Wrterbuch
ABCDEF s.VGH
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d – dahsboum
dahsloch – danc
dancbre – dankunge
dannan(t) – dansen
dansunge – dren
      dansunge stF.
      danvart stF.
      d(r) Adv., Konj.
      d(r)/ da(r) abe Pron.-Adv., auch drab(e).
      d(r)/ da(r) ane Adv.
      darbe stF.
      darben swV.
      d(r)/ da(r) benidene Adv.
      darbetage swM.
      d(r)/ da(r) b Pron.-Adv.,
      d(r)/ da(r) binnen Adv.
      d(r)/ da(r) bobene Adv.
      dar bringen V.
      darbunge stF.
      d(r)/ da(r) bʒen Adv.
      d(r)/ da(r) durch Adv.
      dare Adv.
      dre stN.
      dre (?) Adj.
      dren swV.
d(r)/ da(r) enbinnen – d(r)/ da(r) mite
darmwurm – d(r)/ da(r) vor
d(r)/ da(r) vr – decheln
dcher – decretl
decuri – dhsen
dhssen – dempfec
dempfen – derbin
drhalben – ds
dshalp – diapason
diapente – diehter
diehterde – dienen
1dienest – dienesthuon
dienestkse – dieneststant
dieneststiure – diephaftec
diepheit – diernkint
diernlach – dhsel
dhselwagen – dinc|hrec
dinc|hs – dincstuol
dincsuoche – dinges|pne
dnhalp, dnenhalp – dirhalp
dirre – dissonieren
distel – diubede
diubeln – 1diutisch
2diutisch, diutsch – dolinc
dollche – donerec
donergebirge – dorfban
dorfbecke – dorfmaget
dorfman – dorfwrc
dorfwp – dorngewahs
dornhac – drperdiet
drperecheit – duwe
duwen – drhseln
drht – drteclich, drteclich
drten – dr|benemede
dr|bort – drgesʒe
drgevar – drinden
drindunge (?) – drstunt
drtegec – drvaltecheit
drvalteclich – drʒegeste
dr – druc
drch – druoswurz
drusene – dulteclich
dulten – dnkelbiderman (?)
dnkel|re – dunsten
dunster – durchbittern
durchbitzen – durchbrstec
durchbenen (?) – durchgn
durchganc – durchgnten
durchguden – durchguot
durchhecheln – durchkifen
durchkiusche – durchlanc
durchlʒ – durchloben
durchlochen – durchnageln
durchnagen – durchrein
durchreinegen – durchsaffen
durchsagen – durchschnen
durchschouwec – durchsieden
durchshen – durchslfen
durchslingen – durchstrben
durchstrnen – durchswingen
durchtn – durchvhten
durchvellec – durchvlieʒunge
durchvloʒʒenheit – durchvnden
durchwhen – durchwiden
durchwieren – durchziln
durchzimbern – durftls
drkel – drre
drre – duster
dusternisse – dʒʒec

   dansunge - dren    


dansunge stF. ‘bse Rede’ d solt der lshait dnu ougen virsagen unde der dansunge die zungen TrudHL 134,16

danvart stF. dannenvart

d(r) Adv., Konj. ahd. thr (AWB 2,166ff.); die alte, volle Form auf -r seit dem 12. Jh. (auer in Zss. mit Prp.) selten, meist d; der Vokal auch gekrzt und abgeschwcht zu -e-, -i-; seit Ende des 13. Jh.s (in Zss. mit Prp./Adv. auch frher, vgl. WMU 1, Art. zu d inne, d inne; d mite, d mite und d selben, d selben) erscheint d auch als d (zur Vermischung der beiden Wrter vgl. 2 5Mhd. Gr. S 173.1 mit Lit.). – verstrkt mit al, z.B. VAlex 1267; Parz 14,10. 89,6. 123,25; Walth 94,14; Mhlh 168,18; GvJudenb 1887. 1 Adv.
1.1 demonstrativ
1.1.1 lokal ‘da, dort; hier’
1.1.1.1 allein stehend; auf Vorangehendes oder situativ Gegebenes hinweisend
1.1.1.2 in Verbindung mit einer Prp.-Gruppe oder einem Adv. im selben Satz
1.1.1.3 attributiv zu einem Subst.
1.1.1.4 in der Verbindung ~ sn/wesen
1.1.2 temporal ‘da, dann, in diesem Augenblick’
1.1.3 als Korrelat, auf Rumliches und Nichtrumliches hinweisend (s.a. unter 1.2.1 und WMU 1,332, Art. d unter B 1.2 mit weiteren Belegen) ‘dort; da, dann’
1.1.4 abgeblasst zur Partikel
1.1.4.1 am Satzanfang eine Antwort, Erluterung einleitend
1.1.4.2 die Relativa in ihrer Funktion verstrkend (vgl. 2 5 Mhd. Gr. S 115 u. 121)
1.2 relativ ‘wo’
1.2.1 mit Bezugswort im bergeordneten Satz, der dem Rel.-Satz vorausgeht oder folgt
1.2.1.1 auf eine Prp./Subst.-Gruppe bezogen:
1.2.1.2 auf ein Adv. bezogen
1.2.2 ohne Bezugswort im bergeordneten Satz (das Adv. und Relativum fallen in eines zusammen): ‘dort, wo; dorthin, wo’
2 Konj. (vom relativen Gebrauch nicht immer scharf zu trennen)
2.1 temporal ‘als; nachdem’
2.2 konditional ‘wenn’
2.3 konzessiv: ‘obwohl’
1 Adv. 1.1 demonstrativ 1.1.1 lokal ‘da, dort; hier’ 1.1.1.1 allein stehend; auf Vorangehendes oder situativ Gegebenes hinweisend: do chert er gegen einem mose. / da wold er sih chuͦlen Eilh R,1677; d [in dem Wald von Breziljn ] wrn die wege manecvalt Iw 264; ze Œsterrch lernde ich singen unde sagen, / d wil ich mich alrrst beklagen Walth 32,15; in die stat giengens iesa. / da was des tages marchet da, / und was da liute genuͦc StrKD 126,118. – in Verbindungen d und hie(r)/her u..: d [Frau Minne] twingest hie, n twinge och d Walth 55,28; nu bin ich [Isolde] hie und bin ouch d / und enbin doch weder d noch hie Tr 18534; sin [Tybalds] tot was sins [Malefers] hertzen ger. / er suͦhte in da und aber her Rennew 26852 1.1.1.2 in Verbindung mit einer Prp.-Gruppe oder einem Adv. im selben Satz: vil schilde hrt’ man hellen d ze dem brgetor / von stichen und von stœzen NibB 797,1; ichn hrte d ze hove sagen / von iu dehein daz mre / daz iuwer iht wre Iw 4272. 7807; der wirt [...] behabte den gast b im d / unz an den sibenden tac ebd. 6844; in jenem sale wten d hn ich in gesehen / b den snen helden NibB 78,2. 1857,2; in dem kerkere / da lac si ane swere Martina 114,66. – besonders vor ze, b usw. mit nachfolgendem Eigennamen: dar zo Ache warin sie over nacht / vnz an den andrin tach Roth 5044; ein lugelicher got [...], / der stuͦnt ze der zeite / datze Rome oͮf einer sevle Wernh A 3729; PrStPaul 23,24. 24,5; duͦ worhter d b Rne / sedilhove sne Anno 30,9; d mit giengen degene d z slant, / die Prnhilde recken NibB 418,1; d sprach d von Spre ein alter bischof / zuo der schœnen Uoten ebd. 1508,2. – vor Lokaladv., auch als Zusammensetzung auffassbar: d zen b der wende, [...], d stt ein banc Parz 438,10; ir meister si gesan da uze in demo staden gan FriedbChrist 24,3; sit si in himel da oben / volleclichen geeret sint Martina 94,58. – vgl. auch dheime , dhr , dhin usw. 1.1.1.3 attributiv zu einem Subst.: do hiez abir ain andir [Sohn] Dan, / dem gab er [Jakob] disin fluch da: / fiat Dan coluber in via [Gn 49,17] LAntichr 39; hauz, auz dem der ganch in die vorgenanten chappel da get UrkCorp 1282,40 1.1.1.4 in der Verbindung ~ sn/wesen ‘da, anwesend sein’ inner des starb des kuͤniges sun. do michil jamer ober im was, do warn ouch jene zwene truͤgenere da, von den ich sagete PrLpz 349,12; ez ist zemerken, daz got in allen dingen ist, niht alse ein teile der wesunge oder als ein zuoval, sunder er ist da alse ein wirkendes in dem er wirket ThvASu 234,21; vil schiere d was d [war zur Stelle] / mit snen wzen handen, der si umbeslz NibB 1685,2; (subst.:) durch ir aller dasein Hawich 4357. – ‘da sein, vorhanden sein’ diu umminne unde diu vintscaft diu ist da, [...] si rament iwer zallen citen paidiu der eren unde der sele, von danne muͦzt ir iuch ir wern Konr(Sch) 165,36; neware div demvot vollegliche nieht mit der magetheit an sancte Marivn, got neware nie zvo ire chomin. wan disiv aber beidiv da warin, vone div chom er dare PrWack 5,45; PrLpz 388,38; unde also mhte man niht verstan die ablazunge der snden, ez enwere denne da die ingiezunge der gnaden ThvASu 334,29 1.1.2 temporal ‘da, dann, in diesem Augenblick’ der propheta [Jona] [...] trat in ein schif und wolde uber mere varn zu einer stat die hiez Tharsis. al da huͦb sich ein groz stuͦrmbeter PrLpz 97,42; ich quam gejaget / gar unverzaget, / [...], / da waren al mine phat verhaget Frl 5:43,18. – in Verbindung mit ze stunt ( ‘zu dem Zeitpunkt; sofort’), ze stat/stete, zu hant ( ‘sofort’): man zalte si [Krieger] d zestunt / m dan an hundrit tsunt SAlex 1051; si heten d ze stunt / ritter funfzich tusunt En 1193; swaz der haiden er erraichte / an sinem umbe swaifte: / di fulten da zestunde Rol 6236; her reit d ze stunt / z deme here dannen En 6800. a wie sre ers d ze stede engalt VAlex 532; daz geweren rou s d ze stat, / d er s urloubes bat / daz er turnieren mese varn Iw 2919. s sprach, wold iemen strten, / daz er d zehant strite, / wand ss niht langer enbite Iw 5747; so indarph he nicht da zu hant zu demi dingi antwerti, inis he [falls er] nicht biclagit, [...] noch inis umi nicht vurgibotin Mhlh 168,21 1.1.3 als Korrelat, auf Rumliches und Nichtrumliches hinweisend (s.a. unter 1.2.1 und WMU 1,332, Art. d unter B 1.2 mit weiteren Belegen) ‘dort; da, dann’: sw …, d: ‘wo auch immer …, (da)’ sw s b den frouwen durch ir hfscheit / kurzewle pflgen die riter vil gemeit, / d sah man ie vil gerne den helt von Niderlant NibB 131,3; in die arme und in diu bein / und sw er ungewfent schein, / d gap er im vil manegen slac Iw 6779; ‘wenn ..., dann’ swa zwene man geborn sint zvͦ einer totleibe, da sol der elteste daz swert vor vz nemen daz ander tilent si geliche SchwSp 16b. swar …, d: ‘wohin auch immer …, (da)’ swar ich kre, d meze mich doch got bewarn! Walth 113,30. swenn …, d ‘wenn …, dann’ d sprach der ritter guot [zu den Neugierigen] : / swenne ich si [die Botschaft] sage dem knige, d hœret si zehant NibB 768,3. s …, d ‘wenn …, dann’ der vrste rtet tegelich / durch baneken. s er baneket sich, / d sln wir in gewinnen. / er mac d niht entrinnen RvEAlex 20357. – auf einen uneingeleiteten Konditionalsatz (mit Anfangsstellung des Verbs) bezogen: wre daz, daz vnser gotshous fvrbaz iemen dar vmb ansprch, da sol er [...] vnsers gotshouses gewer sin UrkCorp(WMU) 1583,44. 2892,32 1.1.4 abgeblasst zur Partikel 1.1.4.1 am Satzanfang eine Antwort, Erluterung einleitend: des antwurt’ ir Hagene zer Burgonden lant. / er sprach: d het ir, vrouwe, betrebet uns den muot NibB 473,1; d sult ir zuo z’ir gn ebd. 547,1; ‘sich, wie weinest sus’ / ‘d sluoc mich Grgrius’ Greg 1300; diu frouwe bt ir lougen [...], daz sie unschuldic wre. / ern geloubte niht ir mre. / iedoch sprach si mit forhten siten / ‘d kom ein tr her zuo geriten: [...]’ Parz 133,16. 50,1; dn schœner lp war ist der komen? / sun, d hst mirn genomen Tr 3974 1.1.4.2 die Relativa in ihrer Funktion verstrkend (vgl. 2 5Mhd. Gr. S 115 u. 121): – nach relativ gebrauchtem Pers.-Pron.: n gt zvͦ ir iuncvroͮwen, ir d [die ihr] nie mit girde gekusten TrudHL 11,5. 11,19; lebendigez brot, du der chome von himele LambGeb 98,1; ir der furhtet [ qui timetis ] den herren, lobet in PsWindb 21,24. – nach relativ gebrauchtem Dem.-Pron.: got, du geschuofe allez daz ter ist [alles, was ist] ; / ane dih nist nieweht VEzzo 67; daz ime al daz wre undertn daz ter [welches] ime scolte dienen Gen 1850; Iw 7392; dir armin vant her genug, / die dir selide niht hattin Anno 36,7; in den buͦchen, die der heizzent cantica canticorum JPhys 2,44; [ diu vrouwe,] diu d Helena was genant WlGa 823; (Dem.-Pron. als Bezugswort und Relativum zugleich:) salic die der [diejenigen, die da] barmherze sint! Vateruns 123; ich enbinz niht der d triegen kan Parz 476,24 1.2 relativ ‘wo’ 1.2.1 mit Bezugswort im bergeordneten Satz, der dem Rel.-Satz vorausgeht oder folgt 1.2.1.1 auf eine Prp./Subst.-Gruppe bezogen: ir tten truogen s hin / ze mnster, d manz ambet tete / mit vollem almuosen und mit gebete Iw 1409; einen garzn si sande / hin ze Gwn, d der saz Parz 360,11; ich bin komen an die stat, / d got menschlchen trat Walth 15,5; die herlichen munze [der Seele] , da [in die] er iuch nach im selbem hat geprachet unde geschafen Konr(Sch) 171,20 1.2.1.2 auf ein Adv. bezogen: d (dem.), d (rel.) oder umgekehrt: nu stuont d, d der brunne vlz, / ein leboum Tr 14607. 17734; under der linden / an der heide, / d unser zweier bette was, / d mugent ir vinden / schne beide / gebrochen bluomen unde gras Walth 39,14. dar (dem.), d (rel.) oder umgekehrt: Arts poten [...] kmen dar d Gwn / [...] streit Parz 688,6; er ist vil wse, swer sich s wol versinnet, / daz er dient, d man sn dienst wol enpft, / und sich dar lt, d man sn gende ht MF:Mor 15: 1,7; d nieman stte vinden mac / dar was mir gch MF:Hartm 5:3,7. hin, d …: ich [...] reit zehant / hin, d ich mn niftel vant UvLFrd 19,21; g hin d vride s KLD:Scharfenb 2:3,5; ich [...] trage ez hin wider, d ichz d nan [= nam ] MF:Reinm 10: 3,8 1.2.2 ohne Bezugswort im bergeordneten Satz (das Adv. und Relativum fallen in eines zusammen): ‘dort, wo; dorthin, wo’ unz daz in zeinen stunden / slfende vunden / dr vrouwen d er lac Iw 3363; s lise ich bluomen, d rfe n lt Walth 39,10. si liefen, d si funden gesatelt manec marc NibB 34,1; des andern bendes gienc s dan / d s ir vrouwen eine vant Iw 2201; er fuorte in d er vant sn wp Parz 20,24; daz iu lne unser trehtn, / und helfet mir, d liute sn! Tr 7606. 7614; der truhsze [...] krte d diu maget reit Wig 3964 2 Konj. (vom relativen Gebrauch nicht immer scharf zu trennen) 2.1 temporal ‘als; nachdem’ herre, sie warn uf der vart / da wir von in shieden dan Rennew 4359; das half ime daz her genas, / Turnus der helt lussam, / das her in das schiff quam, / da her Pallam irsluc, / das in das schiff dannen truc En (FSch) 7743; wir suln hren, [...] w iz [Kreuz] funden wurde, d di ungetriwen juden den hren hort begraben heten und verborgen PrStPaul 104,12; vnd da wir die vorgenanten schideluͤte, alsus ir beider ansprache gehorten, do sazsen wir dar vͤber UrkCorp(WMU) 2930,10. – in der Datierung: diser priͤf ist gegeben, da uon Christes gewuͤrt sint gewesen tausent jar [...] UrkCorp (WMU) 2598,17. – auf eine Zeitangabe im bergeordneten Satz bezogen: der wirt der hiez d sideln vil manegen kenen man, / ze einen sunewenden, d sn sun wol riters namen gewan NibB 31,4; diu hhzt was gevallen an einen pfinxtac, / d der knec Etzel b Kriemhilde lac ebd. 1365,2; an dem eirsten tage, da howemandin craft an ging UrkCorp(WMU) 1653,36 2.2 konditional ‘wenn’ da si [die Steingei] f den bergen gt unt die lte in deme tale gesihet, so bechennet si wole, ob si iagire sint JPhys 14,4; sie [die Bsen] retten von der stten, / sam sie noch hte tten, / dr noch ein solchez mre / von einer kunegn wre EbvErf 1333; swelch burger den andern ertvellic machet oder [...] da ein burger den anderen vahet [...], die hant vnser hulde niht UrkCorp(WMU) 372,4 2.3 konzessiv: ‘obwohl’ swer [...] dienet einem bœsen man, d ez n ln belbet, / im wirt wol afterriuwe kunt, ob erz die lenge trbet MF:Sperv 1:6,6

d(r)/ da(r) abe Pron.-Adv., auch drab(e). Zu Gebrauch und Bedeutung vgl. → abe Prp. mit weiteren Belegen. 1 demonstrativ
1.1 lokal ‘davon (weg), herab, herunter; hinunter’
1.2 bertr. ‘davon, dadurch, deshalb’
2 relativ, lokal und bertr. ‘wovon, wodurch, worber’
1 demonstrativ 1.1 lokal ‘davon (weg), herab, herunter; hinunter’ die bsen er drabe [von der Burg herab] stiez VAlex 521; daz hs was im s nhen / daz si dar abe shen / den gast gewfent rten Wig 1969; er rebeizte drab [vom Pferd] Parz 540,25; manege storje er komen sach / f den hof und wider drab Wh 130,13; sn houbet neict er mit gelust / in grzer andht gein dem grabe, / mit riuwen siht er darabe LvRegFr 4880 1.2 bertr. ‘davon, dadurch, deshalb’ einen vullemunt er do worchte / den eren in so kurzen tagen, / daz man dar immer mach abe sagen GrRud γ 41; daz cruͦt gepulvert unde in di nasen getan, da nuset man abe Macer 43,9; auch weiz ich, daz dar abe [durch die Niederlage] / sie vurlurn ir habe Herb 3653; ouch sult ir im mren / an dem guote sne hab. / und erkomet niht darab Ottok 15900. – partitiv: er ist och gut dem, der daz starche viber hat, ob er dar abe [von dem Wein] trinchet PrllS 1,5 2 relativ, lokal und bertr. ‘wovon, wodurch, worber’ ir schif wurden gefuret / aber an die alden habe, / da sie gefaren waren abe Herb 16145; diu brucke d ber ein wazzer gie / dar abe die liute dort unde hie / der poestt al gemeine treip, / daz ir vil ltzel d beleip UvLFrd 173,18; der bitteriste strt, / d ich noch ie abe hrte gesagen VAlex 921; daz ich min lieb uirlorn habe, / da mir dit leit ist kuͦmin abe Athis A 64; dannoch vmbe nvne / geschach da dehein svne / noch der rede dehein teil, / da in abe queme heil Herb 7950; ir hchvart si bewrten / und ir rcheit dmit / nch dem tterischen sit, / darab [wovor] uns tiutschen eiset [graut] Ottok 7988

d(r)/ da(r) ane Adv. auch dran(e). Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehuft die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines prp. Ausdrucks mit ane und kann in alle Bezugsverhltnisse eintreten, die die Prp. ane ausdrckt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ ‘daran, darauf, dadurch’
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 einzelne Ausdrcke
1.1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.1.2 in Distanzstellung
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1 in Kontaktstellung
1.1.2.2 in Distanzstellung
1.2 vorausweisend
1.2.1 in Kontaktstellung
1.2.2 in Distanzstellung
2 relativ ‘woran’
1 demonstrativ ‘daran, darauf, dadurch’ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrcke 1.1.1.1 in Kontaktstellung: – lokal: so saltu di vrucht abe nemen mit gewarsamekeit, das keyn bruch doran si Pelzb 132,25; enkein wunde was s grz, / der daz obez drane bant, / siu enheilte zehant UvZLanz 3959; Tr 13285; Rol 3329; do er daz buͦch ersuͦchte, do vant er aller erest dar ane vmbe den hoͮbetsweren in dise wis Capsula 8; div heilige sele, div in den goͮten werchen lebet unde darane vunden wirt Spec 146,32. – direktional: do chomen si zeineme steine / dar gi Moyses alterseine / mit der gerte er dar ane sluͦc VMos 48,13. 5,9 u..; ein opfer sie bereite / von grozzer ziereite. / als man daz fur dar ane stach, / [...] sie enkvnden ez nie / er quicken noch enzvnden Herb 15812. – kausal/instrumental: ein obiz er ir bot, / dar an enphiench si den tot Hochz 971; koͮfet aber ein andere dv́ hofstat, der ist nv́t bvrger daran [dadurch] UrkCorp(WMU) 1797,32 1.1.1.2 in Distanzstellung: daz was berihtet als wol / als ein bette beste sol, / [...] d hiez s in sitzen an Iw 1216 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 in Kontaktstellung: – kausal/instrumental: swer im mit rede b stt, / daz er schaden drane gevt: / daz ziuh ich f die slde mn UvZLanz 1656; hilf, hilf, guot wp, l besehen, / ob du brechen maht / sorgen bant, mn vride hinket dran MF:Wolfr 9: 3,3. – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschrnkt ‘in Bezug darauf’ swaz so si im [Christus] taten, daz er [Pilatus] darane sculde nehate AvaLJ 145,4; ich dien f den gedingen, / daz ich durch dich belbe vr. / mag mir daran gelingen, / s stt mn gemete h SM:Tu 6: 7,3; daz die magit schone / schire zo dische quame / dar ane ne sumpmete sie nicht Roth 1818; Iw 2523 1.1.2.2 in Distanzstellung: fride sol man durch sie minnen, / wan d lt vil ren an KLD:UvL 7: 1,8; swen iuwer zunge unret, / d ist daz herze schuldec an Iw 197 1.2 vorausweisend 1.2.1 in Kontaktstellung: – korrelierend mit dem folgenden Satz: ich enzwiuele dar ane nit, / du bist deme kaisere uil liep Rol 1762; ich gedhte niuwan dar an, / ob ich vunde disen man, / wie slec ich danne wre Iw 5977. – korrelierend mit einem daʒ-Satz: Agomemnon dar ane streit, / daz Vlixes daz bilde hete Herb 16697; daz gebot ervulten wole die zwelfpoten darane, daz si got inneclichen minneten Spec 123,25. 117,15; Rol 4034; Iw 1798. 4814 1.2.2 in Distanzstellung: ichn hn d keinen zwvel an, / gewan ie wp durch lieben man / ttlchen herzesmerzen, / dern wre ouch in ir herzen Tr 1719 2 relativ ‘woran’ sne veze und sniu bein, / dar an sn schœne almeistic schein, / diu stuonden s ze prse wol, / als manz an manne prsen sol Tr 3342; ich riete unde tte, / swes s ich mich vershe, / dar an iu wol geschhe ebd. 14882 u..; der grunt, dar ane daz liget Eckh 5: 199,2; UrkCorp(WMU) 248,25

darbe stF. ‘Mangel’ swer geltes darbe het, der muͦst verpfenden / mit sicherheite leisten JTit 2256,3

darben swV. 1 ‘(etw./jmdn.) entbehren; etw. nicht haben, das man braucht, anstrebt oder das einem zusteht’
2 refl. ‘sich einer Sache enthalten, auf etw./jmdn. verzichten, etw. (ver)meiden’
1 ‘(etw./jmdn.) entbehren; etw. nicht haben, das man braucht, anstrebt oder das einem zusteht’ daz der darbet und mangel ht Wh 102,10; u.. – subst.: dise nement ouch alle ding von gotte glich, haben und darben, liep und leit Tauler 69,10; der nme als in darbenne als in habenne Eckh 5: 306,2 d man den ane sluoc / den s in ir bche truoc / diu maget [Maria] galt mit darben [Verlust] / daz ezzen, daz diu uncharge [Eva] / d z ze ir schaden Aneg 2929. – i.d.R. mit Gen.: s muost darben aller diser ren Gen 286. 504; Wh 374,26; Parz 150,8; ein veltphert, daz niht darbe / wz und swarzer varbe Ottok 20046; er sol sins bvrclehens dar vmb nit darben [verlustig gehen] SchwSp 219a. – textkritisch problematisch (mit Gen. oder abh. Satz): s muoz si darben [...] / des [Konjektur] daz si von mir erben sol KvWEngelh 3718. – vereinzelt mit Akk.: biz si grozen [...] zwivel gewan, daz si dez dagez gotez dinest und sine genade darben muste HlReg 66,30. – hierher oder verengt ‘hungern’? d wart ein grz hungir in jeme kuͦnigrche, und her begonde zuͦ darfine [coepit egere] EvBeh Luc 15,14 2 refl. ‘sich einer Sache enthalten, auf etw./jmdn. verzichten, etw. (ver)meiden’ ez was gewonlich in der alten e, swelh wib ein degenkint [einen Sohn] gebre, daz si sich darbete der kirchen vierzech tage Spec 33,26; mir ist liebere daz ich ersterbe den ich mich iuwer beider darbe Gen 1228; Lanc 8,12; swer der minne pflit [...] darbit sich manches sichtumes der im queme uon dem fleumate SalArz 24,31;

d(r)/ da(r) benidene Adv. in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. ‘darunter’ die suͦlin varin wonen ce Numegin ove da beniedene UrkCorp(WMU) 78,44

darbetage swM. ‘Tag der Entbehrung’ wi si in ungemache / hatte an allez widersagen / gebresten grozer darbedagen Elis 7516

d(r)/ da(r) b Pron.-Adv., meist d b, abgeschwcht auch derb. Zu Gebrauch und Bedeutung vgl. → b Prp. mit weiteren Belegen. 1 demonstrativ
1.1 lokal ‘dabei, dort in der Nhe, daneben, daran, darin’
1.2 selten direktional
1.3 modal, hinzufgend ‘(noch) dazu, auerdem, ferner’
1.4 instrumental ‘dadurch, mit Hilfe von’
2 relativ ‘woneben, wodurch, woran’
1 demonstrativ 1.1 lokal ‘dabei, dort in der Nhe, daneben, daran, darin’ zvene da bi [bei dem Feuer] stuͦnten VMos 56,20; sine gesellen hiz er beiten / da bi [in der Nhe der Stadt] in einer nahen Herb 1079; Lanc 88,29; waz dar inne vnde dar bie [um das Tote Meer herum] / wunders were zv comen, / da han ich hie alsus vernvmen: / da ist wunderes gewes [= gewis ] Herb 14256; Iw 770; Tr 2225; pi den selben vier wazzeren da ist pi gewurczet vnd gewachsen vil manich guͦte wuͤrcze Konr 17,31; sich die scharten dar b [am Schwert] / und merke danne, ob erz s Tr 10185. – mit weiterem Lokaladv.: eine kefsen Parzivl d vant: / ein gemlet sper derb d lent Parz 268,29 (vgl. 460,5 ); vrouwe, ich muoz von dem lande varn, / und ir hie derb [hier im Land] bestn / b mnen vriunden Tr 14037; daz unctio der geist si, / daz ist nahe beschreben do bi [ nahe do bi: gemeint die Stelle wenige Verse vorher] Brun 2261 1.2 selten direktional: da sie darby [zu dem Zelt] kamen, da sahen sie wo ein ritter da vor sa Lanc 363,7; 374,2; 613,28 u..; wen di glose kumpt darbi [zum Text] , / so vernemit ir daz ist gewisse / di warheit an der lugnisse Brun 785 1.3 modal, hinzufgend ‘(noch) dazu, auerdem, ferner’ wie tiure guot wille si, / daz sungen si sa der bi VEzzo 176; wurde mir dab [zu dem Gru noch] ein kus, / herzeklichez sorgen ich verlus SM:Ro 9: 2,8; nv wiste ich gerne da bi, / waz minnen siech were Herb 8620; RvEBarl 887. 7667; armte und amber was derb [an dem Wundpflaster als Teil davon] Wh 451,22; ir wengel und ir munt sint so rsenrt, / db lachet s so rechte zarte SM:Had 30: 2,10; waz scht der lieben daz si schœne ist unde d b ls? KLD:GvN 8: 5,4; SM:Had 11:3,8; ich bin vr, dab gemeit SM:WvK 6: 1,7; KLD:UvL 46:4,1. adversativ ‘aber, dennoch’ tochtere Jherusalem sundir hone / bin ich swarz und was do bi schone Brun 609; manger hande bluot / aber n der meie ht. / db hab ich sorge manigvalt SM:HvS 5: 1,3; KLD:UvL 5:2,6. 20:4,4; wirt, bisende uns wrste, / db schfn hirne SM:Had 18: 1,8. – ‘dabei, verbunden damit’ Alyse ir rede begunde, / s daz doch weinen was derb Wh 157,3; swie guot ein dinc s, / ist diu unmze derb, / ez enmac niht wesen guot WlGa 10174; sw ab der blic s schiere ergt, / d enist niht ganzer triuwe b Wig 4265. der mensche neme ine guote wse und blbe iemer d b Eckh 5: 286,8 (vgl. → b belben , → bbelblich ) 1.4 instrumental ‘dadurch, mit Hilfe von’ ein vackel wart f gebrant; / d b kosten [untersuchten] si ir vunt Wig 5498; dev [Taube] brahte ime [Noah] ein olezv / wole wisse er dabi / daz irgangen was dev nt VMos 13,10; maister er in nante, daz man in dabi bechante AvaLJ 132,6; Wig 8916. 2996; Mgeln 101,3; tuot im daz erkant / daz ein lewe mit mir s: / d erkennet er mich b Iw 5126; 5506; Wig 4258; PrBerthKl 2,41 2 relativ ‘woneben, wodurch, woran’ ich bringe sie im engeine / bi daz burc tor, / da bi min svn Hector / bestatet lit Herb 13498; brehende als ein kerzen lieht / d man des nahtes bi gesieht Wig 10379 daz [Laubhttenfest] wir loubvelle nennen, / da pei wir si [die Juden] erchennen GvJudenb 4022

d(r)/ da(r) binnen Adv. steht als Pron.-Adv. im Satz anstelle eines prp. Ausdrucks mit binnen. – lokal ‘dort drinnen’ daer bynnen [in der Stadt] woenden groet heer HvVServ 847. – temporal ‘whrenddessen, dabei’ daz er [...] einis kurzen slfis pflac / dbinnin dem einsidele rein / Christus unsir hrre irschein NvJer 21576; so tummen Israhelen! [ sic fatui filii Israel Dn 13,48] / richtet hie sundir sinne, / nicht merkende da binne / ob die rede in warheit / best die da wirt gebreit Daniel 7718

d(r)/ da(r) bobene Adv. steht als Pron.-Adv. im Satz anstelle eines prp. Ausdrucks mit bobene. ‘darber’ – lokal: in boven [d.i. enboben ‘oberhalb’] Numegin ensuͦlen si niemer kuͦmin. quemin si ever da boven, so ensal si vͦnse here van Kolne noch husen noch hoven UrkCorp(WMU) 78,45. – modal ‘darber hinaus’ vnd waz da boven [ber das Erbe hinaus] denne blibet, daz teilen sie al geliche UrkCorp(WMU) 2265,10

dar bringen V. dr 1.2.2, → bringen

darbunge stF. ‘Mangel’ want hirumme habe ouch ich uch gegeben [...] darbunge brotis in alle uwern steten Cranc Am 4,6; ThvASu 106,17; MarcoPolo 75,14

d(r)/ da(r) bʒen Adv. steht als lokales Pron.-Adv. im Satz anstelle eines prp. Ausdrucks mit bʒen. ‘auerhalb davon, auerhalb dessen’ slt ir ein den anderen tt ne sne schult binnen snen geweren oder dar bzen SSp(W) 3:91,1; do enkomet aber niemant in / wen die lutter gar von sunden sin. / [...] alle die [...] sich nicht wider irlichten, / also daz sie iz hir bichten, / [...] die muzen wesen da buzen / und muzen in der helle sin HeslApk 22378

d(r)/ da(r) durch Adv. auch der-, dor-, -dur, durg, durih/dureh; da- in Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines prp. Ausdrucks mit durch und kann in alle Bezugsverhltnisse eintreten, die die Prp. durch ausdrckt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ ‘da, dort durch’
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 einzelne Ausdrcke
1.1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.1.2 in Distanzstellung,
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1 kausal (?) oder zu 1.1.1.1.1
1.1.2.2 mit einem kausalen oder finalen Nebensatz korrelierend
2 relativ, einzelne Ausdrcke aufnehmend
2.1 in Kontaktstellung
2.1.1 direktional ‘durch den/die/das’
2.1.2 instrumental ‘wodurch’
2.2 in Distanzstellung
1 demonstrativ ‘da, dort durch’ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrcke 1.1.1.1 in Kontaktstellung: 1.1.1.1.1 direktional: – von einer Seite zur anderen, vollstndig hindurch (vgl. durch 2.1.1): er [der Harnisch] ist als ein hemde ringe, / mit deheiner slahte dinge / mac man in zebrechen / noch dar durch gestechen Wig 6087; backez harte. so stecke do durch einen spiz vnd legez zvͦ dem viuͤre BvgSp 27; min herre Gawan kam rytende in eynen walt. da er dardurch kam, er fant ein schn wiesen Lanc 194,17; mn herze sre / si mir durbrochen ht, / wan s da dur, diu hre, / so giwalteklche gt SM:Had 1: 5,3. – durch eine ffnung (vgl. durch 2.1.2): so suhchet siu [die Schlange] einen locherohten stein. unde sluffet dr dureh unde strifet de hd abo Phys 11,15; hie gienc ein venster durch die want: / d durch rahter die hant Iw 3304; Tr 11118. – entlang seitlicher Begrenzungen (Rinne, Gasse etc.): da [im Toten Meer] werdent zvelf strazen / da durch solt du si lazen VMos 46,10. – durch ein anderes Medium hindurch (vgl. durch 2.1.3): ie dar nach als daz glas ist, also schinet die svnne da dvrch PrBerthKl 6,129; swaz ir lp ht kleider an, / dar durch kan ich alle ir tugende spehen KLD:UvL 54: 1,4. – eine rumliche Erstreckung durchziehend, durchdringend (vgl. durch 2.1.4): b einer linden er d sach / ligen einen breiten stein, / [...] / striemen rt unde gel / giengen dar durch etesw Wig 1482; Lanc 465,24; Kartago Diu rche burch / mit gewalte reit er d durch VAlex 1186; daz geschach im doch von klrheit sner sle; d durch dranc diu minne von berunge der gotheit Eckh 1:407,9 1.1.1.1.2 kausal/instrumental: wolt ir haben n gedult, / s wil ich iu sagen noch eine schult, / durch waz wir sulen allentsamen / gerne heiligen gotes namen; / wir durfens ddurch allermeist Krllwitz 1003; sie waren [...] fro das sie yn [den Ritter] hetten, dann sie meynten, es were Lancelot und den krieg da durch [deshalb, damit] zuende bracht haben LancII 752,18 1.1.1.2 in Distanzstellung, direktional: die porte wurden zuo getn, / d s durch was gegangen Iw 1705; die lcken wren wt, / d si durh mohten brechen Wh 436,19; Parz 445,15 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 kausal (?) oder zu 1.1.1.1.1: f den helm er in sluoc / daz der wnige man / d durch ein wunden gewan Er 4437 1.1.2.2 mit einem kausalen oder finalen Nebensatz korrelierend: vnd do dvrch daz daz sie sin niht vorloukenen wolden so warn si in einen gluͦenden ofen geworfen PrLeys 111,23; daz ir dar durch her st komen daz ir mit mir strten welt PleierMel 8178 2 relativ, einzelne Ausdrcke aufnehmend 2.1 in Kontaktstellung: 2.1.1 direktional ‘durch den/die/das’ – von einer Seite zur anderen, vollstndig hindurch (vgl. durch 2.1.1): Abdirus was ein michel stat. / [...] d durh er varen solde SAlex 2210. – entlang seitlicher Begrenzungen (Rinne, Gasse etc.): die der akker gewaltich wrn [...], da dvrch der vorgenant wazzerflvz get UrkCorp (WMU) 3000,31; daz mir daz wazzer wrde, des enahte ich zemle niht, waz knnes diu rinne s, d durch ez mir wrde Eckh 5: 307,9 2.1.2 instrumental ‘wodurch’ [der Knig] wart, gebalsamt gar, / geleit in einen edeln stein / f eine sl, d durch er schein / vor der stat ber al daz her Wig 10725; ich sag uch furware das ich sitt solch hilff funden han dardurch unser wiedderparthy uberwunden sol werden LancII 278,12 2.2 in Distanzstellung: won er hieng ch aller an ainer hant. da ain nagel durch geschlagen wart PrWack 44,113; di rude bizechinit di maitheit, / da der godis sun dur von himile screith, / da he di menschit ane nam WildM 4,14

dare Adv. i.d.R. dar, seltener dare, vereinzelt dari und dara; bei der Bildung von Pron.-Advv. allomorph zu d in den Formen dar/dor und der/dir, vor Vokal auch dr- und d-. dar/dare steht gelegentlich fr lokales → dr/d, z.B.: hette sie die finster niet vertriben, / sie weren die nacht dare bliben Herb 9563. Direktionales Adv., vereinzelt temporal ( 1.1.1.3 , 1.2.2 ) und final ( 1.4 ); gelegentlich verstrkt durch al 1 demonstrativ ‘dorthin’ , ‘bis dahin’
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 den Ziel- bzw. Endpunkt einer Bewegung, eines Handelns oder Geschehens benennend
1.1.1.1 einen Ort aufnehmend, der durch ein einzelnes Satzglied ausgedrckt wurde
1.1.1.2 einen Ort aufnehmend, der sich durch eine beschriebene Situation oder die Gesamtsituation konstituiert
1.1.1.3 einen zeitlichen Endpunkt aufnehmend, der sich durch eine beschriebene Situation oder die Gesamtsituation konstituiert
1.1.2 die Richtung einer Handlung angebend (auch die mentale oder emotionale Hinwendung betonend)
1.1.2.1 die Hinwendung zu einer Person
1.1.2.2 die Richtung der Aufmerksamkeit, eines Wnschens oder Strebens angebend
1.2 auf dem Weg zum trennbaren Prfix den Zielpunkt vertretend
1.2.1 direktional
1.2.1.1 mit einer Perspektivumkehrung von wiederaufnehmendem ‘dorthin’ zu ‘herbei’
1.2.1.2 unter Abschwchung der Gerichtetheit im weitesten Sinne den ffentlichen Raum bezeichnend ‘vor -, hin-’ (im Belegmaterial keine bertragung zu ‘offen’ wie in nhd. darlegen )
1.2.1.3 unter der Perspektive des Fortgebens (ohne dass eine Zielperson oder eine Richtung benannt sind, vgl. 1.1.2.1 ) ‘hin-, fort-’
1.2.2 temporal, parallel zu 1.2.1.1 mit der Perspektivumkehrung von wiederaufnehmendem ‘bis dahin’ zu ‘bis auf den heutigen Tag’ in den Wendungen
1.3 korrelierend mit einem prp. Ausdruck, der das Ziel angibt
1.4 korrelierend mit einem abh. Satz, der das Ziel oder Ergebnis angibt
2 relativ ‘wohin’
2.1 mit Bezugswort im bergeordneten Satz
2.2 oft ohne Bezugswort im bergeordneten Satz
3 in paarigen Ausdrcken
3.1 mit dan , dannen
3.2 mit dar
3.3 mit hin
3.4 mit her
3.5 mit wider
1 demonstrativ ‘dorthin’, ‘bis dahin’ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 den Ziel- bzw. Endpunkt einer Bewegung, eines Handelns oder Geschehens benennend 1.1.1.1 einen Ort aufnehmend, der durch ein einzelnes Satzglied ausgedrckt wurde: do chomen si zeineme steine / dar gi Moyses alterseine VMos 48,12; diu genade ist daz paradise: / dar werdent alle di gewiset, / die daz umbe got verdienent Wahrh 16; ein fores stuont da nahen, / aldar begunde ich gahen Tannh 3,20; swar ir wellet, dar wil ich Tr 14001; f mnes herzen veste [...]. / s vertrbet al die geste, / die dar ladent mne sinne KLD:BvH 16: 3,5; Iw 2130 1.1.1.2 einen Ort aufnehmend, der sich durch eine beschriebene Situation oder die Gesamtsituation konstituiert: Menesteus [...] stach Odiniam, / daz er vf die erden quam. / des wart Paris gewar / vnd sluc einen phil dar Herb 5746; sie schrei so lute, daz dare / die lute alle quamen / vnde sie von den sorgen namen ebd. 18171; da wurde wol gesungen, / getanzet und gesprungen. / nu dar! nemet war, wa diu liebe springet Tannh 4,119. – bertr.: din tugend ob aln tugenden stan / so hoch, daz keine tugend dar gereichet SM:We 1a: 3,4 1.1.1.3 einen zeitlichen Endpunkt aufnehmend, der sich durch eine beschriebene Situation oder die Gesamtsituation konstituiert: ouch hete er snes lbes kraft / harte wol enthalten dar [bis dahin] Er 796; si enmohten noch enkunden / ir mit kreften niht gelegen / noch die arme als geregen / als si tten unze dar ebd. 890 1.1.2 die Richtung einer Handlung angebend (auch die mentale oder emotionale Hinwendung betonend) 1.1.2.1 die Hinwendung zu einer Person: er gnadit in vnde neic dare / vnde saz vf vnde reit Herb 1208; wer dich gesleht an dinen wangen, / den andern solt du ym dar gelangen EvStPaul 6747; daz [den Knochen] solt dnem hunde darwerfen PrBerth 1:91,9; ich nam niht wan einer war: / mn ougen blihten dike dar SM:HvS 3: 1,7; Tr 1101; ich tuon im werden dienst dar Parz 645,23. – mit dem Aspekt des Fortgebens (vgl. 1.2.1.3 ): schilt und sper reicht man im dar Wig 1875. 9003; Parz 150,13. Tristan der seze junge / hiez im [dem Boten] zu sner lpnar / zw marc goldes wegen dar HvFreibTr 1442; einen schilt hiez si dar strecken / und den mit rtem gold bedecken Orend 2195; do cronete man in mit golde / vnd leh ime ein lant dar Roth 4720; Teichn 236,74 1.1.2.2 die Richtung der Aufmerksamkeit, eines Wnschens oder Strebens angebend: so warte ich jmerlchen dar / unde stn verdcht als ein ellender man SM:Had 7: 4,5; fr mich der gedinge tuot, / den ich hn ze reinem guote: / mit versentem muote / ger ich dar und doch mit schœner zuht SM:KvL 19: 3,4; w, waz ich do trstes mich ze dir versach! / dar dient ich st, daz ich mn stte nie zerbrach SM:Te 5: 1,7 1.2 auf dem Weg zum trennbaren Prfix den Zielpunkt vertretend 1.2.1 direktional 1.2.1.1 mit einer Perspektivumkehrung von wiederaufnehmendem ‘dorthin’ zu ‘herbei’ des cleinœdes was ouch genuoc / des siu im vil hiez dar tragen UvZLanz 6501; do rief er eime knappen dare / vnd enblozzete im gare / sin leit vnde sine swere Herb 11251; Sfride und Kriemhilde wart beiden d geseit, / daz ritter dar komen wren NibB 740,2; VMos 47,30 1.2.1.2 unter Abschwchung der Gerichtetheit im weitesten Sinne den ffentlichen Raum bezeichnend ‘vor -, hin-’ (im Belegmaterial keine bertragung zu ‘offen’ wie in nhd. darlegen): hbeschlch / was alle sne rede gar; / rechte als der rsen wurfe dar, / sus bluoten in der stunde / die wort z snem munde HvFreibTr 1304; in Verbindung mit → setzen auch im Sinne einer allgem. Verbindlichkeit: so mac der capitel ein anderen dar setzen zu eime landescommendre StatDtOrd 101,5; iewedirz hat er dar gesezit, scilicet [nmlich] David: rehtin gedingin vnde got ze vvrhtin Spec 9,2 1.2.1.3 unter der Perspektive des Fortgebens (ohne dass eine Zielperson oder eine Richtung benannt sind, vgl. 1.1.2.1) ‘hin-, fort-’ – meist tendierend zu ‘(etw./sich) preisgeben, ausliefern’ Genelun sine truwe dare gab: / er geuuͦgte in ze handen / den helt Roͮlanden Rol 1983; Iw 7219; wer zeiget zu dem knechte, / in solchen truwen klar / der sinen hern †befechte / und geb sich selber dar Mgeln 356,4; ze pfande er gt sich selben dar Parz 609,20; s strahtent dar lip und muot, / dez wart verreret wit ir bluot ParzRapp 106,8; Whvst 15750. – hier wohl fachspr. oder umgangsspr. bedingtes verkrztes Sprechen ‘servieren’ schuͤz ez in einen ofen vnd laz ez backen. vnd gib in [den Fladen] dar also heiz BvgSp 86. 74a 1.2.2 temporal, parallel zu 1.2.1.1 mit der Perspektivumkehrung von wiederaufnehmendem ‘bis dahin’ zu ‘bis auf den heutigen Tag’ in den Wendungen: ~ bringen ‘etw. seit langem (bis heute) in Besitz haben’ (vgl. WMU 1,291 B1.2; 1,343 B4 und → hr mit bringen): wan der ertzpischolf [...] spricht, er hab ez drizzich iar in rehter gwer dar braht UrkCorp (WMU) 787,2; ir hvͤs ze Rinuelden, das ir was vnd dar hatte brach vur ir eͥgen hvͤs ane alle widersprache, vnd das si do lidich vnd leire [frei von Ansprchen und Auflagen] in ir hant hatte UrkCorp 540,43. 5 u..; hierher oder ‘mit in die Ehe bringen’ nach dem totleibe sol div frowe nemen ir morgengabe vnd allez daz dar zvͦ horet, daz varnde gvͦt heizet [...] div bette, div si dar brahte, bolster vnd kvssin, div si dar brahte SchwSp 17a. von alter ~ ‘von alters her (bis in die Gegenwart)’ diu [Secundille] het in ir rche / hart unlougenlche / von alter dar der liute vil / mit verkrtem antltzes zil: / si truogen vremdiu wilden ml Parz 519,7; wie es von alter dar komen were UrkBasel 4:138,42 (a. 1340) 1.3 korrelierend mit einem prp. Ausdruck, der das Ziel angibt: mner frouwen solt du singen in ir re dar SM:HvStr 1: 1,2; HvNstAp 11891; die wren zuo dem mle / alle dar ze hove komen Tr 6033; Rol 220; Tauler 57,21 1.4 korrelierend mit einem abh. Satz, der das Ziel oder Ergebnis angibt: er wirt gefuͦret alsam ein schaf, dar, da man in slehet Konr 10,61; sie zeigeten mit den fingern dar, / da sie sahen in die schar / ir man vnd ir amis Herb 6253. st diu fride ist gar dahin, / s wil ich gedenken dar, / der [derjenigen, der] ich eigenlche bin SM:St 12: 1,6. von Wzenecke her Dietmr, / mit gefuoge brhte schne dar [brachte es dazu] , / daz der herren etlich in / sanden gegen Beiern hin Ottok 2006 2 relativ ‘wohin’ 2.1 mit Bezugswort im bergeordneten Satz: daz ich vngefangen / kvmen bin [...] / von crichen, dar ich was gesant Herb 2073; den brachte Alexander / von vremidime lande / dar nie nichein cristin man / weder e noch sint ne quam Roth 4958; so mu ich anderswar dar mich gott gewiset Lanc 41,20 2.2 oft ohne Bezugswort im bergeordneten Satz: so vergizzit er dar er scolta MemMori 120; die boten du cherten, / dar man si lerte, / zu der cristin lande Rol 626; Tr 2417. 15281; daz ich mit triuwen allen mnen sin / bewendet hn, dar es mich dunket vil MF:Reinm 6a: 4,5 3 in paarigen Ausdrcken 3.1 mit dan, dannen: lieplch blicken von den wben dar und dan mit spilnden ougen KLD:GvN 3: 2,2; liez ich d daz ouge mn / tougenlchen an daz dn, / daz brhte ich unsanfte dan / unde lhte dar MF:Reinm 26: 4,10; Tr 882. 902. mn gewerbe ist anderswar, / ich g dannn oder dar MF:Reinm 60: 3,7 3.2 mit dar: daz mich mn gemete / dar noch dar, wan dar so strteclchen treit SM:UvS 24: 5,4; s sleht er danne z aller craft / dar unde dar und aber dar Tr 855 3.3 mit hin: als ein swn in einem sake / vert mn herze hin und dar SM:St 4: 4,2; dise zwifaltickeit / wiste in hin vnde dare Herb 11349 3.4 mit her: daz niemen chunde erlangen / die hœhe noch ergrnden nider / die wte fr unde wider, / die lenge her unde dar KvHeimHinv 881; nv horet, wie Cassandra sprach, / do sie die toten alle sach / ziehen dar vnd her Herb 6131; er treip ez her vnt dare / mit gelubede vnde mit bete, / daz sie sinen willen tete ebd. 17597; si vrgeten her oder dar, / daz er des alles antwurt bt Tr 2736 3.5 mit wider: si [Akk.] triben die tobenden nde / wlent f und wlent nider, / iezuo dar und ies wider Tr 2432

dre stN. Bed. unklar, wohl eine bermtige Handlung bezeichnend (vgl. dren und mglw. drheit ), also je nach der Deutung von dren ‘Tollheit, Tollkhnheit’, ‘Scherzen, Kokettieren’ oder ‘Vorstellung, Auffhrung, Possenspiel’ d zuhtes [da riss sie] von der wende / ein liehtscht, daz was swre. / hie gt ez an ein dre, / d wart lachen tiure BFrau 512

dre (?) Adj. md. dr (?). ‘passend, angemessen’ (vgl. undre Adj. und nd. dr Adj. ‘angemessen, wenn es die Umstnde erlauben’ in SSp(W) 1:63,2 mit Anm.z.St.): [ vrien ist ein passender Reim zu Marien ] : daz ‘vrien’, stunde iz anderswar, / daz were valsch und ist ganz dar, / wen [weil] sich da rimet der name HeslApk 1426

dren swV. auch taren, teren; Herkunft unklar (vgl. Schmeller, BWB 1,533). Bed. unklar: ein hrbares Verhalten (vgl. SHort 384 ), das mit singen und gleichermaen auch mit tanzen, springen und trten auftritt, also Aspekte von Bewegung oder Darstellung transportiert. Es gehrt in den Bereich der weltlichen Freuden und wird mit dem Verhalten von und zu Kindern assoziiert. ‘bermtig sein, scherzen, kokettieren, darstellen’ (?): so wil ich tragen hohen muͦt / und wil mit ogen schowen / [...] der welt wunneclichen schin, / smaken muscat, ngelin, / horen vogel singen, / taren, saitten clingen SHort 384; im [dem Jesuskind] zarten, singen, tren / soltu ze allen ziten ebd. 1596; daz kint kam frolichen springen, / terent und singen ebd. 2882; nim schœne iunchfrowa [...] und haiz die singen und springen und tanzon und treten und dron PrSchw 2,131; ir gumphelfuͦr si [Salome, mit dem Haupt des Tufers] began, / teren, singen aber als e / mit wilden sprngen sam ain re SHort 3101