i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
iteniuwen
swV.
‘etw./ jmdn. (sich) erneuern, wieder neu machen’
iargelich iteniwet er [die
Schlange] sich unde lât sîne alte hût Spec
101,10;
sich iteniuwete sîn kraft UvZLanz
2587;
MillPhys
130,1;
Tund
1026;
Rol
1900;
dô muost er im
iteniwen [wiederholen] , /
[...], / alle die geschiht mit rede, / diu dem von
Brezlâ was geschehen Ottok
22203;
swaz man in solde machen sleht, / an ir gewonheit und ir reht
/ bezzern unde iteniwen ebd.
14251;
Wernh
D 2696;
SüklV
410.
– bezogen auf die Erneuerung des Menschen durch das Erlösungshandeln
Gottes:
also er [Gott] uns vor worhte, /
wil er unsich iteniuwen AvaLJ
211,3;
von sinen veterlichen triwen / er
[Christus] wolte vns itenewen Wernh
A 4576.
2724;
TrudHL
45,12;
daz [Abendmahl] sal itenuwe / mit geistlicheme
gebuwe / alle tage di cristenheit Glaub
1049;
PrLeys
15,30;
MillPhys
136,2
MWB 3,1 23,15; Bearbeiter: Richter
iteren
swV.
hier ittern.
‘etw. wiederholen’
von erst doch Helyu so vort / ittert hy etteliche wort / dy
Job da vor gesprochen hat Hiob
12184;
dorumme daz got czeymal spricht, / er ittert anderweide nicht
ebd.
12406.
12400
MWB 3,1 23,33; Bearbeiter: Richter
iterücken, iterucken
swV.
auch mit ge- präfigiert (
BdN
115,22
), nasalisiert intrucken (
DvAStaff
136
).
‘(etw.) wiederkäuen’ (vgl.
itekouwen
):
in den vodern [Magen] legent si daz
ezzen des êrsten unz ez dar inn derwaicht, sô nement si ez dann her wider und kewent
ez dann anderwaid, und daz haizt ydrucken BdN
13,31
u.ö. (auch subst.);
diu rechgaiz ist ain rainę uehe
[Tier] , wande si wahsiu ougen hât unde gespaltene
uuͦze hât unde iteruͦcket ir phruͦndę TrudHL
112,17;
dâ von gebôt unser herre in der alten ê, swaz vihes niht idrokete, daz ez
unreine wære PrAlbLesem
236;
RvEWchr
12866;
HeslApk
8429.
– übertr.:
die salmen er iteruchte, / als daz fuoter tuot daz vihe Serv
3274;
hie zwischent sol si dv́ gottis wort kv́wen vnde in trvken mit
deme gebette vnd svͤzzekeit dar vs mit arbeiten svgen DvAStaff
136;
TrudHL
112,22
MWB 3,1 23,38; Bearbeiter: Richter
iteslich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 23,56;
itewîʒ, itewîʒe
stMFN.
auch ede- (
BrEb
7;
PrHess
37,212
); selten im Pl. (
PrOberalt
73,5
); eindeutige Neutra nur als Übers. von lat. opprobium (
PsWindb
14,3;
PsTr
38,14.
43,14.
77,72
).
1
‘Tadel, Vorwurf; Schmähung, Spott’
1.1 allg. 1.2
âne / vrî vor
‘tadellos, makellos’
1.3 von (körperlicher) Misshandlung ‘Leid, Qual’
2
‘Schmach, Schande’
1
‘Tadel, Vorwurf; Schmähung, Spott’
1.1
allg.:
ir red ist fluͦchen, itwis SHort
883;
dú itewize muͤste gan / mit murmil in ir leide / uber
die gebroder beide / [...] / si leitin gar die schulde
uf sie RvEWchr
14111;
zehant sy [meine Zunge] vil
sere viel / in fluechen und in schelten; / mit itwicze begunt sy gelten / vil
ungezogenleichen / und gar uncheuschleichen HvBurg
3858;
die juden cherten allen irn fleiz / an spot unt an itwiͤz
GvJudenb
1914;
KvHeimUrst
1255;
Tr
1491.
14119;
mahtû der menscheit iht gefrumen / âne der gotheit idewiz
[ohne, dass Gott dir etwas zum Vorwurf machen
könnte] , / – an dem deil dich niht vergiz – / sô sal iz allez
vollengân Erlös
747
1.2
âne/ vrî vor
~
‘tadellos, makellos’
diu nase was wol geschicket, / [...] / die zene
gar âne itewîz, / schœner dan ein helfenbein Flore (P)
6900;
dü süsse fruchtt [gemeint ist eine
Dame] on iettwisz, / an die gott laitt sinen fliss
GTroj
8721;
ûz in allen / ist er erwelt ân itewîz LvRegSyon
1929;
PrHess
37,212;
SM:UvS
28: 3,12
=
RvZw
211,12.
–
div maget w̌hse mit eren / an aller slahte itewîz
Wernh
D 1105;
im wart gar rîche zûberiht / ein karrotsche, dar in
ein kuniclich siz / âne armût itewîz, / als ez sîner wirde zam
Kreuzf
6518.
–
dâ saz frou Scham diu reine fruht / frî vor itewîze, /
von der man seit daz ir genuht / für alle tugende glîze
KvWKlage
11,2
1.3
von (körperlicher) Misshandlung ‘Leid, Qual’
dô tet er ir mit flîze / manig itwîze, / des laides
nedûht in niht genuoch: / mit der vûste er si in den munt sluoch, / daz sie
niene mahte sprechen Kchr
12336;
wie sy grosse iettwisz / von hertten schlegen hett
gedoltt GTroj
12736
2
‘Schmach, Schande’
sin [Christi] dot nam uns von
itwiz, / sin sterben waz der helle biz HvNstGZ
1951;
die drye frowen und Paris / sachend der ritter ietwise
GTroj
8338;
sô chumt uns dû gotes chraft / [...] / unde genimt
den itewîz von sînem namen, / daz wir unsich sîn nîmer geschamen JJud
931;
WvRh
192;
HeslApk
5054.
– von Personen:
bezzer ist, daz wir got in der vanchnusse dînen / danne wir daz leben vor
durste verlîsen / unde wir ein itewîz werden / allem dem daz lebet ûf erden / sô
wir unserû chint vor unsern ougen sehen sterben! JJud
889;
jch bin ein worm vnd nit ein mensche, edwiz der lude [
obprobrium hominum Ps 21,7] vnd verwurfnisse des
volkes BrEb
7;
ich bin ein wurm, ein mensche niht, / ein itwîz menschen
gesiht RvEBarl
2854.
– im Zusammenhang mit dem Sündenfall:
ich nu muoze schrîben / von ir
[Maria] diu allen wîben / den [La.
die
] itewîz hât benomen, / daz der tôt was bechomen / von dem êrsten
wîbe [Eva] in die werlt Wernh
9;
daz her [Adam] beiz den biz; /
der wart ein ewic itewiz / al menschlichem kunne HeslApk
1702
u.ö.;
Renner
185
MWB 3,1 23,57; Bearbeiter: Richter
itewîʒære
stM.
‘Schmäher, Tadler, Lästerer’
der des [von der Schande eines
anderen] rede wolde han, / daz vil ubile wære getan, / daz im vil
liep wære, / daz man daz verbære, / daz man da von wante / unde niene in schante. /
von diu sint die itwizzære / got vil unmære VRechte
295
MWB 3,1 24,53; Bearbeiter: Richter
itewîʒen
swV.
auch iht- (
MvHeilFr
18
).
1
‘kritisieren, tadeln’
1.1 meist mit Dat. ‘jmdm. einen Vorwurf, Vorhaltungen machen’
1.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. tadeln, schelten’
1.3 subst. 2
‘spotten, lästern’ mit Dat.d.P.
1
‘kritisieren, tadeln’
1.1
meist mit Dat. ‘jmdm. einen Vorwurf, Vorhaltungen machen’
wê im dem er [Gott] itwîzzet: /
‘sîn hant des mit mir izzet / diu ist diu mich verchouffen wil’!
Priesterl
355;
uber maze itwizten si der sele min [interl. zu super
vacue exprobraverunt animam meam
]
PsM
34,7.
68,10.
– hier mit Dat.d.S. (stat metonymisch für ihre
Einwohner):
do begvnnd Ihesus itweizzen den steten [
coepit exprobrare civitatibus Mt 11,20]
EvAug
23,22.
– mit Dat.d.P. und mit Akk.d.S. ‘jmdm. etw. vorwerfen’
allez daz er hêt getân / daz itwîzt er dem blinden man
Helmbr
1798;
er itewizte die geschiht / dén vroͮwen an der selben
stunt RvEWchr
8563;
do erschein er sinen hiligen jungern und straffet si
und itweist in die hert ir hertzen PrOberalt
105,14;
Kudr
331,2;
EvAug
117,8.
– mit abh. Satz:
dem hiez er itwîzen, / daz er sich niht wolt flîzen
/ sînen willen begân Ottok
42287;
da sant er Petrum zu ir: dem itweizt sie, er het unsers herren
dristunt verlaugent, daz het sie nie getan EbnerChrist
11,15;
Wernh
A 4188;
Bit
12505
1.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. tadeln, schelten’
do si got [Subj.] itewizte
also, / gahten si und wurfen do / ir abgot unwerdecliche hin
RvEWchr
19384.
23714
1.3
subst.:
itewîzen, fluochen, smêhen, / valschez rûnen, dieplich spehen, /
[...] / sint des nîdes spiezslîfêre, / aller
untugende nâchgrîfêre Renner
14165;
nu müeze got erbarmen deich ie gewan den sun, / dem man
daz itewîzen sol nâch den zîten tuon, / daz sîne mâge iemen mortlîche hân
erslagen NibB
995,2;
Ottok
42028;
BFrau
505;
Pass I/II (HSW)
40269
2
‘spotten, lästern’ mit Dat.d.P.:
itwizent mir [interl. zu exprobraverunt mihi
] die da muͦent mih uiande mine. so si sprechent ze mir alle tage. wa
ist got din PsM
41,11
MWB 3,1 24,59; Bearbeiter: Richter
itewîʒicheit
stF.
‘Verspottung, Verhöhnung’
du sette uns ein ittewize nahwedegen [l. nahwendige,
‘Benachbarte’
] unseren, ein ittewizecheit unde einen spot den [interl.
zu subsannationem et derisum his
] , die da in deme umbegange unsermo sint PsTr
43,14
MWB 3,1 25,32; Bearbeiter: Richter
itlich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 25,38;
itrucken
swV.
→
iterücken
MWB 3,1 25,39;
itslich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 25,40;
ittern
swV.
→
iteren
MWB 3,1 25,41;
itwæge
stN.
‘Flut, wogende Wassermenge’
der himele hât besezzen, / gewegen unt gemezzen / abgrunde unt itwæge
KvFuss
1007;
er sach in dem itewæge [Hs. itwæge
] / diu schef snurren enzwæi Serv
3250
MWB 3,1 25,42; Bearbeiter: Richter
itweder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 3,1 25,47;
itwinde
swF.
hier et-.
‘Strudel, Wasserwirbel’
vil wazzer tropphen cleine / durch holern herte steyne. /
vlute und etwinden breit / verzeren der erden stetykeit Hiob
5713;
das wazzer hat mich ummerynget, und alle dine etwinden und
vlute haben ubir mich gegangen Cranc
Jon 2,4
MWB 3,1 25,48; Bearbeiter: Richter
iu, iuch
Pers.-Pron. 2. Pl.
→
1ir
MWB 3,1 25,54;
iuftenen (?)
swV.
mit Akk.d.S., Bedeutung unklar, E. Regel erwägt ‘auftun, sichern’ (vgl.
Glr.z.St., s.a.
ûf tuon
):
do si sich von ain ander / schieden, do ermander / die
kuͤnginne Crispinen / daz si an helfe sinen / niht en abliezze, / daz si die wile
hiezze / getriwecliche werben, / wær ir lait sin sterben, / des bat er si mit
suͤften. / si sprach: ‘wis vro! ich uͤften / die vræude, e du wider kumst: / billich
dinen muͦt du frumst / da von ritterlicher tat!’ WhvÖst
13674
MWB 3,1 25,55; Bearbeiter: Richter
iule
swF.
→
iuwel
MWB 3,1 26,1;
iulenlëben
stN.
s.a.
ûvenlëben
.
Leben nach Art einer Eule (hier bezogen auf eine Außenseiterstellung zur
Gesellschaft):
wil er dih [die personif.
Schande] ze ratgeben, / du lerest in rehte ein owen
leben [La. evlen leben
] . / dem sint die volgel [Vögel] ouch gehaz
/ und schrient in an StrKD
161,256
MWB 3,1 26,2; Bearbeiter: Richter
iulenslaht
Adj.
→
iuwelenslaht
MWB 3,1 26,9;
iur
Poss.-Pron.
→
iuwer
MWB 3,1 26,10;
iuter
stMN.
→
ûter
MWB 3,1 26,11;
iuwel, iule,
hiuwel
swF.
swst. FabelCorp ;
auch owel.
‘Eule’ (vgl.
hûwe
swM.,
ûve
swM.):
von der äulen. nocticorax haizt ain äul und ist ze latein als
vil gesprochen als ain nahtrab BdN
208,21;
die äwlen [...] rüfent auf mich ‘hü hü
hü’ KvMSph
1,24;
dennoch wöllen si [Säufer] wider trinken, / biz
nahtigaln, iulen, göuche und vinken / gelîche singent in irn ôren
Renner
9916;
ein movz vi er zehant. / er braht si der owel, da sie saz
FabelCorp
5,39
u.ö.;
div ivwel / ist der vogel gruwel Martina
116,63;
owe, du [angesprochen ist die
Wollust] tuvels ule ! / du schriest tac unde nacht
Daniel
2566;
noctua: huwel VocOpt
44.165
u.ö.;
StrKD
55,1;
Er
8131;
Marner (W)
7:3,13;
Lanc
9,16.
– in einer Liegenschaftsbezeichnung:
darnach der hof zv den Evlein, der gilt ein march phenning UrkCorp
(WMU)
N687,38.
– phras. (vgl. TPMA 3,115-120):
swer ulen vuͦr dem valken zamt, / des sin ist laz, des lob irlamt
Urenh
2,1;
unser herzen stênt gein gottes tougen / als gein der sunnen iulen ougen
Renner
18778;
Parad
96,27
MWB 3,1 26,12; Bearbeiter: Richter
iuwelenslaht, iulenslaht
Adj.
‘eulenartig’, wie eine Eule (vgl. TPMA 3,118):
wie bin ich sus iuwelenslaht? / si [Akk., die
Dame] siht mîn herze in vinster naht MF:Wolfr
3: 1,5;
mich dunket, er sî iulen slaht, / swer für den tac nimt die naht
Freid
145,19;
Renner
10605
MWB 3,1 26,33; Bearbeiter: Richter
iuwer
Poss.-Pron. 2. Pl.
Dat. Sg. auch
ure Lanc
613,22;
md. Formen auch ohne ableitendes -er-, vgl. Mhd. Gr. Flexionsmorph. § P
247,252 und 2DWB 8,2434 (z.B.
von uwen schulden Eilh
St,7225.
St,7226;
Elis
1325;
Roth
1008;
wir ne volgen uhen sige Litan
1093;
mit der martire uhis libis ebd.
680
); zur Entwicklung des Poss.-Pron. aus dem Gen. der jeweiligen Pers.-Pron., hier →
1ir
, und der allmählichen Differenzierung durch das Aufkommen flektierter Formen vgl.
Mhd. Gr. Flexionsmorph. § P 223, 246-255.
(Nebeneinander flektierter und unflektierter Form s. unten z.B.
1.1.3).
‘euer’, zur angeredeten Person oder Personengruppe zugehörig (zur Verwendung
der 2. Pers. Pl. als Höflichkeitsform s.a.
irzen
)
1 attr. 1.1 vorangest. 1.1.1 mit Art. 1.1.2 mit Pron.(-Adj.) al , seltener ander ,
beide Num.-Adj. 1.1.3 verdeutlichend mit sëlp 1.2 nachgest. in interl. Übers. 1.3 in umschreibenden Anreden/ Reverenztiteln 2 selten präd. 3 subst. Pl. ‘die Euren, eure Angehörigen’
1
attr.
1.1
vorangest.:
tuot uf iuweriu ougen, iuweren sin unde sehet, daz ich iz
bin! AvaLJ
182,5;
uweren willin west ich gerne Rol
106;
ich hân geworben mîn unde iuwer dinc KLD:UvL
11: 2,2;
Will
31,5;
SM:HvS
4: 5,6;
NibB
752,2;
Tr
1227;
PrBerthKl
4,24
1.1.1
mit Art.:
wande bevildir mir daz uwer lant / iz wirt berovbit
vnde virbrant Roth
736;
von eim uwerm ritter Lanc
22,7
1.1.2
mit Pron.(-Adj.) al, seltener ander,
beide Num.-Adj.:
unde svlt ivch erchennen alles iwers unrehtis
Spec
2,17;
antlaz aller iwer sunden, vristmal iwers lebenes
ebd.
5,15;
Konr
2 W1,184;
das ir zuhant werdent myn man und alles uwer lant
habent von mir zu lehen Lanc
4,2;
ir und all uwer lút ebd.
7,20;
nach allem úwerem willen Mechth
7: 37,30;
ir sult daz beziste began / uon vͥweren undertanen. /
dar under ne mugin wir uns nit geanen [können wir nicht
verlieren] / die helfe ander vͥwer gesellen
Litan
608;
mich müet iwer beider strît Parz
760,2
1.1.3
verdeutlichend mit sëlp:
nu rihtet mîne schulde / nâch iwer selbes hulde
Parz
343,14;
durch iwer selbes êre ebd.
717,9;
durch uwer selber ere Rol
423.
593;
in uwers selbes hus Herb
16788;
uon div manen wir ivch durc iwer selbes sælecheit
Spec
95,7;
ir hazzet êre unde wîp / und almeist iuwer selbes lîp
Tr
18386;
umb uwerselbs ere Lanc
191,7;
durch uwerselbs ritters willen ebd.
470,22
u.ö.
–
sô lât ir got der sêle pflegen / und nemet ir
iuwer selbe war Tr
7467;
ir rident so sere verdacht das ir uwerselber
uberall vergeßent Lanc
484,34
1.2
nachgest. in interl. Übers.:
ein sæil des erbes ivres [interl. zu funiculum
hereditatis vestre
]
PsM
104,11
1.3
in umschreibenden Anreden/ Reverenztiteln:
vwer bescheidenheit [Bürgermeister und Rat von
Luzern] sol wissen, das wir [...]
UrkCorp (WMU)
3057,23;
da von bitte ich vnd vlehe iwer hochgelobte edelkeit [Bischof
von Brixen] , swaz iwer hof hie vber erteile, daz ir daz
geruͦchet mir heizen schriben ebd.
536,40;
den selben zehent, den ich von ivren genaden gehabt han ebd.
2138,37;
ich tvͦn chunt ewern gnoden, daz ich [...]
UrkEnns
5,454
(a. 1326);
minem genædigen herren, dem byschof von Frising, enbivt ich
[...], daz ich ivr hulde gern dien UrkCorp
(WMU)
2138,32
2
selten präd.:
getriuwer hêrre guoter, / [...]
habet iu daz allez wider, / daz iur und unser solte wesen Tr
18635;
der konig Claudas von der wustung, der ist alles des gewaltig
das uwer zu recht solt syn und uwers bruder Lanc
53,30;
er sprach: ‘herre von Prâbant, zwâr die künige sint iure. /
[...]’ Loheng
6027;
TürlArabel
*A 102,9
3
subst. Pl. ‘die Euren, eure Angehörigen’
ich erwirb wol an der herzogîn / daz die iwern ledec sulen
sîn Parz
674,14;
das oͮch wirs vmb v́ch vnd die úwern iemer gerne verschulden vnd verdienen
UrkCorp (WMU)
N532,3.
3026,2;
Gen
1753;
Dietr
7509
MWB 3,1 26,39; Bearbeiter: Richter |