inhaftic
Adj.
hier inhaeftich.
‘habhaft, innehabend’; in der Wendung
~ wërden mit Gen. ‘etw. erhalten’
vnd die punde [...]sullen als lang weren, vntz vnser iglicher seines tails inhaeftich wirt vnd im ein geantwurtet [überantwortet] wirt RegisterLudw
313a
(a. 1331)
MWB 2 1899,3; Bearbeiter: Hansen
în halten
stV.
in der Wendung (sich) hart ~
‘in (einen Kampf) heftig hineingehen, sich mit Kraft hineinbegeben’
der herre menlichen streit / vnde hilt sich in hart, / vnz im ein rum wart / hin zv den schiffen. / da weren sie besliffen, / wen daz er alleine / sie troste alle gemeine Herb
11841;
die herren hilden in hart / vnde ir geferten. / den wiben [Amazonen] sie sich werten ebd.
14750
MWB 2 1899,9; Bearbeiter: Hansen
în hangen
swV.
in oder an etw. hängen, ‘inne- bzw. einwohnen, anhaften’ (vgl. lat. inhaerere; bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,320. 322):
– Part.-Adj.:
die drie personen inhangende in einikeit dez wesens ist selikeit Seuse
186,27;
die bewegunge dez menschlichen gemüetes, daz da inhanget dem bösen [
motus animi humani inhaerentis malo
]
ThvASu
180,26;
die inhangende habung ebd.
226,4
u.ö.
– subst. (vgl.
înhangunge
):
er [Gott] ist ein înhangen in sîn selbes lûter weselicheit, dâ niht zuohangendes enist Eckh
1:56,5;
die krefte, die under gote swebent, die hânt ein înhangen in gote ebd.
1:56,9;
Eckh (Pf)
416,33
MWB 2 1899,17; Bearbeiter: Hansen
înhangunge
stF.
‘Inne- bzw. Einwohnung, Anhaftung’ (bildl. in myst. Texten, vgl.
în hangen
):
nâch înhangunge der persônen in daz wesen, dâ ist werk únd wesen ein Eckh
3:133,1;
ez ist zesagen, daz in der wirkünge der erbesünde zwei ding zebetrahten sint. daz erste daz ist sin inhangunge zuo dem gegenwurfe [
primo quidem, inhaerentiam eius ad subiectum
]
ThvASu
188,6
MWB 2 1899,30; Bearbeiter: Hansen
inhant
Adv.
‘öfter, wiederholt, immer wieder’
dô quam ouch zûgejagit sân / ein michil her Littouwin, / dî [...] an dî brûdre trâten / inhant mit strîtis schricke [
et ipsos sepius hostiliter invaserunt (S. 184)]
NvJer
24974;
doch inhant eine cleine schar / ûf dem velde her und dar / irschein ebd.
14409;
ir [der Litauer] kunic daz vil harte / bevestent mit gebote, / daz inhant ein rote / mit irre wer darûffe [auf der Burg] lît / ûf eine vorbenante zît ebd.
23181.
3676
u.ö.;
he ging nicht vel muzig noch phewin [bildl. ‘wie ein Pfau’
] , sundern io ein hant [l. ie inhant; übers. saepius, vgl. Anm.z.St.] zoch her in daz Ostirlant Köditz
35,23
MWB 2 1899,38; Bearbeiter: Hansen
inhant
stF.
die hohle Hand (vgl.
inhende
):
vola: inhant VocOpt
1.171
MWB 2 1899,51; Bearbeiter: Hansen
inhart (?)
Adj.
→
herte
Adj.
MWB 2 1899,53;
în heften
swV.
‘etw. heftend befestigen, einheften’
diu vrouwe truoc ein vürspan / [...]; / dâ mit hafte si ir buosem în [damit befestigte sie das Brustteil ihrer Kleidung, verschloss sie ihr Kleid]
Wig
10566
MWB 2 1899,54; Bearbeiter: Hansen
inheimisch
Adj., Adv.
1 Adj. 1.1
‘am Ort anwesend’
1.2
‘im Ort oder Land beheimatet’ (im Ggs. zu gast ) 2 Adv. ‘zuhause’
1
Adj.
1.1
‘am Ort anwesend’
is abir die wirt [der Herr des Hauses, in dem ein Geschädigter einen Dieb stellt] dinne nicht [nicht zuhause] , so sal he [der Geschädigte] sien also langi beiti [...], biz daz he din cumit, ab he inheimis is. inweri abir die wirt nicht inheimis, so sal he di nachiburi bite, [...] daz su umi den man bistetigin [festhalten] also langi, biz daz he nach mi richteri gige Mühlh
122,15.
134,22
1.2
‘im Ort oder Land beheimatet’ (im Ggs. zu gast):
– in der Wendung jmdn.
~ machen (mit refl. Dat.) ‘jmdn. bei sich aufnehmen, einbürgern’
aldâ nâhen bi der stat [Troppau] / gar rîchlich in [den Thüringer Ludwig von Medlitz] behûset hât / der vierde kunic Watzelabe, / [...]; / er machte inheimisch im den gast Kreuzf
5569
2
Adv. ‘zuhause’
die sich zu gote zihen, / tantzen, ballen entvlihen / [...], / in heimisch schemic wesen, / [...] / Jhesum den edlen jungen / lockent mit iren zungen, / [...] des kunges brut / werden sie, die so leben Daniel
2043
MWB 2 1899,59; Bearbeiter: Hansen
inhein
Pron., Pron.-Adj.
→
nehein
MWB 2 1900,16;
în heiʒen
swV.
‘etw. heizen’
vmb aller heiligen tag sol man der korschuler stuben einhaicczen
2DWB
7:731,4
(samml. pädagog. schr.; a. 1343)
MWB 2 1900,17; Bearbeiter: Hansen
inhelde (?)
Adv.
wohl ‘den Berg herab, abwärts’ (zu
halde
swstF.; oder l. enhelde
‘am Hang’ ?):
daz alliz daz gvͦt, daz inrunt den vier crivcin vnd von der obenendi der berge bi dir stat dis inhelde zitale lit [...], dc daz in dem selbin rehte stande alse Costinzer eigin an erbinne UrkCorp (WMU)
1453A,16
MWB 2 1900,20; Bearbeiter: Hansen
inhende
stN.
ahd. inhenti (vgl. AWB 4,1602).
die hohle Hand (vgl.
inhant
):
vola: inhende Gl
3:354,1
(BStK927);
ir: inhende SummHeinr
2:335,109.1
MWB 2 1900,27; Bearbeiter: Hansen
înhër
Adv.
‘herein’ (s.a. →
hërîn
):
knappen er do komen sach / zu dem palaß in her HvNstAp
12268;
ginch vil drat in diu stat und fuͤr inher die arm, die amuͤgeln, die blinten, die haltzzen uz den wegen und auz den strazzen PrOberalt
122,32
MWB 2 1900,30; Bearbeiter: Hansen
inhitze
Adj.
‘inbrünstig, leidenschaftlich’ (vgl.
inhitzic
):
gottes licham wirdeclich enphangen machet inhitze zuo der minne Eckh (B)
117,17
MWB 2 1900,35; Bearbeiter: Hansen
inhitzen
swV.
→
enthitzen
MWB 2 1900,38;
inhitzic
Adj.
‘sehr heiß, leidenschaftlich, inbrünstig’ (zum intensivierenden in- vgl.
1in- ):
diser heilig caplan waz ein gotlich man in allem sinem tun. [...], und als er denne an sinem gebet was, so waz er so inhitzzig daz ez on maz waz EbnerChrist
40,28.
8,11;
diu sêle, diu dâ ist gekêret mit aller kraft under daz lieht gotes, diu wirt inhizzic und inviuric in götlîcher minne Eckh
2:368,4;
Seuse
386,17
u.ö.;
cze dem vierden mâl schol man dis speis enpfâhen in gotleicher inhiczziger minne MvHeilFr
61.
39.
40.
59;
nu pin ich inhizich / von sunden maniger hande, / der ich mich laider nie erchande GvJudenb
378
MWB 2 1900,39; Bearbeiter: Hansen
inhitziclîchen
Adv.
‘inbrünstig, leidenschaftlich’ (vgl.
inhitzic
):
sant Johannes waz alse begirich unde bran sin herce alse inhizicliken von der minne unsers herren wort zehorenne daz er unserme herren nah gevolget heti uz der wͦsti PrHvKonst
40
MWB 2 1900,52; Bearbeiter: Hansen
în holn
swV.
‘etw. oder jmdn. hereinholen, zu sich holen’
were der [Verstorbene] lichte als arm das er erberen bigrebide nith erzugen mohte den sullîn si reͥthen vnd holen mit ir koste ze Basil în vnd in da erberlich bestatten UrkCorp
155,31.
– subst., bildl. in myst. Texten (vgl.
înkêr
2):
do muͦs ein kreftig inker geschehen, ein inholen, ein innewendig versamenen aller krefte Tauler
9,20
MWB 2 1900,57; Bearbeiter: Hansen
în houwen
swV.
‘etw. hineinhauen, durch Hauen in etw. hineintreiben’
obene in die fossiure [Grotte] / dâ wâren niwan driu vensterlîn / schône unde tougenlîchen în / gehouwen durch den ganzen stein, / dâ diu sunne hin în schein Tr
17061.
16726
MWB 2 1901,1; Bearbeiter: Hansen
inhûs
stN.
Räumlichkeiten innerhalb eines Hauses (vgl. WMU 2,929; SchweizId 2,1705):
vnd ist dc hus geteilt mit disen gedingen, dc diz inhv́se ist gemeine vnd der wec in den hof vnd in den garten UrkCorp (WMU)
436,10
MWB 2 1901,6; Bearbeiter: Hansen
în jagen
swV.
auch inne jagen
(
Lanc
).
1 intr. ‘sich schnell in etw. hineinbewegen, hineineilen’
2 tr. ‘etw. oder jmdn. in etw. hineintreiben’
1
intr. ‘sich schnell in etw. hineinbewegen, hineineilen’
wie dú [Christus] kamist in gejagt / wider in daz ellende, / och zuͦ der zeswend hende / dins vatters wi du sigist gejagt SHort
3932.
– mit Dat. zur Angabe des Ziels (bildl. in myst. Texten):
als des menschen tuͦn daz get innerlich noch der wurtzeln do es uzgesprungen ist, der jaget es wieder in mit allem flisse Tauler
78,8
2
tr. ‘etw. oder jmdn. in etw. hineintreiben’
uns treib ûz der stuben hitze, regen jagte uns în ze dache [hinein ins Haus]
KLD: BvH
11: 2,2;
[die Angreifer] daten sie mit gewalt wiedder in die statt die daruß geritten waren; auch [aber] enwart Phariens und sin nefe so nit innegejaget, sie hetten [nicht auch ihrerseits] menigen schönen schlag geschlagen Lanc
102,20
MWB 2 1901,11; Bearbeiter: Hansen
în jëhen
stV.
‘sich (auf Gott) rückorientieren’ (subst.; vgl.
widerînjëhen
und Sturlese, BdW, S. XXXVIIIf.):
also daz er [der Mensch]
[...] im selb unwidernemklich entwerde und mit Cristo in einikeit eins werde, daz er us disem nach einem injehenne allú zit wúrke Seuse
335,24;
nach usserkeite und nach sinnelicheit isset der usser mensche, aber nach einem injehenne isset er nit ebd.
359,12
MWB 2 1901,27; Bearbeiter: Hansen
in|k-
s.a. eng-, enk-
MWB 2 1901,35;
în kapfen
swV.
hier în kaffen, -gaffen.
‘hineinschauen, hineinstarren’ (in myst. Texten von göttlicher Offenbarung):
kinder, der vil hie [in alsolich wunder
] in gaffen wolte, der muͤste dicke zuͦ bette ligen, die nature enkunde es nút getragen Tauler
71,18.
– subst.:
diu sêle, in der got sol geborn werden, [...] sol stân in einem înkaffenne in disen rîchtuom gotes Eckh
2:232,5;
Parad
15,6
MWB 2 1901,36; Bearbeiter: Hansen |