i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
inville
stN.
‘Pelzfutter’
die inuille waren hermelin / dar over gezogen cyclatin Roth
1862;
Ginovere diu künegîn / diu liez ir milte wesen schîn. / siu gab ze dem anpfange / mentel vil lange, / gezobelt wol unz an die hant, / mit den besten dachen [Oberstoffen] diu man vant / in allen künicrîchen, / mit invillen rîchen UvZLanz
5740.
8865
MWB 2 1956,33; Bearbeiterin: Baumgarte
inviur
stN.
‘heftiges, inneres Feuer’ (mit intensivierendem →
in-):
werlich ein yn vuer stark, / daz iz hiczte durch daz mark / mit grozer libe vuer, / daz én Got Crist czu stuer / sante TvKulm
5593
MWB 2 1956,40; Bearbeiterin: Baumgarte
inviuric
Adj.
‘sehr heiß, von innen glühend’ (mit intensivierendem →
in-):
daz ist, sô der mensche als infiurig wirt von göttelîcher minne, daz im allez daz unlustlich wirt daz in der zît ist PrNvStr
300,4.
294,18;
diu sêle, diu dâ ist gekêret mit aller kraft under daz lieht gotes, diu wirt inhizzic und inviuric in götlîcher minne Eckh
2:368,5;
dar nâch sprichet er [
Bêdâ
] , daz der engel sî ein durchsnîdendiu scherpfe, inviuric von götlîcher begirde ebd.
3:354,3;
Lilie
43,34;
Mechth
3: 4,26;
Parad
21,21
MWB 2 1956,44; Bearbeiterin: Baumgarte
în vlëhten
stV.
‘einflechten’
nu wolt ich gern wissen daz / ob mir die mynne icht werde gehaz, / umb daz ich hie ein flicht und wint / von lieb so manchen underbint Minneb
2667.
– bildl.:
nu wârn di juden in sulchem limmen [zornigen Murren, vgl. Mt 21,12ff.] , / daz si von starkem grôzem grimme / mit im nicht gereden mochten, / wan si sô vast wârn în gevlochten / in steinic herzen vlinsic herte [in die felsenartige Härte eines steinernen Herzens]
JvFrst
504
MWB 2 1956,55; Bearbeiterin: Baumgarte
în vleischen
swV.
‘zu Fleisch werden’
1 vereinzelt von Nahrung ‘sich (durch Stoffwechselprozesse) in Fleisch verwandeln’
2 i.d.R. bildl. von der Menschwerdung des Gottessohns, -wortes; übers. lat. incarnari
1
vereinzelt von Nahrung ‘sich (durch Stoffwechselprozesse) in Fleisch verwandeln’
diz manna [geistl. ausgelegt: Christus] nicht in vleischet / sich zu unsers vleisches massen HeslApk
3036
2
i.d.R. bildl. von der Menschwerdung des Gottessohns, -wortes; übers. lat. incarnari:
nach der ersten wis so enwas niht notdurftig, daz got ingefleischet wurde zewiderbringenne menscheliche nature ThvASu
16,24.
46,7
u.ö.;
da wart daz ewige wort ingefleischit daz da ewicliche von deme vadere ist geflozzin Parad
18,33.
18,36
MWB 2 1957,1; Bearbeiterin: Baumgarte
învleischunge
stF.
‘Fleischwerdung’, bildl. von der Menschwerdung des Gottessohns, -wortes; übers. lat. incarnatio:
dô her [
der heilige Helyades
] den glouben der heiligen drîvaldikeit geprediete und des êwigen wortis învleischunge vorborgenheit gelarte zu der sexten stunde des tages dô vurbarc di sunne iren schîn HvFritzlHl
140,37;
ez ist zesagen, alse da vor gesprochen ist von der infleischunge, daz die einung also geschehen ist in der person, daz doch da beleip underscheit der naturen ir beider, daz ist, daz ietwederre naturen bleip, daz ir eigen waz ThvASu
84,23;
wan in der infleischunge, in der enist niht ein die gotliche nature unde die menschlich nature, sunder ez ist ein selbstaunge [Fürsichselbststehen] ietwederre naturen ebd.
96,28.
30,17
u.ö.;
aber dú einunge der infleischunge Cristi, sit daz si ist in einem persoͤnlichen wesenne, so úberget si und ist hoͤher, denne dú einunge des gemuͤtes der seligen zuͦ gotte Seuse
334,3
(=
ThvASu
32,19
);
Seuse
356,12
MWB 2 1957,13; Bearbeiterin: Baumgarte
în vliegen
stV.
‘hineinfliegen’
swenn er in [den Stein, der die Fliegen aus dem Haus vertreibt] trüege aber hin [fort] , / sô flügen si aber wider in Volmar
496;
si [die Elster] deckt ir nest und læzt zwai fenster dar ein gên: datz dem ainen fleugt si ein, datz dem andern streckt si irn zagel auz BdN
219,23.
– bildl. für schnell ausgeführte Handlungen:
das sah myn herre Gawan und kam inn fliegende als ein pfil von eim bogen; da enmochten die andern nit geweren und begunden das felt schentlich zu rumen Lanc
261,36;
– mit laʒen von der Leichtigkeit gesprochener/ gesungener Äußerungen:
der höfsche hovebære [Knabe Tristan] / lie sîniu hovemære / und vremediu zabelwortelîn / under wîlen vliegen în Tr
2290;
sô lie der tugende rîche / suoze unde wunneclîche / sîne schanzûne vliegen în ebd.
3625.
– Part.-Adj.:
hy sult ir wizzen dise schicht / daz der mensch mac mit nichte nicht / vermyden noch intwanken / den in vlygenden gedanken Hiob
11632.
11645
MWB 2 1957,34; Bearbeiterin: Baumgarte
în vliehen
stV.
‘Zuflucht suchen’ (vgl.
invluht
):
in den tieffen vellen tuͦt sú [die Gottesfurcht] infliehen und tuͦt rechte also ein wildes tier [...], daz schúhet oder snelleclichen flúhet von allen den die es fahen súllent oder begriffen wellent Tauler
106,9
MWB 2 1957,54; Bearbeiterin: Baumgarte
în vlieʒen
stV.
zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,629. 633. 638. 646. 651. 657.
1 intr. ‘(hin-)einfließen’
2 tr. ‘etw. hineinfließen lassen, einflößen’
1
intr. ‘(hin-)einfließen’
di tzame [
rute, eine Heilpflanze] ist gut vor di vallende sucht so ir saf dar tzu der nasen invluzet SalArz
12,28;
sú tuͦnt rechte alse ein wasser das uzflússet und wieder in flússet, als daz mer daz flússet us und ilet iemer wieder in den ursprung Tauler
30,15;
etleicheu mer fliezent auz und ain BdN
101,28.
102,3.
– übertr.:
ouch demut dir in vluzet Daniel
5039;
diu sêle muoz [...] wider învliezen in dem sune, als si ûzgevlozzen ist in im Eckh
2:549,7;
DvAStaff
77.
– Part.Präs.:
swen uns ansprunge / hertikait oder pekorung, / jomer oder trauren, / daz denne noch dem sauren / sein inflißendeu suße / uns des jomers puße MvHeilGr
1699;
unde also ist zesagen, daz die menscheit Christi hat ein infliezende craft [
quod habet vim influendi Christi humanitas
] , nach dem unde si zuogefüeget ist dem ewigen worte ThvASu
70,29
u.ö.;
Jêsus der offenbâret sich ouch mit einer unmæzigen süezikeit und rîcheit ûz des heiligen geistes kraft ûzquellende und überquellende und învliezende mit übervlüzziger voller rîcheit und süezikeit in alliu enpfenclîchiu herzen Eckh
1:19,4;
Gnadenl
3:A2,54
u.ö.;
Seuse
178,21
u.ö.
– subst.:
doch fon zit zu zit, alse got in si [die Seele] flizin sal, so muz si ruwin, wan sin inflizin wil ruwe / habin Parad
80,33;
ThvASu
76,11;
Seuse
478,5;
auch als Gerundium:
aber dise genuͤgede sol nút ingon noch keine stat in der inrekeit haben, sú sol sin in eime infliessende mit den werken Tauler
17,11
2
tr. ‘etw. hineinfließen lassen, einflößen’
sich, dise wunder hat an im / das ros und ist also gekart / von nature und von art / und von den synnen, di im got / hat ingevlozzen Hiob
14580;
vnd in dem vs vliessende vnd in dem wider vlissende der drier personen wirt dv̍ sele wider in gevlossen vnd wirt wider in gebildet in ir erste bilde Eckh
2:456,12.
– hierher oder zu 1:
sô wir sprechen ‘guot’, sô vernimet man, daz sîn güete ist im gegeben, îngevlozzen und îngeborn von der ungebornen güete Eckh
5: 10,6
MWB 2 1957,60; Bearbeiterin: Baumgarte
învlieʒunge
stF.
‘Einfließen, Hineinströmen’
darumb so ist not dem beschaiden geist, ob er wirdig süll sein der ewigen sälickait, das er tailhäftig werd der geistlichen infliessung Gnadenl
3:M1,27
u.ö.;
die infliezunge der gnade ist von got ThvASu
56,24
u.ö.;
Eckh (Pf)
345,37
MWB 2 1958,39; Bearbeiterin: Baumgarte
în vlœʒen
swV.
‘jmdm. etw. einflößen’
trîaken nam diu wîse dô, / diu listege künigîn / und vlôzte im der alsô vil în, / biz daz er switzen began Tr
9438
MWB 2 1958,45; Bearbeiterin: Baumgarte
învluc
stM.
‘Hereinfliegen, Einflug’
si fliegent an die waid von irn nesten gegen der sunnen aufganch, aber des nestes tür ist gegen der sunnen underganch, dar umb müezent si sich verkêren an dem einflug von der waid BdN
185,23
MWB 2 1958,48; Bearbeiterin: Baumgarte
invlücke, -vlucke
Adj.
‘einen starken Impuls zu fliegen habend, sehr bereit zu fliegen, flügge’ (zu
vlücke
, vlucke mit intensivierendem →
in-):
hie wahsent uns die vedern van, / von den der muot in vlücke wirt Tr
16961
MWB 2 1958,53; Bearbeiterin: Baumgarte
invluht
stF.
‘Zuflucht’ (vgl.
în vliehen
):
o wol uns der zuversicht / und der richen invlucht, / di wir sus haben an diner zucht, / durch daz man an dich hoffen sal Pass I/II (HSW)
18235
MWB 2 1958,58; Bearbeiterin: Baumgarte
învluot
stF.
‘(Hin-)Einfließen’
obir dise insuln sint eczliche andir insuln, czu den ist sorglich czu sigilin unde kumen von der uzvlut und invlut [
propter fluxum et refluxum maris
] des meris obirswenge MarcoPolo
69,5
MWB 2 1958,62; Bearbeiterin: Baumgarte
învluʒ
stM.
zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,638f. 646. 651. 657.
‘(Hin-)Einfließen’ i.d.R. bildl.; überw. in myst. und geistl. Texten, vereinzelt in astrologischem Zusammenhang:
so unsir herre in si [die Seele] vlivzit: so wirt si schoͮne ane maze. von deme minniclichen invluze wirt si gerainet uon dien súndon PrGeorg (Sch)
32,48;
die liechten cherubin und ir geselschaft hein einen liechten influz und usguz mines ewigen und unbegriffenlichen liehtes Seuse
243,14;
also vil alse ein iekliches naher ist der sache, die da infliezet, daz den influz enphahende ist, also vil so enphaht ez den influze fölklicher ThvASu
62,20;
Elis
5344.
– in unterschiedlichem Maße übergehend zu ‘Einfluss, Einwirkung’
hi sagit meister Eckart fon gotlicher herschaft [...] und wi daz ubirste gut ist geordinit zu der sele und wi di sele sinen infliuz inphehit Parad
6,32;
[die Gnade] wider zü erwerben, daz [...] mag nit von nature geschehen, sunder von dem jnfluß götlicher miltekait Gnadenl
3:A2,42;
PrEkkewint
228;
RvBib
182,26;
Tauler
372,29;
aber ander träum die koment von gedenken, die der mensch wachend hât, und etleich von dem einfluz der stern kreft und etleich von dem einfluz des götleichen gaistes und auch etleich von dem einplâsen des pœsen gaistes BdN
54,6;
von der kunst influß / ich wol kenne, nenne / den flegmaticus Mügeln
331,1
MWB 2 1959,3; Bearbeiterin: Baumgarte
învlüʒʒic
Adj.
‘einfließend, etw. Einfließendes aufnehmend’ (mit Gen.d.S.), hier übertr.:
an dem dritten stücke sol dirre geistlîche himel der sêle werden götlîcher gnâden unde trôstes înflüzzic Eckh (Pf)
212,11
MWB 2 1959,31; Bearbeiterin: Baumgarte
învlüʒʒicheit
stF.
‘Einfließen’, hier übertr.:
dirre înflüzzekeit [der Gnade] begerte Isaias der wîssage Eckh (Pf)
212,20
MWB 2 1959,36; Bearbeiterin: Baumgarte
în vorderen, în vordern
swV.
1
‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’
2
‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl.
înlëger
)
1
‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’
uch sal nicht gebrechen dort / des ir gewinnet swere / vor des keiseres wizzenere [Schergen] , / die sin gut vordern in Pass III
12,65;
zinse vnd gûlte vnsers houes vnd daz dar in gehoͤret súln ir amtlúte uns in helfen vordern vnd gewinnen UrkCorp (WMU)
1480,29
u.ö.
2
‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl.
înlëger
):
so sint die burgen ledich vmb die sache, dar vmb si in gevordert vnd gemant warn UrkCorp (WMU)
935,38.
3020A,34;
wer aver ich oder mein erben des wider, swenn dann Hainreich oder sein brueder ainer mich oder mein erben inn vodert, so sol ich oder mein erben in laisten hinz Sannd Pölten in ain erber gasthaus und do nicht aus kömen, iz werd gelaistet alles das vorgeschriben ist UrkPölt
336
(a. 1340)
MWB 2 1959,39; Bearbeiterin: Baumgarte
învüeclîche
Adv.
‘passend, einfügsam’
wan got kan sich învüeclîcher vüegen ze mir und baz vereinigen mit mir, dan ich mich künde vereinigen mit got Eckh
5: 402,7
MWB 2 1959,56; Bearbeiterin: Baumgarte
învüecsamkeit
stF.
‘Anpassungsfähigkeit, Eingliederungsfähigkeit’
der luft, der dâ enpfæhet daz lieht der sunnen in sich, dâ enschînet kein lieht dan der luft. diz ist von der învüecsamkeit, die er [
der luft
] ze dem liehte hât Eckh
2:406,6
MWB 2 1959,60; Bearbeiterin: Baumgarte
în vüeren
swV.
1
‘jmdn. hereinführen’
2
‘etw. hereinbringen, einführen’
1
‘jmdn. hereinführen’
aber der ivnger was bekant dem bischolf. vnd sprach zv der türhüterinne daz si avch infvrt Petrvm EvAug
265,13;
des landes herren vürbaz / si vuorte zeiner kemenaten în Wh
232,1;
Parz
163,14
u.ö.;
Tr
13383
u.ö.;
GTroj
11207.
– übertr.:
mit dem bilde und mit dem heiligen geiste wirt si [die Seele] durchgevüeret und îngevüeret in den grunt Eckh
1:399,2
u.ö.
2
‘etw. hereinbringen, einführen’
Aristotiles spricht, daz diu lung sei ain wintvanch, der den luft auz und ain füert BdN
29,24;
künde ich den tag [das Tageslicht] mit secken ingefüren Frl
10:7,1;
welch man zu der stat gehort, [...], der sal zu rechte nicht zollen. waz he uz- oder invuret [...], daz ist zolvri StRFreiberg
234,32;
UrkCorp (WMU)
548C,42
u.ö.
– von der Ernte ‘einbringen’
lât ein man sîn korn dâ ûzen stân als alle liute ir korn în gefüerent, wirt ez im veretzet oder zertret, man giltet ez im niht SSpAug
207,8;
WüP
104,14;
mit Ersparung des Akk.:
vnd wann man gar hat ab gesniten [die Ernte] vnd gemæt vnd gar in gefuͤrt UrkCorp (WMU)
67,40
MWB 2 1960,1; Bearbeiterin: Baumgarte
în vüllen
swV.
‘hineinfüllen’
nemt claret alde wein / vnd füllet aber wider in Krone
1673;
daz der rîchen liute kinde vil minre wirt ze alten liuten unde ze gewahsenen liuten danne der armen liute kint, daz ist von der überfülle, [...]: wan den kan man niemer sô vil în gefüllen, daz man dannoch trûwe daz ez genuoc habe PrBerth
1:433,30.
1,35,25
MWB 2 1960,23; Bearbeiterin: Baumgarte
în vuoʒen
swV.
‘hineingehen, eintreten’
der herczog von Bemin hin infuzt / vnd dy furstin alle gruzt Dalimil
29,21
MWB 2 1960,31; Bearbeiterin: Baumgarte
inw-
s.a. enw-
MWB 2 1960,34; |