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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   îsel - îsenhart    


îsel F. in verschiedenen Schreibungen isilla, ihsilla, issel. ‘gefrorener, hängender Tropfen, Eiszapfen’ (s.a. ichel , îskachele ); in mhd. Glossenbelegen, s. AWB 4,1474 u. 1743f.; vgl. auch E. Rooth: Bezeichnungen für ‘Eiszapfen’, Stockholm 1961, S. 35–45

MWB 3,1 2,47; Bearbeiter: Richter

îsen stN. ‘Eisen’ (s.a. îser ) 1 als Material (Metall oder Erz)
2 metonymisch in verarbeiteter Form ‘(Gegenstand aus) Eisen, Eisengerät’
2.1 überwiegend für eiserne Kampfausrüstung
2.1.1 eiserne Waffen, Eisenklingen oder -spitzen (Schwerter, Lanzenspitzen u.ä.)
2.1.2 Rüstung
2.2 Fessel, Kette(n)
2.3 Prägestock für Münzen, Münzstempel
2.4 ‘Hufeisen’
2.5 weitere Geräte und Gegenstände
2.6 erhitztes, glühendes Stück Eisen zur Vollstreckung von Gottesurteilen und zur Peinigung
2.6.1 beim Ordal, Gottesurteil
2.6.2 zur Peinigung
3 in Vergleichen
3.1 auf magnetische Anziehung Bezug nehmend
3.2 auf das Schmieden oder die glühende Hitze des Eisens Bezug nehmend
3.3 auf die Veränderung durch Erhitzung Bezug nehmend (vgl. TPMA 2,444-446)
3.4 Sonstiges
4 in Wendungen
4.1 ~ (vr)ëʒʒen als Ausdruck für Kühnheit, Verwegenheit, Wut (vgl. TPMA 2,449, s.a. îsenbîʒ )
4.2 nôt brichet ~ nôt
   1 als Material (Metall oder Erz): kupfir, er und messinc, / golt, silbir, stahil, isin RvEWchr 535; daz ist nu daz sibend stuck des puoches, in dem wir sagen wellen von dem gesmeid. wan daz ist sibenlai: golt silber gunderfai kupfer zin plei und eisen BdN 474,5. 479,15; Tubalkein [...] waz der erste man, der ie smiden began mit isene vnde mit ere [Erz] Lucid 16,10; RvEBarl 10049; da man daz isen grebit SalArz 20,9; bein, îsen unde stein Wig 6958; SüklV 796. – mit Präp. in Angaben zum verwendeten Material (mite/ von ~ ): die snebile [Schiffsschnäbel, Rammsporne] wârin wêhe [schön] unt gût, sumilîche ubir guldit, sumilîche mit silbere bislagin, sumilîche gemâlt, sumilîche mit messinge oder mit îsine oder andirs vil wole gemachit PrMd (J) 353,20; swaz man stark und vest wil machen, daz machet man von isen PrGeorg 327,27; ein túr [...], die was von ysen wol dicke das sie nymand gebrechen enkund Lanc 211,36 u.ö. – spez. als magnetisches Material (s.a. 3.1): von dem lande comet der stein, der daz isen uf hebet. der stein heizet magnes Lucid 29,1; der magnes und der adamas [...] daz eisen an sich ziehent BdN 429,15. 451,20; Volmar 336    2 metonymisch in verarbeiteter Form ‘(Gegenstand aus) Eisen, Eisengerät’    2.1 überwiegend für eiserne Kampfausrüstung    2.1.1 eiserne Waffen, Eisenklingen oder -spitzen (Schwerter, Lanzenspitzen u.ä.): Ayax sich wol werte; / er sluc sin brun ysen / hine gein Parisen Herb 13967; ob man ime iht geschaden mohte mit swerten oder mit isen Lucid 153,1; in de wunden greif eins arztes hant, / unz er des spers îsen vant Parz 480,6; syn glene was wiß, der schafft was kurcz und groß und starck, das ysen was wiß und sere schnidende und starck und scharpff Lanc 125,9; Wig 4570; BdN 160,7    2.1.2 Rüstung: [der Löwe] lief ouch sâ den gânden man / vil unbarmeclîchen an / und zarte im daz îsen. / man sach die ringe rîsen / sam sî wæren von strô Iw 5379; Wig 5112; hier under hiez ouch ime diu maget / ir knappen Paranîsen / sînen harnasch und sîn îsen / wîz unde schœne machen Tr 10048. 6688; sô balde nie gemâte / die bluomen und daz gras ein meder, / sô vaste er îsen unde leder / verschriet mit sîme swerte KvWTurn 914; Herb 6906. 2627; Rennew 29973. – Ringpanzer für Pferde (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,100f.; s.a. îsendach , îsendecke , îserkovertiure ): drivalt hiez verdecken sin ors der furste kuͤne, / mit palmat uberstrecken und isen druf, daz dritt ein samit gruͤne JTit 1254,2; tiwer phelle lâgen / ûf den ravîten, / die man ze beiden sîten / über daz îsen het gestrect Ottok 15751; vgl.: ûf iegelîchez [Streitross] zwô decke geleit / von îsen und von pfelle Wig 10898    2.2 Fessel, Kette(n): mit isene liez er [Kaiser Trajan] in [Ignatius] besmiden Pass III 163,21; Pass I/II (HSW) 26240. 19539; daz man in in ŷsen oder in kerkere lege StatDtOrd 85,34; in den isenen ligen Pass I/II (HSW) 19877. in/ mite ~ binden ‘in Ketten legen/ mit Ketten fesseln’ gebunten in armuͦte unde isen [interl. zu vinctos in mendicitate et ferro ] PsM 106,10; izn wurde dir nimmer vergeben, / die wile dv hetest daz leben, / vnd mvstez sin zv allen stvnden / mit ysen gebvnden ReinFu K,1216; ich muse unz an minen tot / mit ysen gebunden gan StrKD 111,33; KvWEngelh 6161; daz ros wart mit îsine gebunden, / alse daz dâ tobit zallen stunden SAlex 294; vgl.: dô ieglîch grîf fliegend wart, / dô wart niht lenger gespart, / er [Alexander der Große, der sich von den Greifen in den Himmel tragen lassen will] hiez einen sezzel schôn / bringen und mit sîner krôn / zuo dem sezzel zehant / zwô stark stang, die man vant / und an den sezzel guot / der künic dô vil wol gemuot / hiez binden mit starken îsen [mit Eisen(-ketten?) befestigen] EnikWchr 19465    2.3 Prägestock für Münzen, Münzstempel: er sant hin zuo dem grabær, / der diu îsen hêt gegraben [graviert] EnikWchr 25229; schouwe, wes bilde sî, / daz mit gebræch gemachet sî / mit dem îsen in den rinc Ottok 465; alliz daz burneholz sal man koufin mit phenningen vnd mit shærvin [Scherflein, halben Pfennigen] , die da sint geworcht des jaris zv Erforte vffe deme jsine UrkCorp (WMU) 1161A,11; StRNordh 3,63    2.4 ‘Hufeisen’ swelich ros einn gespalten fuez hat, dem prich daz eysen ab und slach den pallen auf Albrant 1,11 u.ö.; Schyro [der Zentaur Chiron] begunde im wisen / sin nüwen scharffen yssen GTroj 16946. 1037; daz edel ors lief vaste, / [...] / daz wilde viwer glaste / von den isen, als ez diche tuͦt Rab 920,4; Jüngl 1255    2.5 weitere Geräte und Gegenstände: an deme gurtilbande / truc he [der Arzt] manchirhande / isen in den stundin / zcu swerin und zcu wundin PfzdHech 309,8; SalArz 75,33; er bedorfte daz erdisen [Pflugeisen] / nimmir dar gewisen, / daz isen dar in stæche, / den phluoch ez zebræche VRechte 151; LobSal 116; sô grab die wurzen, daz dû si mit dem îsen nine rüerest Barth 150,25; Macer 52,13; WüP 76,3; so sal man vs beydin stuckin des rysis das mark behendiclich vs nemen mit eyme ysin Pelzb 127,3; BdN 470,35; Ottok 31183; Konr 13,30 u.ö.; der stain klingelt schôn reht sam diu glokspeis, wenn man mit ainem eisen dar auf slecht oder mit ainem andern gesmeid BdN 440,33. die steyn waren groß und dick und waren mit vergoßen ysen zusamen gebunden Lanc 174,22; feilpulver, daz ist daz gemaln eisen, daz von der feiln kümt BdN 479,23; der selb adamas scheint sam ain new gefeilt eisen ebd. 433,3; rostiges eisen BairFärb 1,1; WernhMl 861    2.6 erhitztes, glühendes Stück Eisen zur Vollstreckung von Gottesurteilen und zur Peinigung    2.6.1 beim Ordal, Gottesurteil: swie harte sich der muoet, / der daz isen gluoet / unde ez danne hin treit, / [...], / ist er rehte dar chomen / (daz han wir diche wol vernomen), / daz viur in nine brennet VRechte 244. 257; daz gerihte / zem glüejenden îsen Tr 15525; [als Isolde] das glüejende ysen truog TristMönch 1642; Mühlh 112,5. 113,3; Lanc 516,24. – als Beteuerung ein glüendeʒ/ heiʒeʒ ~ tragen wellen: von liebe kan ich niht gesagen: mir wart so liebes nie niht mêr; / des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen KLD:GvN 8: 5,7; wand sold ich unde kunde / den abt von Admunde / an den selben sachen / unschuldic machen / unde der red entsagen, / ein heizez îsen wold ich tragen / umb die kirchen dâhin / in einer zangen für in Ottok 54896    2.6.2 zur Peinigung: er hiez ein isen ergluen / und daz brengen vuwer rot, / als im sin zorn do gebot Pass I/II (HSW) 29276; sus liez er disen barvuz / uf daz gluende isen treten ebd. 29281. 29287; mit glugenden ysen brennen Martina 100,89    3 in Vergleichen    3.1 auf magnetische Anziehung Bezug nehmend: den sun [Christus] der vater an sich zoch / als daz ysen der adamas: / wann er von himel komen was, / also must er wider dar HvNstGZ 4591; wir sont och an únserm herren haften alz der adamas an dem isen PrGeorg 327,26; Seuse 427,7; Eckh 2:74,5    3.2 auf das Schmieden oder die glühende Hitze des Eisens Bezug nehmend: sam der smít tingelet uf den anbóz, / so daz isen ist ingluͦte, / [so schlugen sie] uf schilte unt uf huͦte Rol 4119; dô sprungen fiures flammen / ûz helmen alsô grôze / als ûf dem anebôze / die gneisten von dem îsen KvWTurn 797; Lucid 128,8. die zene ime [Cerberus] glûten / als daz îsen in dem fûre En 3219; vor ungüete / sin gîtic herze glüete, / als ein heizez îsen tuot Ottok 11919; sîn herze in êren gloste / alsam ein glimmund îsen ebd. 60063; daz îsen in der smitten / sô sêre niht englüejet / als vaste er wart gemüejet / in der vil heizen senegluot KvWEngelh 5560; KvWTroj 7755; Pass I/II (HSW) 32129; Lucid 151,4. unsir herre belibet oͮch in vns alse daz fúr in deme isine PrGeorg (Sch) 32,41. 32,42    3.3 auf die Veränderung durch Erhitzung Bezug nehmend (vgl. TPMA 2,444-446): swaz vleischliches vnd vngeordentes an diner minne si, daz sneite alles abe, so wirt din sel in got gewandelt als div wolle in der varwe vnd als daz isen in dem viure PrBerthKl 7,71; ich wil tuͦn als der smit tuͦt: / der wermt daz ysen in der gluͦt / und wuͤrkt ez danne als er wil Rennew 29074; die wîl daz îsen hitz ist vol, / vil bald man ez denn smiden sol Boner 42,63    3.4 Sonstiges: rehte als diu vîle / furbet [ ‘fegt’, feilt] des îsens messe [Klumpen, Masse] , / sus machet scharf und wesse [scharf, spitz] / an freuden mannes lîp / diu vil reinen wîp Ottok 33530    4 in Wendungen    4.1 ~ (vr)ëʒʒen als Ausdruck für Kühnheit, Verwegenheit, Wut (vgl. TPMA 2,449, s.a. îsenbîʒ ): ich bizze wol durch einen stein / ich bin sô muotes ræze, / hei waz ich îsens æze! Helmbr 410. 1749; hey, waz er îsens æze! Neidh WL 29:4b,8; daz der ungefüege man / îsen ezzen künde JSigen 15,6; man iach, daz er vor grimme wol îsen vraeze Loheng 5726. – vgl. jâ wæn ich in wol ein îsen kiuwen Neidh WL 14:6k,8 (oder als Kompos. → îsenkiuwe aufzufassen?)    4.2 nôt brichet ~ nôt

MWB 3,1 2,52; Bearbeiter: Richter

îsenære stM. Bedeutung unklar (Erzarbeiter, Schmied oder Eisenwarenhändler, s. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 234), nur als Bestandteil von Personennamen: Hainreich der eysnær UrkCorp 1195,27; frow Kathreye, Hainreichs havsfrow des eysnæris ebd. 1195,32; Dietrich der ysner ebd. 2505,32. 3321,2

MWB 3,1 5,42; Bearbeiter: Richter

îsenbiutel (?) stMN. bair.; Bedeutung unklar, hier ein Familienname (anders Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 288): drei visschhvob, di gehoernt den Eysenpæutelen zvo nach minem tod vnd niht ê UrkCorp 2291,21; der Stephan Eisenpeutel ebd. 2194,29; her Chunrat der Eisenbovtel ebd. N794,16 u.ö.; der selbe marschalch / dem Îsenbiutel enphalch / und den Ritzendorfæren, / daz si ze Judenburge wæren / mit zweinzic mannen werlichen Ottok 56402

MWB 3,1 5,49; Bearbeiter: Richter

îsenbîʒ stM. ‘Eisenbeißer’ als Ausdruck für eine kühne, verwegene Person (vgl. îsen 4.1): ze Bern wær du ein îsenbîz: / ze vliehen stêt dir hie der vlîz. / dîn schande wil sich mêren Virg 692,4

MWB 3,1 5,59; Bearbeiter: Richter

îsenblæjære (?) stM. îsenbleger

MWB 3,1 5,63;

îsenblëch stN. ‘(Rüstungsstück aus) Eisenblech’ würde er mir gezeiget [...], / ich slüege in durch diu îsenblech Neidh WL 14:6d,7

MWB 3,1 6,1; Bearbeiter: Richter

îsenblëchel stN. ‘kleines Eisenblech’ der stain der ist sam diu klainen eisenplechel. der hilft den frawen, daz si swanger werdent BdN 455,8

MWB 3,1 6,4; Bearbeiter: Richter

îsenbleger (?) stM. ‘Eisenschmelzer’ oder ‘Eisenschläger’ (hier als Bestandteil eines Personennamens). Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 280f. erwägt, das Zweitglied entweder zu lesen als Ableitung zu blæjen (vgl. AWB 1,1167f. für den Zusammenhang mit Metallverarbeitung) oder als Verschreibung von -sleger: Heinrich der jsenbleger UrkCorp (WMU) 118,2

MWB 3,1 6,7; Bearbeiter: Richter

îsenbû stMN. ‘Eisenwerkzeug’ von dim jsinbvwe vnde dis chlostirs dinge [ de ferramentis vel rebus monasterii (Überschrift)] BrEng 32

MWB 3,1 6,15; Bearbeiter: Richter

îsendach stN. eiserne Rüstung (Ringpanzerdecke?) eines Elefanten: der helfant truͦg ein ysen dach; / so michelz auge nie gesach. / ez was an koste vil tuͤre Rennew 8133

MWB 3,1 6,18; Bearbeiter: Richter

îsendecke stF. Ringpanzer für Pferde (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,100f.): das roß was im so lieb das ers mit zwein par coperturen det verdecken; oben der ysendecke det ers verdecken mit einer coopturen von cordoane [Corduanleder] Lanc 465,23

MWB 3,1 6,22; Bearbeiter: Richter

îsendrât stM. auch -trât. ‘Eisendraht’ sie naten im den halßberg zu under den beinen mit starcken ysendreten Lanc 629,2; sô er alsô vaste flôch [vor den quälenden Gedanken an die Geliebte] / daz man in sach erkalten, / ûf der stat sô snalten [schnellten zurück] / die sinne sam ein îsentrât, / under den daz herze hât / sich hin geleit mit twange Reinfr 4973

MWB 3,1 6,27; Bearbeiter: Richter

îsenërz stN. ‘Lagerstätte von Eisenerz’ ein gvͦt ze Veldern, eine albe ze Langekk vnd ein eysen ærtz in der Tvͤnt, dev er von minem herren ertzbisscholf Chunraten vnd sinem gotshous von Salzburch ze lehen hat gehabt UrkCorp (WMU) 2446,4; wir verlihent vnd hand verlihen ze lehen hern Vͦlrich Planten [...] daz ysen aͤrtz in Vallder vnd dar zvͦ wasser vnd holtz von dem joh Juͥfell hinwert gein Zarnetz UrkGraub 5:425,22 (a. 1347)

MWB 3,1 6,35; Bearbeiter: Richter

îsengelte swF. ‘eiserne Fußfessel’ (zu îsenhalte ?): trica: isingelta SummHeinr 2:516,01.10; vgl. trica: isinhalt Gl 3:359,67 (BStK927)

MWB 3,1 6,44; Bearbeiter: Richter

îsengewant stN. ‘eiserne Rüstung’ dô wâpente er sich verholne / unde truoc verstolne / under der wât sîn îsengewant Er 3066; gît man mir mîn schœnez swert, / ein ors und mîn îsengwant, / sô wil ich rîten zehant / zer âventiure Wig 6014. 2971; HandfWien 96; MF:Kürenb 2:10,1; StrKD 4,109. – oft in Verbindung mit anderen Rüstungsteilen: si wâren auch wol bereit / mit harnasch und mit îsengwant EnikWchr 10619; si schuln ouch halsberg und îsengwant / tragen EnikFb 653; RvEAlex 2463; dô begunder vaste houwen; / beidiu schilt und îsengwant / sluoc er im allez von der hant Wig 3068; helm, schilt und îsengwant ebd. 5496 u.ö.; ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier, pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt noch dehein eisengwant UrkWittelsb 1,382 (a. 1285)

MWB 3,1 6,47; Bearbeiter: Richter

îsengewæte stN. ‘eisernes Werkzeug, Gerät’ sî ieman wîser dann ich bin, / der rât mir, [...] / wie ich gesnîd einen stein / ân meizel und ân îsengewât, / wan ez mir got geboten hât EnikWchr 12141

MWB 3,1 7,1; Bearbeiter: Richter

îsengrâ Adj. ‘eisengrau, grau wie Eisen’ diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn, grüene unde gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tusenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich, îsengrâ, / purpurbrûn, sîdeval UvZLanz 4754; so die dunre strale danne cumet uf die erde, so wirt si rehte isen gra Lucid 55,19

MWB 3,1 7,5; Bearbeiter: Richter

îsengrabære stM. ‘Eisengräber, Münzgraveur’ [wir] haben in darzu [zu dem Münzrecht, Frankfurter Pfennige zu schlagen] gesetzet unser schriber, unsern versuͦcher und unsern eysengraber UrkFrankf 2,527 (a. 1340)

MWB 3,1 7,12; Bearbeiter: Richter

îsengruobe stswF. Grube, Bergwerk zur Gewinnung von Eisen(-erz): ferrifodina: isengruͤbe VocOpt 9.012; item ze den isengruͦben 5 manhoͮwat [ein Flächenmaß] vinearum under des von Ringshein reban ob dem wege UrbTennenb 209

MWB 3,1 7,17; Bearbeiter: Richter

îsenhâke swstM. ‘Eisenhaken’, nur als Bestandteil eines Personennamens (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 289): Uͦlireich Eisenhage UrkCorp 2556,34

MWB 3,1 7,22; Bearbeiter: Richter

îsenhalt stSubst. ‘(verschließbare) eiserne Kiste, Schatulle’ mîn geselle Wolvesdrüzzel / ûf tuot er âne slüzzel / alliu sloz und îsenhalt. / in einem jâr hân ich gezalt / hundert îsenhalt grôz, / daz ie daz sloz dannen schôz, / als er von verren gie dar zuo Helmbr 1205 u. 1207

MWB 3,1 7,26; Bearbeiter: Richter

îsenhalte swF. (st. SpdtL (E) Ldr 271 ); auch isanhilta SummHeinr 2:40,170. ‘eiserne Fußfessel, Beinschelle’ ich kêre durch dîn liebe dar / und hilfe dir ûf den stein / und behefte dir dîniu bein / mit der îsenhalten Greg 3009; er entslôz die îsenhalten ebd. 3653 u.ö.; dô twanger [Rennewart] die von Nubîant, / daz si sluzzen ûf diu bant [die Fesseln der Gefangenen] , / armîsen, îsenhalten Wh 415,23; wil er in inspannen mit einer eysenhalt. daz mag er tuͦn SpdtL (E) Ldr 271; pedica: ein isenhalte VocOpt 30.017; trica: isinhalt Gl 3:359,67 (BStK927). aber alle ander minnerin [außer der wîsheit ] hein suͤssú wort und bitern lon, ire herzen sint dez todes seginan [Netze] , ire hend sint isenhalten, ire red gesuͤstú gift, ire kurzwile erenrob Seuse 14,1

MWB 3,1 7,32; Bearbeiter: Richter

îsenhamer stM. ‘Eisenhammer’ man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen uf die anebôz Kreuzf 4376

MWB 3,1 7,47; Bearbeiter: Richter

îsenhart Subst. ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell 4,1045-1051, s.a. îsernhart ): de verbena: isenhart Gl 3:594,35 (BStK784); s. AWB 4,1738 für weitere Belege des 13./14. Jh.s

MWB 3,1 7,50; Bearbeiter: Richter