, meinen leichnam begrab, und in dem abrüll gehugd mein hab [...]! Märt
5414;
sô die liute vrô / sint von der lieben sumerzît / und diu heide grüene lît, / ze ûz gândem aberellen UvZLanz
8787.
– in Vergleichen:
do er si sich sam abrellen sach trúeplichen stellen SHort
2669;
sie ist ain als unstette dyern als das wetter inn dem aperell Teichn
705,15;
alse abrillen weter vert ir wille, daz nie windes prût als swinde enwart, / under wîlen süeze in senfter stille, / schiere wider an ir irrevart KLD:UvL
22: 5,1.
– als nicht assimiliertes Fremdwort:
do nante Romulus den anderen manden aprilem. den namen gab er im von dem worte aperire. wan in der zit so tuont sich uf dez ertriches unde der boume pori MNat
15,35;
in dem mônât adar, daz ist aprilis der næhst vor dem maien BdN
187,3
MWB 1 50,13; Bearbeiter: Tao
aberen
swV.
→ avern
MWB 1 50,36;
abe|rennec
Adj.
→ abe|rinnec
MWB 1 50,37;
abe|rêr
stN.
‘Speiseabfall’
sin edele spise er mir entwant: / der azz ich furbaz nymmer mer, / ez were dann daz ein aberer / ich yendert funde mir zu lap, / so er den vogeln zu eßen gap Minneb
5240
MWB 1 50,38; Bearbeiter: Tao
abergeloube
stSubst.
‘falscher Glaube, Aberglaube’
uon dîner hailgescouwunge [Glosse in der Hs. A: abergloube
] deweder des fiursehennes oder des hantsehennes TrudHL
95,13;
herre, man sol dich suͦchen mit emziger erbeit [...] verwerfende abergloͮb natu̍rlicher vernu̍nft RvBib
111,1
MWB 1 50,42; Bearbeiter: Tao
aberhâke
swM.
‘Widerhaken’, bildl.:
zebrochenem dere sunten auerhacken [
confracto peccati aculeo
]
PsWindb
31,Oratio;
sîne triuwe habent aberhâken als ein gêr [er ist arglistig]
Neidh
WL 32:7,4 ;
daz si der Franzoise maht / in den aberhâken heten brâht [in eine Falle gelockt hatten]
Ottok
64615
MWB 1 50,48; Bearbeiter: Tao
abe rîben
stV.
‘etw. durch Reiben entfernen’
daz daz vaz icht cebrochin werde, so er den rost icht ce vil abe ribe wil BrHoh
64;
mitt irem fehen mantel / sie im den sweiß abe reip SalMor
482,3.
– bildl.:
guter will dw suͤnt ab reibet Teichn
389,115;
daz er [Gott] dw guten [...] / mit den poͤsen macht hail / und reibt in ab der sunden mail / mit der ungerechten neit ebd.
462,98.
–
‘etw. durch Reiben reinigen’, bildl.:
‘die minne [ ‘Liebesgabe’, iron.] sult ir von uns habe. / getruckent si, so ribets abe’ Reiher
402
MWB 1 50,54; Bearbeiter: Tao
abe rihten
swV.
1 tr. 1.1 mit Akk.d.P. 1.1.1
‘jmdn. (von etw.) abbringen, zur Umkehr bewegen’
1.1.2
‘jmdn. geldlich entschädigen, bezahlen; jmdn. erbrechtlich abfinden’
1.1.3
‘jmdn. zufriedenstellen, befriedigen’
1.1.4
‘in die erforderliche Richtung lenken’ , vom Jagdhund 1.2 mit Akk.d.S. 1.2.1
‘etw. erledigen’
1.2.2
‘(Geld) entrichten, bezahlen; (jmdm.) einen Schaden ersetzen, wiedergutmachen’
1.2.3
‘etw. rechtsgültig beilegen, durch Übereinkunft regeln’
1.2.4
‘etw. abstellen, beseitigen, verhindern’
2 intr. 2.1 mit Präp.-Obj.: ‘Recht sprechen über etw.’
2.2 absol.: ‘eine Richtung nehmen’ , vom Jagdhund
1
tr.
1.1
mit Akk.d.P.
1.1.1
‘jmdn. (von etw.) abbringen, zur Umkehr bewegen’
er rihte si ir irretuomes abe / und wîste si an der sælden spor KvHeimHinv
812;
sun, [...] / lâ dich noch rihten abe [von einem Vorhaben]
Helmbr
440;
daz wellent si wenden / und den fürsten rihten ab Helbl
15,369;
wer ein todleich suͤnt trait / und laet sich nieman richten ab / und treit den willen in sein grab, / er wolt enn [= einen
] getoͤt han, / der ist auch da mit vertan Teichn
300,19
1.1.2
‘jmdn. geldlich entschädigen, bezahlen; jmdn. erbrechtlich abfinden’
silber ze enphahenne von vnserm herren, dem kunige, aigen ze koͮffenne vnde da uon die lute ab ze rihtenne UrkCorp (WMU)
N736,12;
daz uns di burgere [...] haben abegerichtit dez [uns zustehenden] geldes UrkMühlh
416
(a. 1334);
in der selbin tage zil / rihte wisliche abe / sinú kint mit sinir habe / der gotis irwelte bi der zit, / das si belibin ane strit / und ane krieg swenner von in / geschiede RvEWchr
5310
1.1.3
‘jmdn. zufriedenstellen, befriedigen’
und vrag in heinliche, / ob er deheinen gebresten habe. / des riht in guͦtlichen abe Dietr
5099
1.1.4
‘in die erforderliche Richtung lenken’, vom Jagdhund:
die jungen [Hunde] underspicket / mit alten, ob ez [das Wild] schalclîch fliehen kunde, / di jungen [Akk.] solten rihten ab die alten Hadam
20,5
1.2
mit Akk.d.S.
1.2.1
‘etw. erledigen’
bischolf Ladizlâ der riht ab, / swaz er ze Rôm ze schaffen het Ottok
8725
1.2.2
‘(Geld) entrichten, bezahlen; (jmdm.) einen Schaden ersetzen, wiedergutmachen’
vntz er daz gelte abgerihtet UrkCorp (WMU)
2383,30.
2857,14.
–
swenne aber der schade wirt abgerihtet UrkCorp (WMU)
844,10;
daz ich dem goteshûs ab geriht / mit dienste al die sache, / diu dem goteshûs zungemache / von mîner sûmung ist geschehen Ottok
8497
1.2.3
‘etw. rechtsgültig beilegen, durch Übereinkunft regeln’
biz der criͤk oder du ansprache wirt abgerihtet UrkCorp (WMU)
2198,38;
daz in der frist ein herre den anderen [...] mit dem reht niht ansprechen [...] sol, si wellen dann mit gemeinem willen etwaz mit ein ander abrihten ebd.
1475,41
1.2.4
‘etw. abstellen, beseitigen, verhindern’
zem dritten mâl was billich daz / Christes lîchnam Judas / enphînge den er im gab / dar um, daz dâ mit ab / Jesus richt den vurzuc [Entschuldigungsrede] / den Judas lîchte in sulcher tuc / haben mocht zû werwort JvFrst
2237
2
intr.
2.1
mit Präp.-Obj.: ‘Recht sprechen über etw.’
wir wellen auch, daz die nidern vitztvͤm [...] ab rihten vmb raub vnd vmb prant UrkCorp (WMU)
1411,30
2.2
absol.: ‘eine Richtung nehmen’, vom Jagdhund:
dô ich nu hôrte ab rihten / Stæten und ab dreschen Hadam
118,1.
166,3.
337,1.
341,2
MWB 1 51,1; Bearbeiter: Tao
abe|rinnec,
aberennec,
aberünnec
Adj.
‘flüchtig’
wirt aber her [Viehhüter] abrinnic, und werden des mannes pherde [...] bestêtigit in der hanthaften tât SSp(W)
2:40,4;
vnd wirt he abrennech, daz he nicht gestet, so sal man in denne voreschen, alse recht is UrkCorp (WMU)
2265,15;
wer aberunnig worde, der en sal keyne borgerschaff me haben mit den borgern noch nummerme gewinnen StRHeiligenst
43;
ein abrinnec [entlaufener] munch er hiez Pass III
228,3
MWB 1 51,55; Bearbeiter: Tao
abe rinnen
stV.
‘herab rinnen, hinunter laufen’
biz ime der sweiz abe ran Ägidius
295;
sines abgerunnen bluͦtes Seuse
319,1;
mit dem bache, der fúr iru guͦt abe rinnet UrkCorp (WMU)
3267,39
–
‘fortrinnen, seinen Ursprung nehmen’, von Flüssen:
uon den brunnen, die dare springent, vier ahe innen abe runnent VMos
6,3
MWB 1 52,1; Bearbeiter: Tao
abe|rîsel
stM.
‘das Herabfallen’
durch daz im vreud erblichen was von hoher selden aberisel JTit
4915,2
MWB 1 52,8; Bearbeiter: Tao |