Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
      innerhalbe Adv.
      innerhalp Präp.
      innerheit stF.
      innericheit stF.
      innericlich Adj.
      innerlachen Adv.
      innerlich Adj.
      innerwërtes Adv.
      inne sîn V.
      inne sitzen stV.
      inne stân V.
      inne tragen stV.
      inne tuon V.
      inne valten stV.
      innewend-
      innewendic Adj., Präp.
      innewendicheit stF.
      innewendiclîche Adv.
      inne wërden V.
      inne wësen V.
      inne wonen swV.
      inne würken swV.
      innic Adj.
      innicheit stF.
      inniclich Adj.
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   innerhalbe - inniclich    


innerhalbe Adv. auch innerhalben, innert-, indert-, inre-. ‘innen, im Inneren, auf der inneren Seite’ im wart sô grimmiu nôt gegeben / daz man wol ûzen an im sach / den tougenlichen ungemach / den innerhalp sîn herze truoc KvWHerzm 283; sîn mage innerhalbe brach / von tegelîcher siechheit, / und von der leber bôsheit / spît er bluotes harte vil LvRegFr 3706; salbe die nase innerhalp mit rôsenole, daz des gesuhtes iht belîbe Barth 147,1; dar zuͦ warnt uns daz heilig ewangelium [...] vor den luglichen wizzagen die zuͦ uns choment in dem gewæt der schaffe uzzerhalben, innerhalben sint si aver die ræzzen wolf PrOberalt 139,5; vertribe du die tunchelheit innerhalbe aller meiste [interl. zu repelle tu caliginem intrinsecus quam maxime ] PsM H 21,4; inrehalp Parz 388,6; innerthalben NibB 486,4; inderthalben HvNstAp 10104. – präd.: ist di wunde [an der Harnröhre] vuchte. vnde ist innerhalbe. so sal man drin blasen ein stuppe uon gebranten rinden cypressin boumes SalArz 62,32

MWB 2 1923,47; Bearbeiter: Hansen

innerhalp Präp. auch innerhalbe(n), innert-, indert-, inre-. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Akk.) 1 lokal
2 direktional ‘auf die innere Seite’
3 temporal
   1 lokal: er sattot si mit dem wiͤstuͦm innerhalben des herczen Konr 9,25; so di uicblater innerhalp des libes si. so mache ein clister uon pforren saffe. vnde uon butter SalArz 52,58 u.ö.; inerhalb Tyre VAlex 1007; innerhalp zweier mîlen Eracl 1592; innerhalbe min [interl. zu intra me ] PsM 102,1; swer einen gevaerlichen iaget in ein haus [...] und im nach volget mer siben schuͤch lanch vor der haustuͤr, der sol daz fuͤr haimsuͤchen puͤzzen und anderhalbe niht [...] niur for der rehten haustuͤr inderthalbe siben schuͤch lanch StRMünch 239,2; WüP 44,3; Tr 18553; übertr.: inrenthalb der huote SM: Wi 2: 3,6. – ‘auf der inneren Seite’ dehein dinc wart dâ virne [alt] / innerthalp dem burcgraben [in der Burg] UvZLanz 227; nû sach er innerhalp dem tor [innerhalb der Mauern] / ein wîtez wercgadem stân Iw 6186; inrehalp der tür / hât sî leider sich verborgen MF: Reinm 11: 5,8; WüP 47,5; Wig 7256    2 direktional ‘auf die innere Seite’ da ranten Claudas ritter innerhalb der ersten porten Lanc 8,11; da er innerthalb die porten was komen, da wart die port zu gethan ebd. 177,23    3 temporal: der künec Artûs dô niht enlie / von sînem hove scheiden / weder lieben noch leiden / innerthalb vier wochen UvZLanz 5401; [Herodes] gebot, daz man ælliv div kint slvͦege, div vber allez daz lant innerhalp zwaier iare geborn wæren Spec 30,32; der wint hæte si geslagen / innerthalp den ahte tagen / in daz lant ze Curnewâle Tr 2468 u.ö.; RvEWh 8802

MWB 2 1924,4; Bearbeiter: Hansen

innerheit stF. ‘Innerlichkeit’ dem antwürt got in der innerheit des erhebten geist in gnad HvNördlBrf 48,19

MWB 2 1924,36; Bearbeiter: Hansen

innericheit, innerkeit stF. 1 ‘das Innere’
2 ‘inneres Wesen, Innerlichkeit’
   1 ‘das Innere’ daz di naturliche werme nicht ge in des libes innercheit SalArz 23,34; von grossem frosste sament sich die natürlich hitz unnd gat in die innrekait des leibes HvHürnh 40,11 u.ö. – (vgl. 2): sin lv̂tter des herzen innercheit [interl. zu sint pura cordis intima ] PsM H 5,3    2 ‘inneres Wesen, Innerlichkeit’ der ander mensche heizet der inner mensche, daz ist des menschen innerkeit Eckh 5: 419,13 u.ö.; ein wites ussweifen der sinnen entsezet den menschen siner inrkait Seuse 169,33 u.ö.; an in [den Geistlichen] michel sælde lît, / daz sich got von himel gît / ûz sîner drîvalt innerkeit / ze spîse, diu uns wirt bereit / in der priester hende Helbl 2,845; daz er [Gott] einvaltic ist an sînem wesene, her umbe ist er diu innerkeit aller dinge Eckh 3:383,2; DvAPatern 46. – ‘Andacht, religiöse Einkehr’ solhew andaht, solhe innerchait haizzet aigenleich contempliren MvHeilFr 56; mit der andaht und mit innerkete HlReg 15,8; sy verjach och [...] das sy etwenn in die innerkait kam, der ir ain her horn an den oren hett geblassen, sy het es nit gehoͤrt Stagel 39,25; Frl 7:1,19. – in präp. Wendungen i.S.v. ‘innig, hingebungsvoll’ dar nach was uber mer berait / der herr mit gantzer innerchait / und sach daz heilig gotes grab Suchenw 7,90; mit gantzes hertzen innerkait ebd. 7,195. 19,42; mit rehter innercheit BenGeb 74

MWB 2 1924,39; Bearbeiter: Hansen

innericlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. ‘innig, tief empfunden, hingebungsvoll’ si weinden innerclîche Kriemhilde man NibA 989,1; des ein gût urkunde / Petrus ist, der anders nicht / geliden hât um di geschicht, / nur innerclicher rûwe swêre JvFrst 5139; duo er daz gibet vile innerchlîchen getet, / duo hiez er sîni sune daz si firnâmin ime Gen 2711; mit manigem suͤften wart diu zedel [der Brief] / uͤberlesen innerclich WhvÖst 7003; ich wer in gern mit trewen holt, / ob sy es wolt rewen / mit innerkleichen trewen Hawich 238. 158. 358; Wahrh 148; KLD:UvL 14: 4,3; Wernh A 353 u.ö. – ‘herzlich’ in der klage kom Rôbôâl / und sîn mäsnîe über al / und enpfie den vürsten innerclîch Mai 213,17

MWB 2 1925,3; Bearbeiter: Hansen

innerlachen Adv. ‘innerlich, im Inneren’ (vgl. enlachenes ): dînu ougin daz sint tûben ougen, âne daz daz inner lâchen [ intrinsecus Ct 4,1] uerholen ist TrudHL 46,17. 48,17

MWB 2 1925,18; Bearbeiter: Hansen

innerlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. ‘innerlich, inner’ 1 allg.
2 bildl. vom geistig-seelischen, wesenhaften Bereich
3 ‘innig, tief empfunden’
   1 allg.: sô wê dem herren dâ geschach [von dem Geschoss] , / als er sint dar abe starp. / fröuden vil an im verdarp. / gar in dem lîbe innerlich / er brach Kreuzf 7603; sîne innerlîchen lidemâz [seine inneren Organe] , / von den der mensche sîn leben hât, / [...] / im wâren versêrt ebd. 7980    2 bildl. vom geistig-seelischen, wesenhaften Bereich: wande si [Elisabeth] ouch kuslichen muͦt / innerliche druc zu gode Elis 833. – in myst. Texten: wie mac dem menschen genüegen an gotes gâben ûzerlîche oder innerlîche, sô im niht engenüeget an gote selben? Eckh 5: 50,12 u.ö.; in eime flissigen tieffen innerlichen warnemende sin selbes Tauler 113,17 u.ö.; swem inrkait wirt in usserkait, dem wirt inrkait inrlicher, denn dem inrkait wirt in inrkeit Seuse 167,15; noch einen andern inrlichen [gedanklich nacherlebten] krúzgang hat er ebd. 36,20 u.ö.    3 ‘innig, tief empfunden’ er huͦb sinú ogen dik uf ze gote und sprach mit inrlichen súfzen: ‘ach got, waz jemerlichen todes wilt du úber mich verhengen!’ Seuse 148,2; der alte soldan [Sultan] lac tôt, / daz was in innerlichen leit Ottok 47935 u.ö.; in iubilo und in minnen, in dangnemekeit [Dankbarkeit] und inrelicher froͤude Tauler 7,15; sümleich pegünd rewen / mit ynnerleichen trëwen Hawich 3257; HvBer 3839; HvNördlBrf 32,55

MWB 2 1925,22; Bearbeiter: Hansen

innerwërtes Adv. ‘innerlich, im Inneren’ (vgl. auch in-, innerwertes): sine vriunt sint alle, die sine mennischait sehent unt sine gotheit innerwertes mit dem oͮgen des hercen erchennent PrFrgmWien 68,15; sine gotheit, quae intrinsecus latet, div innerwertes verholn ist ebd. 68,17

MWB 2 1925,50; Bearbeiter: Hansen

inne sîn, inne wësen V. auch in-. 1 i.d.R. sîn mit dem Adv. inne ‘in etw./jmdm. sein’
2 spezielle Verwendungen
2.1 rechtlich bei Äußerungen zum Aufenthalt von Personen (vgl. DRW 6,259; WMU 2,936)
2.1.1 ‘ansässig sein, wohnen’
2.1.2 ‘sich im Einlager befinden’ (vgl. înlëger )
2.2 übertr., überw. in mystischen Texten
   1 i.d.R. sîn mit dem Adv. → inne ‘in etw./jmdm. sein’    2 spezielle Verwendungen    2.1 rechtlich bei Äußerungen zum Aufenthalt von Personen (vgl. DRW 6,259; WMU 2,936)    2.1.1 ‘ansässig sein, wohnen’ [ein] hus, da A. der phister ietz seshaft inne ist UrkBaden 6,259 (a. 1346); dar nach alle die lute, die daz gotshus ze Sant Gallen an hoͤrnt, die ze Lindow inne sint, die suln dienen vnserm herren, dem abbet von Sant Gallen UrkCorp (WMU) 974,44    2.1.2 ‘sich im Einlager befinden’ (vgl. înlëger ): an allain die giselschaft ze Zurich, der er iach, da er înne wære von bischof Ruͦdolf [...] wegen UrkCorp (WMU) 1989,17    2.2 übertr., überw. in mystischen Texten: dar umbe ein iekliches, daz da inne ist etlicher personen, ez si, daz es gehöre zuo siner nature oder niht, daz wirt zuogeeiniget in der personen ThvASu 24,13. – Part. und Part-Adj.: das ist daz dir got nút ingewesent enist in dime grunde Tauler 413,20; werde sun, als ich [Christus] sun bin, geborn got, und daz selbe ein, daz ich bin, daz ich schepfe înwesende, inneblîbende in des vaters schôze und herzen Eckh 5: 46,8; sü allein sint zuohangendü wesen unde nit insindü wesen ThvASu 306,13. – subst. ‘das Innewohnen’ ein innesîn und ein anehaften und ein einen mit gote, daz ist gnâde Eckh 2:244,7. ez ist drigerleige wesin: ein wesin, alse ein iclich dinc wesin hait, und ein inwesin alse varwe, di inhat nicht wesin an ir selber, [...] und ein zuwesin alse vaderschaft und sonschaft Parad 68,24. 68,28

MWB 2 1925,56; Bearbeiterin: Baumgarte

inne sitzen stV. auch in sitzen (vgl. auch în sitzen ). ‘innerhalb von etw. sitzen, sich an einem Ort befinden’ si [der Welt zugewandte Mönche] gesitzent nimmer inne [verbleiben nicht in der Klausur] , / si wellent umbetwungen sîn Erinn 210. – ‘ansässig sein’ vnd di vzlude, di in irwedirs gerechte insizzint, di in solin wir [...] nimir me geherbergin noch geachten, vnde solin doch hain [l. hân ] vnse recht an hin [ihnen] UrkCorp (WMU) N282,43. – md./ nd. Part.-Adj. ‘einheimisch, ansässig’ dî însezne heidinschaft NvJer 5045. – bei Eckh in der Wendung ~ in sich selber ein ‘In-sich-selbst-Bestehen’ (meist subst.): got ist ein einvaltig instan, ein insiczen in sich selber Eckh 1:225,8; ein ieklich creature nach der edelkeit ir nature, so si me insiczet in sich selber, so si sich me vs b#;’utet ebd. 1:225,9. 1:225,12. 1:225,13

MWB 2 1926,24; Bearbeiter: Hansen

inne stân V. auch in-. ‘jmdm./etw. innewohnen, in jmdm./etw. enthalten sein’ imme [diesem Gedicht] die warheit instat Roth 4795. – subst. bei Eckh in der Wendung ~ in sich/  im selber ein In-sich-selbst-Sein (vgl. inne sitzen ): er [Gott] ist ein lûter înstân in im selber, dâ noch diz noch daz enist; wan swaz in gote ist, daz ist got Eckh 1:56,7; got ist v̍ber ellu̍ ding ein instan in sich selber vnd sin instan das enthaltet alle creaturen ebd. 1:224,13. 1:225,12 u.ö.

MWB 2 1926,41; Bearbeiterin: Baumgarte

inne tragen stV. în tragen

MWB 2 1926,51;

inne tuon V. ‘jmdn. etw. wahrnehmen, erfahren lassen’ lîchte wirt ir noch ze sinne, / daz si mich tuot froiden inne: / ich hân lieben wân SM: Wi 5: 3,8

MWB 2 1926,52; Bearbeiterin: Baumgarte

inne valten stV. în valten

MWB 2 1926,56;

innewend- s.a. inwend-

MWB 2 1926,57;

innewendic Adj., Präp. , -wendige Adv. häufig in-; auch inde- ( Tauler 94,29; Herb 14218. 15628 ). ‘innen, innerhalb, inwendig’ 1 Adj.
1.1 attr.
1.2 präd.
2 Adv., lokal
3 Präp.
3.1 lokal
3.1.1 mit Gen
3.1.2 mit Dat. (und adnominalem Gen.)
3.2 temporal
3.2.1 mit Gen
3.2.2 mit Dat.
   1 Adj.    1.1 attr.: daz in dem slâf oft die inwendigen kreft der sêl wachent BdN 8,34 u.ö.; du bist ein spiegel der inwendigen anschowunge Mechth 5: 7,4 u.ö. – im Ggs. zu ûʒwendic: er [Leinsamen] waicht und senftigt die inwendigen geswern und die auzwendigen BdN 422,28; wan du beroͮbest mine lieben swester der innewendigen gottes suͤssekeit und der uswendigen minnesamekeit Mechth 5: 11,23; Eckh 5: 276,8. – in den Wendungen ~ armuote (vgl. Hernández, Eigentum, S. 119-126) und ~ mensche bei Eckh : ez ist noch ein ander armuot, ein inwendigiu armuot, von der ist daz wort unsers herren zu verstânne, sô er sprichet: ‘sælic sint die armen des geistes’ Eckh 2:487,3; aber diu ûzerkeit der bilde ensint den geüebeten menschen niht ûzerlich, wan alliu dinc sint den inwendigen menschen ein inwendigiu götlîchiu wîse ebd. 5: 277,2 u.ö.    1.2 präd.: daz dritt [Teil der Frucht] , daz inwendig ist BdN 318,10. als vil grœzer der durst ist, als vil mêr und inwendiger und gegenwertiger und stæter ist daz bilde des trankes Eckh 5: 206,6    2 Adv., lokal: die wile wir daz bilde [Statue] han hie / indewendic in vnsen graben [innerhalb der Stadtbefestigung] , / so wollen wir daz ver war haben, / daz vnser stat niet missege Herb 15628; der hals ist auz kruspelischem flaisch gemacht aller maist inwendich BdN 19,1 u.ö.; ynnewendich in deme lyue [Leib] OvBaierl 121,1; das man rehte wenen mag, das si innewendig haben des heligen geistes vluͦt Mechth 5: 11,14 u.ö. – im Ggs. zu ûʒwendic: ez [das Metall Zinn] scheint inwendich schôn, aber auzwendig wirt ez leiht gemailigt BdN 480,8; die jungen lerte er vil swigen, da von wurden si uswendig gezogen und inwendig wise Mechth 5: 24,49 u.ö.; Eckh 5: 248,11 u.ö. – in der Wendung von inwendic ‘von innen’ daz benimt des pluots lauf von inwendig auz dem leib BdN 408,31; swaz eigenlich gewortet mac werden, daz muoz von innen her ûz komen und sich bewegen von innerer forme und niht von ûzen her în komen, mêr: von inwendic sol ez her ûz komen Eckh 1:66,5    3 Präp.    3.1 lokal    3.1.1 mit Gen: is he abir nicht inwendic landis Mühlh 132,17; wann alliu andreu vierfüezigeu tier habent ir gallen inwendig des leibes BdN 123,1. 289,34; sie hielt irn orden wol von sprechen innewendig des closters und ußerhalb Lanc 112,22; da werte sich myn herre Gawan so sere und so lang biß das alles syn volck innwendig der porten [innerhalb der Befestigungsanlagen] was ebd. 237,37; bildl.: do sprach die husvrowe inwendig des lichamen [Körpers] , die sele: ‘du bist nút warhaftig.’ Mechth 7: 7,36;    3.1.2 mit Dat. (und adnominalem Gen.): fure ich yczunt hinweg, ich keme dar nicht innwendig dem frieden Lanc 321,10; er hett gut innwendig Brytanien ebd. 20,15. dien Ungirn sint gesezzin / inwendig ir klûse tor RvEWchr 2554; das niemanne tohte / der sie [die Festung] besizzen moͤhte / inwendic ainer mile zil RvEWh 10885    3.2 temporal    3.2.1 mit Gen: geschê aber daz, daz er ez niht enlernete innewendich des andern halben iâres StatDtOrd 61,26. – satzeinleitend in der Wendung innewendic dës ‘inzwischen, währenddessen’ (s.a. in dës in 2.1, innen dës innen 2.1.3 und inner dës inner 3.2): der konig saß also und wart sere dencken und lang. innewendig des kam ein gewapent ritter jensitt off das waßer ryten Lanc 170,28. 341,30. 353,9    3.2.2 mit Dat.: die es [das Korn] verkoufent ze hant oder inwendig einem manode UrkFreiburg 1:235,10 (a. 1319). innwendig den vierczehen nachten waren die mere fur den konig komen Lanc 147,26. 395,4

MWB 2 1926,58; Bearbeiterin: Baumgarte

innewendicheit stF. auch in- und inde-. ‘das Innere’, in myst. Texten übergehend zu ‘innere Haltung’ dc herre moẏses aines tages siniu schâf nam. vnd fuͦrt diu in die wuͤsti. vnd do er si dar brâhte. do fuͦrter si vnd traip si in die inwendechait der wuͤsti PrSchw (St) 2,60; do waz im in siner inwendekeit, wie neiswas in sin sele sprechi also: hab guͦten muͦt Seuse 48,20 u.ö.; der ander mensche heizet der inner mensche, daz ist des menschen innerkeit. [...] und diu inwendicheit enkêret sich niht ze den fünf sinnen, wan als verre als si ein wîser und ein leiter ist der fünf sinne Eckh 5: 420,2. 5: 256,2 u.ö.; daz der heilige geist kummet von inbofen [d.i. enbobene ] in den menschen und beruͤret dez menschen indewendekeit und machet eine grosse bewegunge do, also das rehte des menschen indewendekeit wurt umbegekert und in im zuͦmole verwandelt Tauler 38,6. 61,4 u.ö.; waz in in vellet von bôsen gedanken, daz daz zuhant zu nichte werde und daz iz nit inrure des gemutes innewendikeit HvFritzlHl 250,19; HvNördlBrf 41,20

MWB 2 1928,5; Bearbeiterin: Baumgarte

innewendiclîche Adv. auch in-; auch -lîchen. ‘innen, im Inneren, innerlich’ owê der verlust / unde des grôzen smerzen! / swaz dem menschen ob dem herzen / innewendiclich lît, / daz sach man allez zuo der zît Ottok 21948; daz in diser vorhte wert / der gotelîchen strâfe swert, / daz sînes herzen ougen / inwendiclîchen tougen / mit stæten sâhen an HvBer 8415; wa nu, daz ir inwendklich ze tusent malen sprachent in gegenwúrtikeit der gnade: ‘bist du bereit vesteklich ze stenne in gelassenheit?’ Seuse 246,6; Brun 1476; RvBib 75,18; Tauler 387,34

MWB 2 1928,27; Bearbeiterin: Baumgarte

inne wërden, innen wërden V. auch in- ( WolfdD 1996,1 ) und innan ( PrWack 3,24 ). 1 ‘jmdn./etw. wahrnehmen, bemerken, spüren, erfahren’ (mit Gen.)
2 ‘Macht über etw. bekommen’ (vgl. inne haben )
   1 ‘jmdn./etw. wahrnehmen, bemerken, spüren, erfahren’ (mit Gen.): dô si des fûris wurden innen SAlex 2405; der wart Rîchardes innen KvWTurn 955; daz wir sîn worden inne / sîner argen sinne Ottok 89455; diu herzeclage, / [...], / diun sî niwan von minnen: / des wirde ich hier an innen, / daz ich ime sô gerne wære bî Tr 1064; wellen wir hie nit abelassen, so werden wir gottes inne Mechth 7: 61,10; daz dû den menschen ûf erden / der himelischen hêrschaft / alsô læst inne werden LvRegSyon 4217; NibA 1474,1; Roth 5162; Iw 3888. 7035. – mit präp. Erg.: an swemer des innin wirt Litan 686; dô des an im innen wart / diu süeze KvWHerzm 138; wirt er ir bî im innen Iw 7054; von Cundrîen man och innen wart / Parzivâls namn und sîner art Parz 325,17. – mit dës und korrelierendem Nebensatz: werde man des innen, / daz ich in habe betrogen Eracl 882. – mit abh. Nebensatz: der pabis wart san innen / daz die ware minne / mit ime gebuwet habete Ägidius 1383; do wart er innin uf dem wege / das in ir muͦt stuͦnt gein Sodoma RvEWchr 4725; so wirstu inne, geloube mir, / daz got ist verre hoer dir Hiob 13171; Herb 3664; HvNstAp 14226    2 ‘Macht über etw. bekommen’ (vgl. inne haben ): do úm die stat in wart, do in lies er zuͦ hŏbet man / den hertzogen Gerwart WolfdD 1996,1; was inen ouch guͦtz von irs amptz wegen yemer ynwirdt, das sond sy all vier glych mitainander tailen 2DWB 7:1134,57

MWB 2 1928,39; Bearbeiterin: Baumgarte

inne wësen V. inne sîn

MWB 2 1929,6;

inne wonen swV. in wonen

MWB 2 1929,7;

inne würken swV. ‘im Inneren wirken’ aber zuo dem libe Christi in der verwandelunge waz nidergande die clarheit von der gotheit unde von siner sele niht übermitz [vermittels] wise der wielichi innebelibende unde inne würkende den lip selber [ non per modum qualitatis immanentis et afficientis ipsum corpus ] , sunder mer übermitz wise der lidunge unde fürgande, alse so der luft erlühtet wirt von der sunnen ThvASu 130,19

MWB 2 1929,8; Bearbeiterin: Baumgarte

innic Adj. , innige Adv. 1 ‘aus dem Innersten kommend, im Innersten angesiedelt’
2 ‘innig, andächtig’
3 verschiedene Zugehörigkeitsverhältnisse ausdrückend (zu lat. familiaris , ‘zur familia gehörig’ , vgl. LexMA 4,254-256, 2 HRG 1,1496-1497), ‘jmdm./etw. zugehörig’
3.1 eine Person zu einer Gemeinschaft, subst.
3.2 Besitz zu einer Person
3.3 eine Eigenschaft zu etw.
   1 ‘aus dem Innersten kommend, im Innersten angesiedelt’ von dem usgedrukten [herausgebildeten] bild uss sinem innigosten abgrúnde Seuse 181,16; mit einer inniger begerunge Tauler 279,7. 319,4; der munt der menschen sprichet von dem, daz ime innic ist Eckh (Pf) 424,28. – subst. Superlativ: daz lebet eigenlîche in sîme innegesten der sêlen Eckh (Pf) 135,32 (vgl. innersten Eckh 1:66,6 mit Anm.)    2 ‘innig, andächtig’ die bicht sol ouch sin innich als daz gebet PrLpz (L) 33,40. 57,39; der stein [ pirophilus ] gotes lichnam dütet; / wer innig den drückt an der sele herze / und in mit glouben trütet, / den mag gesterben nicht des todes smerze Mügeln 335,10; NvJer 18863; Pass III 433,50    3 verschiedene Zugehörigkeitsverhältnisse ausdrückend (zu lat. familiaris, ‘zur familia gehörig’, vgl. LexMA 4,254-256, 2HRG 1,1496-1497), ‘jmdm./etw. zugehörig’    3.1 eine Person zu einer Gemeinschaft, subst.: unser lieber inniger der apte und der convent des closters ze Wiltzburch MGHConst 8:371,38 (a. 1347); so haben wir angesehen und bedacht unserr lieben innigen den abbte und convente dez chlosters ze Halspruͤnn ebd. 8:377,20 (a. 1347)    3.2 Besitz zu einer Person: sit daz vro Adeleid, [...], iren innegen widemen [Morgengabe/ Witwengut] besezen hat zehen iar [...] daz si den geruͦwecliche besitzen vnd niezen sol vnz an iren tot UrkCorp (WMU) N507,13    3.3 eine Eigenschaft zu etw.: ein ander werk ist noch inniger dem steine, daz ist neigunge niderwert [dass er niederfällt, wenn die Umstände entspr. sind] Eckh 5: 39,4

MWB 2 1929,17; Bearbeiterin: Baumgarte

innicheit stF. auch innekeit, innenkeit. ‘Innigkeit, Andächtigkeit, Andacht’ der erste boge der crone wirt gewiret und erlúhtet mit edelme gesteine aller der heligen innikeitte Mechth 7: 1,19; ich meine reine demut / uz des herzen innekeit Daniel 4899; so wir mit innenkeit beten HlReg 66,20; der mensche sol sich in allen gâben lernen selber ûz im tragen und niht eigens behalten noch nihtes ensuochen, weder nutz noch lust noch innicheit Eckh 5: 281,4; ir innekeit ist so rechte groz Brun 2884. 8460; Eckh (Pf) 481,1. – ‘Gekehrtsein nach innen’ (vgl. ûʒerkeit): die innekeit hete im [Bernhardus] verschoben / die uzerkeit also gar, / daz er zu kore ein ganzez iar / gienc mit den brudern sin / und pruwete nie wie der schin / durch die venstere in schein Pass III 400,42. – ‘Zurückgezogenheit’ wanne di zit ein ende nam / ir kindebettes innekeit, / daz si dan nach gewonheit / solde nach den vierzic dagen / ir kindelin zu kirchen dragen Elis 2215

MWB 2 1929,49; Bearbeiter: Hansen

inniclich Adj. , -lîche Adv. auch innech- und innenc(h)-; adv. auch -lichen. 1 vereinzelt ‘innewohnend, innen, im Inneren’
1.1 attr.
1.2 adv.
2 ‘tief empfunden, von ganzem Herzen, innig’
2.1 attr.
2.2 meist adv.
   1 vereinzelt ‘innewohnend, innen, im Inneren’    1.1 attr.: [Gott Vater,] daz wende uns durch den dinen Christ, / der innechlicher ewechait / unde einer waren gotehait / in des hailigen gaistes ainunge / ze rehter ebenhellunge / mit dir ist ein nomen BenGeb 89    1.2 adv.: ir und auch uwer gesinde / sult uch verbergen inneclich / in der burge so heimlich, / daz man ir keins sehe hie vor Minneb 3711    2 ‘tief empfunden, von ganzem Herzen, innig’    2.1 attr.: niemen ist sô tumber, / [...] / er enmuge die rehten wârheit / unt mîn vil inneclîchez leit / wol schouwen unde chiesen Wernh 3208; man beget dise misse mit innechlichim spile, mit innechlicher froͮde, mit ezzinni, mit trinchin, mit wirtsefte Spec 82,5; er [der Hl. Geist] gibit daz innechliche gebêt ebd. 79,30; wie sant Peter mit innenchlichen zæhern ze hulden chom PrOberalt 88,36; sprich diz gebet mit inneclicheme hercen VatGeb 73; wir hœren von ir schœne jehen, / sin gesæhe nie kein lebende man / mit inneclîchen ougen an, / ern minnete dâ nâch iemer mê / wîp und tugende baz dan ê Tr 638. vrivnt inneclicher [interl. zu amicus intimus ] PsM H 54,3    2.2 meist adv.: si wart vil inneclîchen frô Wernh 647; im was innechliche leit / daz er iz so lange vriste Eilh R,1764; die zît hân ich vertriben hin, / daz ich michs innenclîche schamen UvZLanz 317; mich riuwet inneclîchen disiu hovevart NibB 443,2; er [Etzel] enbiutet iu [Kriemhild] inneclîchen minne âne leit ebd. 1232,1; er [der Hl. Geist] gibet den sin unde die gnade, daz sich der man siner sundin inneclich beclagin mach Spec 79,30; innenclîchen sêre / beiz si mich in mînen munt, / dô ich si kuste zuo einer stunt MF: Reinm 67: 2,3. – übergehend zu ‘andächtig’ do huͦb her innicliche / sin ougen uͦf ze Criste Ägidius 1638; die [Maria] svl wir fil innecliche bitten Konr 18,45; Spec 95,2; PrOberalt 69,22; nu schuͤln wir vil innenchlichen merchen waz disiu wort betuͤten ebd. 117,37. – zum Verstärkenden übergehend ‘heftig, zutiefst’ ein frouwe schœne von der stimme / sêre und inneclîche erschrac KvWLd 15,24

MWB 2 1930,5; Bearbeiterin: Baumgarte