îsenhâke
swstM.
‘Eisenhaken’, nur als Bestandteil eines Personennamens (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 289):
Uͦlireich Eisenhage UrkCorp
2556,34
MWB 3,1 7,22; Bearbeiter: Richter
îsenhalt
stSubst.
‘(verschließbare) eiserne Kiste, Schatulle’
mîn geselle Wolvesdrüzzel / ûf tuot er âne slüzzel / alliu sloz und îsenhalt.
/ in einem jâr hân ich gezalt / hundert îsenhalt grôz, / daz ie daz sloz dannen
schôz, / als er von verren gie dar zuo Helmbr
1205 u. 1207
MWB 3,1 7,26; Bearbeiter: Richter
îsenhalte
swF.
(st.
SpdtL (E)
Ldr 271
);
auch
isanhilta SummHeinr
2:40,170.
‘eiserne Fußfessel, Beinschelle’
ich kêre durch dîn liebe dar / und hilfe dir ûf den stein / und behefte dir
dîniu bein / mit der îsenhalten Greg
3009;
er entslôz die îsenhalten ebd.
3653
u.ö.;
dô twanger [Rennewart] die von
Nubîant, / daz si sluzzen ûf diu bant [die Fesseln der
Gefangenen] , / armîsen, îsenhalten Wh
415,23;
wil er in inspannen mit einer eysenhalt. daz mag er tuͦn SpdtL
(E)
Ldr 271;
pedica: ein isenhalte VocOpt
30.017;
trica: isinhalt Gl
3:359,67
(BStK927).
–
aber alle ander minnerin [außer der
wîsheit
] hein suͤssú wort und bitern lon, ire herzen sint dez todes
seginan [Netze] , ire hend sint isenhalten, ire red
gesuͤstú gift, ire kurzwile erenrob Seuse
14,1
MWB 3,1 7,32; Bearbeiter: Richter
îsenhamer
stM.
‘Eisenhammer’
man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen
uf die anebôz Kreuzf
4376
MWB 3,1 7,47; Bearbeiter: Richter
îsenhart
Subst.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051, s.a.
îsernhart
):
de verbena: isenhart Gl
3:594,35
(BStK784);
s. AWB 4,1738 für weitere Belege des 13./14. Jh.s
MWB 3,1 7,50; Bearbeiter: Richter
îsenherte
Adj.
‘hart wie Eisen’
er fert so gar in reicher wer, / in stahel, eisenherte Virg
(St)
82,8
MWB 3,1 7,55; Bearbeiter: Richter
îsenhose
swF.
‘Beinrüstung’ (s.a.
îserhose
):
her wâfende sich sâ zehant, / sînen helm her ûf bant, / sîn îsenhosen leit her
an En
11929;
Wig
6136.
10888;
vier fürsten in do / schüchten in die yssen hossen
GTroj
5393;
sîn îsenhosen umb diu bein. / die sint ze grôz noch ze klein
WälGa
3847;
zwͦ isin hosin truͦger an, / von der swere ih iuh niht kan /
noh von ir wite gesagin RvEWchr
24039;
Wh
416,24;
UvLFrd
88,16.
– bildl.:
dû wirdest gote ein kemphe wert. / reht geloube sî dîn swert,
/ der süezen êwangeljen sage / sî dîn vride alle tage / und dîne vesten îsenhosen
RvEBarl
6687
MWB 3,1 7,57; Bearbeiter: Richter
îsenhouwære
stM.
hier -er.
‘Arbeiter im Eisenbergwerk’
wer aber, daz die vorgenanten eisenhawer an den worichen
[sic] dhain chnieg [l.
chrieg?] hieten vmb daz lon UrkEnns
6,561
(a. 1346);
der obgenanten eysenhawer ebd.
6,562
(a. 1346)
MWB 3,1 8,5; Bearbeiter: Richter
îsenhüetære
stM.
hier -er.
Verwahrer der Münzeisen/ Prägestempel:
es sol auch (e)isenhueter seine eisen allenthalben verantburden, das damit
ichte werd gesaczt an des muͤnsmaister willen und wissen
UrkÖsterrErbl
179,14
(a. 1339).
– als Bestandteil von Personennamen:
Conr(at) und Heinr(ich) di eisenhuter NüP
192
MWB 3,1 8,11; Bearbeiter: Richter
îsenhuot
stM.
‘Kopfbedeckung aus Eisenblech, Helm’
dar zuo hât er ein îsenhuot, / der ist von stahel alsô guot,
/ daz ûf ertrîch dhein man / sô vestes huotes nie gewan EnikWchr
9697.
9841;
ein swert und ein îsenhuot, / zwuo hosen lieht îsenîn, / die legt er an den
lîp sîn Wigam (B)
535;
[er] slug den sariant mit so großer krafft uff den ysenhut
das er im heubt und huͦt spielt biß uff die schultern Lanc
621,13;
StRPrag
29;
Neidh
WL 33:5b,2.
– bildl. als Schutz vor Lüge:
funde ich veile ein îsenhuot, / der für lüge wære guot, / und einen schilt für
schelten, / den wolte ich tiure gelten Freid
170,14;
Renner
7255
MWB 3,1 8,18; Bearbeiter: Richter
îsenîn
Adj.
‘eisern, von Eisen’ (s.a.
îserîn
,
îsîn
):
ich bringe dir Roͮlanten / mit iseninen banten
Rol
3778;
sein hent und sein fuͤzze die waren durchslagen mit ysneinn
nageln PrOberalt
90,16;
sin ander kovertiure, / diu ob der yseninen lag, / an koste
man die hohe wag Rennew
23441;
EnikWchr
A II,1395;
hundert tûsent man / dâ wârn werlich bereit / in îsenîner
kleit Ottok
48276;
Tund
1005;
Eckh
5: 307,9;
BdN
433,13.
– übertr.:
weles hertz moͤhte sin als isenin oder als steinin, daz nút
erweichen moͤhte so vil angstlicher wunden Seuse
552,29;
der [Gedanke] muͦs zehant ab
geschorn werden mit dem isinin flisse [Beflissenheit]
Tauler
222,36.
235,21.
237,26.
– hierher oder Ableitung zu ësse stF. (?):
der kunic erzurnde harte / sâ an dem worte, / er hiez
in [St. Laurentius] brennen ûf rôste / der
christenhait ze trôste; / der rôst der was îserîn [La.
essenin
]
Kchr
6307
MWB 3,1 8,31; Bearbeiter: Richter
îsenîn
Subst.
‘Eisenbehälter’ (Ansatz fraglich, vgl. Konjekturvorschlag Anm.z.St.):
dar auff [auf den Lasttieren] lag
sawm schrein, / watseck [Reisetaschen] und
veleßlein [Köfferchen] , / mantekon [
mantica, Quersack] und sein eyßnein / da sein harnasch
inne lag HvNstAp
434
MWB 3,1 8,49; Bearbeiter: Richter
îsenîne
F.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051; s.a.
îserne
):
sacralis: isenina Gl
3:491,13
(BStK887);
vertipedium: isinina ebd.
3:491,39
(BStK887);
vgl. AWB 4,1739 mit weiteren Belegen des 11.-14. Jh.s
MWB 3,1 8,55; Bearbeiter: Richter
îsenkappe
swF.
‘Helm’, metonymisch für den Kämpfer:
wê, daz si sîn verwâzen, / die da machent îsenkappen / ûz
solhen ackertrappen [Bauerntölpeln] , / die dâ gehôrent zuo
dem phluoc, / dâ edeler knehte ist genuoc Ottok
26194
MWB 3,1 8,60; Bearbeiter: Richter
îsenkaste
swM.
Verkaufsbude für Eisenwaren:
alle protlauben und eisenkasten und schergaden unde kreme und huͦtergaden, die
an den eisencasten hinden gelegen sint [...] suͤllent auch
niht hoher gepauwen werden denne als si von alter her sint gewesen
NüP
167.
202
MWB 3,1 9,1; Bearbeiter: Richter
îsenkëc
Adj.
‘mutig in der eisernen Rüstung’, hier subst.:
ob die îsenkecken / gên uns ze velde haben muot Helbl
15,742
MWB 3,1 9,7; Bearbeiter: Richter
îsenketen
swstF.
‘Eisenkette’
yme was wol ein scharffer zeyn [Pfeil] / dorch die
augen geschossen, / vnd was vil hartt besloszen / mit zwein ysenketten
Krone
14364
MWB 3,1 9,10; Bearbeiter: Richter
îsenkiuwe (?)
swF.
‘Eisenkauer, Eisenfresser’ als Bezeichnung für einen besonders kühnen
Menschen (oder als Syntagma aufzufassen?), vgl. îsen
4.1:
er lief ze vorderst an der schar, / (jâ wæn ich in wol ein [La.
den
] îsen kiuwen) Neidh
WL 14:6k,8
MWB 3,1 9,14; Bearbeiter: Richter
îsenkleit
stN.
‘eiserne Rüstung’
ir ros, ir wât, ir îsenkleit / sol man in behalten / an des meres stalten /
biz daz sî wider komen dar Reinfr
20840;
ich hiez mit wisen listen / machen dir ein ysen cleit. / ez
enwart nie bezzers angeleit / uf minen lip Rennew
13303;
lieber herre, nu wil ich gan, / mag ihz iwer urlaup han, /
und von mir tuͦn daz ysencleit ebd.
25541
u.ö.
MWB 3,1 9,20; Bearbeiter: Richter
îsenklette
swF.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051):
uerbena: isinchl̂ete Gl
3:485,28
(BStK945)
MWB 3,1 9,28; Bearbeiter: Richter
îsenklôz
stN.
‘Eisenklumpen’
so man uz der erden grebt / wo man den ysensteyn
entsebt [entdeckt] . / der ysensteyn von hitze groz /
sich wandelt in dis ysen cloz Hiob
10644
MWB 3,1 9,31; Bearbeiter: Richter
îsenknappe
swM.
Kämpfer in Eisenrüstung:
ez wær îsenknapp oder schutze / oder in swelher ahte man in
sach, / den wart aller ir gemach / ûz gegeben mit der mâz Ottok
34207;
EnikFb
2723.
2746;
de hiis, qui vulgo dicuntur ysenchnappen, sic est institutum, ut, ubicumque
tales inveniantur, iudex uel comes, in cuius sunt comitia, ipsis diem prefigat infra
tempus statutum, ut uel militent vel ab hoc resiliant errore
UrkWittelsb
1,82
(a. 1244)
MWB 3,1 9,35; Bearbeiter: Richter
îsenkoufe
swM.
‘Eisenwarenhändler’
ferrarius: isencoͮfo SummHeinr
1:289,272
MWB 3,1 9,44; Bearbeiter: Richter
îsenkraft
stF.
magnetische Anziehungskraft:
dem magnes [Magnetberg im Meer] alzu nahen fuͦren
si, dem steine. / den kunde niht vervahen sin isen kraft JTit
6094,2
MWB 3,1 9,46; Bearbeiter: Richter
îsenkrût
stN.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051):
eyn chrawt hayzzet verbena daz ist eysenchrawt genant vnd ist zu manigen
dingen gut Barth (H)
499
u.ö.;
swer den taglichen vieber hab, der nem batonien, wegerich,
ysenchrut aller gelich BenRez
44;
BdN
424,4
u.ö.
MWB 3,1 9,50; Bearbeiter: Richter |