Inde
swM.
‘Inder’
den stain vint man datz den Dragoditen und datz [l. dâ ze
] den Inden BdN
452,9.
– mit lat. Pl.:
di indi begunden verzagen SAlex
4496.
4516
MWB 2 1883,2; Bearbeiterin: Baumgarte
indenke, ingedenke
Adj.
in der Wendung
~ sîn mit Gen.d.S. oder abh. Nebensatz ‘(einer Sache) eingedenk sein, (etw.) im Sinn habend, (sich an etw.) erinnernd’
an wirdekeit der herste / was dirre werde schenke, / rechtes wol indenke Elis
6112;
ich bin ingedenck deß goldes rot / das mir dein liebe bot / als ich urlob nam von dir FrSchw
6587.
7747;
Renner
13855 App.
–
sa di furstinne lobesam / ir megede weinen hi vernam, / indenke si vil rechte was / [...] wi daz unser herre sprach, / da er di frouwen weinen sach Elis
9143
MWB 2 1883,6; Bearbeiterin: Baumgarte
în denken
swV.
‘in Gedanken (in etw.) verweilen, (sich) in Gedanken (zu etw.) hinbewegen’ (vgl.
indenke
):
das er dike sin spise besserte sinen bruͦdern ze helfe und ze liebe, uf das junge bruͦder nit wider indehten [
ne ... incauta mente recurrerent, App.z.St.] in die welt und das die alten nit erlegen in dem wege Mechth
4: 20,9
MWB 2 1883,17; Bearbeiterin: Baumgarte
Indenlant
stN.
‘Indien’ (s.a.
India
, Inde):
psitacus haizt ain sitich, daz ist ain vogel in Inden lant BdN
221,28
MWB 2 1883,24; Bearbeiterin: Baumgarte
inder(t)
Adv.
→
iener
MWB 2 1883,27;
in dës
→
in
, în
2.1.2 (vgl. innen dës
→
innen
2.1.3)
MWB 2 1883,28;
Indîâ
Subst.
auch mit lat. Flexion, unflektiert als Name; Dat. auch Indian(t).
‘Indien’, (zum Indienbild vgl. LexMA 5,404f.):
der lande, die da heizent India, sint drú Lucid
22,4
u.ö.;
in eineme lante, heizit India JPhys
27,6;
NibB
403,1;
BdN
490,32.
– Dat.:
[der Ganges] springet in Indian vz eineme berge Lucid
19,16;
so hat noch mer gewaltes der von Indian Tannh
5,6.
9,41;
von Indîant Wh
41,16;
auch:
ûz Indîâ ebd.
447,15;
auf ainem perg in India BdN
490,36.
– Akk.:
unz an die ûzern Indîâ Wh
8,9;
in der innern Indîâ Wig
4754;
auch:
Thomas [
gewan
] die vremeden Indiam Spec
124,7;
RvEBarl
15901
MWB 2 1883,29; Bearbeiterin: Baumgarte
Indîân
stM.
‘Inder’ (s.a. Inde):
daz du [Thomas] di indiane / mir [Christus] machest undertane / mit lere in des gelouben rat Pass I/II (HSW)
28067
MWB 2 1883,42; Bearbeiterin: Baumgarte
indîâsch
Adj.
‘indisch’ (s.a.
indisch
):
von Orient unz an Pozzidant, / dar zuo al indîâschiu lant Wh
94,12;
MarcoPolo
55,23
MWB 2 1883,45; Bearbeiterin: Baumgarte
indich
stSubst.
blauer Pflanzenfarbstoff aus Indien, ‘Indigo’ (vgl. Marzell 2,1006):
nim attichpleter vnd reib die vnd nim indich vnd reib die dar vnder vnd lazze das lang vnder einander dorren BairFärb
2,1
MWB 2 1883,48; Bearbeiterin: Baumgarte
indictio
F.
von den Römern eingeführter Zyklus von 15 (Zins-)Jahren, in dem jedes Jahr eine laufende Nummer erhält (vgl. LexMA 5,405f.):
tusent iar heizent ewen, daz ist ein alter. hundert iar heissent seculum, daz ist ein welt. vunfzehen heissent indictio. daz hant die romer gemaht. do si vor so gewaltic warent MNat
12,12.
12,23.
– im Datum:
dis beschach ze Lvcerron [...], do von vnsers herren gebv́rte waren tusent zwei hundert vnd núnzig jar vnd do dv́ zal, dv́ da heizzet jndictio, stuͦnt an dem dritten jare UrkCorp (WMU)
1180,34
u.ö.
MWB 2 1883,53; Bearbeiterin: Baumgarte
în dienen
swV.
übers. lat. inservire
‘für einen dienest (Andacht) zur Verfügung stehen, einen dienest leisten’
daz aber [an Zeit] vber ist nah den wahtun von den brvͦdern, die dis saltirs oder der lezzo etwaz bidurfen, dem andaht werde ingidient BrZw
8
MWB 2 1884,1; Bearbeiterin: Baumgarte
în dieʒen
stV.
‘(laut) hereinschwärmen, hereinlärmen’
diu burk wart ûf geslozzen, / si kwâmen in gedozzen DietrGlesse
518
MWB 2 1884,7; Bearbeiterin: Baumgarte
în dinsen
stV.
hier inne-.
‘(jmdn.) hereinziehen’
da er sie nit lenger gesehen kunde, er buͦckt so ferre ubers fenster das er uß gevallen were, ob myn herre Gawan darzu nit komen were noch die jungfrauwen, die yn mit gewalt inne dunsen Lanc
608,14
MWB 2 1884,10; Bearbeiterin: Baumgarte
indisch
Adj.
adv. indischen.
‘indisch’ (s.a.
indîâsch
):
wî si worden entfangen / in indischen landen SAlex
4583.
–
‘in indischer Sprache, auf Indisch’
die im begenten auf der strassen, / die fragt er indischen der mer / wo des lanndes fraw wer Seifrit
7053.
5396
MWB 2 1884,16; Bearbeiterin: Baumgarte
în dorren
swV.
‘in etw. (den Boden) eindringen und dabei trocknen’
sich muose fröuden ânen / swaz man hie mit den kolben traf. / daz sluoc man daz des verhes saf [das Blut] / muos ze grund în dorren Reinfr
20303
MWB 2 1884,22; Bearbeiterin: Baumgarte
în drengen
swV.
tr. ‘hineindrängen’
ie wider si [Teufel und Menschen] dir weren, ie fúrbas si dich in trengeten in din schiffelin [d.i. din gemuͤte
]
Tauler
172,26
MWB 2 1884,27; Bearbeiterin: Baumgarte
în dringen
stV.
1 intr. ‘hereindrängen, eindringen’
2 tr. mit Dat.d.P. ‘jmdm. etw. eingeben, kraftvoll hineinlenken’
1
intr. ‘hereindrängen, eindringen’
weist du nit, daz ich daz tor bin, dur daz alle die waren gotesfrúnd muͤssent in dringen, die zuͦ rechter selikeit son komen Seuse
34,10;
so sicht si aber dringen / eine schar von jungelingen / in durch di kirchtur Pass I/II (HSW)
12823;
Parz
285,15;
vernünfticheit diu dringet în [in den Grund der Gottheit] ; ir engenüeget niht an güete noch an wîsheit noch an wârheit noch an gote selber Eckh
3:179,2;
Seuse
193,1.
192,25
2
tr. mit Dat.d.P. ‘jmdm. etw. eingeben, kraftvoll hineinlenken’
des saltu, meit, indringen / mir tummen der genaden fließ Mügeln
156,11
MWB 2 1884,31; Bearbeiterin: Baumgarte
îndruc
stM.
in myst. Texten; vgl. Egerding, Metaphorik 2,188f. 192. 194.
‘Eindruck’, Bildspender scheint der Abdruck eines Siegels oder die Prägung einer Münze zu sein ‘Prägung, bleibende Spur, wesensmäßige innere Veränderung’ (überw. Eckh ):
swer iht [etwas] bekennet von ûzerlîchen dingen, dâ muoz etwaz învallen, ze dem minsten ein îndruk Eckh
3:225,7;
doch von îndrucke und von învluzze des mânen in dem himel obenân sô verzîhet und vergizzet ez [das Wasser] sîner eigenen natûre [nach unten zu fließen] und vliuzet ze berge in die hœhe ebd.
5: 45,8;
das ist gotes eigenschaft, daz niht vremdes in in envellet, niht ûfgetragen, niht zuogeleget. dar umbe ensol diu sêle keinen vremden îndruk haben, niht ûfgetragen, niht zuogeleget ebd.
2:344,3
u.ö.;
es waz ein verborgen liehtricher zug von got, und der wurkte geswintlichen den abker. [...] do im dise indruk von got beschah Seuse
8,21;
und die vier indrük des namen Jhesus Cristus [
in daz innerst mins herzen ebd. 128,15
] wurden mir ain wenig mere denne in ainem jar nach anander geben EbnerMarg
130,13
MWB 2 1884,44; Bearbeiterin: Baumgarte
indrücken
swV.
→
iterücken
MWB 2 1885,3;
în drücken, -drucken
swV.
überw. in myst. Texten; vgl. Egerding, Metaphorik 2,189. 193-195.
1
‘hineindrücken’
2
‘zusammendrücken’
1
‘hineindrücken’
inprimetur: indrucht werdin Gl
1:632,43.
–
wan got selber disen sâmen îngesæjet und îngedrücket und îngeborn hât, sô mac er wol bedecket werden und verborgen und doch niemer vertilget noch in im verleschet Eckh
5: 111,19;
dy segel wurden auff gezucht, / mit den ruederen in gedrucht. / sy furen wol und schon / hin gegen Warcilon HvNstAp
3440.
– oft i.S.v. ‘ein Abbild, eine Entsprechung hinterlassen, (wie ein Siegel) prägen, eindrücken’
vnde von der kv́nde [wird ihm Gott] lieber, von der liebe ie svͤzzer vnde vaster in getrvckit in das herce vnde steter an siner liebi vnde an sime dieneste DvAStaff
182;
als ein bilde lobet sînen meister, der im îngedrücket hât alle die kunst, die er in sînem herzen hât Eckh
1:318,6.
3:244,2
u.ö.;
daz bilde der kunst ist ir [der Seele] natiurlîche îngedrücket ebd.
2:192,5.
2:211,3;
ThvASu
298,18.
56,32;
davon sprach Ovidius: ez werdent auf der erden so vil lannt [ebenso viele Länder] in getrucht [einer Himmelsregion, einer Tierkreisregion entsprechend auf Erden dargestellt, vgl. Glr.z.St.]
Sphera
75,28.
– subst.:
daz seste ist ein întrucken des geistes, daz der geist in eime blicke schowet di gotheit blôz ane HvFritzlHl
238,28
2
‘zusammendrücken’
dar úber wirt dem geiste fúr gehalten alsolicher truk das im alle die suͤssikeit und wollust wirt als gar ze mole benomen als es nie nút engewunne, und wirt im do ein als in getrukte und zesamen gejagte mosse [Maß]
Tauler
151,24;
als ein guͤtú woͤscherin, dú mit irem ingedrukten [gewalkt ?] und geweichten wat hin gat zuͦ dem lutern wasser Seuse
134,27
MWB 2 1885,4; Bearbeiterin: Baumgarte
îndrückunge
stF.
‘Abdruck, bleibende Spur’ (vgl.
în drücken
):
wan indrukunge [
impressiones
] , die da gelazen werden von der bewegunge der tiere, von den so heizent die fuozstaphen; unde dez glichez: die esche [Asche] heizet ein fuosstaphen dez füres ThvASu
258,31;
‘unde mîn geist wart formelôs’: daz ist diu indrükunge des geistes in die ungeformete forme unde bilde, daz got ist Eckh (Pf)
507,38;
dâ von wont der vater in der sêle, dâ er die sêle drücket an sîn herze, unde dâ enpfêhet si den sun in sich in der îndrückunge des vater nâch sîner persônlîcher ûzgenclichkeit ebd.
215,24
MWB 2 1885,38; Bearbeiterin: Baumgarte
în dunken
swV.
→
în tunken
MWB 2 1885,51;
indurstic
Adj.
‘sehr durstig’ (zu
durstec
mit intensivierendem →
in-):
sô wirt diu katze von dem eiter [Gift] indurstic PrBerth
1:402,30;
do begerte nie kein inturstiger mund so hitzeklichen eins kalten brunnen Seuse
210,7
MWB 2 1885,52; Bearbeiterin: Baumgarte
Indus
Subst.
ein Fluss, ‘Indus’
ein lant [...], daz heizet India. daz lant heizet nach einme wassere daz heizet Indus. daz springet uz eineme berge heizet Caͮcasus Lucid
20,7.
20,10.
29,6;
der meister sprach: Affrica hebit sich an dem wasser Indus vnde reichet westert an daz wendel mer. jn dem teile sint michelú lant. Libia [...] Pentapolis [...]
ebd.
35,3
MWB 2 1885,57; Bearbeiterin: Baumgarte |