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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   îder|slange - ieman    


îder|slange swM. Erstglied von griech. hýdra. ‘Wasserschlange’ (vgl. îdris ): wê daz ein îderslange mag dur herten [mit Härte aufsprengen] cokodrillen [zur Sache vgl. BdN 273 ] KvWLd 32,231

MWB 2 1840,22; Bearbeiter: Luxner

îdris, îdrus M. von griech. hýdra. ‘Wasserschlange’ (vgl. îderslange ): in demo uuazzere nilo ist éinero slahta nátera dîu heizzit ídris ÄPhys 4,2 u. ö.; wie der îdrus ertôte den kokodrillen Boppe 5:3,6; ydros haizt ain wazzerslang, wan ydor in kriechisch haizt wazzer BdN 272,33. 272,34; JPhys 4,5 u. ö.

MWB 2 1840,26; Bearbeiter: Luxner

idrucken swV. iterücken

MWB 2 1840,33;

ie Adv. auch io und î ; ie unde ie kontrahiert auch ientie ( Spec ) und int ( Hawich 4894 ). 1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)
1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’
1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken)
1.1.3 subst.
1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’
1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend)
1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’
1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz)
2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’
3 mit Komparativ
3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’
3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’
4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen)
   1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)    1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’    1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): ich was dir î gehorsam VMos 74,24; got tet in ie sigehaft Rol 9049; ich was ie zu allemo ubele gare SüklU 47; Iw 1951; Parz 89,23. – verstärkend ie unde ie: want si an einen got ie unt ie geloubiten PrHoff 104,2. – in Verbindung mit iemer (mêre), das in Bezug auf Gegenwärtiges/  Zukünftiges gebraucht wird (zweites Präd. im Präs.): div aller hereste maget, div îe wart oder inmer wirt Spec 95,27; daz die drî gnendi ein warir got ist, der dir îe was an angenge vnde iemer ist ân ende ebd. 1,5 u. ö.; geloube daz er wârre Krist / ie was und immer ist Wig 4661. 8192; Iw 7544; hætest dû alle die sünde getân, die von Adâmes zîten ie geschâhen und iemermê geschehent Eckh 5: 245,8    1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken): dér da îe uuêidenet unter dén lilion Will 100,2; min leit wirt vernvwet / ie von tage zv tage Herb 14093; ich alte ie von tage ze tage / und bin doch hiure nihtes wîser danne vert [im letzten Jahr] MF: Reinm 8: 2,1; Tannh 1,10; Iw 5275; Konr 11,14. – verstärkend ie unde ie: so schaffe du dine spe [sende Kundschafter aus] , / swaz ie unt ie gesche, / die dich warnen Rol 2468; der wachet wol, des andaht ientie hin ze gote gerihtet ist Spec 127,18 u. ö.; PrLpz (L) 82,19; Tund 523    1.1.3 subst.: an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende. / [...] / din ie, din immer ist gar ungepfehtet JTit 1,3    1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’    1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): er uuas schonero den imen io uurde ÄPhys 2,16; weren alle tugende in ein, / die die svnne ie beschein / oder die mensche ie gewan Herb 110; hete ich nâch gote ie halp sô vil gerungen, / er naeme mich zuo zim MF: Mor 17: 3,7; ouwê daz ich ie wart geborn! Iw 1469; SM:WvK 5: 4,7; Rol 3244. – mit Indef.-Pron.: ob ie kein frouwe mêr gewan / sô werden friunt Parz 103,12; dâ hûb sich ein sturm vil grôz. / [...], / daz alle die mahte wundern, / die ie dechainen sturm gesâhen VAlex 869; dâ ie kein marschant / erzôch sô tugentlîchez kint! Tr 3130; Roth 3693; Lanc 14,18    1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend): der von Adame / zo der werlde ie bequeme Roth 2708; e sie in ie gesehe Herb 591; daz er ie durch sîn laster ûz chôme VAlex 1158; Iw 7551; Parz 8,7; er [der Tod] chumit ie nohwennon MemMori 90    1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’ wat mugen wir nu sprechen van den armen, der bladere izuͦ durre sint? Lilie 8,22; div erbarmide vnseres herrin. hat vns iezo vol lange firtragin PrWack 6,3; diu senede gât ie zuo ziu dar Tr 14446. – hierher (vgl. Gl. z. St.)? so daz nieman ie zu vunden / wart der iz hir wolde kunden HeslApk 569    1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz): ich wænez ie wart, / sit daz Adam erstarp, / daz also manech wip unde man / wider got haben getan / an ir selbes libe Wahrh 171; ich wæn ie wîp würde baz mit liebem manne / danne ir was KLD: UvL 40: 6,5; ich wæne ouch ie sô guoter kam / inz lant ze Curnewâle Tr 6592; SAlex 5178; Litan 1051. ei wie sicher ich es bin, / der truhsæze daz er in / ie getorste bestân! Tr 9351    2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’ er hiez des unreinen drîn / ie zwei und zwei setzen Aneg 1858; er teile sin guot / durch die michelen not / ie deme unde deme Hochz 642; daz man ie uz 1 malter koͤrnes mit dem sumerin uf den kauf backen sol 48 wastel [feines Brot oder Kuchen] WüP 89,5; Parz 23,19; Tr 5982; KvWEngelh 3101. daz ich ir gediente ie tac [Tag für Tag] , / des wil sie mir gelouben niht MF: Reinm 24: 3,1    3 mit Komparativ    3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’ do begonden sie sich nahen / ie baz vnd baz Herb 2525; si wart ie verrere von der gotes chrefte her danne getriben Konr 9,11; Tr 103; Rol 7758    3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’ so wir îe mêre sunden, so wir îe harter uon gote genidert birn Spec 131,23; diu wazzersucht ist also getan, so er ie mer trinchet, so in ie mer duͤrstet PrOberalt 164,22; j elder der kese ist. j boser. j iungir i bezzer SalArz 18,38; KLD:UvL 12: 1,2; Tr 113. als der wein iee roter und diker ist, so er iee mer pluetes machet HvHürnh 52,4    4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen): dâ hûb sich ein sturm vil grôz, / ein tûsint beleib ime dâ tôt, / von chriechiscen chunne, / ê Alexander den furt ie gewunne VAlex 1224; mit dir hân ich überwunden / trûren, daz mir tet ie wê KLD: UvL 32: 2,4; wir mvzzen vns ie scheiden Herb 2237; Iw 7267

MWB 2 1840,34; Bearbeiter: Luxner

ie|besunder (?) Adv. verstärktes besunder; unklar, ob Syntagma. ‘insbesondere, besonders, vor allem’ den priester ie bisunder / nam innerliche wunder / der herlichen gnade / di he beschouwet hade Elis 2873; dar quam ouch ie besunder / des folkes michel wunder / von deme lande al umme dar, / di dirre wihe namen war ebd. 9737

MWB 2 1842,14; Bearbeiter: Luxner

ieclich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegelich

MWB 2 1842,21;

iedër, iediu, iedaʒ Indef.-Pron., Pron.-Adj. traditionell als Kürzung von ietwëder gedeutet (vgl. etwa DWB 4,2,2285); nach neuerer Ansicht aber wohl Zusammenrückung von ie und dër (bereits eingesetzt, jedoch noch nicht abgeschlossen; vgl. Fobbe, Indef.-Pron., S. 182-184; Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 336). alle einzelnen einer Gruppe bezeichnend ‘jede(r/  s)’ man sach da manigen roten mund / jamern zu der selben stund: / ir klag was unmassen groß / iede umb iren liben slaf genoß HvNstAp 3131 u. ö.; ez sol auch bi iedem tische in dem broͤthuse und an iedem burgtoͤr und auch uf der tuͤmprobstie, [...], ein wage sin mit eime gewihte WüP 89,26 u. ö.; ez waz ein wares liht, daz eben / erluhtet ie des menschen leben EvStPaul 10920; PrHess 70,922 u. ö.; BdN 199,22 u. ö. – wohl eher dualisch zu verstehen: fvnf fingere, daz si vch geseit, / ist ie der hende hie benant PrHess 62,153; auch sint läut, die hinder sich gekêrt hend habent und an iedem fuoz aht zêhen BdN 490,2 u. ö. – in der syntakt. Fügung iedër man ‘jeder(-mann)’ (zur weiteren Entwicklung vgl. Frnhd. Gr. (MSB) 7,109): zwei hundert phenninge vmme brot / gar lutzel da zu staden queme, / daz ieder man ein wenig neme EvStPaul 11831; si gab in ander weide / ie dem man ein simelbrot Elis 2951; alsuͦs sol man sweren ieder man arm und riche, daz er alle die gesetzede stete halte WüP 7k,8 u. ö.; Lanc 236,2; PrHess 11,115; Hadam 485,7. – Form des Nom. Sg. auf Dat. Sg. übertragen: so wil er lonen ie der man / waz er hie hat getan HvNstGZ 4837

MWB 2 1842,22; Bearbeiter: Luxner

iediclich Indef.-Pron. ‘jede(r/  s) einzelne’ wem si daz geben machen oder verkaufen an libe oder an tode ir iedeklichem besunder zu sinem teyl UrkWürzb 41,182 (a. 1345)

MWB 2 1842,54; Bearbeiter: Luxner

iedoch Adv., Konj. auch îdoch, êdoch sowie iedo ( Elis 6363 ). mit restriktiver oder adversativer Funktion; beide Funktionen nicht immer deutlich trennbar. 1 restriktiv; einen Aspekt der vorhergehenden Aussage einschränkend bzw. relativierend ‘(je-)doch, allerdings, aber’
2 adversativ; Gegenteiliges einer (vorhergehenden) Aussage, eines Sachverhalts oder einer Erwartung ausdrückend ‘trotzdem, dennoch, doch’
   1 restriktiv; einen Aspekt der vorhergehenden Aussage einschränkend bzw. relativierend ‘(je-)doch, allerdings, aber’ ir birt rêin, idoch niht alle Spec 52,23; der ander lebete dannoch: / der muose sich im iedoch / gar in sîn genâde geben Iw 6792; prasius ist ain grüener stain gar schœner. iedoch ist sein grüen vaizter wan des smaragden BdN 456,3; ich enbin leider nv niht wis; / iedoch daz min bruder Paris / itzvnt gesprochen hat, / des folgen wir, daz ist min rat Herb 2226; idoch sage ich dir, herre: / wir sculn bi dir ersterben / oder din ere erweruen Rol 8396; iedoch sô weiz ich einen man, / den ouch die selben vrowen dunkent guot MF: Mor 28: 2,6; SalArz 11,42; Roth 3948; UvZLanz 4514    2 adversativ; Gegenteiliges einer (vorhergehenden) Aussage, eines Sachverhalts oder einer Erwartung ausdrückend ‘trotzdem, dennoch, doch’ toh ir chomint alle von einiman / ir bint iedoch geskeiden / mit manicvalten listen MemMori 58; al eine und sîn si lange tôt, / ir süezer name der lebet iedoch Tr 223; den busch du flamme bevienc, / ie doch her niet necegienc MarldA 49; jedoch suln wir geluͦben, daz er ie waz vnde iemer ist Lucid 5,3; wol gedingen und iedoch niht volle wol geleben, / so vürhte ich vil lîhte ein ende nemen SM: UvS 1: 2,1; daz kraut und auch sein sâm ist ain pfärdfuoter, idoch fuoret ez diu pfärt niht wol BdN 424,22; Wig 4318; Wahrh 65; MarseqM 32

MWB 2 1842,58; Bearbeiter: Luxner

ie|einic Indef.-Pron. ‘(jemals) irgendeine(r/  s)’ alle willent si dat guͦt haven, / van der wigen bize zuͦ deme grave, / inde die maze satte he ime cuͦme ieinich man, / de guͦdes ieinich deil gewan Lilie 21,5

MWB 2 1843,26; Bearbeiter: Luxner

iegeborn Part.-Adj. bezogen auf die Präexistenz Christi ‘(schon) immer existent, ewig’ (vgl. iegetaget ): also wart die maget gerurt / do der aller meiste / bi sines selbes geiste / sant ir sin ie geborne wort, – / nicht wort daz oren wirt gehort, / noch daz man sprichet mit lefsen, / [...] / Maria gebar daz wort hie / daz dort mit gote wonte ie / mit ewigen wonungen HeslApk 621

MWB 2 1843,31; Bearbeiter: Luxner

iegelich, iegeslich Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch iclich u.ä.; ieclies ( Ipocr 200 ). ‘jegliche(r/  s), jede(r/  s)’ (s.a. ieslich und ieteslich , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 330f., 337-339, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282) 1 pron.
1.1 allg.
1.1.1 mit vorangest. ein (unsicher, ob zum folgenden [1.1.2] , vgl. Fobbe, Indef.-Pron., S. 179f. u. 184)
1.1.2 in Verbindungen, die die distributive Sicht verstärken
1.2 mit partit. Gen.
1.2.1 mit al im Gen. Pl.
1.2.2 mit besunder/ sunderbar/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend
2 attr.
2.1 allg.
2.2 mit vorangest. ein (unsicher, ob zum folgenden, vgl. Lit. unter 1.1.1 )
2.3 mit besunder/ sunderbar/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend
   1 pron.:    1.1 allg.: wol sie sie enphingen, / herren vnde die knechte, / iegelichen nach sime rechte Herb 520; sus fuor der her, der ander hin, / ieglîcher als im geboten wart, / alsô schihte sich ir vart KvHeimHinv 163; iegeslîcher dar umbe vuorte / gewâpentiu ors und harnasch gar Wh 239,24; Gen 66; SalArz 6,17; Eckh 5: 8,14. – mit Präd. im Pl. i.S.v. ‘alle’ ieglich fuͦren zuͦ ir haubtstat PrOberalt 17,14. – hier wohl verschrieben für ëtelich (vgl. Anm.z.St.): die frouwen hetten einen strit; / [...] / wer da nest Ectore / hette prises gwunnen me. / igeliche sprach, daz Paris / nehest im hette den pris; / etliche, daz Troylus, / etliche, daz Deiphebus Herb 6043    1.1.1 mit vorangest. ein (unsicher, ob zum folgenden [1.1.2], vgl. Fobbe, Indef.-Pron., S. 179f. u. 184): da wirt ainem iglichen gelonet nach sinen werchen PrOberalt 14,14; do fur ein iglicher zuͦ seiner haubstat ebd. 17,2; ein iegeslîcher SM: UvS 29: 2,8; Spec 19,11    1.1.2 in Verbindungen, die die distributive Sicht verstärken: – mit besunder/ sunder/ sunderlich: nu wart in gebettet wol, / als man lieben gesten sol, / iegelîchem besunder UvZLanz 833; so mahtu machen hechde, foͤrheln, brasmen, vnd backe ieglichez besunder in sime teyge BvgSp 19; SalArz 7,40; Tr 10797; iegeslîchen er sunder nande Wh 245,24; herumb ducht mich gut das wir uns schieden und ieglicher sunderlichen fure Lanc 310,26 u.ö. – in Gegenüberstellung mit al: Lanzelet niht vergaz, / daz er alle die gesellen sîn / und iegelîches vriundîn / mit im füeren solte UvZLanz 8792; mit urloube ritens alle dan, / als ich iu geseit hân, / iegelîcher heim ze lande Wig 1712. 1688; daz boumelîn, daz ist daz leben, / daz uns allen ist gegeben, / ieglîchem nâch sîner maht RvEBarl 4719. 3910. – ~ vür sich: dô swuor igelîcher vür sich / bî sîner triuwe, ez wære wâr StrAmis 888    1.2 mit partit. Gen.: der helidi igilich / druc sin swert umbi sich LobSal 177; ir igeslîcher het wol gesworn StrAmis 722; do qvamin schire sechs man, / der ieglicher ein stange zoch ReinFu K,517; aber dirre [ gebresten ] ieklich bekam Christo niht [übers. quorum neutrum convenit Christo ] ThvASu 86,24; Tr 137; Mechth 3: 9,7. – flekt. und unflekt. unterschiedslos verwendet: ir igelich dar ane nam / alsez sin girde wolte haben VMos 47,24; ir îgelicher dar ane nam / alsez sin girde wolte haben ebd. 78,25    1.2.1 mit al im Gen. Pl.: der áller îegelîch habet sîn suért in hánton Will 51,16; der sternen aller iegelich, / der teilet uns daz sin lieht VEzzo 121; der steine allir iegelich / treit ein lieht also erlich / widir den andiren besundir Hochz 443; Rol 5802    1.2.2 mit besunder/ sunderbar/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend: es nie geschah das ein ritter dry zu einem kampff bestunde, wann aller yglichen besunder Lanc 527,4; Rol 1171; der ieglicher sunderbâr / mit zuhten und mit sinne / von der kuniginne / urloup dô nam Ottok 90928; nu sulle wir sagen uon der dinge iglichem sunderlichen, waz ir iglichez bezeichen an dem harne SalArz 110,42    2 attr.:    2.1 allg.: der erde gebôt er [Gott] / daz si wuocher brâhte alsô siu natûre hâte: / wurze unde sâmen nâch iegelicheme geslahte getân Gen 65; undi sal iclich man daz sueri Mühlh 119,14; die stat, / da ieklich mensche erkennet sîne schulde SM: JvR 1: 6,8; Heimrîch und iegeslîch sîn sun Wh 245,13; sîn ieglich friunt Ottok 56787; UvZLanz 2965; PrBerthKl 4,36    2.2 mit vorangest. ein (unsicher, ob zum folgenden, vgl. Lit. unter 1.1.1): ein ieglich ungefuͤger bauch, / der ist ein trencker und ein slauch Physiogn 345. 137; so scol diu erbarmede von uns gan uber einen iegelichen man AvaLJ 215,5; daz müezzen klagen wir, / ich unde ein iegeslich / siech sender man SM: Gl 1: 3,22; in eime ieglichen winhofe WüP 53,2; Will 63,8; Lucid 62,1; StRAugsb 38,18    2.3 mit besunder/ sunderbar/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend: nû begund in vor lesen / der mitterkirchære, / wie ez ergangen wære / besunder ieglich dinc Ottok 54715; Himmelr 7,10; umb ieglich sache sunderbâr Ottok 71670; ein ieklich sünderlichü maht der sele ThvASu 56,34. 94,5

MWB 2 1843,39; Bearbeiter: Richter

iegenôte Adv. 1 ‘jetzt (bereits), nun, gegenwärtig’
2 ‘mit Eifer, (immer) eifrig; immerfort, immer wieder’ (oder Syntagma? vgl. genœte 2.1.1 )
   1 ‘jetzt (bereits), nun, gegenwärtig’ wir graue Conrat, [...], tvͦnt kvnt [...], daz wir vuͤr vns, [...], vnd alle vnsere helfer, die wir iegenote haben, oder har nach gewinnen moͤhten, hant getroͤstet vnd troͤstent mit diseme gegenwertigen briefe UrkFreiburgGr 12,365 (a. 1321); swenne ich dâ vereinet bin, dâ alliu dinc gegenwertic sint, diu dâ vergangen sint und diu iegenôte [La.: ingnote ] sint und diu künftic sint Eckh 3:102,3 u. ö.; enzürnet hiute niht / sô vaste wider einen man, / der iegenôte und allezan / gelegen ist iu nâhen bî KvWPart 8790; RosengD 369,3; Erlös 1715. – hierher(?): hie ist ain kint, / daz hat fúnf girstinun brot / und zwen visch; aber iegenot / was trait daz so vil lútes fúr / sam ich alhie gesamnot spúr? SHort 8814    2 ‘mit Eifer, (immer) eifrig; immerfort, immer wieder’ (oder Syntagma? vgl. genœte 2.1.1): er schouwete ie genôte / sînes herzen wunne Îsôte Tr 17557 u. ö.; er blies dâ bî der zîte, / als ob man z’eime strîte / solt îlen iegenôte KvWTroj 28477; swie wê si mir nu lange hât getân, / als swîgende iegenôte MF: Mor 17: 2,5; sente Stephanus der sag och got in himelriche stan, do man in igenote steinete HlReg 55,33; Elis 6368. – ‘völlig, ganz’ diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte / diu blante ie genôte / Marken ûze und innen / an ougen unde an sinnen Tr 17806; swer den met giuzet / in ein semel [...], / der weiz wol daz in dem met / daz brôt ist unde in dem brôte / der selbe met ie genôte LvRegSyon 4205. – ‘nur, ausschließlich’ ez ist geschriben / daz man niht iegenot / lept ain von dem prot SHort 4483

MWB 2 1844,63; Bearbeiter: Luxner

iegeslich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegelich

MWB 2 1845,31;

iegetaget Part.-Adj. bezogen auf die Präexistenz Christi ‘(schon) immer existent, ewig’ (vgl. iegeborn ): do sante got der heren maget / ein wort, daz dort waz ie getaget HeslApk 576

MWB 2 1845,32; Bearbeiter: Luxner

iegewâ Adv. ‘überall’ (vgl. iewâ ): der selbe got der ist iegewa / beide uerre unde na Glaub 125

MWB 2 1845,36; Bearbeiter: Luxner

iegewëder Indef.-Pron., Pron.-Adj. ‘jede(r/  s) von beiden, beide’ (s.a. ietwëder u. iewëder , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282) 1 pron.
2 attr.
   1 pron.: ir iegweder den anderen stach / nider zô der erden SAlex 1730; dye sulen wir [...] haben glich mit ein andir zu dyniste vnde zu nuzze, vnsir yqueder gliche halb mit alleme rethe UrkCorp (WMU) 1200,42; nim chrichisch pech vnde uon sisamo icweders gelich. da uon mache ein salben SalArz 80,24. 93,34; NvJer 20157. der phenic [Fench, Fennich (panicum), eine Hirseart] ist deme hirse gelich. an siner nature. jdoch spiset her den lip ein weinich minner. denne der hirse. swenne man icwedir [das eine oder das andere] ezzen wil. so bedarf iz wol veiztis uleischis SalArz 10,2. – selten mit Präd. im Pl. ‘beide’ ciseren [Kichererbsen] sin tzueir slachte. eine sin wiz. di anderen rot. [...]. jcweder spisen wol [sind nahrhaft] SalArz 10,36    2 attr.: ir vanen si ûf bunden / under iegwederme here SAlex 2716; niderhalp des enkeles an icwederem vuze SalArz 30,34; als daz swert itwedir [La. yquedir ] sît / ist gescherfit NvJer 2498; PrWack 8,88

MWB 2 1845,38; Bearbeiter: Richter

iegewëderhalp Adv. ‘auf beiden Seiten’ (s.a. ietwëderhalp u. iewëderhalp ): swer di uic blater [Feigwarzen] ^$t hat uon grozir vuchte di leimic ist. der hat bladem [Blähung] des zu uil ist icweder halp bi den siten. vnde gurgelt in dem buche SalArz 52,41

MWB 2 1845,62; Bearbeiter: Richter

iegewedersît Adv. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. ietwëdersît u. iewëdersît ): were aber [...], daz der zvaiger ainer oder sie baide abe giengen oder enweren, so súln sie jegwedir site mit an ander ainen ander an des stat weln UrkCorp (WMU) 2249,17; diselben zwene, die da benant sin, der muz iquedersit einer gewest sin an deme rate [...]; so volkumit he mite zu rechte. sint aber si einsit gewest beide, so mac he nicht volkumen StRFreiberg 111,11. 113,18

MWB 2 1846,4; Bearbeiter: Richter

iegewelich Pron.-Adj. ‘jegliche(r/  s)’ (s.a. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 333, Anm. 2): ein iegwelich octava beceichinot den ewigin lib PrWack 4,5

MWB 2 1846,14; Bearbeiter: Richter

iege|wër (?) Indef.-Pron. zu ahd. iogi(h)uuer (AWB 4,1682) oder zu asächs. iogi(h)uuê (AWB 4,1678)/  mnd. ioiewê (MNDWB 2,465, M. Jaatinen, Pronomen ‘jeder’ im Mnd., in: Zs. f. Mundartforschung 28,4 (1962), S. 310-375, hier 314). ‘jede(r/  s), jegliche(r/  s), wer auch immer’ (s.a. ieswër ): waz achte ich uf unrechten nit, / iegeweme ich rechtes gutes gan SSp 3,20

MWB 2 1846,17; Bearbeiter: Richter

ieglich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegelich

MWB 2 1846,25;

ielanc Adv. mit Komp. ‘stetig, kontinuierlich’ (s.a. ie 3.1): der tac ie lanc hôher schein Parz 282,8; nu wuͦs [l. wuohs ] di juncfrouwe ielanc baz Elis 747 u. ö. – mit und Komp.: der welte schancz [der Lauf der Welt] ist wunderlich, / [...], / alle tag so wechselt sy sich, / wyers yelangk so lenger HvNstAp 3

MWB 2 1846,26; Bearbeiter: Luxner

ielich Indef.-Pron., Pron.-Adj. ‘ein(e) jegliche(r/  s), jede(r/  s)’ (s.a. iewelich , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 332f.) 1 pron.
2 attr.
   1 pron.: ielich [von zwei Verliebten] des andern libe entsuͦb [spürte] Elis 1490; nah ielichs wielichi [ secundum uniuscuiusque qualitatem ] BrEng 2. – mit sunderlich die distributive Sicht verstärkend: wan [l. man ] sol abir den vier und zweinzigen ielichem sunderligen dar gebieten StRFreiburg 668. – mit vorangest. ein: ein ieliche der sich irhohit [ omnis qui se exaltat ] der wirt gediemvͦtit BrEng 7; diz gvͦt wart geteilt dar nah als eim ielichin dvrft was [ dividebatur singulis prout cuique opus erat ] ebd. 34. – mit partit. Gen.: der sternen aller ielich, / ter teilet uns daz sin lieht SEzzo 65; si [ die minner werlt, d.i. der menschliche Körper] ist von vier vuchtin tzusamene kumen, der man ilich vindit sichtechlichen an im vnde allen sinen liden SalArz 1,33; PrWack 17,12    2 attr.: ein ielich burger ist genoze / sines guͦtes daz er koͧfet / noh en git ouch en hein burger dem andirn voget stûre StRFreiburg 667; von ielicher zv́nfte UrkCorp (WMU) 1798,6. – mit vorangest. ein: dv oͥgin vnsirs herrin an einr ielichir stat [ in omni loco ] schowen beidv die vbiln vnde die gvͦtin BrEng 19; ein ielichs altir vnde ein ielichv virnvnst [ omnis aetas vel intellectus ] ebd. 30; ein ielich vriman UrkCorp (WMU) 494,12

MWB 2 1846,33; Bearbeiter: Richter

ieman Indef.-Pron. auch iemant mit epithetischem t; abgeschwächt auch iemen; auch îmin ( Mühlh ) und geman ( Roth 1563 ); flekt.: Gen. ieman(ne)s, Dat. ieman(ne), Akk. ieman und iemanne ( VisioPaul 2:2,12 ) sowie iemannen (vgl. WMU 2,913); vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 116-122, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282. 1 ‘(irgend-)jemand’
1.1 allg.
1.2 näher best. (durch Rel.-Satz, explikativen oder partit. Gen., Präp. u.ä.)
2 im abh. Satz auch ‘niemand’
   1 ‘(irgend-)jemand’    1.1 allg.: daz er nîeth dólan ne uuíl. daz míh îeman sîner mínnon írre Will 34,2; diz buch, daz lert uzzen sehen, / waz gemutes man sull ieman iehen Physiogn 30; verliusest aver dû iemens hulde Barth 155,33; wie mochte der iemanne gehelfin, der ime selbir nicht gehelfin mochte? PrMd (J) 342,10; weiz ieman noch, ob daz hvn / mit petersilien versoten si? ReinFu K,2082; fröide ist also tiure / [...], / daz si kûm ieman vergelten kan SM: KvL 17: 4,3; KvWHerzm 564; Himmelr 1,6; BdN 401,25    1.2 näher best. (durch Rel.-Satz, explikativen oder partit. Gen., Präp. u.ä.): ist hi imen / der mir zeder note gestat Rol 5450. 1342; ist imant der icht gutes kan Macer Reimvorr. 4; swa ich aver iemannen vant, / der ein irrære was SüklV 547; Lucid 142,11; Herb 8397; PrOberalt 65,38; war och, daz ieman der burgar korn vz vurt heimlich UrkCorp (WMU) 680,24; daz ich iemen guoter ane sehe / mit so süntlîchen ougen Greg 3510; kom ieman armer liute her Tr 2991; hân ich getriuwer iemen NibB 147,3; Boner 53,84; Iw 6229; swer ieman von Lvzzerron ansprichet vmb totgerehte UrkCorp (WMU) 18,43. – mit ander: hetz anders iemen mir gesagt Parz 189,22; vnd sol enkain vnser erbe gewalt han, das selbe lehen iemanne anderm ze lihinne UrkCorp (WMU) 2596,46 u. ö.; ube iz ander ieman sâhe Gen 751; diu vieriu würkent under in / als wol als ieman ander Tr 4971; Spec 3,7; NibB 355,4    2 im abh. Satz auch ‘niemand’ trinke ouch in der maze so, dazz ieman missevalle Tannh 12,47; swenne si des ersten swanger werden so sal man bewarn daz in imant uor nenne di spise der man zu der cit nicht gewinnen mac SalArz 65,24; bat si den almehtigen got, das er si von diser werlte neme, das von ir ieman in deheine vnrehte girde geviele Konr 12,29; NibB 1051,2; VRechte 276. – fraglich, ob auch im selbständigen Satz: wil aber ieman wesen vrô, / daz wir in den sorgen iemer niene leben? Walth 42,31

MWB 2 1846,60; Bearbeiter: Luxner