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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   insule - în tropfen    


insule swstF. insele

MWB 2 1947,19;

insunder, insundern, insunders Adv. ‘gesondert’ genâde, lob, vrid unde segen, / der wünschent zallen zîten dir / der himelischen tugenden gir, / die dû hâst in niun schar / insunder geordent gar RvEGer 338; uberlût unt stillen / kunde sie sîns willen / harte wol gevâren. / heimelîch sie wâren, / sie ensliefen niht in sundern EbvErf 1189; ein ieliche [...] sol slâfin insundirs in eim bette [ singuli per singula lecta dormiant ] BrEng 22; vnde sun si [die Kranken] han insvndirs ein hvs ebd. 36. 53 u.ö.

MWB 2 1947,20; Bearbeiter: Hansen

inswarz (?) Adj. wohl ‘intensiv schwarz, tiefschwarz’ (mit intensivierendem in-, vgl. 1in-; vgl. aber auch La.z.St.): swelch harn ist misseuar. vnde ein teil inswartz [La. (Hs. C) vn̄ in im swarz ] SalArz 115,25

MWB 2 1947,31; Bearbeiter: Hansen

în swëben swV. ‘hineinschweben, hineinwehen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,550f.): – subst.: dâ der vater sînen sun gebirt in dem innersten grunde, dâ hât ein însweben disiu natûre Eckh 1:87,7. 1:158,6. – Part.-Adj.: in der inswebenden frîheit des geistes Eckh (Pf) 416,12. 416,21. 417,36; daz im soͤlichú inswebendú gnade alle tag gemeinlich zwirent von got ward Seuse 173,18; war und warheit na ewiger inswebender einikeit ebd. 88,12; ein stillú inswebende dúnsterheit ebd. 330,14 u.ö.

MWB 2 1947,36; Bearbeiter: Hansen

înswëbunge stF. ‘das Hineinschweben, Hineinwehen’ (bildl. in myst. Texten): daz er [ geist ] aber wonen sol in al, daz ist, daz er wonen sol in einer stêter stilheit, daz ist: in einer înswebunge in sînem êwigen bilde Eckh (Pf) 600,36

MWB 2 1947,47; Bearbeiter: Hansen

în swingen stV. ‘etw. schwingend hineinbewegen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,560): und [ der creatúrlich geist ] wirt da mit den drin personen wider in daz abgrúnd nah inswebender einvaltekeit in geswungen Seuse 193,22

MWB 2 1947,52; Bearbeiter: Hansen

int Adv. ie

MWB 2 1947,57;

int- s.a. en-, end-, ent-

MWB 2 1947,58;

interment, intermoisse stN. intremeis

MWB 2 1947,59;

interpretieren swV. ‘etw. erklären, deuten, übersetzen’ Seraphin, den nunden grat, / den hosten chor got selbe hat / an sich geordenieret. / er ist interpretieret / in den schriften ‘ein brunst’ Pass I/II (HSW) 37242; der nunde chor seraphin, / den got so hohe zieret, / ‘ein brunst’ interpretieret [bedeutet] ebd. 37520

MWB 2 1947,60; Bearbeiter: Hansen

intestîn stN. ‘Darm, Wurst’ (zu lat. intestinum): mit pardris und lampriden vil manigen da genuͦgte. / [...] etlichen andern fuͦgte / ein intestin uf einem kol erkrammet [ausgedrückt] JTit 631,3

MWB 2 1948,3; Bearbeiter: Hansen

inthecken swV. endecken

MWB 2 1948,7;

intiefe stF. ‘innerster, tiefster Grund’ (mit intensivierendem in-, vgl. 1in-; vgl. auch ingrunt und lat. altum;): wesen unde nâtûre ist ein lieht in liehtes eigenschaft. des liehtes ist daz wesen ein ingrunt und ein intiefi. har umbe ist ez wesen Eckh (Pf) 669,33

MWB 2 1948,8; Bearbeiter: Hansen

intp- enb-

MWB 2 1948,14;

intpf- entv-

MWB 2 1948,15;

intph- entv-

MWB 2 1948,16;

int|qu enk-

MWB 2 1948,17;

întrac stM. ‘Beeinträchtigung, Schaden’ (vgl. DRW 2,1473): an den orten, da si [die auswärtigen Metzger] vor alter here gepflegen von morgen an bis zu abent stehen mogen on eintrag und verhinderung der statmezler WüP 6e,8

MWB 2 1948,18; Bearbeiter: Hansen

în tragen stV. auch inne tragen ( ThvASu ). 1 ‘etw./jmdn. (in einen Raum) hineintragen’
1.1 allg.
1.2 ‘etw. einsammeln, heimbringen, (als Ernte) eintragen’
1.3 ‘etw. (in den Körper) hineinleiten, ins Innere befördern’
1.4 bildl. in myst. Texten ein (Hin)Einbringen in den Menschen oder seine Seele (vgl. Egerding, Metaphorik 2,570. 574. 576)
2 ‘etw. einweben, einwirken’ (nur part.)
3 ‘etw. zur Folge haben, einbringen’
4 ‘etw. rauben, entwenden’ (verschrieben aus entragen ?)
   1 ‘etw./jmdn. (in einen Raum) hineintragen’    1.1 allg.: ir kamergwant truoc man în / und entladete den helfant Wig 11460; bi einer wîle giengen schenken für / mit gezierd von Azagouc, / dar an grôz rîcheit niemen trouc: / die truogen junchêrren în Parz 84,23. 182,3; in diseme leitschalle / wart her Lînier în getragen. / beidiu wuof unde clagen, / des was vil ob dem wirte UvZLanz 2121; Wh 259,22. – übers. lat. importare ‘hineinbringen’ also innetreit daz beginne unde daz ende ein ordenunge, unde also treit ouch inne daz mittel ein ordenunge ThvASu 50,7. 28,21 u.ö.    1.2 ‘etw. einsammeln, heimbringen, (als Ernte) eintragen’ vnde so er in gat frvge vnde ze miteme dage vnde ze naht, so sol er ze ieglichem male intragen einre garben seil vol kornes, das er vor den sniteren het gesniten UrkCorp (WMU) N816,7. – von Insekten: die jungen [Bienen] vliegent auz ze würken und tragent ein honig und wahs BdN 289,30; si [die Ameisen] peizent daz korn enzwai daz si eintragent, daz ez icht anderwaid keimel und grüen ebd. 302,6; Renner 5565. – unter Ersparung des Obj.: si [die Bienen] samnent sich all umb irn tôten kaiser und tragent niht mêr ein noch vliegent auz BdN 292,4; alsô mit grôzem vleiz arbaitent si [die Ameisen] und tragent ein ebd. 301,33    1.3 ‘etw. (in den Körper) hineinleiten, ins Innere befördern’ álse der háls dáz ézzan ín tréget. unte ábo dîe stímma ûz tréget Will 58,9; dar umb, daz si [die Luftröhre] [...] tregt den luft auz und tregt ain von des menschen mund zuo der lungen BdN 18,6. – refl. ‘sich im Körper verteilen’ glicher wise also obe die lipliche spise blibe in dem magen und sich nút fúrbas ingetruͤge noch mitte enteilte dem hertzen noch dem hoͮbte Tauler 122,20    1.4 bildl. in myst. Texten ein (Hin)Einbringen in den Menschen oder seine Seele (vgl. Egerding, Metaphorik 2,570. 574. 576): in irem ersten anevang wurden ir [Elsbeth Stagel] ingetragen von neiswem hohe und vernúnftig sinne Seuse 97,10; bis lidig alles dez, daz dú usluͦgendú beschaidenhait us erwellet, daz den willen beheftet und der húgnúst wollust in trait ebd. 169,13 u.ö. – subst.: die fúnfte porte ist daz der mensche gotte steteclichen ein wieder in und uftragen habe, also daz man von ime enpfangen hat luterlichen, also wider in den ursprung, in den grunt do es uzgeflossen ist Tauler 37,15; in einem úber substentklichen intragende des geschaffenen geistes in den ungeschaffenen geist gotz ebd. 169,17. – spez. von Sinneswahrnehmungen: swer âne allerleie gedenke, allerleie lîphafticheit und bilde inne bekennet, daz kein ûzerlich sehen îngetragen enhât, der weiz, daz ez wâr ist Eckh 5: 60,20; ez mac des himels îndruk sîn, oder ez mac sinnelîche îngetragen sîn ebd. 5: 220,4    2 ‘etw. einweben, einwirken’ (nur part.): do wirkit man alczugute sidyne tuch mit golde ingetragin MarcoPolo 25,30; diu tassel dâ diu solten sîn, / dâ was ein cleinez snuorlîn / von wîzen berlîn în getragen Tr 10937    3 ‘etw. zur Folge haben, einbringen’ daz vor schaden man vorslûc, / vil grôzen vromen daz întrûc NvJer 27598    4 ‘etw. rauben, entwenden’ (verschrieben aus entragen ?): und der christen sprech, im sei daz selb phant vorstoln oder enphuert oder eintragen deupleich StRBrünn 368

MWB 2 1948,23; Bearbeiter: Hansen

intremeis, interment stN. auch intermoisse (wohl in Anlehnung an gemüese). ‘Zwischengericht’ (zu afrz. entremes, vgl. Rosenqvist 2,276): dabunt tria bona fercula et unum intremeis et unum gemuͦse UrkKölnZunft 1:196,15 (1. H. 14. Jh.); dat ander gerichte sal sijn eyn gemuͦse mit guͦden visschen of eyn guͦt interment ebd. 1:57,6 (a. 1344); dat ander gereichte sal sijn eyn gemoisse ind eyn goit intermoisse ebd. 2:182,6 (a. 1344-1359)

MWB 2 1949,26; Bearbeiter: Hansen

în trenken swV. ‘jmdm. etw. heimzahlen, vergelten, eintränken’ der tiufel uns allen vil verhenget, / daz er hin nâch uns trenket în / sô wir gar sicher wöllen sîn Renner 8305; und will mir helffen got: / ich entrenck im ein disen spot HvNstAp 6302; ich getrenke in in ir spot Rennew 16738; OsterSpI 958. jmdm. ~ ‘es jmdm. heimzahlen’ er sol dir wol vergelten, swaz du mir hâst getân, / und sol dir^$’z în trenken, mich triege dan mîn wân RosengD 553,4; ir müezent ez gelten, ez wirt iu wol în getrenket PrBerth 2:111,25; Neidh WL 10:6,3

MWB 2 1949,35; Bearbeiter: Hansen

în trëten stV. 1 ‘eintreten, einen Raum betreten’
2 ‘antreten (etw. zu tun), beginnen’
3 ‘sich ereignen, eintreten’
4 rechtssprachl. ‘für jmdn. eintreten, die Rechtsnachfolge antreten’ (vgl. DRW 2,1474f.)
   1 ‘eintreten, einen Raum betreten’ der vilân trat wider în Parz 570,25; do Maria in trat, / Elyzabet wart uffer stat / ervullet von dem geiste Pass I/II (HSW) 1345 u.ö.; in gedrat nu vil gewis / die dohter Herodiadis EvStPaul 3290. 5322. 14503; NvJer 19441. – bildl.: uil beszer ist, daz du / ein auge habest vnd auch zu / dem leben frolich in gedredest EvStPaul 155    2 ‘antreten (etw. zu tun), beginnen’ also sprach Salomon: ‘sun min, wanne du intrittest gotte zuͦ dienende, danne alzuͦhant so bereite din hertze gegen der bekorunge’ Tauler 51,26    3 ‘sich ereignen, eintreten’ du der abin intrait und der tac vil Parad 61,35    4 rechtssprachl. ‘für jmdn. eintreten, die Rechtsnachfolge antreten’ (vgl. DRW 2,1474f.): suln die, den ich iz han vergiftet [denen ich das Vermögen vermacht habe] , zuhant, wan ich embin, intredin UrkFrankf 2:181 (a. 1323)

MWB 2 1949,47; Bearbeiter: Hansen

în trîben stV. 1 ‘etw./ jmdn. hineintreiben’
2 ‘jmdm. etw. vergelten’ (vgl. în trenken )
   1 ‘etw./ jmdn. hineintreiben’ ouch half in [den Griechen] die nacht, / die die von Troyge in treip, / daz in der schiffe ein teil bleip Herb 11939; er müese uns rinder unde swîn / trîben ûz unde in Greg 1351; dem kunic si rât gâben, / wie er den hof solt haben / und sazten im amtliute / dise morgen, jene hiute / triben si in Ottok 41499. – bildl. ‘etw. beibringen’ nû sol ich ouch betichtin, / betichtinde intrichtin, / [...], / beschrîbinde întrîbin / und înbrengin dirre schrift, / [...] / waz pêbste unde keisre sît / sîn gewesin NvJer 1195. – med. vom Einbringen arzneilich wirksamer Substanzen in den Körper: centauria gesoten unde hindene mit einem clister [Einlauf] in getriben, vertribet scyasim Macer 33,3; enciane gemullet [zerstoßen] unde mit warmem wasser zutriben unde in di heimeliche stat mit eime pessario [Vaginalzäpfchen] in getriben, brenget di ander geburt ebd. 63,4. 8,8    2 ‘jmdm. etw. vergelten’ (vgl. în trenken ): und gewint ain frowe gütt / ain kind daz schalkhaften man / sin bosshaitt in getriben kan GTroj 10050 (vgl. auch Anm.z.St.); der andir [der falschen Mutter] tet man schiere schin / das si was ein iubil wip: / wan zirberte ir den lip / mit einim reitel gruͤne: / also wart ir ir chuͤne / in getribin RvEWchr 32301

MWB 2 1950,1; Bearbeiter: Hansen

întrit stM. ‘Eingang’ (bildl. von Grenzland): und [die Feinde] benâmin irre hant [aus ihrer (der Israeliten) Hand, d.i. aus ihrem Besitz] / nicht eine daz gelobte lant, / sundir ouch dâmitte / dî lant von dem întritte / des rîchis zu Egipten NvJer 21851

MWB 2 1950,27; Bearbeiter: Hansen

în tropfen swV. mit Dat.d.P. 1 intr. ‘auf jmdn. eintropfen’ (hier bildl.)
2 tr. ‘jmdm. etw. tropfenweise zuführen, einträufeln’
   1 intr. ‘auf jmdn. eintropfen’ (hier bildl.): also han ich selden ganzen regen. / ez mvz mir einzeln tropfen in, / daz mir weichen sol den sin Herb 39    2 tr. ‘jmdm. etw. tropfenweise zuführen, einträufeln’ der vogel hât die art [...], daz er seinen kinden ain fäuhten eintropft sam milch BdN 224,18. – bildl.: er [Merkur] haizt auch in kriechisch stilbôn, daz ist ze däutsch guot tröpfel, dar umb, daz er guot genâd geuzet und eintropft den kinden, der herr er ist BdN 64,16

MWB 2 1950,32; Bearbeiter: Hansen