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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
      în wîsen swV.
      înwîsunge stF.
      inwonære stM.
      in wonen swV.
      inwonlich Adj.
      inwonungære stM.
      inwonunge stF.
      în würken swV.
      înwürkunge stF.
      în wurzelen swV.
      inz-
      inzic stM.
      în ziehen stV.
      inziht stF.
      inzihtige stF.
      în zogen swV.
      înzuc stM.
      înzügic Adj.
      în zünden (?) swV.
      în zwicken (?) swV.
      îper stF. (?)
      Îper Subst.
      îpersch Adj.
      ipnapp swF.
      ipocrisis Subst.
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   în wîsen - ipocrisis    


în wîsen swV. 1 ‘(jmdn.) hineinweisen, einweisen’
2 ‘jmdm. etw. (Güter, ein Amt) übertragen, übergeben’
   1 ‘(jmdn.) hineinweisen, einweisen’ si wîsten in zem garten în Tr 18192. – übertr.: lere, die den menschen entwisent von siner grobheit und in wisent zuͦ siner hoͤhsten selikeit Seuse 163,11. 166,7    2 ‘jmdm. etw. (Güter, ein Amt) übertragen, übergeben’ hât aber her claget ûf gût zu dren dingen, man sal in dar în wîsen und es in gewaldigen; dâr en mûz in nieman ûz wîsen SSp (W) 1:70,1. 3:82,2; darnach man Herodem sande / hin wider zu sime lande, / mit im [...] zwene vursten da, / sie solden en in wisen sa / gewaldic machen des riches / Judee Macc 13726

MWB 2 1964,13; Bearbeiterin: Baumgarte

înwîsunge stF. ‘Übergabe eines Gutes oder eines Amtes’ jener, der vor [vorher] die gewer an dem guot het, mag die înwîsunge wol widersprechen, und mag jenen ûz wîsen zem næhsten lanttæding SchwSp (W) 412,3; swer ein gût einem andern gibt und lêt ez in sîne gewere, dâ her selber nicheine gewere an en hât, und wirt jene von gerichtes halben dar în gewîset, jene, die di gewere hât, muͦz die înwîsunge wol widersprechen unde jenen ûzwîzen SSp (W) 3:82,2 (= SpdtL 227,21 ). 1,70,1

MWB 2 1964,25; Bearbeiterin: Baumgarte

inwonære stM. 1 ‘Einwohner’
2 ‘Bewohner’
   1 ‘Einwohner’ do Machabeus so hin quam / in die stat Ptolomaydam, / die inwoner angest haten Macc 10681; alle dî inwônêre / von Hay wurdin tôt geslagin NvJer 2557; Pelzb 136,28. – im Unterschied zu burgære: wer hie burger insaeß oder inwoner ist, es sige frow oder man, knecht oder tochter, nieman vszgenomen StRDiessenh 37; StRMühlh 47; dî înwonêre / der stat und dî burgêre / wol nâch menlîchin sittin / in dâ widirstrittin NvJer 13613    2 ‘Bewohner’ von den jnwonern der taveren, dar man in spilt [vgl. der der in dem haus wont oder taverner vnd tavernerin ] StatTrient 130; mit grimmen sie [Akk.] empfingen / die inwoner in der veste Wigam (B) 718. – übertr.: her hate gar grôze libe zu ôtmutikeit und zu abegescheidenheit und was ein rechte innewoner sînis selbes HvFritzlHl 101,8

MWB 2 1964,35; Bearbeiterin: Baumgarte

in wonen, inne wonen swV. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,715. 718. 719. 721. ‘innerhalb von etw. (übertr. auch jmdm.) wohnen/ siedeln’ darnach er koufte einen berk, / der da lac wol zu genuge, / zu inwonende gevuge HistAE 2898. – übertr.: got wonet und innewonet in einem liehte, dâ niht zuoganges enist Eckh 3:196,11; des herzen klus, / da der geist wonet inne HeslApk 11825; wan er [der Hl. Geist] übermitz die [vermittels der] minne innewonet dem gemüet [ per caritatem mentem inhabitat ] ThvASu 68,9; DvAPatern 37; es ist offen, daz die lv̍te, dien dv̍ gesmakkv̍ wisheit in wonet, werdent berhaft von dien heiligen in flussen mit hab der tu̍genden RvBib 182,26. – Part.-Adj. ‘bewohnend, sich angesiedelt habend’ ein ander lant grôz unde wît / ensît der vrouwen lande lît, / [...], / dô sîn înwonende ir man KvWTroj 42268; übertr.: die gewere sunne inlúhtende ist, dem sú inwonende ist Seuse 478,16; von dem înwonenden gote Eckh 5: 265,9; sich (ausschließlich) im eigenen Inneren aufhaltend: dis guͦt wird den lúten allein entekt die do sint uswendig gelútert menschen und inwendig sint verklerte menschen und inwonende menschen. disen lúten den ist himel und erde und alle creature als ein luter nút, wan si sint selber ein himel gotz, wan got hat raste in in Tauler 174,29

MWB 2 1964,52; Bearbeiterin: Baumgarte

inwonlich Adj. ‘bewohnbar’ dy selbe linie tailen schol [...] di lannd der quarten, da unynwonleich sind durich dy chelte von [...] den lannden, dy da ynwonleich sind Sphera 89,35

MWB 2 1965,16; Bearbeiterin: Baumgarte

inwonungære stM. ‘Einwohner’ (vgl. inwonære ; im Unterschied zu burgære): und sûllent oͧch wir in und iren burgern elleclichen widertuͦn und wider geben, was in von uns und unsern burgern und inwonungern ist bekûmbert und genomen, ane geverde UrkSpeyer 206,23 (a. 1312); wir ouch, die sehtzehen in dem [...] rat [...] wellent die pene dar umbe dragen als ander unser burger und inwonunger, und geloben uf unser eide, daz wir wellent uns under einander und ouch ander unser burger und inwonunger ruͦgen ebd. 280,3 (a. 1323)

MWB 2 1965,20; Bearbeiterin: Baumgarte

inwonunge stF. ‘Bewohnen, Anwesenheit’, übertr.: vnd dar vmbe, enhein creatúr mag vns vertriben von der inren inwanung Cristi RvBib 12,25; dar ane mac man werliche sine [Gottes] inwonunge bekennen in allin creaturen Parad 85,26; Eckh (Pf) 668,29

MWB 2 1965,31; Bearbeiterin: Baumgarte

în würken swV. ‘einwirken’ (s.a. inne würken ): waz da etwaz inwirkit, daz vollinbrengit daz in daz ez wirkit, alse di sonne vollinbrengit di luft Parad 95,33; aber dis inkummendes und inwúrckendes werdent alle menschen nút gelich gewar Tauler 104,20

MWB 2 1965,37; Bearbeiterin: Baumgarte

înwürkunge stF. ‘das Einwirken’ die hinderent der minneklicher in wúrkunge des heiligen geistes Tauler 181,25

MWB 2 1965,43; Bearbeiterin: Baumgarte

în wurzelen, în wurzeln swV. ‘in etw. wurzeln’, hier Part.Prät. ‘tief verwurzelt’ daz wort waz ir [Eva] so geneme und [...] ir ingewurtzilt, daz si snellichen und unberadelichen den appil nam und az Seuse 533,22; das ist der naturen so in gewurzelt, die raste und das gemach, das dar in die lúte ietzunt also gemeinlichen slahent das es den erbarmherzigen got iemer erbarmen muͤsse Tauler 250,24

MWB 2 1965,46; Bearbeiterin: Baumgarte

inz- s.a. enz-

MWB 2 1965,55;

inzic stM. ‘Vergehen, dessen man bezichtigt wird’ (vgl. inziht 2): wir [...] veriehen offenlichen an disem brief [...], daz der edel man Friderich [...], sich des intziges, des in die burger gemainlichen ze Friburg gezigen und geschuldiget habent, [...] offenlichen mit dem aide zuͦ den heiligen entschuldigt hat, also daz wir [...] in des selben intziges luterlichen, gaͤntzlichen vnd gar vnschuldig halten UrkFreiburgGr 13,217 (a. 1338)

MWB 2 1965,56; Bearbeiterin: Baumgarte

în ziehen stV. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,740. 746. 749. 751. 1 intr. ‘Einzug halten’
2 tr.
2.1 ‘etw. (hin-)einziehen’
2.1.1 ‘etw. in sich, den eigenen Körper hineinziehen’
2.1.2 ‘etw. in etw. Drittes hineinziehen’
2.2 ‘sich in etw. hineinbegeben’
2.3 ‘etw./sich (von etw./jmdm.) zurückziehen, sich (gegen Äußeres in sich selbst) verschließen’
2.3.1 ‘etw./sich (von etw.) zurückziehen, abwenden’
2.3.2 ‘etw. (von jmdm. [verbergend]) zurückziehen’ (mit Akk.d.S. und Dat.d.P.)
2.3.3 ‘etw./sich zusammenziehen’
2.4 ‘den Pfeil auf der Sehne des Bogens zu sich heranziehen, den Bogen spannen’ (sowohl vom Bogen wie vom Pfeil)
2.5 ‘etw. zu sich heranziehen’
2.6 ‘(Abgaben) einnehmen, einziehen’
2.7 ‘einebnen’
   1 intr. ‘Einzug halten’ Symon uf die hohe inzoch / mit lobe mit zwigen palmen / mit zimbiln mit clingen galmen Macc 6322. – übertr.: hie zvhet ein ander rede in Herb 17134; die neigunge der sinnelicher krefte und ir bildunge, die in noch [d.i. nach ] inziehen [die ihnen nachfolgend Einzug halten] Tauler 10,21; Seuse 288,13; subst.: der ander grat das ist ein armuͤte des geistes und ein sunderlich in ziehen gotz in einer qwelender beroͮbunge des geistes Tauler 160,2    2 tr.    2.1 ‘etw. (hin-)einziehen’    2.1.1 ‘etw. in sich, den eigenen Körper hineinziehen’ der same gestozen und mit der nasen in gezogen vertribet daz nisen Macer 95,6. 43,10; wie leicht man in [die Schnecke] anrüert, sô zeucht er diu hörner ein und smucket sich selber zesamen BdN 303,4    2.1.2 ‘etw. in etw. Drittes hineinziehen’ si gebuten ir ruoderæren, / daz si bereite wæren, / und zugen si selbe ir anker în Tr 2307; [sie] sahen ein schiff; sie zohen ir pferd inn Lanc 210,14. – übertr.: das nu die sinnelicheit schin inziehe in die vernunft und die vernunft in den geist, so wurde [...] ein luter einvaltikeit do dis lieht alleine inlúhtet Tauler 21,17    2.2 ‘sich in etw. hineinbegeben’ nu hæte der herzoge / ein guot castêl in sîner pflege, / daz lac den vînden ûf ir wege; / aldâ gezôch sich Tristan în / und sîn geselle Kâedîn / mit mæzlîcher ritterschaft Tr 18769. – übertr.: der grave vnd der vrye, / der chünig mit dem herzogen, / die heten sich ingezogen / gämelich in dise chlag Krone 1865; alsô tuont die volkumen menschen, die sich zemâl eingezogen habent in die götleichen lieb, die ahtent aller auzern lieb niht, diu in diser werlt ist BdN 297,17    2.3 ‘etw./sich (von etw./jmdm.) zurückziehen, sich (gegen Äußeres in sich selbst) verschließen’    2.3.1 ‘etw./sich (von etw.) zurückziehen, abwenden’ der kürbiz praitt sein pluomen [...] in der vinster, und sô der tag kümt, sô zeuht er sein pluomen wider zesamen [...]. wie verzer wir unser pluomen und unser kraft in der vinster mit pôshait und an dem lieht guoter werk zieh wir uns ein BdN 393,27. 8,23. – Part.Prät. ‘(von der äußeren Welt) in sich selbst zurückgezogen’ und wisse, daz kein vorworren hercze in manigerley kose gotes suzse stimme nuͦmer gehoret, ez si dan genzlich ingezogen und stille von aller unnuͦczer rede BdVollk 20,11; do sazz er eins males in gezogen und verdaht, und in der stilli sins gemuͤtes begegnet ime ein vernúnftiges bilde Seuse 352,11. 144,12; der meister was sô sêre îngezogen, daz er des vîendes weder ensach noch enhôrte Eckh 4:416,88; zü dem andern male sol si [die Seele] ingezogen sin von vergen̄klichen dingen vnd wandelhaften dingen ebd. 3:432,18. 3:227,4. 1:120,6; Tauler 102,3    2.3.2 ‘etw. (von jmdm. [verbergend]) zurückziehen’ (mit Akk.d.S. und Dat.d.P.): sine gotheit zoch her in [Christus den Juden] wol in, / wen her liez sie sin gewaldic sin, / daz her sich nicht enwerte HeslApk 9509    2.3.3 ‘etw./sich zusammenziehen’ ez sol ouch ir deheine keinen barchenrock, underrock oder oberrock zuͦ den siten brisen oder durch engenisse mit snuͤren inziehen oder ir lip oder ir bruͤste mit engenisse intwingen oder binden SpeyrerP 59. – hierher ‘sich zusammenziehen, zusammenrollen’ oder ‘sich (verbergend) zurückziehen’ (vgl. 2.2): wenn si [Akk., die Meerfraße] dann die herren jagent und si dar umb verderben wellent, sô ziehent si sich ein und ezzent von in selber ain stuck BdN 232,21    2.4 ‘den Pfeil auf der Sehne des Bogens zu sich heranziehen, den Bogen spannen’ (sowohl vom Bogen wie vom Pfeil): in dem zeichen daz man nennet / den schutzen, der synen bogen / hat gar herte ingezogen Hiob 3174. 8206; swer hat armbrust oder bogen, / die suͤln wesen in gezogen Rennew 10464; Wh 18,19; ClosChr 83,4. Claudius fürt den horen pogen [Hornbogen] / mit eingezogen stralen HvNstAp 17710. 18458; er schôz in [den Löwen] mit dem bogen. / eine scharfe strâle hete er in gezogen NibA 879,2; übertr.: ingezogener strale [Pfeile] spart / din tumheit nicht Frl 4:16,5    2.5 ‘etw. zu sich heranziehen’ diu junge süeze künigîn / alsô zôch si gedanken în / ûz maneges herzen arken, / als der agestein Tr 8108. 8090    2.6 ‘(Abgaben) einnehmen, einziehen’ da sol im ein vogt beholfen sîn, soͤlich buͦßen înzeziehent 2DWB 7:1157,69 (a. 1351)    2.7 ‘einebnen’ dâ diu mûr was gestanden, / daz was ein ûf geworfen rein [Wall] , / dâ giengen grôz unde klein / mit ir geziuge [Werkzeug] hin / und zugen den buhel [die Bodenerhebung, Aufschüttung] in, / daz er ebenslehte wart, / alsô daz in diu vart / hin zuo behende was Ottok 48964

MWB 2 1966,1; Bearbeiterin: Baumgarte

inziht stF. 1 ‘Anklage, Anschuldigung, Vorwurf’ (vgl. inzihtige )
2 ‘Vergehen, dessen jmd. beschuldigt/ angeklagt wird’ (vgl. inzic )
   1 ‘Anklage, Anschuldigung, Vorwurf’ (vgl. inzihtige ): von der inzicht. waer iemant in einer inzicht, die er gerichten wil, oder waz im an den leip gieng oder an sein er, den sol der richter darumb gerichten lan, als der schrannen recht ist StRMünch 327,27 u.ö.; UrkCorp (WMU) 1100A,16 u.ö.; SchöffIglau 177; d^$’wijle ich es aber bin angeseit / von der frauwen, die hie kleit [d.i. klaget ] , / vnd sie des einen gewiszen kempfen hat, / so wil ich mich der missedat / bereden, als ein ritter sal. / [...], / e ich also blibe / von ir in der inziht Krone 19171. 27942; daz ich mich dirre inziht / unschulde mit der wârheit KvFuss 570 u.ö.; do [im Tempel] magstu dich vil wol pewaren / vor anfechten und vor inzicht HvNstAp 2798; war vmb zeichest du mich. so einer falschen inzicht GestRom 41; in incihti WessobrGlB I 144,13; Tr 15381; JvFrst 6575    2 ‘Vergehen, dessen jmd. beschuldigt/ angeklagt wird’ (vgl. inzic ): wil aber er durh sin selbes ere erziugen selb dritte daz er der inziht unschuldic si, daz sol man wol von im nemen StRAugsb 81,2; unde sol bereden zen heiligen mit sinen zwain vingern daz er der in ziht unschuldic si ebd. 80,27

MWB 2 1967,31; Bearbeiterin: Baumgarte

inzihtige stF. ‘(falsche) Anschuldigung, Bezichtigung’ ích hábe gisúndôt in nîde,[...], in árgwânide, in íncihtigi, [...], in áller wíderwârti mînes nâhisten und in állen úbeltâten BambGlB 144,13 (vgl. WessobrGlB I 144,13 inziht 1)

MWB 2 1967,55; Bearbeiterin: Baumgarte

în zogen swV. ‘sich hinein begeben, Einzug halten’ dâmit diu gemeine / zogt in mit ir rotten Ottok 65797; Amor, der voget, / komt ingezoget Frl 8:15,19; du hast nu spate daz [Herz] behut, / wan sie [die Geliebte] ist so creftig ingezoget, / si hat gehuset und wil sin ein erbevoget [Schutzherr] / nach minem [der Minne] mute in diner brust ebd. 14:31,7

MWB 2 1967,60; Bearbeiterin: Baumgarte

înzuc stM. ‘Rückzug ins Innere, in sich selbst’ (vgl. în ziehen 2.3.1): der slâf ist niht anders wan ain einzug der sêle auf sich selber BdN 8,18 u.ö.; wære der mensche alsô in einem înzucke, als sant Paulus was, und weste einen siechen menschen, der eines suppelîns von im bedörfte, ich ahtete verre bezzer, daz dû liezest von minne von dem und dientest dem dürftigen in mêrer minne Eckh 5: 221,5

MWB 2 1968,4; Bearbeiterin: Baumgarte

înzügic Adj. ‘hereinziehend’ sitig und ruͦwig in den sinnen, nút hin und her woldenieren [umher ziehen] – wan daz ist gar inzúgig der bilden –, so wurdi den inren sinnen ein muͤssiges spacieren Seuse 166,24

MWB 2 1968,13; Bearbeiterin: Baumgarte

în zünden (?) swV. ‘etw. entzünden’ von disen geisten wart entzunt [La. einzunt ] / din lip, din herze Frl 1:6,18

MWB 2 1968,18; Bearbeiterin: Baumgarte

în zwicken (?) swV. ‘jmdn. gefangen nehmen’ (?, Glr.z.St.; oder Syntagma in zwicken ‘in Fesseln’, vgl. zwicke stF.): manigen man werven sach [man sah viele hin und her gehen (vgl. Glr.z.St.)] / ungevangen ûf dem wal hie, / hiet er gewest, wie ez ergie, / der ez nimmer het getân: / manigen hôhen man / sach man in zwicken Ottok 17167

MWB 2 1968,21; Bearbeiterin: Baumgarte

îper stF. (?) ‘Ulme’ → Îper

MWB 2 1968,28;

Îper Subst. ‘Ypern’, durch ihre hochwertigen Stoffe bekannte Stadt in Flandern: dô gap man im kleider an, / von Îper daz beste, / daz ieman dâ weste EnikWchr 22473; Iper und Arraz / schrîten flæminge [als Schlachtruf] Wh 437,14; ŷper unde Gent Ottok 63783. – als Bestandteil eines Wortspiels mit dem homophonen îper ‘Ulme’ (vgl. Marzell 4, Sp. 905f.) und dem homophonen Gegenpaar, der Stadt ‘Huy’ (Hoye) und ‘Heu’ (höue, Dat.): ich wânde ein wîb von Iper haben funden, / dô ich êrst ersach die minnenklichen –, / nu swachet sî an êren zallen stunden, / daz ich sî ze Hoye wil gelîchen SM: UvB 4: 2,1

MWB 2 1968,29; Bearbeiterin: Baumgarte

îpersch Adj. ‘aus Ypern stammend’ daz ist ginthisch [aus Gent] gewant unde ypirsch unde broslisch [aus Brüssel] gewant StRFreiberg 252,4; swelch man hât ein stükke scharlachnes [Tuch] , der scol iz verschozzen [versteuern] vor sechs mark; ein geverwet tûch vor vier mark; ein iunk [neues] ypersch, ein pöpersh [aus Poperinge] , ein nebelsh [wohl aus Nivelles (Belgien)] , ein trîresh tûch vor zwû mark UrkZeitz 20 (a. 1322)

MWB 2 1968,42; Bearbeiterin: Baumgarte

ipnapp swF. eine giftige Schlangenart (vgl. MlatWB 4,1183 s.v. hypnalis): von der ipnappen. ipnapis haizt ain ipnapp. daz ist ain slang, diu zeuht ir art von der slangen, diu aspis haizt [...]. diu ipnapp hât die art, daz si die läut peizt und hekt und dar nâch werdent die läut slâfend und sterbent mit dem slâf BdN 272,2. 272,5

MWB 2 1968,51; Bearbeiterin: Baumgarte

ipocrisis Subst. ‘Heuchelei’ (vgl. MlatWB 4,1185 s.v. hypocrisis): sus sprach er [Christus] sine iungern ane: / ‘gewarnet vor dem hefel [Sauerteig] stant, / den pharisey ab yn gelant, / daz ist ypocrisis genant [Lc 12,1] EvStPaul 8182

MWB 2 1968,58; Bearbeiterin: Baumgarte