Wörterbuch
ABCDEF s.VGH
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g – gabiʒ?
gâch – gademstat
gademvrouwe – gâhe
gæhe – galazîâ
galban – 1galle
2galle – galsterîe
galsterlich – gamanje
gamânje – gampelher
gampelsite – ganeist(e)
ganeistelîn – ganteren
ganz – gære
gargarismus – gart
gart – gartgabele
garthagen – gasse
gast – gastmeisterin
gastnusse – gæʒe
gaʒʒe – gebant
gebâr – gebeinet
gebeitic – gebërærin
gebërc – gebietære
gebietærin – gebiuge
gebiunde, gebünde, gebunt – gebogen
geborc – gebraste
gebræte – gebrësthaftic
gebrëstic – gebrûchic
gebrûchlich – gebünde
gebünde – geburgeze
gebûric – gebûschirre
gebütel – gedæhtnisse
gedalsch – gedense
gederbe – gedinchof
gedinclich – gedon
gedon – gedröulich
gedröuwe – gedwâse
ge|ehte – gegate
gegatrom – gegen hëllen
gegenherte – gegenrede
gegenreise – gegentraht
gegen trëten – gegenwertige
gegenwort – gegihte
gegiric – geharnascht
geharre – geheiligunge
geheim – gehende
gehenge – gehimelze
gehirne – gehœric
gehœrlich – gehüge
gehügede – gehuobet
gehuof – geilic|heit
geillîche – geiselstreich
geiselunge – geisticlich
geistîn – geiʒeweide
geiʒgalle – geiʒwolle
gejac – gekleide
geklûder – gelæge
gelaister – gelegede
gelegelich – geleitesman
geleitgëlt – gëlfe
gëlfen – gelîcherin
gelîcherte – gelîchsame
gelîchsamen – gelide
gelidemâʒe – gelinc
gelinc – gelle
gelle – gelœte
geloub- – geloupheit
gelouplich – gëlte
gëltel – gelübe
gelübede – gelüppic
gelüpschafte – gëlwelot
gëlwen – gemahellich
gemahelschaft – gemæʒicheit
gemæʒiclich – gemeinder
gemeine – gemeinmüeticlich
gemeinsagunge – gemelîche
gemelîcheit – gemietede
gemietunge – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemuotheit
gêmuoticheit – genâden
genâdenarm – genâdezît
genædic – genant
1genantlich – genemede
genende – genës
genesche – genibelet
genîc (genîge ?) – genistbærlich
geniste – genôʒsam
genôʒsame – gensîn
gensischen – genuht
genuhten – genuocsamede (?)
genuocsamen – Geon
georset – gequël
gequide – 1gerat
2gerat – gerede
gerede – gerëhtmachen
gerëhtmachunge – gereiʒe
gereiʒede – gerigel
gerigelingen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geristic
geristlich – gërne
gerner – gërste
gërstegrûʒ – 2gertelîn
gerten – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – geruowic
geruowicheit – gesagede, gesegede
gesalzene – geschaffenheit
geschaffenwësen – gescheftnisse
gescheftvrouwe – geschepfnisse
geschepfunge – geschihtic
geschihticlich – geschræje (?)
geschrât – geschulteret
geschuoch – geselbede
gesêlen – geselliclîcheit
geselligen – gesigel
gesigen – gesinne
gesinnen – gesiuniclich
gesiuse – gesloufe
gesloufic – gesnæren
gesnarren – 1gespenge
2gespenge – gespîwe
gespiz – gespreide
1gesprenge – gestalt
gestalt – gestelle
gestellet – gesticke
gestickelet – gestopfel
gestœʒe – gestriuʒe
gestriuʒunge – gestüplach
gestüpnisse – gesuoch
gesuochære – geswenke
geswenze – geswindicheit
geswindiclîche – getænede
getæper – getelse
getemere – getougen
getougen – getregede|gülte
1getrehte – getriuwenisse
getriuwewirdic – getult
getumele – getwancnisse
getwancsal – gëtzen
getzsal – gevæhic
geval – geværlich
gevatere – gevellicheit
gevelliclich – geveterede
geveterlîn – gevlester
gevlitter – gevorstet
gevræʒe – gevüegelich
gevüegetheit – gevürste
gewach – gewalt
gewalt – gewaltroubunge
gewaltsame – gewantsnîden
gewantsoum – gewarsamlîche
gewarschart – gewehenen
gewehse – 2gewende
gewendelach – gewërben
gewërbic – gewërken
gewërldet – gewëterblitzen
gewette – gewilden
gewîlet – gewinnunge
gewint – gewist
gewiste – gewonet
gewonhaft – gewuoc
gewurc – gezamen
gezan – gezerge
gezic – gezît
gezîte – geziugelîn
geziugen – gezühticlîche
gezunft – gheheel
gibe – giegengêre
giel – gifticheit
gifticlich – gîgengarren
gîgennagel – gîle
gileht – gine|glapf
ginen – gir
gir – giric
giricheit – girte
girunge – gît
git (?) – giuden
giudenlich – glanken
glanst – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleienbluome
gleif – glenzezît
glenzic – glîme
glîmen – glîssenerîe
glisterîe – glocke
glockehûs – gloie
gloieren – glück-
glüejen, glüen – gnaister
gnaistli – gogel
gogel- – golf
gollen – goltërze
golt|esche – goltmâl
goltmasse – goltslahære
goltsmelz – goltvël
goltvinger – gos (?)
got – götelîn
gotelop – goteshûsrëht
goteshûswartære – gotesvriunt
gotes|wâr – gotheftic
gotheit – gotmeinunge
gotmensche – gotweiʒ
gotzam – gougeren
göugewete (?) – goukelklucken
goukelkunst – goukeltocke
goukelunge – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grâ
grâ – grab(e)wart
grab|îsen – 2grâl
grâlen – gran
grân – gransprunge
gransprunge – gras(e)löufel
gras(e)marschalcambet – grætic
grâ|tuochære – grâwërc
grâwërcliute – grêde
grêden – gremiclich
grempære – greʒenach
gribellure – grieʒwart
grieʒwartære – grîfvalke
grîfzan – grîn
grindel – grisegrammen
grîseleht – griuse
griuselen – groben
grobiln – grôʒgamander
grôʒgebieter – grôʒtürstic
grœʒunge – grüenheit
grüenlich – grundelôs
grundelôselich – gruntrëht
      grundelôselich Adj., Adv.
      grundelôsicheit stF.
      grundelôsiclîche Adv.
      gründen swV.
      grunderëbe F.
      gründic Adj.
      grunt stM.
      gruntâder F.
      gruntbœse Adj.
      gruntbœsewiht stM.
      gruntboum stM.
      grunteffin stF.
      grunthaft stM.
      grunthêrre swM.
      gruntîs stN.
      gruntlich Adj., Adv.
      gruntlieplîche Adv.
      gruntneigen stN.
      gruntnîdic Adj.
      gruntrëht stN.
gruntrüerunge – gruntvorschende
gruntvriunt – gruoʒbære
gruoʒe – grütschîn
grutte – gubelnagel
guc – güeticlîche
güetlich – gugelkotze
gugelroc – gülte
gülteguot – gumpenîe
gunderam – guonlich
guot – guotlich
guotlîche – gupfoht
guppelspil – gürtelsenken
gürtelsnuor – gymnosophiste

   grundelôselich - gruntrëht    


grundelôselich Adj., Adv. , -lîchen Adv. 1 ‘bodenlos’
2 ‘unergründlich’
   1 ‘bodenlos’ denne enwart dem menschen nie so not eins tieffen versinkens in den grunt der demuͤtkeit in rechter gelossenheit. so der underval ie tieffer und grundeloslicher ist, so sich got des menschen und aller siner werke innerlicher und richlicher underwint Tauler 214,16; ach, das were eyn wünnigklich dyng, in allem leyden, in aller gelassenheit, in aller weisen sich zu grunde kunnen lassen, wie der lieber herr sich so grundlöszlich liesz! Seuse 523,11    2 ‘unergründlich’ ie me wir siner [Gottes] wege irkennen, ie grundelosilicher und ie manicvaldiclicher si uns zu bekennene werdin Parad 80,28; disen menschen, der gotte alsus gevoͤlgig ist [...], dem muͦs der herre mit im selber antwúrten und zúhet disen menschen also grundeloslichen in sich selber und in sins selbes selikeit Tauler 169,22; keren wir unser oͮgen wider in daz minnekliche liep [...] ! und luͦge, [...] wie suͤsse und wie grundloselich guͦt es ist zuͦ minnende Seuse 456,23

grundelôsicheit , grundelôskeit stF. ‘Unergründlichkeit’ vernünfticheit nimet got, als er in ir bekant ist; dâ enkan si in niemer begrîfen in dem mer sîner gruntlôsicheit Eckh 1:123,3; dise tieffe die wirt geborn us dem abgrúnde der grundeloskeit gotz, die alle verstentnisse engel und menschen mit núte erlangen noch ervolgen enmúgent Tauler 368,13

grundelôsiclîche , -lich Adv. 1 ‘(unergründlich) tief’
2 ‘unergründlich’
3 ‘über alle Maßen’
   1 ‘(unergründlich) tief’ wie grundelosecliche fúnde er sich in dem súntlichen gebresten und [...] wie one mosse sine nature in disem gebresten stot Tauler 322,26; so man aller lútselikeit, gezierde, schonheit ie grundlosklicher na gedenken kan, so man es ie úberswenklicher in dir [Gott] , zartes lieb, vindet Seuse 378,9. – ‘aus tiefstem Innern’ do ersúfzet aber er als grundlosklich und sprach Seuse 121,28    2 ‘unergründlich’ daz er [Gott] [...] grundlosklich úbertrifet alles ander guͦt Seuse 179,20    3 ‘über alle Maßen’ wie man got grundlosklich alle stunde loben sol Seuse 304,2. 325,15

gründen swV. 1 ‘(tiefen) Grund haben’ , bildl.
2 ‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’ , bildl., übergehend zu 3
3 ‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
4 ‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
5 ‘jmdm. etw. gründlich erklären’
   1 ‘(tiefen) Grund haben’, bildl.: daz [die Ketzerei] ist ein sünde, diu sô tiefe gründet, / daz si mit sünden nieman übersündet RvZw 88,7    2 ‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’    2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’ ob ich niht gründe, / so enweiz ich wie ich über [den Fluss] sol Bit 3542; dâ diu Muor grôz / in der breite flôz, / daz si [Pelikane] mohten gegrunden / vor der tiefe unden Ottok 96198; hie inn [in dem so verstandenen Sinne des Schriftwortes] so mag man watten, vnd man mag hie inn gründen Eckh 2:468,4; in deme mere inconden si nit gegrundin TundN 431; [das Schiff] gat mit sweren ünden, / ir [der Seefahrer] anker niendert gründen Frl 9:15,2; wie got in dem indewendigen grunde der selen gegrúndet het und verborgen und bedecket lit Tauler 25,25    2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’, bildl., übergehend zu 3: bach diner tugent grunte / nie sinnes maß Mügeln 155,11    3 ‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’ Johannes schreif, dat he da sach, / dat $’n gein sin envollen gegründen mach MarlbRh 84,12; ich las niuwelîche in einem buoche - der ez gegründen künde! -, daz got die werlt iezuo machet als an dem êrsten tage, dô er die werlt geschuof Eckh 2:232,2. 2:467,5. 2:467,7; wêre iht in gote, daz crêatûre gründen möhte, sô nême êwekeit ende unde hôrte himelrîche ûf Eckh (Pf) 648,32; Tauler 367,31; Parad 122,19. 27,32; HvFritzlHl 200,22    4 ‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’ kinder, die frucht und der nutz der dannan von [von der Befolgung dieser Ordensregel] kumet, das enkoͤnde nieman bekennen noch gegrúnden Tauler 269,31; der mordige schade der dannan ab kumet, der ist nút ze grúndende ebd. 297,23; und also unmessig vegfúr liden das enkein herze gegrúnden enmag ebd. 337,25    5 ‘jmdm. etw. gründlich erklären’ was konste kristen adir heiden / ie gemachten, der wil ich bescheiden / si wol [...]; / ich gronden en auch die seben konste MinneR 481 826. – wohl auch hierher: ich wil dir ie die rehten wârheit gründen Loheng 1086; nycht vuorbaz ich dirz grvnde Wartb Anh 8,10

grunderëbe F. gunderëbe

gründic Adj. ‘auf den Grund, in die Tiefe gehend’ so grundec und so vollen tief / was von gotelicher gift / sin [Augustinus’] wise herze in der schrift Pass III 438,81

grunt stM. selten stF. ( Rumelant (R) 6:3,5; Vät 37206; LivlChr 9483; NvJer 24220; s.a. hellegrunt), vgl. mnd. grunt F., auch M. (MNDWB 2,178). 1 ‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’
1.1 bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer
1.1.1 allg.
1.1.2 als Ankergrund
1.1.3 als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’
1.2 bezogen auf Gefäße
1.3 bezogen auf ein Grab, die Hölle
1.4 bezogen auf den Magen, den Bauch
1.5 bezogen auf Wunden, auch bildl.
1.6 ‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’
2 ‘Grund (des Herzens)’ , bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des Willens, Quelle der Tränen
3 ‘Tal, Niederung, Schlucht’
4 ‘Erdboden’
5 ‘Grundstück’
6 ‘Grundfeste, Fundament’
6.1 eigentl.
6.2 übertr., ‘Ursprung, Ursache’
7 ‘Tiefe, Abgrund’
8 als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das Tiefste, Innerste’
9 in speziellen adv. Präpositionalausdrücken
9.1 von grunde (ûf) , (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz und gar, durch und durch’
9.2 etw. unz ûf den grunt, von/  ze grunde ‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.
   1 ‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’    1.1 bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer    1.1.1 allg.: tief ist des wilden meres grunt LobGesMar 65,1; an daz mere sluͦc er [Moses] di ruten. / der grunt sich inbarte VMos 46,12. 68,7; [...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde ich keinen grunt Mechth 6: 19,9; der schiffe slûch er [Wind] ze grunde / vile, daz si versunken SAlex 1064; diu [ bruke ] versanc [...] in des Rînes grunde Kchr 391; slahem wir den selben hunt [Joseph] und werfen in in dirre zisternen grunt! Gen 1793; der wág vûrt in [Alexander in dem Glasgefäß] in demo grunte [des Meeres] Anno 15,3. 14,16; dû weist daz mer unz ûf den grunt LobGesMar 56,11; daz sich beweget der grunt / [...] und hebet sich ûf von grunde ein wint HartmKlage 357; Herb 2884; NibB 1562,3. 1578,4; KLD:UvL 55: 7,1; BdN 113,18. – bildl.: ir schœne was sô bodenlôs, / daz man niht grundes drinne sach KvWTroj 19721    1.1.2 als Ankergrund: swâ der rotte anker hêten grunt, / daz tet ir banier schône kunt Wh 438,9. – bildl.: z’eim endelôsen pflûme, / dar inne ein berc versünke wol, / gelîchen man diz mære sol, / des ich mit rede beginne. / wil ich den grunt dar inne / mit worten undergrîfen, / sô muoz ich balde slîfen / hie mîner zungen enker KvWTroj 226; trûren mit gewalte hât gankert in mîns herzen grunt KLD:BvH 9: 3,2; Parz 461,15    1.1.3 als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’ die [...] vischwaid mit allem das sich darinn machet und von newn dingen erhebt, es sein awn, grünt, schüt oder newschut WeistÖ 7,968(Anm.) (a. 1306); dî brûdre [auf dem gestrandeten Schiff] von der grunt / sich intbrâchin NvJer 24220    1.2 bezogen auf Gefäße: köpfe und schüzzel wirt von mir untz an den grunt erlochen [geleert] SM:St 1: 3,8; ist daz harn an dem grunde lieht unde louter [...] unde ist obernthalbe dicke unde truobe Barth 130,1. 131,11; so bestrichet er [Giftmischer] daz vaz ze oberist mit dem hoͤnig, ze niderist da giuzzet er daz toͤtlich eitter in den grunt PrOberalt 139,28; rure is [den Inhalt eines Kessels] stetlichin vs deme grunde, das is icht an burne Pelzb 133,17; Kchr 7511; Pass III 156,64; Pelzb 137,16. 140,32 u.ö.    1.3 bezogen auf ein Grab, die Hölle: ein lilie wuchs uz sime grabe, [...]. / des nam die bruder wunder / und gruben alhin under. / do sie quamen uf den grunt, [...] Pass I/II (HSW) 14663. hat die helle grunt? Lucid 7,14; dú helle hat weder grunt noch ende Mechth 3: 21,62; Lucifer [...] ist gar an dem grunde der helle PrBerth 1:203,27    1.4 bezogen auf den Magen, den Bauch: der grunt des magens ist haisser unnd stercker ze däenn [= döuwen ] HvHürnh 31,4. 31,4; swenne der mage di spie uon grunde uf wirfet [...] da uon daz sin nider teil kreftiger ist denne daz ober SalArz 48,58; das buch wirt, so du iz vrisses, [...] / bitter in des buches grunde HeslApk 15388    1.5 bezogen auf Wunden, auch bildl.: ouch inist nicht kein salbe besser zu trockene trorige wunden unde ouch zu heilen von grunde [von unten auf (und nicht nur oberflächlich)] Macer 16,9; daz niemer sêle wirt gesunt, / diu mit der sünden swert ist wunt, / sin habe von grunde heiles funt Walth 6,16. 74,17; Segremors 7,110; daz er [ wolves zant ] mich iht verwunde: / sîn bîzen swirt von grunde KLD:Namenlos h 11,9    1.6 ‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’ alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines kegels, dez spitz in unser aug ruͤrt und dez grunt ruͤrt an daz dinch, daz wir sehen KvMSph 14,1. 26,3    2 ‘Grund (des Herzens)’, bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des Willens, Quelle der Tränen: so nimit er [reuiger Sünder] von des herzzen grunde daz soͮften mit dem munde GenM 17,14; ich [...] siufte ûf von grunde / [...] und truobent mir diu ougen. / [...] wan deiz unmanlich wære, / weinen ich niht verbære HartmKlage 371; swaz er in dâ spiles getete [...], / dazn gie niht von grunde: / daz herze dazn was niht dermite Tr 7528; got enheine sünde lât, / die niht geriuwent [...] / hin abe unz ûf des herzen grunt Walth 6,12; Litan 1166. ir ougen [...] dringent in mîns herzen grunt MF:Wolfr 8: 4,7; Walth 27,26; swenne sî ûz herzen grunde [...] ein lieblich lachen tuot ebd. 27,36; sie zerstâchen manegen schaft. / ieder man ûz herzen grunde versuochte sîne kraft RosengD 619,2. – ähnl.: diu mir daz herze hat verwunt / vaste unz uf der minne grunt Tannh 3,125; Virg 972,11    3 ‘Tal, Niederung, Schlucht’ in einem grunde vil tief, / da ein bach lief Pilatus 2,89; dâ zwischen was ein cleiner grunt LivlChr 9985. 5086. 9483; die crichen [...] hetten vur die stat bracht / an den grunden vnde an der hoe / mangen vnde ebenhoe [Belagerungswaffen] Herb 14137; sus reit der werde degen [...] durch einen grunt Parz 339,17; rît ze einer lîten, dâbî in einen grunt RosengD 478,3. 481,4; wer in di grunde sewet [sät] , / der snidet unde mewet / daz da mit vollen dihet Elis 3099; Kchr 13303; Helbl 4,437; HvNstAp 19583. – formelhaft ~ und grât, auch Pl., ‘Niederung(en) und Höhe(n)’, daher übertr. ‘der gesamte Grundbesitz’ min huobe, min schuopose, [...], getwing und ban und grund und grete DRW 4,1157 (Geschfrd.; a. 1306); grund und grad, lib und gut, lebend und tod ist des gotzhus WeistGr 1,311 (a. 1344). 1,166 (a. 1303?); verkouffend [...] unseren hoff ze Genines mit grund und mit grate [in ganzer Ausdehnung] , mit wunne und mit waide UrkGraub (M) 2,169 (a. 1301); UrkBern 5,156 (a. 1320)    4 ‘Erdboden’ getriben ûf von grunde / ûz eines lewen munde / fliuzet der brunne in ein vaz UvZLanz 3893. die bvrc er an den grvnt brach ReinFu K,1264; wann Tyrum die gross stat / er in den grundt zestoret hat Seifrit 2246; LivlChr 11074. 11340; übertr.: nym eyn gloyndich ysern vnde berne se [die Hämorrhoiden] vf den grunt OvBaierl 121,8    5 ‘Grundstück’ [...] haben wir [...] demselben gotzhaus [...] geben vnd geaygent den grunt, da ez stat, vnd darzü des vvaldes mit dem grunt UrkNAltaich 1,289 (a. 1241); daz Johans Herweger [und Angehörige] [...] daz holz in Oͤtersberch [...] ze koͧffen hant gegeben mit grunde und mit allem dem, so derzuͦ gehoͤrt UrkZürich 8,253 (a. 1309); weitere Belege s. WMU 1,763f. und DRW 4,1161    6 ‘Grundfeste, Fundament’    6.1 eigentl.: ich sach under Lucifer der helle grunt, das ist ein hart swarz vlinsstein; der sol tragen das werk iemer mere Mechth 3: 21,61; firmamentum, daz ist der vest himel, dar umb, daz er ain vest und ain grunt ist aller gesteckten stern BdN 55,22; daz [Messopfer (Akk.)] sal itenuwe [erneuern] / mit geistlicheme gebuwe / alle tage di cristenheit, / di wile daz di werlt steit [...], / gefundet in den vesten grunt. / Crist er ist der vullemunt Glaub 1059; Pass I/II (HSW) 10716; TvKulm 6164    6.2 übertr., ‘Ursprung, Ursache’ du [Gott] bist der elementen gruͦnt HvNstGZ 11; [jmd. ist] ain wirt in der helle [...], / ain grunt aller ubele Rol 5861; daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des pluotes BdN 37,5; diu versuochende kraft der sêl [d.h. der Geschmackssinn] und daz gerüerd habent irn grunt in dem herzen; aber die andern drei sinn sitzent in dem haupt ebd. 13,6    7 ‘Tiefe, Abgrund’ ie der grunt tiefer ist [...], ie ouch diu erhœhunge und diu hœhe hœher [...] ist Eckh 5: 293,6; nv vindest dv die hoehe vnd ouch die grúnde Wartb Rs 85,6; des abysses ~ , der grundelôse ~ ‘die Hölle’ HeslApk 6895. 15282. 19306. – bes. der helle ~ u.ä. (vgl. hellegrunt): der tiefen helle grunt Kchr 2033; in der helle gründen / muoz ich ân ende quelnde sîn KvWLd 32,269; [Christus] lost uns von der helle grunt Wahrh 34; Spec 60,32; MF:Mor 27: 2,9; WälGa 11867; RvEBarl 3538    8 als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das Tiefste, Innerste’ (vgl. McGinn, Mysticism 4,86-90 mit Lit.): daz der mensche durchgange und übergange alle geschaffenheit und alle zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist Eckh 2:309,5; Tauler 370,6; dy sele wil er versencken in den grunt ane grunt PBB 114(1992),S. 494; dû geluogtest nie in disen einvaltigen grunt einen ougenblik Eckh 1:88,4; ie man die wurzel und den kernen und den grunt der gotheit mê erkennet ein, ie man mê erkennet alliu dinc ebd. 2:560,6; suln wir iemer komen in den grunt gotes und in sîn innerstez, sô müezen wir ze dem êrsten komen in unsern eigenen grunt und in unser innerstez ebd. 2:551,1; in dem grund der sele, da gottes grund vnd der sele grund ain grund ist ebd. 1:253,5; Katrei 375,20; Eckh 1:90,8.11; Seuse 124,24. 157,24. 165,25; Tauler 39,33. 149,34    9 in speziellen adv. Präpositionalausdrücken    9.1 von grunde (ûf), (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz und gar, durch und durch’ uͥr herzen suln van grund erbiven! MarlbRh 34,26; dur waz hâst du die sêle mîn / betrübet hin ze grunde KvWAlex 1049; HartmKlage 1658; KvWPart 3209. des herzen schrîn / wirt vreuden vol von grunde LobGesMar 63,14; dâ von fröit ez mich von grunde KLD: UvL 48: 3,3; des vröuwe ich mich ze grunde Virg 747,3. 199,10; KLD:Rub 14:1,2. er was uon grunde vf geborin / zo deme aller truvistin man, / den ie sichein kuninc gewan Roth 5087; diu schœne diu bran unde wiel / von minnen gar ze grunde KvWTroj 22917; die bôsen unde die ungeloubigen lûte [...] vertiligeten sî biz ûf von grunde [ funditus exterminaverunt ] StatDtOrd 24,19    9.2 etw. unz ûf den grunt, von/  ze grunde ‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.: er seit ime daz mære / von obene hin ze grunde [bis zu Ende, gründlich] Tr 8235; Îsôt tet ouch Brangænen kunt / ir beider rede unz ûf den grunt ebd. 14148; [Christi] marterlichen tôt / entsliuz [...] von grunde mir KvWSilv 4335; daz wizze wir of von grunde HeslApk 3418; Walth 13,1; Tr 14017. 10743; HvFritzlHl 44,16. – einer Sache (Gen.) ze grunde komen ‘etw. gründlich, vollständig verstehen’ daz ich mit dem gedanke mîn / der reinen gotheite [...] / ze grunde und zeinem ende kome KvWSilv 2653

gruntâder F. ein bestimmtes Blutgefäß: diu ander [Ader kommt] von der leber, deu haizt ze latein epatica. aber als daz puoch spricht haizet si basilica, daz ist gesprochen diu gruntâder, dar umb, daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des pluotes BdN 37,5

gruntbœse Adj. ‘von Grund auf schlecht, sehr schlecht’ [ein] schefman, / der nie tugent gewan / und sprichet grundbœser wart [= wort ] / vil ûf sîner nouvart [Fahrt stromabwärts] Helbl 7,811; welhes augen an der rœten dem feur geleichent, daz ist ain gruntpœsez mensch und gar widerprüchig oder ungevölgig BdN 44,5. 44,17

gruntbœsewiht stM. ‘Erzbösewicht’ [diese Strafe] hat der grundboͤswicht wol verschuldet Seuse 77,23

gruntboum stM. 1 Wehr- oder Fachbaum einer Wassermühle (vgl. DWB 4,1,6,756 und DRW 4,1172)
2 in den Flussgrund eingerammter Pfeiler einer Jochbrücke (vgl. H. v. Voltelini, Die Bozner Eisakbrücke, in: Fs. v. Ottenthal, Innsbruck 1925, S. 164-169, hier S. 167)
   1 Wehr- oder Fachbaum einer Wassermühle (vgl. DWB 4,1,6,756 und DRW 4,1172): durfen aber die vrauhen [= vrouwen ] eines gruntbaumis ader eins melbaumis [l. welboum? (vgl. Anm. z.St.)] [...] zu ere molen UrkDOHess 2:369,26 (a. 1326)    2 in den Flussgrund eingerammter Pfeiler einer Jochbrücke (vgl. H. v. Voltelini, Die Bozner Eisakbrücke, in: Fs. v. Ottenthal, Innsbruck 1925, S. 164-169, hier S. 167): gruntpome et panwerch et panpome et ligamina et omnia necessaria pontis UrkTirol 1:3,142 (a. 1239). 1:3,141. 1:3,143

grunteffin stF. verstärktes effin, Schimpfwort für eine Frau: [ihr Ehemann] waz bose [...] und sluch si bitterliche und hild si wuͦr ein dorin und wuͦr eine grunteffin HlReg 87,12

grunthaft stM. ‘was die Meerestiefe stützend festhält, Meeresboden’ (Neumann, Teichn., S. 163): wer got sey mit seiner chraft, / daz ist aller maisterschaft / gar zu vremd und unbechant. / wa der himel widerwant / und alter [l. aller?] wazzer grunthaft, / daz hat man mit maisterschaft / wol begriffen und aus genomen Teichn 448,5

grunthêrre , -hërre swM. ‘Grundbesitzer, -eigentümer’ mit des ersamen aptes hern Wilhalmes insigel [...], der avch der vorgenanten bastvben rehter grvntherre ist UrkCorp (WMU) 1618,10; aber um alles gruntrecht, das man versitzet und gelegen ist in disem purkfrid, sullen die gruntherrn clagen vor dem statrichter StRWien 126; ir hous [...], [...] des wir rechter gruntherre sein, [...] vnd man vns von dem selben grunde dienen sol alle iar ze gruntreht vierzich phennige Wienner ebd. B 136 (a. 1303); UrkKlostern 1,276 (a. 1340); UrkWSchott 247 (a. 1344); UrkEnns 7,61 (a. 1348). – auch für den Stellvertreter des grunthêrren: der ich an meines herren stat des aptes [...] stifter vnd storer vnd auch gruntherre pin UrkWSchott 265 (a. 1350). – als Bestandteil eines Personennamen: her Wernher der Grvͦntherre, purger von Nvrenberch UrkCorp (WMU) 3185,1

gruntîs stN. ‘Grundeis’ glich dem kristallen stain / wart sin hertze uf tugenden balt, / wider der untugende kalt / reht alsam ein grunt ys WhvÖst 631

gruntlich Adj., Adv. , -lîchen Adv. 1 ‘im Grunde des Herzens, der Seele, im Innern, innerlich’
2 ‘bis in den Grund des Herzens, der Seele hinein, bis in die Tiefe reichend, ins Innerste gehend’
3 ‘aus dem Grunde des Herzens, der Seele kommend’
4 ‘gründlich, vollständig, gänzlich’
5 ‘bis auf den Grund, bis ins Letzte, genau’
6 ‘grundlegend, wesentlich’
7 ‘ergründbar’
8 ‘bodenlos, tief’ , übertr.
   1 ‘im Grunde des Herzens, der Seele, im Innern, innerlich’ der sich echt gruntlichen zuͦ ime [Gott] innerlichen kerte Tauler 210,7; ich [...] bitte úch das ir lerent gotte innerlichen und luterlichen bichten alle úwer gebresten, und lerent ime úch gruntlichen schuldig geben ebd. 274,23; got versteet hertzen sprach und seelen meinung, eyn gruntlich, innerlich und wesenlich ansprechen Seuse 520,33    2 ‘bis in den Grund des Herzens, der Seele hinein, bis in die Tiefe reichend, ins Innerste gehend’ das die klaren goͤtlichen oͮgen uns als gruntlichen an sehent und durch sehent in unsern grunt Tauler 215,20. 347,31; daz ist so tief und so gruntlichen gevestent in die nature [des Menschen] ebd. 48,13; und dis was ain als gar gemerliche gesicht das es ir als gruntlich ze hertzen gieng das sy fúr die stund nie wolt geslafen Stagel 26,22; wie múgen wir des so gruntlichen uns schamen Tauler 215,23; sin [Christi] heilige menschheit die enwart im nie so gruntlichen lieb ebd. 251,34. – in Verbindung mit (sich) lâzen, übergehend zu 4: wie gruntlichen man sich ze grunde lossen muͦs Tauler 356,31; eime einvaltigen gruntlich uf got sich lossen [subst. Inf.] ebd. 87,9; hie myt synt alle menschen also gefangen und gebunden, das sich nyemant lassen enwil; ime were lichter zehen wercke dann eyn gruntlich lassen Seuse 511,5; Jesu Cristi, des laszen mer und gruntlicher was dan alles das laszen zu samen were, das alle menschen in der zyt sich ye gelieszen ebd. 517,15    3 ‘aus dem Grunde des Herzens, der Seele kommend’ das ist ein war verloucken der mensche sin selbes und ein luter gruntlich blos meinen und minnen got Tauler 48,32; also das er in ime vinde ein gruntlich getrúwelich mitliden mit sinem nechsten ebd. 148,4; luͦg, mit welen gruntlichen súfzen und bitterlichen trehen sú sprechent Seuse 287,18; also süllent wir auch tün, [...] das wir habent grüntliche diemut, götliche mynne, gedult und ander tugent pis in den tod Stagel 121,17    4 ‘gründlich, vollständig, gänzlich’ und sloͤiffest du dich in der worheit nút [wie die sich häutende Schlange] alzuͦmole grúntlich durch disen stein Tauler 95,33; [die Speise] muͦs so gruntlich verderben und verwerden an ime selber e denne es in den magen kumme ebd. 121,16; er sol zuͦ dem ersten abehoͮwen und uzrúten die súben hoͮbtsúnde gruntlichen und weckerlichen ebd. 97,27; tuͦnt oder hant geton einen waren gruntlichen abker von allem dem das got nút luter und blos enist ebd. 138,29; gentzlichen und grúntlichen ebd. 38,13; RvBib 69,23. 87,27    5 ‘bis auf den Grund, bis ins Letzte, genau’ nün west er ir meinung nit grüntlichen Stagel 4,31    6 ‘grundlegend, wesentlich’ und merke, daz alle kreaturen ewklich in gotte sint got und hein da enkeinen gruntlichen underscheit gehebt, denn als gesprochen ist Seuse 331,23    7 ‘ergründbar’ in disem wilden gebirge des úbergoͤtlichen wa ist ein enpfintlichú vorspilendú allen reinen geisten abgrúntlichkeit [...]. und daz ist daz grundlos tiefes abgrúnd allen creaturen und im [sich] selber grúntlich Seuse 189,3    8 ‘bodenlos, tief’, übertr.: gruntlichen [schwer (profunde)] haben sie gesundegit Cranc Os 9,9

gruntlieplîche Adv. ‘auf sehr liebevolle Weise’ wie gruntlieplich ich [Maria] in mit minen armen [...] umbvieng Seuse 275,13

gruntneigen stN. ‘das Neigen zum grunt 9 ’ (vgl. Wyser, Seelengrund S. 235f.): das gemuͤte [d.h. der menschliche Geist] , der grunt, der hat ein ewig neigen, ein gruntneigen wider in den ursprung Tauler 350,28

gruntnîdic Adj. ‘sehr feindselig, sehr missgünstig’, wortspielend mit grunt ‘Meeresboden’ mine valschen vründe [...] hoffen, daz ich sinken zuo dem grunt beginne: / min heilschif gestozen hat uf ir gruntnidik stein Rumelant 3,61b

gruntrëht stN. 1 ‘Grundzins, Abgabe an den Grundherrn’
2 ‘grundherrliches Recht’ (?)
3 ‘ursprüngliches Recht’
   1 ‘Grundzins, Abgabe an den Grundherrn’ daz man daz vorgenant grvntreht dem chloster hintze den Schotten immer ze seiner zeit vor dienen sol UrkCorp (WMU) 1618,45; daz ich vnd mein erben ze rechtem gruntrechte haben [...] ein satelgadem, [...] da wir [...] von dienen suln zwelif schilling Wienner phenning ze rechtem gruntrechte alle jar [...], als man ander gruntrechte ze Wienne dienet UrkKlostern 1,148 (a. 1315); als gruntrechtes recht ist vnd der stat recht ze Wienn UrkWSchott 240 (a. 1342); weitere Belege s. DRW 4,1207. – auf den abgabepflichtigen Hof übertr.: vnd derselbe hof ist auch gruntrecht von den gaestleichen pruͤdern datz dem Teutschen haus datz der Newenstat UrkHeil 2,204 (a. 1348)    2 ‘grundherrliches Recht’ (?): daz si ir gruntrecht ovf ir vischwaidt mit ganczem gewalt also haben daz niemant vischen oder aericht [Fischfang mittels Reuse (vgl. → arke stswF. 2.4)] haben sol UrkHerzogenb 67 (a. 1318) (anders DRW 4,1209: ‘fundamentales Recht, Privileg’)    3 ‘ursprüngliches Recht’ din wille, herre, himelischer vater, ist daz ewige grvnt reht, von dem allev rehticheit flivzzet [...]. swaz nach disem willen gerihtet ist, daz ist gereht; swaz aber da von gechert ist, daz ist chrvmp vnd schedelich DvAPatern 117