îserkleit
stN.
‘eiserne Rüstung’
man horte da lute clingen / diu swert uf yser cleiden
Rennew
14393
MWB 3,1 13,57; Bearbeiter: Richter
îserkolze
swMF.
auch -cossen (-kousen).
(nur im Pl.) eiserne Fuß- und Beinbekleidung:
dô er daz harnasch gar het an, / zwêne starke schuohe der
junge man / bant über die îserkolzen Wh
296,3;
Parz
802,19;
ein harnasch riche, halsperc und iser koltzen JTit
1255,1
u.ö.
– hierher (zur Form K. Gärtner, Stammen die französischen Lehnwörter in
Hartmanns ‘Erec’ aus Chrétiens ‘Erec et Enide’?, in: Sprachgrenzen. Hg. von
Wolfgang Haubrichs. = LiLi 83 (1991), S. 76-88, hier S. 80):
helme von Poitiers, / halsberge von Schamliers, / îserkousen [Hs.
isser cossen
] von Glenîs Er
2330
MWB 3,1 13,59; Bearbeiter: Richter
îserkouse
swM.
→
îserkolze
MWB 3,1 14,7;
îserkovertiure
stF.
‘Ringpanzer für Pferde’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,100f.; s.a.
îsendach
,
îsendecke
):
daz was Margot von Pozzidant [der König von
Orkeise] , / den man gezimieret vant / eine
jumenten [Stute] rîten, / dar ûf er wolde strîten, /
mit îser kovertiur verdact Wh
395,9
MWB 3,1 14,8; Bearbeiter: Richter
îsern
Adj.
→
îserîn
MWB 3,1 14,14;
îsern
stN.
→
îser
MWB 3,1 14,15;
îserne, îsere
F.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051; AWB 4,1739; s.a.
îsenîne
F.):
von der yseren. ein crût heizit verbena zu dûte ŷsere. daz ist zu manigen
dingen gut Barth (H)
470;
Gl
3:545,43
(BStK947);
verbeneca vel lustago vel ierobotana vel alcea vel licinia vel peristrion id
est: verbena, iserna SummHeinr
1:187,233;
botanica: isirn Gl
3:537,28
(BStK947).
– wohl hierher:
verbena: isenarre Gl
3:580,40
(BStK926)
MWB 3,1 14,16; Bearbeiter: Richter
îsernhart
F.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051; s.a.
îsenhart
):
verbena heiset isernhart unde ist zweierhande unde habnt
beide eine craft Macer
64,1;
Plynius, ein mester, sagt, daz di isirnhat zu vil suchen
dingen guͦt si ebd.
64,14.
64,17
MWB 3,1 14,26; Bearbeiter: Richter
îsernmengære
stM.
‘Eisen(waren)händler’ (s.a.
îsenmangære
):
Teodericus de Acherin emit quandam quartam partem cuiusdam domus et aree cum
uxore sua Gertrude, que sita est inter isirnmengerin in foro
UrkKölnSchr
2,1:283
(ca. 1210-1225)
MWB 3,1 14,32; Bearbeiter: Richter
îsernwurz(e)
(sw)stF.
→
îsenwurz
(e)
MWB 3,1 14,38;
îserrâm
stM.
Schmutz am Körper vom Tragen der eisernen Rüstung (s.a
îsenrâm
und
harnaschrâm
):
do entwappnet sich der werd man / von dem harnasch sin. / durch iserram waz
liecht sin schin. / er twuͦg den ram von im hin dan PleierMel (St)
4374.
5250;
JTit
1521,4
MWB 3,1 14,39; Bearbeiter: Richter
îserrigel
stM.
‘Eisenriegel’
[die Teufel] schufen sich dar an zu wer, / daz sie mit
iser rigelen / die porten [der Hölle] und ir stigelen /
wol verrunten [verrammelten] in der zit Pass I/II
(HSW)
9287.
9301
MWB 3,1 14,45; Bearbeiter: Richter
îsgrâ
Adj.
‘eisgrau’
die rittere ritterlîchen dâ / von Revele wâren îsgrâ / gewâpent wol mit êren
LivlChr
8344;
seiniv [des Boten] ougen waren eisgra, / groz sam
ein strauzes ey Krone
965;
das [Haar der alten Frau] was alles ijszgra ebd.
14169;
nû grîfe wir an den adamas, / der alsulhe herte hât, / daz er sich niht snîden
lât / weder îsen, noch den stâl, / unde daz er ist îsgrâ gemâl
Kröllwitz
1432.
1221
MWB 3,1 14,50; Bearbeiter: Richter
îsgrabe
swM.
‘Eisgraben’, hier als Flurbezeichnung:
daz gvt [...], daz da ligt in dem eisgraben vnd ze
Neidekk UrkCorp (WMU)
N699,14
MWB 3,1 14,59; Bearbeiter: Richter
îshachel
Subst.
→
îskachele
MWB 3,1 14,62;
îsic
Adj.
‘vereist, voll Eis’
ir berc [der burc zû Racketen
] was îsec unde glat, / man mochte dar an nicht bestên / noch ûf daz
wal zû in gên LivlChr
11056
MWB 3,1 14,63; Bearbeiter: Richter
isilla
F.
→
îsel
MWB 3,1 15,3;
îsîn
Adj.
‘eisern, von Eisen’ (s.a.
îsenîn
,
îserîn
):
ein panzir hett er ane und einen ysenen hut off synem heubt
Lanc
101,11;
die [junge Dame] hett in vil bald
beraitt / in sin yssny gewand GTroj
7925;
UrkCorp (WMU)
2302,18
=
WüP
7i,15;
Litan
952.
– übertr.:
er [der himmlische Wind der Gnade]
brichet isinú hertzen Seuse
452,16;
und dar zuͦ er zem ersten [bevor er sich daran
gewöhnt hat] eins isinen flisses bedoͤrfte, das bloset er nu
ab [bläst er nun weg]
Tauler
223,3
MWB 3,1 15,4; Bearbeiter: Richter
îskachele (?)
stswF.
Pl. auch îskachen [:dachen].
‘Eiszapfen’ (vgl. E. Rooth, Bezeichnungen für Eiszapfen, 1961, S.
49-53):
mit starken creften sin / der winter uber windet / die vluth
zu samne bindet, / die scharpfen iskachen / let hangen an den dachen
Vät
11335.
– wohl verschrieben:
sciria [l. stiria
] : izhacheln GlAnzfWK
41,21
(BStK154a)
MWB 3,1 15,14; Bearbeiter: Richter
îskalt
Adj.
‘eiskalt, sehr kalt’
die hirten versuochent, welhiu schâf geleben mügen über den
winter, und sprengent eiskaltez wazzer auf ir aller sterz BdN
154,19;
von grôzer liebe wart [ihm] sô heiz, / daz im ein
îskalter sweiz / allenthalben nider ran Flore (P)
3970
MWB 3,1 15,21; Bearbeiter: Richter
îsleite
stF.
Bedeutung unklar, hier Toponym:
via ad ripam trans meatum siue eductum aque, quem vulgares isleide appellant
UrkHess (B)
2,631
(a. 1303)
MWB 3,1 15,27; Bearbeiter: Richter
islich
Pron.
→
ieslich
MWB 3,1 15,30;
ismahêlisch
Adj.
‘von Ismael abstammend; nach Art der Ismaeliten’
Eraclîus fuor hin und brach / als im sîn tumpheit geriet, /
ein tür der ismahêlschen diet, / die Alexander beslôz Eracl
5364
MWB 3,1 15,31; Bearbeiter: Richter
Ismahêlîte
stM.
‘Nachkomme Ismaels’
alsô si daz chint gwan Ismahelem si in nameton. / dannen
chomen Ismahelîte, die varent in dere werlt wîte Gen
857
MWB 3,1 15,35; Bearbeiter: Richter
isôpe, ispe
swMF.
auch st. flektiert (
JvFrst
10031.
10041;
HeslApk
4801
).
ein Pflanzenname, ‘Ysop’ (Hyssopus officinalis, vgl. Marzell
2,966-970):
von der ispen. isopus haizt isp. daz kraut ist haiz und
trucken [...] und ist nütz mit den pletern und mit den
pluomen, aber mit der wurz niht BdN
405,16.
420,9
u.ö.;
di ysope gesoten unde getrunken vertribet di spulwurme
Macer
21,5
u.ö.;
SalArz
95,39;
da ist gefuͦget daz bigi [Biene] zuͦ deme honige,
der ysopi zuͦ deme balsamin PrGeorg (Sch)
27,176.
29,30;
swer ein schappel ouf trait von salvai, von routen oder von
ispen StRAugsb
173,14;
RvEWchr
10513;
ysopus: îspa SummHeinr
2:551,6.17;
KgvOdenw
5,38.
– in Verbindung mit dem Essigschwamm, der Christus am Kreuz gereicht wird (vgl.
Io 19,29):
der swam was durchsaft / mit ezzich bitter und
umhaft [rundum bestückt] / hî und dâ mit ysôbe
JvFrst
10041;
si nâmen einen badeswamp vol ezziges, mit ysopen si ummewaten en
EvBeh
Io 19,29;
SHort
9537.
–
mit ~ besprengen (vgl. die Bestimmungen zum Reinigungsopfer Lv 14,4-7
und Nm 19,18):
irbarme dich! / mit ysope mich besprenge
HeslApk
4801;
er besprenget dich mit ysypo [La. ysopo
]
Pass I/II (HSW)
40016
MWB 3,1 15,39; Bearbeiter: Richter |