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a – abe blâsen
abe bliuwen – abe dienen
abedienest – abe erbeiʒen
abe erbiten – abe erziugen
abe erzürnen – abegezogen
      abe erzürnen swV.
      abe etzen swV.
      abe ëʒʒen stV.
      abe formen swV.
      abe gân V.
      abeganc stM.
      abegëlt stN (M.?)
      abe gëlten stV.
      abegenc Adj.
      abegenge stN.
      abegengec, abegenc Adj.
      abe gerëhten swV.
      abegescheiden Part.-Adj.
      abegescheidenheit stF.
      abegescheidenlîche Adv.
      abegetroc stN.
      abegewelbe (?) stMN.
      abe gewinnen stV.
      abegezoc stMN.
      abegezogen Part.-Adj.
abegezogenheit – abe hëlfen
abe|hendec – abe klûben
abe klucken – abe legen
abelegunge – abelougenunge
abe machen – âbentganc
âbenthan – âbentsolt
âbentspil – abephendec
abe phlücken – aberhâke
abe rîben – abe|runs(e)
aber|wenken – abe schieʒen
abeschiht – abe sîgen
abe sîn, abe wësen – abe sprëchen
abe springen – abe strumpfen
abe stürzen – abe triefen
abe triegen – abe vâhen
abeval – abe vretzen
abe vrëʒʒen – abe welzen
abewendec – abewîsære
abe wischen – abezuc
abe zücken – âbrëchære
âbrëchen – achen
achilon – ackern
ackerrëht – adamantîn
adamas, adamant – adel|spar
adelsun – âderslahen
âderstôʒ – affenlich, effenlich
affenmuot – aften
aften|dës – afterklage
afterkome – afterreif
afterriuwe – afterwort
afterzal – âgëʒʒel
âgëʒʒele – ahlês
ahorn – ahtbæren
ahtbærgezît – âhteschaz
âhteschillinc – âhui
ahzec – alabadîn
alabandâ – alberîn
albern|ach – alene
alêne – alkar
alkofon – allergotesheiligentac
allerhalbe – allermannegelîch
allermannelîch – allerwochelîches
alles, alleʒ – almeine
almende – alpteil
alpuzzer – al|tagelich
altære, altâre, alter – alterkleit
alterlachen – altheit
althêrre – altvrenkisch
altvrouwe – alwëc
alwegent – ambahtære
ambahte – ambôʒ
ambra – âmer
âmer – amman|meister
ammannin – an-
â|name – anderheit
anderleie – anderweiden
anderwerbe – ane behaben
ane behalten – anebietunge
ane bilden – ane brieven
ane bringen – ane draben
ane dræhen – ane erkiesen
ane erkoufen – ane gâgern
ane gân – anegengelich
anegengen – anegevanc
anegevelle – anegrîfunge
ane grînen – ane harn
ane harpfen – ane hœnen
1ane hœren – ane kifeln
ane kivern – ane kroijieren
ane künten – aneleitrëht
aneleitunge – ane massen
ane mâʒen – aneneigec
ane neigen – ane reichen
anereichunge – aneruofunge, anerüefunge
anerûschunge – aneschouwede
aneschouwelich – ane seilen
ane senden – aneslac
ane slahen – ane spinnen
ane spirzen – ane stân
âne stân – ane strîten
ane stroufen – ane tragen
anetraht – anevanc
ane vangen, ane vengen – anevengunge
ane verdienen – ane vüegen
anevüerærinne – ane weigen
aneweigunge – ane wirken
anewirkunge – anezündære
ane zünden – anger2, enger
3anger – angestzil
ängstel – ankesmër
anlamin – antifener
Antipodes – antreite
antreiten – antvristen
antvristunge – 3antwurt
antwürtære – aphelrîs
aphelrôt – aprille
aprille, approlle – arbeitlich
arbeitman – arclist
arclistec – areweiʒwaʒʒer
areweiʒwisch – armbendec
armbouc – armgestelle
armgolt – armunge
armuot – arômâten
arômâtic – artec
artecheit – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – as
as – aschenglas
aschenhûfelîn – asen
âsen – ass(e)
assach – astronomierre
astronomus – atichblat
atichstein – auctoriteit
Augsburger – âvoy
âwasel – ay
âʒ – âʒ|zît

   abe erzürnen - abegezogen    


abe erzürnen swV. ‘etw. von jmdm. durch Zürnen erlangen’ irn megt im [Gott] ab erzürnen niht Parz 463,1 (vgl. erzürnen mit der Präp. abe ebd. 798,3 ); PrBerth 1:271,3; durch got und durch mîn êre / tæt ich, swaz ich tuon solde, / der mirz niht ab erzurnen wolde / mit hôchvart und mit drô Ottok 55130

abe etzen swV. ‘(vom Vieh) abfressen lassen’ und swer dem andern sein chorn dez nahtes ab etzzet und schaden dar antuͦt StRMünch 253,18

abe ëʒʒen stV. ‘(jmdm.) etw. wegfressen, -essen’. – von Tieren und Menschen: daz [Tier] æzze im abe sin gras StrKD 70,49; die cristenheit sie [die als Heuchler gedeuteten apokalyptischen Heuschrecken] benagen / und ezzen hir die grunekeit / gnuc ab, swaz ir die werlt treit HeslApk 14163; ich trage von gesten grozzen last; / si ezzent mir michel guͦt abe StrKD 161,11. – von Krankheiten: di sirie vnde muselsucht vnde andir ubil sichtum di di lit abeezzen SalArz 4,39. – spöttisch, bezogen auf den Fußkuss in der Wendung got die vüeze ~ , von Frömmlern (vgl. Röhrich 2, 494f. ): ‘sich, wie er gat, / der got die fuzze wil abe ezzen’ MinneR52 19

abe formen swV. ‘die Form von etw. nachbilden’ HvFritzlHl 125,4 (s.u. abe bilden)

abe gân V.    1 ‘abwärts, nach unten gehen’ [der Igel] stiget uf ein rebe, [...] / her abe er diu ber scuttet, so gat er abe, biz er dei ber ubir walget [sich über die Beeren wälzt] MillPhys 128,4; ‘jamer’, er [Jacob] sprach, ‘wie gern ich woͤlt / das ich zuͦ minem kinde [Joseph] soͤlt / ab gaͮn hin in der helle gaden!’ KvHelmsd 2223. 2920. 3531. – (von Gestirnen) ‘untergehen’ der stern der prinnenden kron ist undergangen oder abgangen KvMSph 35,27. 37,17. – (von Gewässern) ‘abfließen’ zẃschont dem Ruͤlichzbach, als der alt runs abe gat in die Brigen UrkCorp(WMU) 1434AB,20, ähnl. 271,19. 3266,21. – übertr. ‘(wirtschaftlich, gesellschaftlich) herunterkommen, absteigen’ ‘dirre man / wahset so sere an guͦte, an habe / das er uf gat und wir abe’ RvEWchr 5583    2 ‘weg-, fortgehen, sich entfernen’    2.1 ‘an Land gehen, von Bord eines Schiffes gehen’ Gunther mit sînen gesten gie von den schiffen abe NibB 586,2; nu man gelante in eine habe, / nu gie daz volc almeistic abe / durch banekîe ûz an daz lant Tr 11658; damit furens in dy hab / zu Constantinopel und giengen ab Hawich 4851. 5089    2.2 ‘abweichen, vom rechten Weg abgehen, abirren’ woldez [Vieh] ze der zesewen abe gen VMos 29,25; ir sult in den wec der heiden nicht abe gên und in di stete der Samaritânen în gêt nicht EvBeh Mt 10,5    2.3 ‘aus einer Zugehörigkeit, einem Wirkungskreis, einem Gremium ausscheiden (auch: durch Tod)’ des hat er vns borgen gesast, also, ob er einer abe ge, daz er einen anderen [...] wider sezze UrkCorp(WMU) 1000,4. 2787,28. 2466,13,14; wenne die fünf man jares abegaͧnt, so soͤllent di abegaͧnden fünfe den nuwen fünfen [...] disen brief befehlen 2DWB 1:295,27 (Straßb. Tucherzunft); mit/von tôde ~ : get aber der lantgraue abe mit tode UrkCorp(WMU) 599,14. 1126AB,28,30    2.4 verhüllend für ‘sterben’ [wenn jemand] sin dinc [Testament] setzet [...] di wile he bi guten sinnen ist [...], daz hat craft [...], ab he denne abeget StRFreiberg 56,23; geschehe och, [...] daz ir einer abegienge, so súllent die andern zwein meister, die da lebende blibent [...] einen andern kiesen [...] an dez stat, der da abegegangen ist UrkStraßb 5,1:40,30. 33 (a. 1334); dô kam den jungern in den sin, / ob Jesus abe gînge, / welcher danne enphînge undr in allen den gewalt, / der ir phlegêr wurde gezalt JvFrst 3003    2.5 (von der Früh- od. Fehlgeburt:) ‘ausgestoßen werden, abgehen’ er [stain] hilft den swangern frawen krefticleich, daz in diu purt iht abgê oder daz si iht nôt leiden mit dem gepern BdN 445,19. 42,8. 483,29    2.6 ‘sich ablösen, sich loslösen’ also daz ime [dem slangen] die alte hut zuͦmole abeget Tauler 95,10; varwe di do nicht abe get MarcoPolo 37,8; in einen bornenden ofen ich yn [den metale] dun / zu besehen waz dar an wolle abegaen Pilgerf 12284    2.7 (von Wegen) ‘abzweigen’ vnd sol der wec [...] an dem zvne abe gan UrkCorp(WMU) 532AB,20 u.ö.    3 ‘schwinden, zurückgehen; aufhören, zu Ende gehen; fehlen’, mit sachl. Subj. oder in unpersönl. Konstruktion    3.1 mit Subj.    3.1.1 ‘weniger werden, abnehmen, nachlassen, verfallen; verschwinden, verlorengehen’ sin richeit was wit unde breit / dú im do wuͦhs, und gie niht abe RvEWchr 4026. 8124; daz uns der lîp von siechtuom abe gât BuchdKg 12,8; da von der smertz im abe giͤng Minneb 5467; do Crist irstunt vome grabe, / do gienc sin vinsterkeit abe, / daz her begunde schinen, / den vremeden und den sinen, / und nam die cristenheit zu HeslApk 2176; abir unse meistere sprechin daz di vier element nicht abegêin, si bestein ewicliche an deme geseligiten libe unsis herrin Parad 60,7; und gebe ime got einen gantzen woren ker von den súnden zuͦ gonde [...] und der ker moͤhte so kreftecliche sin, alle pine und buͦsse ginge mit abe [verschwände zusammen mit den Sünden] Tauler 125,28; were oͮch [...] daz von hagel [...] von dem zehenden iht abgienge UrkCorp(WMU) 2249,36    3.1.2 ‘aufhören, zu Ende gehen’ swanne der winter abe ginc / und der sumer ane ginc SAlex 5247; das hie ein welt [Weltalter] ge abe / mit zal und al hie ende habe RvEWchr 31853; urleug gent abe [prelia cessant] HvHürnh 74,7; do gebot her das di gewonheit sulde abe gen und wandeln in eyne hubischir MarcoPolo 14,16    3.1.3 (von Verträgen, Vertragsbestimmungen u.ä.:) ‘ungültig, nichtig, aufgehoben werden’ (häufig, vgl. WMU) ob leiht [...] des edelen graven Albrest tohter [...] stvrbe vnd daz der heirat ab gieng UrkCorp(WMU) 470,25; oft vom Kauf: och verzigen sich die vorgenanten [...] wissentliche helfe vnd rates [...], da von der koͮf nv oder har nach moͤchte abegan oder in dekein weg zerslagen werden ebd. 2353,32; Gerichtstermin: vnd sol ouch der takch vmb deheiner hand sache niht ab gen [verschoben werden] ebd. 1312AB,20    3.1.4 ‘jmdm. abgerechnet, abgezogen werden’ an ieder marc sol vns abe gan ein vierteil korngeltes UrkCorp(WMU) 3360,43; weitere Belege s. WMU 1, 17b. daz er vns dev zwelf hvener ab liezze gen vnt daz wir im nver ein phvnt alle iar dienten UrkCorp(WMU) N561,4.    3.1.5 ‘jmdm. fehlen, mangeln (an etw.)’ mîn wille ist guot, und klage diu werc, / gêt mir an den iht abe Walth 100,23; davon wart er so riche / an varndem guͦte, an richir habe, / das im des gie vil weinig abe RvEWchr 6401; so beginnet er bergen und stelen / und sinen gwin verhelen, / swenne im gê daz ampt abe / daz er dennoch eigen gut habe StrKD 80,115; der lebte noch und was so kranck / das im abgieng der ganck HvNstAp 5134; in [den Auferstandenen] get nit abe, [...] / weder nagel oder har, / und waz den lip gezieret habe, / dez enget in nihts nit abe HvNstGZ 6202    3.2 unpersönl. ‘jmdm./einer Sache entsteht ein Verlust (an etw.)’. – mit Dat.d.P.: daz innere her / begunde swachen an der wer, / wan in gienc abe und jenen zuo: / die mêrten sich spât unde vruo Tr 5529; daz der vâlandes man / vil sêre vürhten began, / im solte von dem bluote / an crefte unde an muote / in kurzen zîten abe gân ebd. 16069; ie der lip me zunimt, / me danne im der notdurft zimt, / ie me get der sele abe / ane maht, an tugentlicher habe Vät 20729; waz frumt iz gote, bistu gerecht? / ist gut din leben unde sleht, / dor an get gote zu noch ab Hiob 8877. nu seht wies allen guoten dingen abe gê KLD:Rub 22:2,5; di wisheit merit sich wan man si teilit, beheldit man si aber, so geit ur abe Parad 87,32    4 ‘ jmdn./etw. verlassen, sich von jmdm./etw. abwenden’    4.1 mit Dat.d.P.: ‘jmdn. verlassen, sich von jmdm. distanzieren, jmdm. untreu werden’ waz undrostes hat din reiner lip [Maria] , / da du keme zu dem grabe / und dir die juͤngern gingen abe? HvNstGZ 3820; herr, dar umbe ist ir och vil, so sú dine vrúntschaft erwerbent und sú in lidenne beweret son werden, daz sú dir abe gant Seuse 236,24; sit vrowen maniger abe get, / swer noch in ir gebot stet, / der solde in vor in allen siͤn StrKD 30,123; swen der man ze vorsprechen nimet, der sol sîn vorspreche sîn umb allez daz er den tac ze schaffen hât, er werde im denne mit rehte benomen, oder ir einer dem andern niht abe wil gân SpdtL 168,8    4.2 mit Gen.d.S. – ‘sich von etw. abwenden, lossagen’ wande dv des [Götzendienst] abe bis gegan, / uon div so hat dich got getan / gesunt uon dinen siechtagen TrSilv 492; swer ez also vuget / daz er da [in der Beichte] dicke in [den Teufel] ruget / unde offenbaret sinen rat, / des heimlich er ab gat [dessen Gesellschaft verlässt, flieht er] Vät 16704; ich gewinne denn menig groz vermessenheit, der ich doch ab gan in gelazenheit Seuse 233,29. – ‘einen Besitz aufgeben’ zu swilcher wîs ers [sînes rechten gûtes] abe gêt umbetwungen, sô ist her der gewere gelôset mit rechte SSp(W) 2:24,2. – ‘von einer Vereinbarung oder Regelung abweichen, dagegen verstoßen’ und sweder únser [...] des urluges abe ge, / der werde sa des andern man RvEWh 10612; wan das er [David] wolte stete han / die suone unde des nicht abegan / des Abner mit sichirheit / mit im do hate uf geleit RvEWchr 27430; were, dc wir dirre sichereit vnt dirre gelubde abegiengen, wir soltin sin meineide vnt trv́welos UrkCorp(WMU) N5,40; und so er diser ordnung keiner ob tische weri ab gegangen, so gab er im selber buͦss dar úber Seuse 25,28. – ‘sich von einer Verpflichtung (durch Zahlung von Buße) lösen’ so muz he iu sin wort sprechen zu rechte oder muz is mit der buze abegehn StRFreiberg 203,13    5 ‘jmdm. etw. verwehren, verweigern, versagen; jmdm. gegenüber einer Verpflichtung nicht nachkommen, ein Versprechen nicht einhalten’, mit Dat.d.P. und Gen.d. S.: daz dû in sînen hulden stêst / und dienstes im niht abe gêst RvEBarl 7052. 12231 u.ö.; der kúnec und diu kúnegin, / [...] / warent gelieb under in zwain, / ir trúwe als unverwandelot schain / das ietweders dem andern nie / sines willen abe gie RvEWh 14254; RvEAlex 8818; min kunst gat mir des hie abe / daz ich iu nit kan gesagen / von Malfern, zu welhen tagen / er uf dem mer was swebende Rennew 26372; nym unnsrer veste [...] in dein gewalt [...] welcher dir dann abe ste [La. dir des abge ‘verweigert’] , / den wellen wir dir twingen / und in dein hulde pringen HvNstAp 10529

abeganc stM.    1 zu abe gân 2, ‘Weggang, Austritt’ (der Sonne aus einem Sternbild): die sunne in irem zugang und in irem abgang KvMSph 22,28 (vgl. die Entsprechung nach dem zuͤgang und der sunne hinegange Sphera 69,1 ). – ‘Abweichung’ zu dem grozzten abgange der sunne Sphera 75,7 (vgl. Glossar z.St. und der sunnen grozte abweichunge ebd. 71,9 )    2 zu abe gân 3, ‘Verminderung, Nachlassen’ daz ist daz himelrîche / [...] des kraft niht abeganges hât, / sîn gewalt ân ende stât RvEAlex 15581; so verges ich ir [Geliebte] doch nummer me. / mir geschech wol oder we, / so ist daran kein abgang MinneR36 117. – ‘Aufhören, Zuendegehen’ suez was ir [der Minne] anevang / dar nach swaͤr der abgang MinneR433 14. – ‘Fehlbetrag’ vnd schol mir ouch deheinen abganch noch deheinen gebresten nicht reiten [anrechnen] von den zollen UrkCorp 1057,11; abganch von den zollen ebd. 1057,12. 2021,16 (vgl. Regest!). – ‘Schwund’ üb man [bei der Münzprobe] archwenich vint da amme schillinge gebresten unde abeganges zwei gersten chorn RbBasel 8,10    3 zu abe gân 4, ‘Aufgabe, Verzicht’ so sol er in minnen minnewerg wúrcken, und das in eime abegange sin selbes Tauler 400,24

abegëlt stN (M.?) ‘als Schuldtilgung zu erbringende Leistung’ fur diu selbiu gult hab wir im geseczet [...] neun fuoder wein geltes [...] ze abgelt und ze ablosung ze drein jaren UrkSüdtirol 3,2:24 (a. 1314)

abe gëlten stV. ‘etw. von jmdm. durch eine Gegenleistung erwerben, jmdm. etw. abkaufen’ swelche abir vndir vns nicht bliben wollin, den sul wir gunen, daz sie ir gut vorkofin [...] oder sullins in abe geldin selbe UrkMeissen 1,266 (a. 1305). ‘etw. bezahlen’ vil pezzer und nutzer waͤr, / der sich machet schulden laͤr / und nur altag gilt ab / denn der altag grozzeu hab / nemen tuͤt auf sein phant Teichn 391,45

abegenc Adj. → abegengec

abegenge stN.    1 ‘Abweg, Verirrung’ die treit got lange umbe [verstößt sie nicht] [...] in ir abegenge sô er ir bezzerunge uerwarthet TrudHL 68,24    2 ‘Ende’, räuml.: das ort, / in dem der erde gelende / hat abegenge und ende RvEWchr 2641; zeitl.: an dem abegenge dirre werlde Spec 112,5. 142,31 (vgl. abeganc)    3 ‘Anfang’ (zeitl.): des nasten tages nach vnsers herren besneidunge von gotes geburte vber tausent zway hundert fuͤmf vnd nevtzkh iar an dem ab genge des sehsten UrkCorp N 748,6

abegengec, abegenc Adj. in der Wendung ~ werden ‘verloren gehen, abhanden kommen’ swenne mir ain vaz geswichet unde abegengic wirt Konr(Sch) 179,33, abegenc ebd. 216,8

abe gerëhten swV. ‘aufbrauchen, verzehren’ (?): dem patriarch was ger, / mit sînen vînden [von ihm Belagerten] ze strîten; / die wolden alles bîten, / unz der patriarch sîn hab / mit den gesten [seinen Verbündeten] gerehte ab Ottok 34379

abegescheiden Part.-Adj./Adv. zu abe scheiden stV. in myst. Texten ‘losgelöst vom Irdischen, Kreatürlichen (und hingewendet zu Gott)’ (vgl. abegescheidenheit stF.): des geistes, der abegescheiden stât Eckh 5: 410,7; sint senftmuͤtig und demuͤtig und abgescheiden Tauler 283,15; daz abegescheiden herze Eckh 5:430,2. 5:404,6 u.ö.; ein abegescheiden leben Tauler 330,8; Seuse 296,27; die tugent hâst dû lûterer und abegescheidener Eckh 2:46,4; Tauler 102,3; Seuse 245,9; minne in dem lûtersten, in dem abegescheidensten, in ir selber enist niht anders dan got Eckh 2:42,3

abegescheidenheit stF. ‘ Losgelöstsein von allem Irdisch-Kreatürlichen’, Zentralbegriff Eckharts (entfaltet im Traktat ‘Von a.’, Eckh 5:400-437) und der unter seinem Einfluss stehenden myst. Literatur: swenne ich predige, sô pflige ich ze sprechenne von abegescheidenheit und daz der mensche ledic werde sîn selbes und aller dinge Eckh 2:528,5; und dis heisset ein abgescheiden leben, dise abgescheidenheit von aller lust geistes und naturen inwendig und uswendig Tauler 330,8; etlich profeten haten bildrich vision [...] soͤlich bildrich vision werdent noh dike gotes heinlichen frúnden, etwen wachende, etwen schlafend, in stiller ruͦw und abgescheidenheit der ussren sinnen Seuse 183,11; [Thomas von Aquin] hate gar grôze libe zu ôtmutikeit und zu abegescheidenheit und was ein rechte innewoner sînis selbes HvFritzlHl 101,7

abegescheidenlîche Adv. in der Verbindung sich ~ halten (von etw./jmdm.) ‘die abegescheidenheit (von etw./jmdm.) wahren, darin beständig bleiben’ daz man sich als abegescheidenlîche halte von allem trôste und helfunge, als man tæte, sô man gegenwerticlîchen got enpfünde Eckh 5: 284,1; das ir úch súllent abgescheidenlichen halten von allem dem des Got nút ein wore sache enist Tauler 271,14 u.ö.; die tohter vie an, alle schedlich geselschaft ze miden und sich abgescheidenlich ze halten Seuse 138,19. 288,12

abegetroc stN. → abetroc stM.

abegewelbe (?) stMN. nichtwesen mac man zwir verstên, / sîn sin hât zweier hande lên. / eines walt iz in im selbe, / sam iz sî ein abgewelbe / des wesens und ein roubnus JvFrst 2608. Bedeutung und Ansatz unsicher, vielleicht als Neubildung abe|gevelle ( ‘Wegfall’?) zu ane|gevelle stN. zu lesen, vgl. Anm.z.St.

abe gewinnen stV. ‘etw. erlangen’ (durch Bemühung)    1 ‘etw. durch Ablösen von etw. erlangen’ die cimberen [den Ziemer] er abe gewan / von dem lide, an dem si was [beim Zerlegen eines Hirsches] Tr 2944    2 ‘etw. von jmdm. erlangen’    2.1 Besitz (einvernehmlich oder gewaltsam): is abir daz di vrowi des zu rati wirt mit urmi vormundi, daz su sogitan liepgidinge mit liebi din erbin abigiwinnit Mühlh 146,24; gezæme iu iht des ein man habe, gewinnet ez im abe nâch sînem willen, oder lâzet ez im BuchdKg 60,10; wie man in ir habe / mitt robe wolte gewinen abe GTroj 15786; die hat einen nachgebur der sie teglichen urlaget und ir ir gut abgewinnet Lanc 257,35; Iw 2608; UvZLanz 2899; StRAugsb 126,13    2.2 Erlaubnis, Gewährung eines Anliegens: mit bete gewinnet uns abe / daz wir der vrouwen hulde swern Greg 574; und gewinnet mit minnen / der küneginne ein urloup abe Iw 2886; [Marke] wânde im [Tristan] abe gewinnen, / [...] daz erz durch in lieze [mit Morolt zu kämpfen] Tr 6244    2.3 Wendungen. – jmdm. den sige, strît ~ ‘jmdn. im Kampf besiegen’ swer an dem vleische gesiget / [...] den tuveln abe gewinnet / den sig HeslApk 4894; das euch zu velde nie kain man / kainen streyt abgewan HvNstAp 3029. – jmdm. den lîp ~ ‘jmdm. das Leben nehmen’ swem er den lîp gewinnet abe, / den bestaten wir hie ze grabe UvZLanz 3843. 67; StrKD 4,278

abegezoc stMN. ‘Schaden’ daz sint dy dem menschen machen / hinderwert ab gezcoges vil [detractiones] / mit schimphe und mit afterspil / und mit manchem ungevelle Hiob 11529. – Vgl. gezoc stMN.

abegezogen Part.-Adj. ‘abstrakt’ und mag man niht gesprechen mit abgezogner red [oratione abstracta] : diu väterlichait ist diu sünlichait oder diu sünlichait ist die hailigaistlichait BdN 482,14