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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
      i stN.
      î Adv.
      î Interj.
      ibernisch Adj.
      Ibernlant stN.
      îbesche F.
      îbeschwurz stF.
      îbîn Adj.
      ich Pers.-Pron. 1. Sg.
      îch|ambet stN.
      îchære stM.
      îche stF.
      ichel F.
      îchen swV.
      ichten swV.
      ichtic Adj.
      iclich Pron.
      icweder Indef.-Pron., Pron.-Adj.
      idel Adj.
      idern swV.
      îder|slange swM.
      îdris M.
      idrucken swV.
      ie Adv.
      ie|besunder (?) Adv.
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   i - ie|besunder (?)    


i stN. der Buchstabe I: diu dritt vocalis ist daz î Helbl 12,21; a bezachinet gvvalt [...] i guten lip Buchst 4; wip schribet sich mit drin buchstaben: / w wunne wil diute haben, / i irdisch in im hat begraben, / p paradis gesprochen Frl 3:22,3; dem a begegene nicht daz e, / dem e daz i, noch o dem u HeslApk 1405; Renner 22245; Tr 14427; WernhMl 5003; MinneR 481 657

MWB 2 1837,12; Bearbeiter: Luxner

î Adv. ie

MWB 2 1837,20;

î Interj. Ausruf der Überraschung oder Entrüstung: Tristan sprach: ‘merzî, bêle Îsôt!’ / ‘î übeler man’, sprach Îsôt ‘î, / unde vorderstû merzî? / merzî gehœret niht ze dir: / dîn leben daz lâzest dû mir!’ Tr 10203; ‘i’, sprach er, ‘so sit ir bracht / zu verre in diser irra [Irrfahrt] .’ Pass III 469,89. – in î dâ: i da waz armer kraft ir habet, / daz ir so lichteclich besnabet / und lat ein dirne uch angesigen! Pass III 494,3. 181,49. 17,3

MWB 2 1837,21; Bearbeiter: Luxner

ibernisch Adj. in der Wendung ~ mer ‘Irische See’, das Meer zwischen den Inseln Irland und Großbritannien: also chom mit sampt daz her / zu dem ybernischem mer / und giengen in deu schiffung sa KarlSchott 7076. 8442; uber daz ybernisch mer gelüclich / mit guotem gelaite er da quam / und mit frid ze Britaniam ebd. 8880

MWB 2 1837,30; Bearbeiter: Richter

Ibernlant stN. ‘Irland’ die poten [...] / komen zu dem künig von Ybern lant KarlSchott 6887 u.ö. Lit.: N. Busch/  P. Lange: ‘von Îbern und von Îrlant’. Ireland in Middle High German Literature, in: ‘A fantastic and abstruse Latinity?’, hg. v. W. R. Keller/ D. Schlüter, Münster 2017, S. 183-204.

MWB 2 1837,37; Bearbeiter: Richter

îbesche F. ‘Eibisch’, eine Pflanze (vgl. Marzell 1,229ff.): ibiscum vel altea vel malva silvatica: ibisca SummHeinr 1:190,256; altea bismalua: ybesche Gl 3:533,21 (BStK947) u. ö.; ibiscus: ibsche VocOpt 50.012 u. ö.; altea heiset zu duͦte ybische oder wilde pappele Macer 37,1 u. ö.; OvBaierl 27,3. 106,29

MWB 2 1837,43; Bearbeiter: Luxner

îbeschwurz stF. ‘Eibisch’, eine Pflanze (vgl. Marzell 1,229ff.): man sal nemen [...] zwo hant uol ibeich wurtz SalArz 116,2

MWB 2 1837,50; Bearbeiter: Luxner

îbîn Adj. 1îwîn

MWB 2 1837,53;

ich Pers.-Pron. 1. Sg. zum Pl. s. wir ; der Gen. nicht immer unterscheidbar vom Poss.-Pron. mîn . ‘ich’ 1 Formales (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18-24, 29)
1.1 die einzelnen Kasus (weitere Belege zur Formenvielfalt vgl. WMU 2,910)
1.1.1 Nom.
1.1.2 Gen.
1.1.3 Dat.
1.1.4 Akk.
1.2 Abschwächung und Klitisierung unter satzphonetischen Bedingungen
2 Besonderheiten der Verwendung
2.1 in Verbindung mit Personennamen
2.2 in Verbindung mit Nominalphrase
2.3 in Verbindung mit Antwortpartikeln (s.v.a. und nein , vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 116)
2.4 als relativischer Anschluss in Verbindung mit der Partikel der/  dir (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 115)
2.5 in verdeutlichenden Verbindungen
2.5.1 mit sëlp / sëlber
2.5.2 mit eines/ einiges
2.6 subst.
   1 Formales (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18-24, 29)    1.1 die einzelnen Kasus (weitere Belege zur Formenvielfalt vgl. WMU 2,910):    1.1.1 Nom.: ich KLD: UvL 1: 1,5; íh Will 5,2; hic Roth 42; hich ebd. 259; ig MarldA 114; iche [ : Heinrîche ] NvJer 9800. 17907    1.1.2 Gen.: daz si mîn niht nimet war MF: Reinm 8: 3,8; waz woldis du minis armen man Roth 4427; mit mines silbes svverte ebd. 197; von miner wegin Köditz 57,28; mîner selbes SM: Wi 5: 2,3; mînes selbes lîb SAlex 2765. 6287; mjnes selbis lichame Glaub 993. 2183; mines selbes vleisches sarc Frl 6:6,9    1.1.3 Dat.: mir Will 5,2; mere Roth 1025; mi ebd. 2678; mi Judith 566; mie JenMartyr 8; miͤr Konr 5,34; mier Parz 47,9    1.1.4 Akk.: mich Tr 19; mih SM: HvT 1: 1,4; mic Roth 140; mig MarldA 121    1.2 Abschwächung und Klitisierung unter satzphonetischen Bedingungen: íneuánt [ ih nevant ] sîn nîeth Will 83,1; daz sagech v zvare Roth 641. 219; wê, deich [ daʒ ich ] ie geboren wart Eracl 3144; ez ist diu liebe diech [ die ich ] dâ meine KLD: GvN 7: 3,5; mirst [ mir ist ] anders iemer wê MF: Reinm 8: 1,10; mirn [ mir ne ] hulfe niemen wider ze wege ebd. 31: 4,9; sô bint mirn [ mir den ] helm ûf Parz 577,11; ine hân mirs [ mir es ] selbe niht erdâht ebd. 53,26; dâ man mi^$’s [ mich (d)es ] tougenlîchen bat MF: Reinm 56: 1,2    2 Besonderheiten der Verwendung    2.1 in Verbindung mit Personennamen: jch, Gotfrit, disis buchis eyn dichter Pelzb 138,22; ich Wolfram von Eschenbach Wh 4,19; von Wirzeburc ich Cuonrât KvWTroj 266; alle, di disen brief sehent oder horent lesen, den tvͦn ich, grave Lvdewic von Spizenberg, kunt, daz [...] UrkCorp (WMU) 247,40; versigelt mit meins Ruegeres jnsigel UrkCorp N738,19. N738,14    2.2 in Verbindung mit Nominalphrase: ich sundich menischo SüklU 12; ich tumber, ellender SM: Ro 8: 1,5; ich triuwelôser Tristan Tr 19154; ich gouch MF: Reinm 30: 1,8; nu hilf mir sundære SüklV 69; we mïr armen Konr 14,109; Roth 3360; trœste mich vil senedez wîb! SM: Te 7: 2,8; MarldA 219. 123;    2.3 in Verbindung mit Antwortpartikeln (s.v.a. und nein , vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 116): ia ich ReinFu K,666. K,108; nein ich SM: UvB 3: 2,2; vrouwe, nein ich, / deiswâr Iw 5860; ja ich, herre Lanc 25,5; Herb 2161    2.4 als relativischer Anschluss in Verbindung mit der Partikel der/  dir (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 115): uóne dánnan bezêichenet síu míh. ích dér naturaliter mundus sum Will 59,9. 115,8; dîu concordia utriusque populi in una fide [...] dîu cúmet uón der gébo mînero hénte: íh dér bín summus artifex ebd. 112,12. 130,11    2.5 in verdeutlichenden Verbindungen    2.5.1 mit sëlp/ sëlber: – Nom.: dáz ích sélb dén tôd dúrch dînen wíllon lêit Will 137,9; das enmocht mir nyman als wol erfarn als ichselber Lanc 27,36; biz daz ich selbe in mînem sune erschîne und ich selbe in der minne des heiligen geistes enbrant und enzündet wirde Eckh 5: 33,6. – Gen.: des lobe ich got, [...] / daz ich noch mîn selber frowe sî SM: UvS 24: 4,7; mîn selbes Eckh 5: 298,5. – Dat.: bî mir selbem SM: UvS 15: 1,6; zu mirselb Lanc 30,1. – Akk.: und wil mich selben geben ir SM: UvS 26a: 3,9; ‘bekent ir mich?’ ‘ja ich, frau’, sprach er, ‘baß dann michselber.’ Lanc 469,4    2.5.2 mit eines/ einiges: der schade sol ouch mîn eines sîn Iw 4220; diu sorge diu ist mîn eines niet MF: Reinm 31: 1,9; daz er mir daz vrbor [...] gelihen hat ze einem leipgedinge ze min eines leibe UrkCorp (WMU) 216,36; min ainiges libe ebd. 1894,24; nah miz einigez tvͦde [l. tôde ] ebd. 464,23    2.6 subst.: frouwe, dâ soltû mich meinen / herzenlîchen alse ich dich, / unser zweien sô vereinen, / daz wir beidiu sîn ein ich KLD: UvL 30: 7,4; ain ich daz was min selbes lib / daz ander ich daz was ein wib MinneR 55 41. 33. 39

MWB 2 1837,54; Bearbeiter: Richter

îch|ambet stN. ‘Eichamt’ auch behalten wir vns vnd vnserm conuent alle vnser ampt, ez sy schultheizzen ampt foͤrstampt schroampte [l. schrotampte ] eycheampt vnd bruggenampt UrkWürzb 40,311 (a. 1340); das ycheampt [...] gilt 2 pfunt heller DRW 2,1296 (WürtVjh.; a. 1339)

MWB 2 1839,27; Bearbeiter: Luxner

îchære stM. Inhaber des Eichamtes, ‘Eicher’ daz niemand kein wein eichen sol [...], dan mit der rechten ame [Maßeinheit für Flüssigkeiten] , und mit dem geschwornen ycher WeistGr 3,607 (Mitte 14. Jh.); und schol auch der eycher alle iar daruber sweren NüP 168

MWB 2 1839,33; Bearbeiter: Luxner

îche stF. ‘Eichung, Prüfung eines Behälters/  Gefäßes zum Abmessen von Flüssigkeiten (bes. Wein)’ (vgl. âme F.): swaz ein gast [...] geschirr mit trinchen oder mit hoͤnig hie laet auf die eych und auf die âm und dez nicht vodert ze âm inner iarsvrist StRMünch 365,11; nach einem iar mag man nicht chlagen umb die eych ebd. 365,9. – wohl auf das Messgerät selbst bezogen: ez sein auch maister gesetzet uber die eych an den staine, daz di niemant eychen sol danne die daruber gesworen habent NüP 150; daz man sol alle di wein, [...], sol kaufen auf ein visieren und sol man si auch visieren uberhaupt und auf kaine eyche niht ebd. 117. – ‘Eichamt’ den weinschrotern gibt man von dem Elsazere [...] vasse in der kelr vier haller und an die eyche auch vier haller NüP 115; hieten si [die Eicher] nicht chnecht, so suͤllen si ez selber tragen an diu eych StRMünch 428,16. 428,5; StRAugsb 50,34

MWB 2 1839,39; Bearbeiter: Luxner

ichel F. hier mit prothetischem h-. ‘gefrorener, hängender Tropfen, Eiszapfen’ (s.a. îsel ): stiria gutta vel stilla id est isilla, hîchela SummHeinr 2:460,101; stiria grecum est ihsilla, hichela ebd. 1:217,171

MWB 2 1839,58; Bearbeiter: Richter

îchen swV. auch îhten ( HvNstGZ 6598 ). ‘(ab-)messen; prüfen, eichen (von Gefäßen zum Abmessen von Flüssigkeiten, bes. Wein)’ ir kainer sol niht eychen, ez sei denne der geswornen weinschroter ainer dabei NüP 115; von dem, der di mazze uber daz trinken eychet, der sol alle iar sweren ebd. 169 u. ö.; daz niemand kein wein eichen sol mit butten, kubeln, gelten oder andern geschirren [...], dan mit der rechten ame, und mit dem geschwornen ycher WeistGr 3,606 (Mitte 14. Jh.); StRMünch 580,5 u. ö. – auf Kohlen bezogen (Part.Prät.): wer auch der ist, der die koln kauft, dem sol man den korb, [...], ruteln dristunt und gestrichen geben, wenne der huffe darin geichet ist WüP 72,20. – übertr.: pfeflich gebet wol ichet / gotis barmeherzikeit Daniel 6800; in siner mazze ers [der Teufel] ihtet, / biz man sie [die Sünden] gebihtet HvNstGZ 6598

MWB 2 1839,62; Bearbeiter: Luxner

ichten swV. ihten

MWB 2 1840,16;

ichtic Adj. ihtic

MWB 2 1840,17;

iclich Pron. iegelich

MWB 2 1840,18;

icweder Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegewëder

MWB 2 1840,19;

idel Adj. îtel

MWB 2 1840,20;

idern swV. ëteren (Nachtr.)

MWB 2 1840,21;

îder|slange swM. Erstglied von griech. hýdra. ‘Wasserschlange’ (vgl. îdris ): wê daz ein îderslange mag dur herten [mit Härte aufsprengen] cokodrillen [zur Sache vgl. BdN 273 ] KvWLd 32,231

MWB 2 1840,22; Bearbeiter: Luxner

îdris, îdrus M. von griech. hýdra. ‘Wasserschlange’ (vgl. îderslange ): in demo uuazzere nilo ist éinero slahta nátera dîu heizzit ídris ÄPhys 4,2 u. ö.; wie der îdrus ertôte den kokodrillen Boppe 5:3,6; ydros haizt ain wazzerslang, wan ydor in kriechisch haizt wazzer BdN 272,33. 272,34; JPhys 4,5 u. ö.

MWB 2 1840,26; Bearbeiter: Luxner

idrucken swV. iterücken

MWB 2 1840,33;

ie Adv. auch io und î ; ie unde ie kontrahiert auch ientie ( Spec ) und int ( Hawich 4894 ). 1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)
1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’
1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken)
1.1.3 subst.
1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’
1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend)
1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’
1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz)
2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’
3 mit Komparativ
3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’
3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’
4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen)
   1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)    1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’    1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): ich was dir î gehorsam VMos 74,24; got tet in ie sigehaft Rol 9049; ich was ie zu allemo ubele gare SüklU 47; Iw 1951; Parz 89,23. – verstärkend ie unde ie: want si an einen got ie unt ie geloubiten PrHoff 104,2. – in Verbindung mit iemer (mêre), das in Bezug auf Gegenwärtiges/  Zukünftiges gebraucht wird (zweites Präd. im Präs.): div aller hereste maget, div îe wart oder inmer wirt Spec 95,27; daz die drî gnendi ein warir got ist, der dir îe was an angenge vnde iemer ist ân ende ebd. 1,5 u. ö.; geloube daz er wârre Krist / ie was und immer ist Wig 4661. 8192; Iw 7544; hætest dû alle die sünde getân, die von Adâmes zîten ie geschâhen und iemermê geschehent Eckh 5: 245,8    1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken): dér da îe uuêidenet unter dén lilion Will 100,2; min leit wirt vernvwet / ie von tage zv tage Herb 14093; ich alte ie von tage ze tage / und bin doch hiure nihtes wîser danne vert [im letzten Jahr] MF: Reinm 8: 2,1; Tannh 1,10; Iw 5275; Konr 11,14. – verstärkend ie unde ie: so schaffe du dine spe [sende Kundschafter aus] , / swaz ie unt ie gesche, / die dich warnen Rol 2468; der wachet wol, des andaht ientie hin ze gote gerihtet ist Spec 127,18 u. ö.; PrLpz (L) 82,19; Tund 523    1.1.3 subst.: an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende. / [...] / din ie, din immer ist gar ungepfehtet JTit 1,3    1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’    1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): er uuas schonero den imen io uurde ÄPhys 2,16; weren alle tugende in ein, / die die svnne ie beschein / oder die mensche ie gewan Herb 110; hete ich nâch gote ie halp sô vil gerungen, / er naeme mich zuo zim MF: Mor 17: 3,7; ouwê daz ich ie wart geborn! Iw 1469; SM:WvK 5: 4,7; Rol 3244. – mit Indef.-Pron.: ob ie kein frouwe mêr gewan / sô werden friunt Parz 103,12; dâ hûb sich ein sturm vil grôz. / [...], / daz alle die mahte wundern, / die ie dechainen sturm gesâhen VAlex 869; dâ ie kein marschant / erzôch sô tugentlîchez kint! Tr 3130; Roth 3693; Lanc 14,18    1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend): der von Adame / zo der werlde ie bequeme Roth 2708; e sie in ie gesehe Herb 591; daz er ie durch sîn laster ûz chôme VAlex 1158; Iw 7551; Parz 8,7; er [der Tod] chumit ie nohwennon MemMori 90    1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’ wat mugen wir nu sprechen van den armen, der bladere izuͦ durre sint? Lilie 8,22; div erbarmide vnseres herrin. hat vns iezo vol lange firtragin PrWack 6,3; diu senede gât ie zuo ziu dar Tr 14446. – hierher (vgl. Gl. z. St.)? so daz nieman ie zu vunden / wart der iz hir wolde kunden HeslApk 569    1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz): ich wænez ie wart, / sit daz Adam erstarp, / daz also manech wip unde man / wider got haben getan / an ir selbes libe Wahrh 171; ich wæn ie wîp würde baz mit liebem manne / danne ir was KLD: UvL 40: 6,5; ich wæne ouch ie sô guoter kam / inz lant ze Curnewâle Tr 6592; SAlex 5178; Litan 1051. ei wie sicher ich es bin, / der truhsæze daz er in / ie getorste bestân! Tr 9351    2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’ er hiez des unreinen drîn / ie zwei und zwei setzen Aneg 1858; er teile sin guot / durch die michelen not / ie deme unde deme Hochz 642; daz man ie uz 1 malter koͤrnes mit dem sumerin uf den kauf backen sol 48 wastel [feines Brot oder Kuchen] WüP 89,5; Parz 23,19; Tr 5982; KvWEngelh 3101. daz ich ir gediente ie tac [Tag für Tag] , / des wil sie mir gelouben niht MF: Reinm 24: 3,1    3 mit Komparativ    3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’ do begonden sie sich nahen / ie baz vnd baz Herb 2525; si wart ie verrere von der gotes chrefte her danne getriben Konr 9,11; Tr 103; Rol 7758    3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’ so wir îe mêre sunden, so wir îe harter uon gote genidert birn Spec 131,23; diu wazzersucht ist also getan, so er ie mer trinchet, so in ie mer duͤrstet PrOberalt 164,22; j elder der kese ist. j boser. j iungir i bezzer SalArz 18,38; KLD:UvL 12: 1,2; Tr 113. als der wein iee roter und diker ist, so er iee mer pluetes machet HvHürnh 52,4    4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen): dâ hûb sich ein sturm vil grôz, / ein tûsint beleib ime dâ tôt, / von chriechiscen chunne, / ê Alexander den furt ie gewunne VAlex 1224; mit dir hân ich überwunden / trûren, daz mir tet ie wê KLD: UvL 32: 2,4; wir mvzzen vns ie scheiden Herb 2237; Iw 7267

MWB 2 1840,34; Bearbeiter: Luxner

ie|besunder (?) Adv. verstärktes besunder; unklar, ob Syntagma. ‘insbesondere, besonders, vor allem’ den priester ie bisunder / nam innerliche wunder / der herlichen gnade / di he beschouwet hade Elis 2873; dar quam ouch ie besunder / des folkes michel wunder / von deme lande al umme dar, / di dirre wihe namen war ebd. 9737

MWB 2 1842,14; Bearbeiter: Luxner