Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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b – bächelīn
bächeln – backenknūʒ
backenslac – badekeʒʒel
badekleit – badevolc
badewāc – balde
baldecheit – ballerisse
ballespil – balsamlich
balsammęʒec – balster
balster – banboum
banbrief – banekīe
banėl – banieręre
baniere – banovęre
banoven – banvīre
banvīretac – bar
bar – bārbrėt
1barc – barkān
barke – barmecheit
barmeclich – barnen
barnstėcke – bartierunge
bartinc – base
Baseler, Basler – batalieren
batalierre – baʒ
bazān – bebreiten
bebrunzen – bėchswarz
bėchtranc – beckenknėht
beckenkol – bedęhteclīche
bedahtheit – bźdenthalbęre
bederben – bediutecheit
bediuteclīche – bedringen
bedröuwen – begāben
begābunge – bźgehart
begėhen – begesten
begetern – beginst
beginstnisse – begnādunge
begougeln – begrīflich
begrīflīcheit – behabede
behaben – behalt
behaltęre – behebunge
behecken (?) – behėlfen
behėlfunge – behern
behźrren – behœrlicheit
behosen – behülfec
behülfelich – behūsunge
beide, bźde – beierisch
Beierlant – beinīn
beinīsen – 2beiten
beitunge – bejac
bejagen – bekennelich
bekennelicheit – beklage
beklagen – beklipfen
beklocken (?) – bekoręre
bekorlich – bekriegen
bekrīen – bekuppeln
bekürn – belderīchen
belėcken – belībelich
belīben – belle (?)
bellechīn – Belzebub
belzelīn, belzel – 1bemeinen
2bemeinen – benahtunge
benęjen – benedīunge
benediz – benihte
benīt – benuomunge
benützen – 2ber
bėr – bėrcgesworne
bėrcgot – bėrcphenninc
bėrcrėht – berechenen
berechenunge – bereit
bereitęre – bėrgen
bergīn – beriemen
berieʒen – berillīn
berīmeln – berīʒen
berkel – bernbunge
bėrnde – bernzunge
berœsen – berty
berüchtegen – beruofęre
beruofen – besęjen
besalben – beschaft
beschaft – bescheiden
bescheiden – 1beschern
2beschern – beschīnen
beschirm – beschouwede
beschouwelich – beschuoben
beschuohen – bėseme
bėsemen – besideln
besiffeln – besītes
besitzęre – beslieʒunge
beslīfen – besnaben, besneben
besneiteln – besoufen
bespęhen – best
bźst, bźste – beste
bestėchen – bestie
bestieben – bestrīten
bestrouben – besunderbar
besunderheit – beswęren
beswęrnisse – bėt
betagen – beteidigunge
beteidingen – bėtelorden
bėtelruof – beterminierunge
bėteros – betimbern
betirmen – betrahtegen
betrahten – betriuten
betriuwen – betrüeben
betrüebenisse – bettegegate
bettegėlt – betterise
betterise – betūchen
betüemen – betwengen
betwinc – bevatzen
bevėlch – bevillen
beviln – bevolgec
bevollen – bevür
bevürhten – bewarlich
bewęrlich – bewėgen
bewėgen – bewėrfen
bewėrken – bewirten
bewīselīche – bezāfen
bezaln – bezėmen
bezenen – bezoc
bezoubern – bī
bibe – bibunge
bic – bķderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bī|ein
bīeinander – bierzins
biese – bīgesėʒʒe
bīgestendec – bīhtegen
bīhten – bilchmūs
bildęre – bildeslźre
bildesnitzer – billich
billīch – bimʒ
bin – binnen
bīnstoc – birden
bir(e) – birnenkėrn
birnkumpost – bī schaffen
bīschaft – bisemvaʒ
bisen – bīsorge
bīspėl – bīt
bitęre – bitteric
bitterkeit – biuge
biugunge – biutel|snīdęre
biuteltuoch – bī vüegen
bī vüeren – bīzeichenen
bī zėmen – blęgen
      bī zėmen stV.
      bīʒen stV. (Ia)
      biʒhėr Adv.
      bīziht stF.
      bīziune Subst.
      bīzunge F.
      biʒʒe swM.
      blā Adj.
      blębalc stM.
      blabezen swV.
      blabisen (?) swV.
      blāblā stN. (?)
      blach Adj.
      blāch stMN. (?)
      blach|māl stN.
      blachmālen swV.
      blachsalz stN.
      bladac Subst.
      blādem stM.
      blęgen swV.
blā|gleien|bluome – blandine
blanke – blāst
blaster – blāterkopf
blęterlīn – blėchhantschuoch
blėchrinc – bleichlich
bleichros – bletzelīn
bletzen – bliczen
1blīde – blindecheit
blindeclich – bliuclich
bliuge – blœde
blœdecheit – blüegeln
blüegen – bluombolle
bluome – bluomenzīt
bluom|ōsterābent – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotspīwunge
bluotstėchęre – bluotwurm
blut – bocks
bocksbluot – bogenschuʒ
bogensnuor – 2bolle
bollen – bōnwibel
bōnwinde – borge
bor|gemeit – (bornütze,) enbornütze
bors, borse – borvėrre, enborvėrre
borvil – bote
botech – botwar
botwaręre – boumen
boumgarte – boumzaher
bovel – bręche
brachen – brā|hār
bręhen – branc
brangen – brętelīn
braten – brėche
brėchel – breisier
breit – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – brėsthaft
brėstlich, brėstenlich – briefbuoch
briefbuochelīn – brieʒen
brī|mel – brīsger
brīsschüechel – briulźhen
briumeister – briutelstuol
briuten – brœdeclich
brœdeheit – brōt
brōtbanc – brōtkouf
brōtloube – bruch
bruch – brückelāt
brückelīn – bruckslac
bruckwėc – brūne
brūnen – brünneholz
brunnekīn – brünselbėrc
brünseln – bruochstinkende
bruochwėc – bruoderzeichen
bruost – brustgezierde
brustklopfen – brūtgebende
brūtgesanc – brūtsanc
brūtschaft – būchstœʒec
būchstrenge – budeminc
būden – bū|geschirre
bū|gevelle – buhsholz
būhurdieręre – būlslac
bulzen – büntnisse
buntschuoch – buochbediuten
buochblat – buochstap
buochswam – buosemsnuor
buosemtuoch – buppe
bur – burcgesuoch
burcgewer – burclźhen
burclźhenrėht – burcrėhtacker
burcrėhten – burctoręre
burcvėlt – bürde
bürdelīn – bürgelschaft
bürgen – burgertavel
burgervėlt – burnegėl
burneholz – bürste
bürsten – büschelīn
buschoff – būteilen
būteilunge – buttenblüejende
buttenbluot – būz
būʒe – buʒʒel

   bī zėmen - blęgen    


bī zėmen stV. ‘zu jmdm. passen’ die fiole bi der erden steit, / inde bezeigenet uns die demuͦdicheit, / die zemet den megethen wale bi, / dat si gode deste werdere si Lilie 65,47

bīʒen stV. (Ia) 1 ‘(in) etw. beißen’
1.1 ‘etw. zerbeißen ’
1.2 dan ~ ‘durch Beißen entfernen’
1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw.
1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’
1.4.1 mit Gen./ Akk.-Obj.
1.4.2 mit Präp.-Obj.
2 ‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.)
3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’
4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’
5 ‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’
6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’
   1 ‘(in) etw. beißen’    1.1 ‘etw. zerbeißen ’ diu mūs geriet daz netze gnagen / und mit den zenen bīzen. / daz netze geriet sich rīzen / enzwei Boner 21,43    1.2 dan ~ ‘durch Beißen entfernen’: der [Löwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerūme ūzvart Iw 6747    1.3 in Gebärden des Zorns, der Angst usw.: he [...] beiz in die stangin, / daz die uoris flamme / dar uz uoren dicke Roth 4660; fvrn Hersante schande was niht kleine, / sie beiz vor zorne in die steine ReinFu K,1182; ich bizze wol durch einen stein, / ich bin sō muotes ręze, / hei waz ich īsens ęze! Helmbr 408; ź daz dū [ Pleherīn ] in [ Tristan ] getörstest jagn, / [...] du bizzest in den vinger ź, / daz er bluote und tętest dannoch mź: / du bręchest ūz diu ougen dīn! UvTürhTr 1975. der zorn im an sin herze kam [...]. / sine zene er zv samne beiz, / sine ougen er vurkarte Herb 418; swelch man sich des vor grimme flīzet, / daz er den munt zesamen bīzet / und hin und her sīn ougen spitzet Renner 4496    1.4 zur Nahrungsaufnahme: ‘etw. essen, fressen’    1.4.1 mit Gen./Akk.-Obj.: der aver des anderen [ obezes ] bīzzet Gen 262; unde hüete daz dū der wurze iht enbīzest, des gewünstū schaden Barth 139,4; daz er in [Käse] solde bizin an [= āne ] in ReinFu K,225; sweme wart ein slach oder ein stōz, / der was des gewissen tōdes / unde ern beiz dar nāch niemer brōtes VAlex 1238. den biz an etw. gebīzen: ir werdet gote glich, / gebizet ir dar an den biz HeslApk 895    1.4.2 mit Präp.-Obj. – mit in: in den kęse er vaste beiz UvTürhTr 2528; vil vrāzlich er [Wolf] dō in si [Geiß] beiz Boner 11,6. – mit abe: abe einem huone er gebeiz / drīstunt Er 8649; ab dem brōte beiz er zehant Wig 4995; sümliche bizent ab der sniten / und stozents in die schüzzel wider / nach geburischen siten TannhHofz 45    2 ‘jmdn./ein Tier durch einen Biss, einen Stich verletzen, verwunden’ (meist tr.): kratzen unde bīzen kunde ez [Bär] niht den man NibB 950,1; Iw 6761; swen ein wutender hunt bizet SalArz 75,27; Macer 4,7; StRAugsb 114,7; sō den menschen die wurme bīzent in dem bouch, der nem [...] Barth 158,15; HeslApk 19117; do hāte ich ir hant so lieblīch vaste [...], / davon si beiz mich in mīn hant SM:Had 2: 5,2; MF:Reinm 67:2,4. – von Insekten, Blutegeln: Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen Rol 6085; (Heilverfahren:) setze egelen an den slaf. wollin di da nicht bizen, so netze den slaf mit wine, so bizen si zu hant SalArz 33,24. die wunde ~ ‘durch Beißen eine Wunde zufügen’ die wunden, die ain töbiger hunt hāt gepizzen BdN 323,13. – übertr.: mīn vrouwe enbīzet iuwer niht Iw 2269. – refl.: daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger sich / und in die zunge TannhHofz 148. al umbe sich ~ : ReinFu K,791    3 übertr. auf seelische Schmerzen: ‘jmdn. quälen, peinigen’ si hofte ir alda buzen / des vngemaches daz si beiz PassI/II 370,81; din gewißen, / die dich bizzet und hat gebizzen HvNstGZ 6295. – subst. ~ der conscienzjen ‘Gewissensbiss’ die wort sancte Bernhartz: ‘so wir in essent, so werden wir von ime gessen; sin essen ist das stroffen unser conciencien, das bissen der conciencien Tauler 312,12; das bewiset sich mit maniger wise, mit lidunge, mit bissen der conciencien ebd. 396,16    4 in unpers. Konstruktion mit ez als Subj.: ‘schmerzen, weh tun’ swem gerne wullet oder den is in den magen bisset, der neme [...] Macer 12,7; di minze [...] heilet, dem is von der ruͦre in dem buche bysset ebd. 25,26    5 ‘einen beißenden Reiz verursachen, scharf schmecken, brennen’ wand in der pheffer sźre beiz SAlex 2123; der [Zimt] baz zengert unde bisset an der zungen Macer 84,3. – Part.-Adj.: ez hāt auch die art, daz ez die peizenden scherpf in den wunden und in den geswern vertreibt BdN 335,30. 356,34; die peizenden swäm, die den menschen in dem leib nagent ebd. 341,2    6 vom Schwert: ‘schneiden, eindringen’ daz ingeini [keine (anderen Schwerter)] baz nibizzin Anno 20,13; daz [Schwert] snīde und bīze allez, daz ih ez heize Segen4 2; ich trag oͮch, das da bisset, / ain vil guͦt swert an miner hant EckenlE2 64,3

biʒhėr Adv. s.a. biʒ Präp., Konj. 1.3; auch mit verstärkendem al. – ‘bis jetzt’ alle die volchwīch / die von Darios zīt / al bizher sint geschźn VAlex 1514; alle lut [...] die man gesprechen mac / von hinnen biz an den sunes tac / oder munt ie gesprach biz her HeslApk 1369. 13689; alle hochgezit bitzehar die dis jor lang sint gewesen Tauler 114,19; WüP 89,44. 95,3

bīziht stF. ‘Beschuldigung, Bezichtigung’ diu suone wurd von ir getān, / op der künec wolde lān / bīziht ūf ir sweher Lōt Parz 728,7; im gab [...] / sin vater ein juncfrouwen gut, / riche, schone und wol behut / von allerhande biziht Vät 10285; sage an ob war si oder niht / der zweier vrouwen biziht / unde ir manige bosheit [...]! ebd. 24338; īdoch weiz ich nicht, / waz des widdirsatzis bizicht / ūf den kunic wźre NvJer 26731. 20262. 20266; StRFreiberg 44,16

bīziune , bitze Subst. ‘umzäuntes Grund-, Ackerstück’ ein pizvne bi sante Lienharte UrbBayÄ 88. 72; dv́ eine mat, dv́ lit in dem bizin UrkCorp (WMU) 1950,19; i acker in den bitzen nebent Wilhelme dem kv́rsener ebd. N90,32. 2941,6

bīzunge F. ‘Verleumder’ wie doch an wijbes miszefart / der man clein schuld hab, / er wu̍rde besprochen villicht darab / von argen bizungen [viell. als biʒ-zunge ‘bissige Zunge’ zu lesen? (vgl. Anm. z.St.)] Krone 24104

biʒʒe swM. 1 ‘Biss’
2 ‘Bissen, Stück’
3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen ‘kein bisschen, nicht im Geringsten’
   1 ‘Biss’ ist aber, daz er [der Tafelrunde Unwürdige] gesitzet dar, / der źrste bizze meldet in / und wirt wan laster sīn gewin HvFreibTr 1387    2 ‘Bissen, Stück’ in den kźse dō beiz er / [...] und warf der küneginne / einen bizzen gein dem munde HvFreibTr 5201; Jesus bōt / Jude daz īngetunkte brōt / (ich mein den nazzen bizzen) JvFrst 2889; dy koster der wyn di sullin vru kostin, wen si habin iren munt vnd ire czungin wol gewaschin, vnde sullin dry bissin brotis e essin odir vire Pelzb 137,28; BvgSp 50    3 als Verstärkung der Negation: niergen bizzen, niendert bizzen ‘kein bisschen, nicht im Geringsten’ daz doch ist nirgen bissen war Minneb 1296; trwͤen, du bist nyndert bißen wunt ebd. 4424 u.ö.

blā Adj. auch blāb. 1 ‘blau’
2 ‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’
   1 ‘blau’ die gruͤne varue het er [Regenbogen] uon dem wassere, die blawe uon dem lufte Lucid 58,14; ist daz houbet siech in dem hirne, sō ist daz harn blā unde louter Barth 128,30; SalArz 111,15; mange decke snźwīze, / gel, brūn, rōt, grüen unde blā Tr 667; diu künegīn mit ir blanken hant / gelāsūrten dictam / al blā mit vīnęger nam Wh 99,24; der beste [ jāchant ] ist blā als ein saphīr Volmar 174; den schilt fuort er von lāsūr blā / geverwet KvWTurn 626; in grüene mac man schouwen / bluomen blā brūn rōt gel blanc KLD:Kzl 12: 1,8; swer plawe varb machen welle, der nem lasawr in ezzeich vnd [...] BairFärb 11,1. – in der Farbensymbolik für Beständigkeit, Treue: sage mir [...] was ist bla? / ich sprach das ist stetekeit: / der liep gegen herzeliebe treit. / [...] doch siht man mangen blowes tragen, / moeht d’ rok die warheit sagen, / er seite ein ander’ mere SechsFarbenI 70; das blo kleit das meint unwandelberkeit, nśt das man sich hśtte uͤbe und morne sloffe lasse Tauler 379,35; pei plāwer varb verstź wir gemaincleich stętikait, wan ez ist ain reht himelvarb BdN 214,6    2 ‘blutunterlaufen (infolge von Schlägen); bleich, blutleer’ wuͦrde ein man mit steben geslagen vffe sinen rucke vnde buͦch vnde die slege bruͦn weren vnde blā vnde vf erhaben UrkCorp(WMU) 51,38; der arm mac iu werden blā / von der leder herte Helbl 8,462; die der warte pflāgen / enliezen sich nicht trāgen, / sie enmachten vollenclīchen dā / den heiden ire kopfe blā LivlChr 4270. dar auff waren kamerweyb / und manig unleutseliger leyb / mit gerumphen wange, / dutten waich und lange, / manig kalter plaber munt: / dise was plaich, dise was ungesunt HvNstAp 17921

blębalc stM. ‘Blasebalg’ sam liut erine bilde hiez er im vil giezen. / [...] und innen vol mit fiure, daz’z in zem munde uz wete, / zu sehene ungehiure, wan ie ir einz ein blebalk under blęte JTit 6208,2

blabezen , blebzen swV. ‘stammeln; plappern, schwatzen’ balbutio: blapizon SummHeinr 2:105,33; blatero [...]: blebbezen ebd. 2:196,137; balbutio: blabbizon, stamelo ebd. 2:196,138

blebzen swV. → blabezen

blabisen (?) swV. vgl. ausführlich Rosenqvist 1,88. – nur Part. Prät. ‘mit Bart versehen’ eickelich heyden man, / der da gereden quam, / hadde eynen knecht vur eme gaen, / geblabiset [ habentes larvas barbatas ] sunder wayn / mit eyme groessen barde Karlmeinet 371,2

blāblā stN. (?) ‘Blabla’ ich wil hie shribvn, / von disen tvmben wibvn, / was hie wirt plapla gvsprochvn Röhrich 1,202 (Reichenau, St. Georg/Oberzell, Wandfresko, vgl. auch Röhrich 3,907)

blach Adj. vgl. blachmāl stN. und Etymol.Wb.d.Ahd. 2, 154f. s.v. blah-. 1 ‘dunkelfarbig, schwarz’
2 ‘bleich, blass’
   1 ‘dunkelfarbig, schwarz’ einen roc nāch sīnem muot / gesniten vil gewęre / ūz einem Pöltingęre [Tuch von St. Pölten, das nicht als vornehm galt, vgl. Anm.z.St.] , / daz was in der gręwe blach Helbl 1,315    2 ‘bleich, blass’ ouch vil snelle von im entweich / sīn liehtiu varwe, diu wart bleich, / sīn antlitze blach unt missevar, / sīn reidez hār dünne gar AlexiusA 323; slach [La. blach ] und hungrig was sīn līp Boner 63,30

blāch stMN. (?) zu 1blęjen? ‘das Wehen, Blasen’ doch namen si ir [der ohnmächtigen] vrouwen war. / man druͦc si vor di kirchdur / an des windes blach hin fur, / daz si den luft enphienge / unde aber maht gevienge Elis 1940; daz wir verlān des stades grien / und den segel innezien / hōch ūf in des windes blāch / und uns zur verte lāzen gāch Erlös 927; ir segel vinc des windes blāch ebd. 3851

blach|māl stN. ‘Niello-Verzierung’ (Technik der Goldschmiedekunst, vgl. LexMA 6,1145): dō hete der chunich einen naff swār, / dā an stunden guldīne plachmāl VAlex 418 (ähnl. SAlex 493); als der mit gvͦtem vlizze / rein blahmal smelzt in golde, / svs saz der minn holde / der mvnt dikk vnd rot TürlArabel *A 79,13; daz [Dach] was von rotem golde, / mit plahmal uber blenket JTit 365,2. – Vgl. blach Adj.

blachmālen swV. ‘mit Niello-Verzierungen versehen, niellieren’ wāhe góld kétenon [...] in wśrme wīs geblįhmālot mķt sķlbere Will 18,4; wāhe golt ketenne [...], gebroͮht in wurmes wīs, geblecmālet mit silbere TrudHL 23,23; vgl. Ct 1,10

blachsalz stN. gekörntes Salz (im Ggs. zum in Formen gepressten), das in Säcken aus blahen transportiert und im Kleinen verkauft wird?: die [Salzhändler] suͤllen einen pfenninch von dem fuͦder geben, [...] ie von drein scheiben einen pfenninch. und von plahsaltz, swaz ein wagn getragen mach, gibt man zwen pfenninge StRMünch 233,8; und von dem charren, der plahsaltz traet, gibt man einen pfenninch ze zolle ebd. 233,15 (vgl. Glossar z.St.); dez ersten geit man ie von der scheiben saltz [...] einen Oͤtinger phenning, fvͤret aber er plachsaltz, daz raittet vnd ahtet der zolnęr nah seinen trewen ze scheiben vnd zollet ez danne nah der scheiben UrbBayS 4,197. – Vgl. blahe swF.

bladac Subst. ein Wein: do gab man der sichen / guten wein von kriechen: / pinel, kiper und schavernach, / malmasiam von pladach [La. malvasiam vnd bladak ] , / muscatel, moras und lautertrangk HvNstAp 2767

blādem stM. 1 ‘das Wehen, Blasen’
2 ‘Blähung’
   1 ‘das Wehen, Blasen’ daz in der Beier lande / der wint zefuorte und zetrande / mit sīnem blādem und sūs / manic grōzez hūs Ottok 33864    2 ‘Blähung’ der mage bleet sich etwenne uon eime plademe SalArz 49,37; cresse [...] tzuvuret [...] den pladen in deme libe ebd. 11,50; cumil [...] dempfet den pladim der in dem buche ummeget ebd. 13,56 u.ö.

blęgen swV. 1blęjen

1blęjen swV. auch blęwen, blęgen, blźgen, pflāgen; Part. auch st. geblān ( FabelCorp 34,11 ). 1 ‘wehen, blasen’ (vom Wind)
2 ‘ein Feuer durch Blasen anfachen, Feuer speien’
3 ‘auf-, anschwellen; stärker werden’
3.1 intr.
3.2 refl.
4 ‘ aufblasen, anschwellen lassen; Blähungen verursachen’
4.1 mit Akk.-Obj.
4.2 ohne Akk.-Obj.
5 übertr. ‘jmdn. überheblich machen; sich aufblähen, groß tun’
6 ‘sich ärgern, schmollen’ (refl., intr.)
   1 ‘wehen, blasen’ (vom Wind): die winde, die so sere waent / gen mir von Barbarie, / daz si so rehte unsuoze blaent Tannh 13,51; der vogel wirt niht sanges lūt, / die wīl Auster und Borźas sich hebent unde blęnt Wartb(S) 157,6. – ‘etw. durch Wehen, Blasen entstehen lassen’ hohe beginnent die winde węn, / die mvzzen chalten reiffen blęn Warnung 1914    2 ‘ein Feuer durch Blasen anfachen, Feuer speien’ daz fiwer, daz gie vast entwer, / sam ez ein esse plęte Dietr 8804; daz fiwer ouz ir helmen bran, / sam ez ein blespalch blęte Rab 748,5; daz viur [...] des die wuͤrme so scharpf / uz den halsen pflagen WhvÖst 12427    3 ‘auf-, anschwellen; stärker werden’    3.1 intr.: swem der bouch geblęt ist unde der die wazersuht hāt, der nem alare Barth 153,1; den blehenden milzen Macer 28,7; nū schowe in [Leiche des Verstorbenen] an: al enmitten / dā ist er geblęt als ein segel Erinn 631; die hend waren im geblat und vol blutes von großen schlegen Lanc 253,3; EnikWchr 8572; Part.-Adj., subst.: vergihten, halzen unde krumben, / geblęten unde ouch malęten LvRegFr 4832. – von der Hitze: ye mer man auf daz fewer laͤt, / so dw hitz ie vaster plaͤt Teichn 145,28. – subst. Inf. s. blęjen stN.    3.2 refl.: sō blęt sich der bouch Barth 158,9; SalArz 47,30; daz der wazzersuchtege bliuar ist vnde sich allinthalbin blet ebd. 55,54; welch ros futirrech ist, daz bleit sich unde streckit alle wyre von im Albrant 3,10. – vom Gewitterhimmel: die himel sich dō blęten sźr / mit einem starken sturmwint: / vil manig durnslag geswint / huob sich nāch den blizzen dō HeroLeander 336    4 ‘ aufblasen, anschwellen lassen; Blähungen verursachen’    4.1 mit Akk.-Obj.: daz wazzer daz wedir zcu kalt ist noch la daz blet den buch SalArz 19,53; Macer 58,3; Pelzb 134,31; wer hönig in sich trinket, daz niht geschäumt ist, den plęt ez BdN 293,33. 365,12; von dem wazer wart sie [Maus] geblan FabelCorp 34,11; hastu gesehen ie / daz zaichen in dem segel, / daz dort des windes degel / blaget und spennet WhvÖst 329. – bildl.: dā blęt der eiterīne nīt / dem vriunde misselinge / an iegelīchem dinge, / daz er gehœret unde gesiht, / und enhüetet nieman vor im niht Tr 15060; den comentiur von Pulst, / der der untriu geswulst / zeinander het geblęt Ottok 61187    4.2 ohne Akk.-Obj.: girstin brot ist kalt vnde trucken [...]. iz blehet vnde machet getwanc SalArz 9,35. 15,39; der pōnen rind plęent mźr wan ir mel BdN 402,21. 351,8    5 übertr. ‘jmdn. überheblich machen; sich aufblähen, groß tun’ als diu uzzekait [l. ūzsetzecheit ] blźget die hūt, als blźget diu hōchvart den menschen PrSchw 1,115; daz wort heilet an unz daz unreine geswulste der ubelen hochferte di sich ze allen ziten blewet und uberhebet HlReg 31,24; wez blestu dich, krotenbalg? / dir ist berait der hellgalg, / wiltu dich nit hofart massen SHort 435; Martina 118,111. – Part.-Adj.: der mir nichtz geben hat / und geplaeter fuͤr mich gat, / fuͤr den gen ich auch geplaet Teichn 47,101    6 ‘sich ärgern, schmollen’ (refl., intr.): er blźet sich, wirt ein man baz geźrt / denne er Renner 14387; daz si sich blęgent wider dich Boner 84,37; etlich mentschen sint als śbel und als śbels willen, und blaͤgent sich umb ain klain ding PrGeorg 53,9; in im selb er grimt und plaet / ymmer mer von disem ding Teichn 269,30

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