i – ie|besunder (?) i stN. î Adv. î Interj. ibernisch Adj. Ibernlant stN. îbesche F. îbeschwurz stF. îbîn Adj. ich Pers.-Pron. 1. Sg. îch|ambet stN. îchære stM. îche stF. ichel F. îchen swV. ichten swV. ichtic Adj. iclich Pron. icweder Indef.-Pron., Pron.-Adj. idel Adj. idern swV. îder|slange swM. îdris M. idrucken swV. ie Adv. ie|besunder (?) Adv. ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
i
stN.
der Buchstabe I:
diu dritt vocalis ist daz î Helbl
12,21;
a bezachinet gvvalt [...] i guten lip Buchst
4;
wip schribet sich mit drin buchstaben: / w wunne wil diute haben, / i irdisch in im hat begraben, / p paradis gesprochen Frl
3:22,3;
dem a begegene nicht daz e, / dem e daz i, noch o dem u HeslApk
1405;
Renner
22245;
Tr
14427;
WernhMl
5003;
MinneR 481
657
MWB 2 1837,12; Bearbeiter: Luxner
î
Adv.
→
ie
MWB 2 1837,20;
î
Interj.
Ausruf der Überraschung oder Entrüstung:
Tristan sprach: ‘merzî, bêle Îsôt!’ / ‘î übeler man’, sprach Îsôt ‘î, / unde vorderstû merzî? / merzî gehœret niht ze dir: / dîn leben daz lâzest dû mir!’ Tr
10203;
‘i’, sprach er, ‘so sit ir bracht / zu verre in diser irra [Irrfahrt] .’ Pass III
469,89.
– in î dâ:
i da waz armer kraft ir habet, / daz ir so lichteclich besnabet / und lat ein dirne uch angesigen! Pass III
494,3.
181,49.
17,3
MWB 2 1837,21; Bearbeiter: Luxner
ibernisch
Adj.
in der Wendung ~
mer
‘Irische See’, das Meer zwischen den Inseln Irland und Großbritannien:
also chom mit sampt daz her / zu dem ybernischem mer / und giengen in deu schiffung sa KarlSchott
7076.
8442;
uber daz ybernisch mer gelüclich / mit guotem gelaite er da quam / und mit frid ze Britaniam ebd.
8880
MWB 2 1837,30; Bearbeiter: Richter
Ibernlant
stN.
‘Irland’
die poten [...] / komen zu dem künig von Ybern lant KarlSchott
6887
u.ö.
Lit.: N. Busch/ P. Lange: ‘von Îbern und von Îrlant’. Ireland in Middle High German Literature, in: ‘A fantastic and abstruse Latinity?’, hg. v. W. R. Keller/ D. Schlüter, Münster 2017, S. 183-204.
MWB 2 1837,37; Bearbeiter: Richter
îbesche
F.
‘Eibisch’, eine Pflanze (vgl. Marzell 1,229ff.):
ibiscum vel altea vel malva silvatica: ibisca SummHeinr
1:190,256;
altea bismalua: ybesche Gl
3:533,21
(BStK947)
u. ö.;
ibiscus: ibsche VocOpt
50.012
u. ö.;
altea heiset zu duͦte ybische oder wilde pappele Macer
37,1
u. ö.;
OvBaierl
27,3.
106,29
MWB 2 1837,43; Bearbeiter: Luxner
îbeschwurz
stF.
‘Eibisch’, eine Pflanze (vgl. Marzell 1,229ff.):
man sal nemen [...] zwo hant uol ibeich wurtz SalArz
116,2
MWB 2 1837,50; Bearbeiter: Luxner
îbîn
Adj.
→
1îwîn
MWB 2 1837,53;
ich
Pers.-Pron. 1. Sg.
zum Pl. s.
wir
; der Gen. nicht immer unterscheidbar vom Poss.-Pron.
mîn
.
‘ich’
1 Formales (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18-24, 29) 1.1 die einzelnen Kasus (weitere Belege zur Formenvielfalt vgl. WMU 2,910) 1.1.1 Nom. 1.1.2 Gen. 1.1.3 Dat. 1.1.4 Akk. 1.2 Abschwächung und Klitisierung unter satzphonetischen Bedingungen 2 Besonderheiten der Verwendung 2.1 in Verbindung mit Personennamen 2.2 in Verbindung mit Nominalphrase 2.3 in Verbindung mit Antwortpartikeln (s.v.a.
jâ
und
nein
, vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 116) 2.4 als relativischer Anschluss in Verbindung mit der Partikel der/ dir (vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 115) 2.5 in verdeutlichenden Verbindungen 2.5.1 mit sëlp / sëlber 2.5.2 mit eines/ einiges 2.6 subst.
1
Formales (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18-24, 29)
1.1
die einzelnen Kasus (weitere Belege zur Formenvielfalt vgl. WMU 2,910):
1.1.1
Nom.:
ich KLD: UvL
1: 1,5;
íh Will
5,2;
hic Roth
42;
hich ebd.
259;
ig MarldA
114;
iche [
: Heinrîche
]
NvJer
9800.
17907
1.1.2
Gen.:
daz si mîn niht nimet war MF: Reinm
8: 3,8;
waz woldis du minis armen man Roth
4427;
mit mines silbes svverte ebd.
197;
von miner wegin Köditz
57,28;
mîner selbes SM: Wi
5: 2,3;
mînes selbes lîb SAlex
2765.
6287;
mjnes selbis lichame Glaub
993.
2183;
mines selbes vleisches sarc Frl
6:6,9
1.1.3
Dat.:
mir Will
5,2;
mere Roth
1025;
mi ebd.
2678;
mi Judith
566;
mie JenMartyr
8;
miͤr Konr
5,34;
mier Parz
47,9
1.1.4
Akk.:
mich Tr
19;
mih SM: HvT
1: 1,4;
mic Roth
140;
mig MarldA
121
1.2
Abschwächung und Klitisierung unter satzphonetischen Bedingungen:
íneuánt [
ih nevant
] sîn nîeth Will
83,1;
daz sagech v zvare Roth
641.
219;
wê, deich [
daʒ ich
] ie geboren wart Eracl
3144;
ez ist diu liebe diech [
die ich
] dâ meine KLD: GvN
7: 3,5;
mirst [
mir ist
] anders iemer wê MF: Reinm
8: 1,10;
mirn [
mir ne
] hulfe niemen wider ze wege ebd.
31: 4,9;
sô bint mirn [
mir den
] helm ûf Parz
577,11;
ine hân mirs [
mir es
] selbe niht erdâht ebd.
53,26;
dâ man mi^$’s [
mich (d)es
] tougenlîchen bat MF: Reinm
56: 1,2
2
Besonderheiten der Verwendung
2.1
in Verbindung mit Personennamen:
jch, Gotfrit, disis buchis eyn dichter Pelzb
138,22;
ich Wolfram von Eschenbach Wh
4,19;
von Wirzeburc ich Cuonrât KvWTroj
266;
alle, di disen brief sehent oder horent lesen, den tvͦn ich, grave Lvdewic von Spizenberg, kunt, daz [...]
UrkCorp (WMU)
247,40;
versigelt mit meins Ruegeres jnsigel UrkCorp
N738,19.
N738,14
2.2
in Verbindung mit Nominalphrase:
ich sundich menischo SüklU
12;
ich tumber, ellender SM: Ro
8: 1,5;
ich triuwelôser Tristan Tr
19154;
ich gouch MF: Reinm
30: 1,8;
nu hilf mir sundære SüklV
69;
we mïr armen Konr
14,109;
Roth
3360;
trœste mich vil senedez wîb! SM: Te
7: 2,8;
MarldA
219.
123;
2.3
in Verbindung mit Antwortpartikeln (s.v.a.
jâ
und
nein
, vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 116):
ia ich ReinFu
K,666.
K,108;
nein ich SM: UvB
3: 2,2;
vrouwe, nein ich, / deiswâr Iw
5860;
ja ich, herre Lanc
25,5;
Herb
2161
2.4
als relativischer Anschluss in Verbindung mit der Partikel der/ dir (vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 115):
uóne dánnan bezêichenet síu míh. ích dér naturaliter mundus sum Will
59,9.
115,8;
dîu concordia utriusque populi in una fide [...] dîu cúmet uón der gébo mînero hénte: íh dér bín summus artifex ebd.
112,12.
130,11
2.5
in verdeutlichenden Verbindungen
2.5.1
mit sëlp/ sëlber:
– Nom.:
dáz ích sélb dén tôd dúrch dînen wíllon lêit Will
137,9;
das enmocht mir nyman als wol erfarn als ichselber Lanc
27,36;
biz daz ich selbe in mînem sune erschîne und ich selbe in der minne des heiligen geistes enbrant und enzündet wirde Eckh
5: 33,6.
– Gen.:
des lobe ich got, [...] / daz ich noch mîn selber frowe sî SM: UvS
24: 4,7;
mîn selbes Eckh
5: 298,5.
– Dat.:
bî mir selbem SM: UvS
15: 1,6;
zu mirselb Lanc
30,1.
– Akk.:
und wil mich selben geben ir SM: UvS
26a: 3,9;
‘bekent ir mich?’ ‘ja ich, frau’, sprach er, ‘baß dann michselber.’ Lanc
469,4
2.5.2
mit eines/ einiges:
der schade sol ouch mîn eines sîn Iw
4220;
diu sorge diu ist mîn eines niet MF: Reinm
31: 1,9;
daz er mir daz vrbor [...] gelihen hat ze einem leipgedinge ze min eines leibe UrkCorp (WMU)
216,36;
min ainiges libe ebd.
1894,24;
nah miz einigez tvͦde [l. tôde
]
ebd.
464,23
2.6
subst.:
frouwe, dâ soltû mich meinen / herzenlîchen alse ich dich, / unser zweien sô vereinen, / daz wir beidiu sîn ein ich KLD: UvL
30: 7,4;
ain ich daz was min selbes lib / daz ander ich daz was ein wib MinneR 55
41.
33.
39
MWB 2 1837,54; Bearbeiter: Richter
îch|ambet
stN.
‘Eichamt’
auch behalten wir vns vnd vnserm conuent alle vnser ampt, ez sy schultheizzen ampt foͤrstampt schroampte [l. schrotampte
] eycheampt vnd bruggenampt UrkWürzb
40,311
(a. 1340);
das ycheampt [...] gilt 2 pfunt heller DRW
2,1296
(WürtVjh.; a. 1339)
MWB 2 1839,27; Bearbeiter: Luxner
îchære
stM.
Inhaber des Eichamtes, ‘Eicher’
daz niemand kein wein eichen sol [...], dan mit der rechten ame [Maßeinheit für Flüssigkeiten] , und mit dem geschwornen ycher WeistGr
3,607
(Mitte 14. Jh.);
und schol auch der eycher alle iar daruber sweren NüP
168
MWB 2 1839,33; Bearbeiter: Luxner
îche
stF.
‘Eichung, Prüfung eines Behälters/ Gefäßes zum Abmessen von Flüssigkeiten (bes. Wein)’ (vgl.
âme
F.):
swaz ein gast [...] geschirr mit trinchen oder mit hoͤnig hie laet auf die eych und auf die âm und dez nicht vodert ze âm inner iarsvrist StRMünch
365,11;
nach einem iar mag man nicht chlagen umb die eych ebd.
365,9.
– wohl auf das Messgerät selbst bezogen:
ez sein auch maister gesetzet uber die eych an den staine, daz di niemant eychen sol danne die daruber gesworen habent NüP
150;
daz man sol alle di wein, [...], sol kaufen auf ein visieren und sol man si auch visieren uberhaupt und auf kaine eyche niht ebd.
117.
–
‘Eichamt’
den weinschrotern gibt man von dem Elsazere [...] vasse in der kelr vier haller und an die eyche auch vier haller NüP
115;
hieten si [die Eicher] nicht chnecht, so suͤllen si ez selber tragen an diu eych StRMünch
428,16.
428,5;
StRAugsb
50,34
MWB 2 1839,39; Bearbeiter: Luxner
ichel
F.
hier mit prothetischem h-.
‘gefrorener, hängender Tropfen, Eiszapfen’ (s.a.
îsel
):
stiria gutta vel stilla id est isilla, hîchela SummHeinr
2:460,101;
stiria grecum est ihsilla, hichela ebd.
1:217,171
MWB 2 1839,58; Bearbeiter: Richter
îchen
swV.
auch îhten (
HvNstGZ
6598
).
‘(ab-)messen; prüfen, eichen (von Gefäßen zum Abmessen von Flüssigkeiten, bes. Wein)’
ir kainer sol niht eychen, ez sei denne der geswornen weinschroter ainer dabei NüP
115;
von dem, der di mazze uber daz trinken eychet, der sol alle iar sweren ebd.
169
u. ö.;
daz niemand kein wein eichen sol mit butten, kubeln, gelten oder andern geschirren [...], dan mit der rechten ame, und mit dem geschwornen ycher WeistGr
3,606
(Mitte 14. Jh.);
StRMünch
580,5
u. ö.
– auf Kohlen bezogen (Part.Prät.):
wer auch der ist, der die koln kauft, dem sol man den korb, [...], ruteln dristunt und gestrichen geben, wenne der huffe darin geichet ist WüP
72,20.
– übertr.:
pfeflich gebet wol ichet / gotis barmeherzikeit Daniel
6800;
in siner mazze ers [der Teufel] ihtet, / biz man sie [die Sünden] gebihtet HvNstGZ
6598
MWB 2 1839,62; Bearbeiter: Luxner
ichten
swV.
→
ihten
MWB 2 1840,16;
ichtic
Adj.
→
ihtic
MWB 2 1840,17;
iclich
Pron.
→
iegelich
MWB 2 1840,18;
icweder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iegewëder
MWB 2 1840,19;
idel
Adj.
→
îtel
MWB 2 1840,20;
idern
swV.
→
ëteren
(Nachtr.)
MWB 2 1840,21;
îder|slange
swM.
Erstglied von griech. hýdra.
‘Wasserschlange’ (vgl.
îdris
):
wê daz ein îderslange mag dur herten [mit Härte aufsprengen] cokodrillen [zur Sache vgl. BdN
273
]
KvWLd
32,231
MWB 2 1840,22; Bearbeiter: Luxner
îdris, îdrus
M.
von griech. hýdra.
‘Wasserschlange’ (vgl.
îderslange
):
in demo uuazzere nilo ist éinero slahta nátera dîu heizzit ídris ÄPhys
4,2
u. ö.;
wie der îdrus ertôte den kokodrillen Boppe
5:3,6;
ydros haizt ain wazzerslang, wan ydor in kriechisch haizt wazzer BdN
272,33.
272,34;
JPhys
4,5
u. ö.
MWB 2 1840,26; Bearbeiter: Luxner
idrucken
swV.
→
iterücken
MWB 2 1840,33;
ie
Adv.
auch io und î
;
ie unde ie kontrahiert auch ientie ( Spec ) und int (
Hawich
4894
).
1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.) 1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/ einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’
1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln) 1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken) 1.1.3 subst. 1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’
1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln) 1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/ oder Zukünftiges ausdrückend) 1.3 in der Wendung ie zuo
‘immerfort, immerzu’
1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz) 2 distributiv ‘auf jede Person/ Sache fallend, je, jeweils’
3 mit Komparativ 3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’
3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie
‘je ... desto’
4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen)
1
temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)
1.1
Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/ einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’
1.1.1
mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln):
ich was dir î gehorsam VMos
74,24;
got tet in ie sigehaft Rol
9049;
ich was ie zu allemo ubele gare SüklU
47;
Iw
1951;
Parz
89,23.
– verstärkend ie unde ie:
want si an einen got ie unt ie geloubiten PrHoff
104,2.
– in Verbindung mit iemer (mêre), das in Bezug auf Gegenwärtiges/ Zukünftiges gebraucht wird (zweites Präd. im Präs.):
div aller hereste maget, div îe wart oder inmer wirt Spec
95,27;
daz die drî gnendi ein warir got ist, der dir îe was an angenge vnde iemer ist ân ende ebd.
1,5
u. ö.;
geloube daz er wârre Krist / ie was und immer ist Wig
4661.
8192;
Iw
7544;
hætest dû alle die sünde getân, die von Adâmes zîten ie geschâhen und iemermê geschehent Eckh
5: 245,8
1.1.2
mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken):
dér da îe uuêidenet unter dén lilion Will
100,2;
min leit wirt vernvwet / ie von tage zv tage Herb
14093;
ich alte ie von tage ze tage / und bin doch hiure nihtes wîser danne vert [im letzten Jahr]
MF: Reinm
8: 2,1;
Tannh
1,10;
Iw
5275;
Konr
11,14.
– verstärkend ie unde ie:
so schaffe du dine spe [sende Kundschafter aus] , / swaz ie unt ie gesche, / die dich warnen Rol
2468;
der wachet wol, des andaht ientie hin ze gote gerihtet ist Spec
127,18
u. ö.;
PrLpz (L)
82,19;
Tund
523
1.1.3
subst.:
an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende. / [...] / din ie, din immer ist gar ungepfehtet JTit
1,3
1.2
einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’
1.2.1
meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln):
er uuas schonero den imen io uurde ÄPhys
2,16;
weren alle tugende in ein, / die die svnne ie beschein / oder die mensche ie gewan Herb
110;
hete ich nâch gote ie halp sô vil gerungen, / er naeme mich zuo zim MF: Mor
17: 3,7;
ouwê daz ich ie wart geborn! Iw
1469;
SM:WvK
5: 4,7;
Rol
3244.
– mit Indef.-Pron.:
ob ie kein frouwe mêr gewan / sô werden friunt Parz
103,12;
dâ hûb sich ein sturm vil grôz. / [...], / daz alle die mahte wundern, / die ie dechainen sturm gesâhen VAlex
869;
dâ ie kein marschant / erzôch sô tugentlîchez kint! Tr
3130;
Roth
3693;
Lanc
14,18
1.2.2
mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/ oder Zukünftiges ausdrückend):
der von Adame / zo der werlde ie bequeme Roth
2708;
e sie in ie gesehe Herb
591;
daz er ie durch sîn laster ûz chôme VAlex
1158;
Iw
7551;
Parz
8,7;
er [der Tod] chumit ie nohwennon MemMori
90
1.3
in der Wendung ie zuo
‘immerfort, immerzu’
wat mugen wir nu sprechen van den armen, der bladere izuͦ durre sint? Lilie
8,22;
div erbarmide vnseres herrin. hat vns iezo vol lange firtragin PrWack
6,3;
diu senede gât ie zuo ziu dar Tr
14446.
– hierher (vgl. Gl. z. St.)?
so daz nieman ie zu vunden / wart der iz hir wolde kunden HeslApk
569
1.4
im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz):
ich wænez ie wart, / sit daz Adam erstarp, / daz also manech wip unde man / wider got haben getan / an ir selbes libe Wahrh
171;
ich wæn ie wîp würde baz mit liebem manne / danne ir was KLD: UvL
40: 6,5;
ich wæne ouch ie sô guoter kam / inz lant ze Curnewâle Tr
6592;
SAlex
5178;
Litan
1051.
–
ei wie sicher ich es bin, / der truhsæze daz er in / ie getorste bestân! Tr
9351
2
distributiv ‘auf jede Person/ Sache fallend, je, jeweils’
er hiez des unreinen drîn / ie zwei und zwei setzen Aneg
1858;
er teile sin guot / durch die michelen not / ie deme unde deme Hochz
642;
daz man ie uz 1 malter koͤrnes mit dem sumerin uf den kauf backen sol 48 wastel [feines Brot oder Kuchen]
WüP
89,5;
Parz
23,19;
Tr
5982;
KvWEngelh
3101.
–
daz ich ir gediente ie tac [Tag für Tag] , / des wil sie mir gelouben niht MF: Reinm
24: 3,1
3
mit Komparativ
3.1
eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’
do begonden sie sich nahen / ie baz vnd baz Herb
2525;
si wart ie verrere von der gotes chrefte her danne getriben Konr
9,11;
Tr
103;
Rol
7758
3.2
konjunktional (sô) ie ... (sô) ie
‘je ... desto’
so wir îe mêre sunden, so wir îe harter uon gote genidert birn Spec
131,23;
diu wazzersucht ist also getan, so er ie mer trinchet, so in ie mer duͤrstet PrOberalt
164,22;
j elder der kese ist. j boser. j iungir i bezzer SalArz
18,38;
KLD:UvL
12: 1,2;
Tr
113.
–
als der wein iee roter und diker ist, so er iee mer pluetes machet HvHürnh
52,4
4
modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen):
dâ hûb sich ein sturm vil grôz, / ein tûsint beleib ime dâ tôt, / von chriechiscen chunne, / ê Alexander den furt ie gewunne VAlex
1224;
mit dir hân ich überwunden / trûren, daz mir tet ie wê KLD: UvL
32: 2,4;
wir mvzzen vns ie scheiden Herb
2237;
Iw
7267
MWB 2 1840,34; Bearbeiter: Luxner
ie|besunder (?)
Adv.
verstärktes besunder; unklar, ob Syntagma.
‘insbesondere, besonders, vor allem’
den priester ie bisunder / nam innerliche wunder / der herlichen gnade / di he beschouwet hade Elis
2873;
dar quam ouch ie besunder / des folkes michel wunder / von deme lande al umme dar, / di dirre wihe namen war ebd.
9737
MWB 2 1842,14; Bearbeiter: Luxner |