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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   îsengewant - îsenklette    


îsengewant stN. ‘eiserne Rüstung’ dô wâpente er sich verholne / unde truoc verstolne / under der wât sîn îsengewant Er 3066; gît man mir mîn schœnez swert, / ein ors und mîn îsengwant, / sô wil ich rîten zehant / zer âventiure Wig 6014. 2971; HandfWien 96; MF:Kürenb 2:10,1; StrKD 4,109. – oft in Verbindung mit anderen Rüstungsteilen: si wâren auch wol bereit / mit harnasch und mit îsengwant EnikWchr 10619; si schuln ouch halsberg und îsengwant / tragen EnikFb 653; RvEAlex 2463; dô begunder vaste houwen; / beidiu schilt und îsengwant / sluoc er im allez von der hant Wig 3068; helm, schilt und îsengwant ebd. 5496 u.ö.; ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier, pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt noch dehein eisengwant UrkWittelsb 1,382 (a. 1285)

MWB 3,1 6,47; Bearbeiter: Richter

îsengewæte stN. ‘eisernes Werkzeug, Gerät’ sî ieman wîser dann ich bin, / der rât mir, [...] / wie ich gesnîd einen stein / ân meizel und ân îsengewât, / wan ez mir got geboten hât EnikWchr 12141

MWB 3,1 7,1; Bearbeiter: Richter

îsengrâ Adj. ‘eisengrau, grau wie Eisen’ diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn, grüene unde gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tusenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich, îsengrâ, / purpurbrûn, sîdeval UvZLanz 4754; so die dunre strale danne cumet uf die erde, so wirt si rehte isen gra Lucid 55,19

MWB 3,1 7,5; Bearbeiter: Richter

îsengrabære stM. ‘Eisengräber, Münzgraveur’ [wir] haben in darzu [zu dem Münzrecht, Frankfurter Pfennige zu schlagen] gesetzet unser schriber, unsern versuͦcher und unsern eysengraber UrkFrankf 2,527 (a. 1340)

MWB 3,1 7,12; Bearbeiter: Richter

îsengruobe stswF. Grube, Bergwerk zur Gewinnung von Eisen(-erz): ferrifodina: isengruͤbe VocOpt 9.012; item ze den isengruͦben 5 manhoͮwat [ein Flächenmaß] vinearum under des von Ringshein reban ob dem wege UrbTennenb 209

MWB 3,1 7,17; Bearbeiter: Richter

îsenhâke swstM. ‘Eisenhaken’, nur als Bestandteil eines Personennamens (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 289): Uͦlireich Eisenhage UrkCorp 2556,34

MWB 3,1 7,22; Bearbeiter: Richter

îsenhalt stSubst. ‘(verschließbare) eiserne Kiste, Schatulle’ mîn geselle Wolvesdrüzzel / ûf tuot er âne slüzzel / alliu sloz und îsenhalt. / in einem jâr hân ich gezalt / hundert îsenhalt grôz, / daz ie daz sloz dannen schôz, / als er von verren gie dar zuo Helmbr 1205 u. 1207

MWB 3,1 7,26; Bearbeiter: Richter

îsenhalte swF. (st. SpdtL (E) Ldr 271 ); auch isanhilta SummHeinr 2:40,170. ‘eiserne Fußfessel, Beinschelle’ ich kêre durch dîn liebe dar / und hilfe dir ûf den stein / und behefte dir dîniu bein / mit der îsenhalten Greg 3009; er entslôz die îsenhalten ebd. 3653 u.ö.; dô twanger [Rennewart] die von Nubîant, / daz si sluzzen ûf diu bant [die Fesseln der Gefangenen] , / armîsen, îsenhalten Wh 415,23; wil er in inspannen mit einer eysenhalt. daz mag er tuͦn SpdtL (E) Ldr 271; pedica: ein isenhalte VocOpt 30.017; trica: isinhalt Gl 3:359,67 (BStK927). aber alle ander minnerin [außer der wîsheit ] hein suͤssú wort und bitern lon, ire herzen sint dez todes seginan [Netze] , ire hend sint isenhalten, ire red gesuͤstú gift, ire kurzwile erenrob Seuse 14,1

MWB 3,1 7,32; Bearbeiter: Richter

îsenhamer stM. ‘Eisenhammer’ man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen uf die anebôz Kreuzf 4376

MWB 3,1 7,47; Bearbeiter: Richter

îsenhart Subst. ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell 4,1045-1051, s.a. îsernhart ): de verbena: isenhart Gl 3:594,35 (BStK784); s. AWB 4,1738 für weitere Belege des 13./14. Jh.s

MWB 3,1 7,50; Bearbeiter: Richter

îsenherte Adj. ‘hart wie Eisen’ er fert so gar in reicher wer, / in stahel, eisenherte Virg (St) 82,8

MWB 3,1 7,55; Bearbeiter: Richter

îsenhose swF. ‘Beinrüstung’ (s.a. îserhose ): her wâfende sich sâ zehant, / sînen helm her ûf bant, / sîn îsenhosen leit her an En 11929; Wig 6136. 10888; vier fürsten in do / schüchten in die yssen hossen GTroj 5393; sîn îsenhosen umb diu bein. / die sint ze grôz noch ze klein WälGa 3847; zwͦ isin hosin truͦger an, / von der swere ih iuh niht kan / noh von ir wite gesagin RvEWchr 24039; Wh 416,24; UvLFrd 88,16. – bildl.: dû wirdest gote ein kemphe wert. / reht geloube sî dîn swert, / der süezen êwangeljen sage / sî dîn vride alle tage / und dîne vesten îsenhosen RvEBarl 6687

MWB 3,1 7,57; Bearbeiter: Richter

îsenhouwære stM. hier -er. ‘Arbeiter im Eisenbergwerk’ wer aber, daz die vorgenanten eisenhawer an den worichen [sic] dhain chnieg [l. chrieg?] hieten vmb daz lon UrkEnns 6,561 (a. 1346); der obgenanten eysenhawer ebd. 6,562 (a. 1346)

MWB 3,1 8,5; Bearbeiter: Richter

îsenhüetære stM. hier -er. Verwahrer der Münzeisen/ Prägestempel: es sol auch (e)isenhueter seine eisen allenthalben verantburden, das damit ichte werd gesaczt an des muͤnsmaister willen und wissen UrkÖsterrErbl 179,14 (a. 1339). – als Bestandteil von Personennamen: Conr(at) und Heinr(ich) di eisenhuter NüP 192

MWB 3,1 8,11; Bearbeiter: Richter

îsenhuot stM. ‘Kopfbedeckung aus Eisenblech, Helm’ dar zuo hât er ein îsenhuot, / der ist von stahel alsô guot, / daz ûf ertrîch dhein man / sô vestes huotes nie gewan EnikWchr 9697. 9841; ein swert und ein îsenhuot, / zwuo hosen lieht îsenîn, / die legt er an den lîp sîn Wigam (B) 535; [er] slug den sariant mit so großer krafft uff den ysenhut das er im heubt und huͦt spielt biß uff die schultern Lanc 621,13; StRPrag 29; Neidh WL 33:5b,2. – bildl. als Schutz vor Lüge: funde ich veile ein îsenhuot, / der für lüge wære guot, / und einen schilt für schelten, / den wolte ich tiure gelten Freid 170,14; Renner 7255

MWB 3,1 8,18; Bearbeiter: Richter

îsenîn Adj. ‘eisern, von Eisen’ (s.a. îserîn , îsîn ): ich bringe dir Roͮlanten / mit iseninen banten Rol 3778; sein hent und sein fuͤzze die waren durchslagen mit ysneinn nageln PrOberalt 90,16; sin ander kovertiure, / diu ob der yseninen lag, / an koste man die hohe wag Rennew 23441; EnikWchr A II,1395; hundert tûsent man / dâ wârn werlich bereit / in îsenîner kleit Ottok 48276; Tund 1005; Eckh 5: 307,9; BdN 433,13. – übertr.: weles hertz moͤhte sin als isenin oder als steinin, daz nút erweichen moͤhte so vil angstlicher wunden Seuse 552,29; der [Gedanke] muͦs zehant ab geschorn werden mit dem isinin flisse [Beflissenheit] Tauler 222,36. 235,21. 237,26. – hierher oder Ableitung zu ësse stF. (?): der kunic erzurnde harte / sâ an dem worte, / er hiez in [St. Laurentius] brennen ûf rôste / der christenhait ze trôste; / der rôst der was îserîn [La. essenin ] Kchr 6307

MWB 3,1 8,31; Bearbeiter: Richter

îsenîn Subst. ‘Eisenbehälter’ (Ansatz fraglich, vgl. Konjekturvorschlag Anm.z.St.): dar auff [auf den Lasttieren] lag sawm schrein, / watseck [Reisetaschen] und veleßlein [Köfferchen] , / mantekon [ mantica, Quersack] und sein eyßnein / da sein harnasch inne lag HvNstAp 434

MWB 3,1 8,49; Bearbeiter: Richter

îsenîne F. ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell 4,1045-1051; s.a. îserne ): sacralis: isenina Gl 3:491,13 (BStK887); vertipedium: isinina ebd. 3:491,39 (BStK887); vgl. AWB 4,1739 mit weiteren Belegen des 11.-14. Jh.s

MWB 3,1 8,55; Bearbeiter: Richter

îsenkappe swF. ‘Helm’, metonymisch für den Kämpfer: wê, daz si sîn verwâzen, / die da machent îsenkappen / ûz solhen ackertrappen [Bauerntölpeln] , / die dâ gehôrent zuo dem phluoc, / dâ edeler knehte ist genuoc Ottok 26194

MWB 3,1 8,60; Bearbeiter: Richter

îsenkaste swM. Verkaufsbude für Eisenwaren: alle protlauben und eisenkasten und schergaden unde kreme und huͦtergaden, die an den eisencasten hinden gelegen sint [...] suͤllent auch niht hoher gepauwen werden denne als si von alter her sint gewesen NüP 167. 202

MWB 3,1 9,1; Bearbeiter: Richter

îsenkëc Adj. ‘mutig in der eisernen Rüstung’, hier subst.: ob die îsenkecken / gên uns ze velde haben muot Helbl 15,742

MWB 3,1 9,7; Bearbeiter: Richter

îsenketen swstF. ‘Eisenkette’ yme was wol ein scharffer zeyn [Pfeil] / dorch die augen geschossen, / vnd was vil hartt besloszen / mit zwein ysenketten Krone 14364

MWB 3,1 9,10; Bearbeiter: Richter

îsenkiuwe (?) swF. ‘Eisenkauer, Eisenfresser’ als Bezeichnung für einen besonders kühnen Menschen (oder als Syntagma aufzufassen?), vgl. îsen 4.1: er lief ze vorderst an der schar, / (jâ wæn ich in wol ein [La. den ] îsen kiuwen) Neidh WL 14:6k,8

MWB 3,1 9,14; Bearbeiter: Richter

îsenkleit stN. ‘eiserne Rüstung’ ir ros, ir wât, ir îsenkleit / sol man in behalten / an des meres stalten / biz daz sî wider komen dar Reinfr 20840; ich hiez mit wisen listen / machen dir ein ysen cleit. / ez enwart nie bezzers angeleit / uf minen lip Rennew 13303; lieber herre, nu wil ich gan, / mag ihz iwer urlaup han, / und von mir tuͦn daz ysencleit ebd. 25541 u.ö.

MWB 3,1 9,20; Bearbeiter: Richter

îsenklette swF. ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell 4,1045-1051): uerbena: isinchl̂ete Gl 3:485,28 (BStK945)

MWB 3,1 9,28; Bearbeiter: Richter