Wörterbuch
ABCDEF s.VG
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

a – abe blâsen
abe bliuwen – abe dienen
abedienest – abe erbeiʒen
abe erbiten – abe erziugen
abe erzürnen – abegezogen
abegezogenheit – abe hëlfen
abe|hendec – abe klûben
abe klucken – abe legen
abelegunge – abelougenunge
abe machen – âbentganc
âbenthan – âbentsolt
âbentspil – abephendec
abe phlücken – aberhâke
abe rîben – abe|runs(e)
aber|wenken – abe schieʒen
abeschiht – abe sîgen
abe sîn, abe wësen – abe sprëchen
abe springen – abe strumpfen
abe stürzen – abe triefen
abe triegen – abe vâhen
abeval – abe vretzen
abe vrëʒʒen – abe welzen
abewendec – abewîsære
abe wischen – abezuc
abe zücken – âbrëchære
âbrëchen – achen
achilon – ackern
ackerrëht – adamantîn
adamas, adamant – adel|spar
adelsun – âderslahen
âderstôʒ – affenlich, effenlich
affenmuot – aften
aften|dës – afterklage
afterkome – afterreif
afterriuwe – afterwort
afterzal – âgëʒʒel
âgëʒʒele – ahlês
ahorn – ahtbæren
ahtbærgezît – âhteschaz
âhteschillinc – âhui
ahzec – alabadîn
alabandâ – alberîn
albern|ach – alene
alêne – alkar
alkofon – allergotesheiligentac
allerhalbe – allermannegelîch
allermannelîch – allerwochelîches
alles, alleʒ – almeine
almende – alpteil
alpuzzer – al|tagelich
altære, altâre, alter – alterkleit
alterlachen – altheit
althêrre – altvrenkisch
altvrouwe – alwëc
alwegent – ambahtære
ambahte – ambôʒ
ambra – âmer
âmer – amman|meister
ammannin – an-
â|name – anderheit
anderleie – anderweiden
anderwerbe – ane behaben
ane behalten – anebietunge
ane bilden – ane brieven
ane bringen – ane draben
ane dræhen – ane erkiesen
ane erkoufen – ane gâgern
ane gân – anegengelich
anegengen – anegevanc
anegevelle – anegrîfunge
ane grînen – ane harn
ane harpfen – ane hœnen
1ane hœren – ane kifeln
ane kivern – ane kroijieren
ane künten – aneleitrëht
aneleitunge – ane massen
ane mâʒen – aneneigec
ane neigen – ane reichen
anereichunge – aneruofunge, anerüefunge
anerûschunge – aneschouwede
aneschouwelich – ane seilen
ane senden – aneslac
ane slahen – ane spinnen
ane spirzen – ane stân
âne stân – ane strîten
ane stroufen – ane tragen
anetraht – anevanc
ane vangen, ane vengen – anevengunge
ane verdienen – ane vüegen
anevüerærinne – ane weigen
aneweigunge – ane wirken
anewirkunge – anezündære
ane zünden – 2anger
3anger – angestzil
ängstel – ankesmër
anlamin – antifener
Antipodes – antreite
antreiten – antvristen
antvristunge – 3antwurt
antwürtære – apfelrîs
apfelrôt – aprille
aprille, approlle – arbeitlich
arbeitman – arclist
arclistec – areweiʒwaʒʒer
areweiʒwisch – armbendec
armbouc – armgestelle
armgolt – armunge
armuot – arômâten
arômâtic – artec
artecheit – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – as
as – aschenglas
aschenhûfelîn – asen
âsen – ass(e)
assach – astronomierre
astronomus – atichblat
atichstein – auctoriteit
Augsburger – âvoy
      Augsburger stM.
      augstein stM.
      aureole swF.
      aurôr F.
      auster M.
      austerlant stN.
      austerwint stM.
      austur Subst.
      avê Interj., Subst.
      avelen swV.
      âventiurære stM.
      âventiure stF.
      âventiuren swV.
      âventiurgelinge (?) swM.
      âventiurgeschiht (?) stF.
      âventiurlich Adj.
      aver Adv., Konj.
      avern, evern swV.
      averunge stF.
      âvoy Interj.
âwasel – ay
âʒ – âʒ|zît

   Augsburger - âvoy    


Augsburger stM. ‘Augsburger (Münze)‘ swer den andern wundet in diser stet frid, swenn der dem vogt und dem clager gebezzert, so sol er der stat ze bezzerung zwai pfunt auspurger geben StRAugsb 117,37; daz îe ain auspurger phenninch zewær [zwei] hallar wert sie UrkCorp(WMU) 2207,1

acstein stM. → agestein

agestein stM. auch aget-, ait-, aug-, acstein.    1 ‘Magnetstein‘ den Syrênen [...] die mit dem agesteine / die kiele ziehent ze sich Tr 8088. 8110; RvEWchr 1835; des herze het an sich gezogen / als ein acstein / diu hôchgeborne rein Ottok 18001; ein îsen [...] henket sich an den agestein Eckh 2:74,6; Tauler 81,23    2 ‘Bernstein‘ gagates haizet ain aitstain oder prennstain. den vint man in dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia, und ist zwairlai: swarz und liehtvar. iedoch ist der liehtvar zwairlai: ainer weiz, der ander gel. wenn man den stain reibt unz er erhitzt, sô zeucht er hälmel an sich BdN 447,10; von Britania augstein gel Minneb 2978; si ziuhet mich als tuot den halm der agetstein, / und als der magnes tuot von art den îsenzein KLD:RvB 4:15,9; an sich ziehen [...]als den halm tuot der acstein Ottok 22344    3 ‘Gagat, Pechkohle‘ (der als Schmuckstein verwendete Gagat galt als schwarze Varietät des Bernsteins, vgl. BdN oben unter 2 ; ein deutlicher Beleg für das Substantiv fehlt mhd., doch vgl. das Adj. agesteinîn und die folgenden Stellen, an denen nicht der Magnet gemeint sein kann und keine spezifische Eigenschaft des Bernsteins genannt ist: der eine was ein iaspis, / [...] der ander was ein agetstein; / sin glast harte schone schein. / der dritte was ein rubin Herb 9258; daz ander teil der mûre was / rôt, grüene als ein gras, / von marmelsteine gezieret, / mit golde geparrieret, / gelûtert als ein agstein Wig 7070; [...] vnd ain golt stainli vnd ain ack staine, dis vorgenant guͦt ist hern Wernher UrkCorp 866,12; der burg torhus waz beschurt / mit einem turn, hoch gemurt / von mermel und von augstein Minneb 119. – Vgl. Engelen, Edelsteine, S. 344-347

agetstein stM. → agestein

augstein stM. → agestein

aureole swF. ‘Gloriole‘ (übertr. auch himmlischer Lohn): wan das die predier und die bihter also betwungen sint von irme ambahte, also das si es nit moͤgent uͤben und si doch heligen willen habent, das ist nit ein hinderunge ir selekeit; es ist ein zierde ir aureolen Mechth 6: 14,13. – meist lat. flektiert: div megetlich kron / div da heizet aureola Martina 16,111; die doch tragent zelone / aureolam die svnder crone ebd. 234,46. 17,3; uf den [die Gott am meisten liebt] och sol erschinen, / hant si joch klain personlin, / aureola, daz kronelin, / das Got allain haut berait / libes, hertzen rainikait SHort 3366. 3438. 7366

aurôr F. ‘Morgenrot‘ (überwiegend lat. aurora, vgl. Salzer, Sinnbilder, S. 384ff.): [Maria,] du wunnentanz, du lieht aurôr, / du vollensüenerinne / du rôsenkranz, du fröiden kôr Sigeher M37

auster M. ‘Südwind‘ (überwiegend lat.): der dritte [Wind] heizit auster, wazzirwint, von dem mittem tage MNat 10,1; der vogel wirt niht sanges lût, / die wîl Auster und Borêas sich hebent unde blænt Wartb(S) 157,6; der êrst haizt der sudenwint oder der sudener, dar umb, daz er von sudem fleugt [...]. der wint haizt ze latein auster und ist fäuht und warm, dar umb ist er fruhtpær BdN 79,30. 169,5 u.ö.

austerlant stN. ‘Süden‘ (benannt nach dem Südwind): die kunigin vz Austerlanden [ regina austri ] / kumt zu gerihte auch vf erstanden / mit mannen der geburte hie / vnd vffentlich verdampmet sie EvStPaul 8056

austerwint stM. ‘Südwind‘ vnd wan der austerwint [ austrum flantem Lc 12,55 ] dan wewet, / ir sprechent: ‘sumer vf sich drewet.’ EvStPaul 8432; und wan ir seht den austirwint wêhinde, ir sprechit: wan iz wirt heiz, und iz geschît EvBeh Lc 12,55

austur Subst. ‘Jagdfalke‘ (aus afrz. ostour): do sint ouch vil austures, di vogil also genant, und di sint swarcz sam eyn rabin, di sint gar gut czu beysin MarcoPolo 63,1

avê Interj., Subst.    1 formelhafte Anrede, bezogen auf Maria (Lc 1,28): ave Maria, magt süverlich! / liljen ind rosen kleident dich MarlbRh 112,37; ave allir genaden vol / got ist mit dir daz weiz ich wol, / vor allen wiben bistu selich / Maria von gote kunde dir daz ich Brun 2205; die hœhsten [Engel] singent ‘âvê / Marîa, süeze gimme’ Georg 3942; avê Marjâ deist ein gruoz, / der tete uns maneger sorgen buoz Freid 12,13    2 ‘Ave Maria‘ als Gebet (vgl. LThK 1,1306f.): daz er ane underbreche / alle tage vru ir spreche / uf den knien hi oder da / siben Ave Maria MarLegPass 22,22; wie man das Ave Maria sol bevelhen únser vrowen Mechth 7: 20,1; ich so lange gedenke dar an, als man gesprechen mag Ave Maria ebd. 3: 21,91; ein vinsternisse, in dem wirt dir din geist recht verstoln licht eins halben Ave Marien lang Tauler 166,29    3 âve als Umkehrung des Namens Eva typologisch gedeutet als die Aufhebung des Sündenfalls durch die Empfängnis Jesu: nu diner Even geften namen / ker in ave, den lobesamen! / die ungetrosten grúesse, / den armen kumber búesse! / och ave tútet ane we SHort 10586; ave, die drie buͦchstaben / han von lip, sel geschaben / der mægde drier hand we ebd. 605. 612; Crist, / der uns von Even valle / hat erloͤst alle / mit sines gaistes wort ‘ave’ WhvÖst 14393; daz wort ûf erd zer magt sich lie; / den sun si von dem wort enpfie. / [...] / daz frühtic wort hiez âvê Georg 3870; Rennew 3535; KvWLd 1,31

avelen swV. ‘etw. bearbeiten (?)‘ (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 1,396): wan iweriu werch diu ne sin halt bezer unde durnahtiger denne anderre lute vil maneger, die dise werlt mit untriwen unde mit hochverte avelent Konr(Sch) 132,31

âventiurære stM. ‘Ritter, der auf der Suche nach âventiure umherzieht‘ ein âventiurære, / der ouch nâch âventiure reit Tr 9234; von Irlant der kúnec Alan / und Kaifer von Schotenlant, / die warent also us gesant / das si wolten pris bejagen. / die aventúrer hort ich sagen / das si des erwurben vil RvEWh 8800. – ironisch: er [der Knecht] sprach: ich bin ein aventúrer und bring die herren zesamen, daz sú hovieren, und da sticht man und turniert und dienet schoͤnen frowen Seuse 149,11

âventiure stF. meist im ritterlich-höfischen Kontext verwendet    1 (außergewöhnliches) Geschehen    1.1 unvorhersehbares Geschehen, das jmdm. unwillentlich widerfährt    1.1.1 ‘Geschick, Schicksal, (glückliche) Fügung, Glück, Zufall‘ dô er dô sîn âventiure / [...] von ende her betrahtete Tr 921; si hæten sich mitalle ergeben / an die vil armen stiure, / diu dâ heizet âventiure: / si liezen ez an die geschiht, / weder si genæsen oder niht ebd. 2422; swer mit im vehten sol, / der bedarf wol âventiure UvZLanz 3909; bon âventiure in het ernert Wh 109,4; guͦde aventure MorantGalie 4375; eme [dem Schiff] geueile schentliche euenture / ind brante sich selue [...] in Rynes grunt HagenChr 785; hât iuch âventiure gesant / nâch minne ûf rîterlîche tât Parz 510,10. – als Segens- und Grußformel: got gebe süeze âventiure / sô süezer crêatiure! Tr 3271; ‘gott gebe uch gut abenture, frauwe!’ sprach er. ‘gott muß uch lonen, herre’, sprach sie Lanc 325,10; Lancelot sprach das sie úmmer guten tag und gute abenture haben must ebd. 612,10. 349,11. – in präp. Wendungen: mit ~ ‘durch glückliche Umstände‘ sal Morant [...] ane hangen genesen, / dat sal mit aventuren wesen MorantGalie 2426; er [der Stein] ward auß dem paradeyse / pracht mit abentewre HvNstAp 13627. 3459; hett ich uch alsus nit funden mit abenturen Lanc 38,12. nâch ~ ‘auf gut Glück‘ der estrîch was gar sô sleif, / daz Gâwân kûme aldâ begreif / mit den fuozen stiure. / er gienc nâch âventiure Parz 566,30. ûf ~ ‘auf gut Glück, in der Hoffnung auf etw.‘ wan ich wil rîten hie bî / ûf âventiure vil vruo Tr 8713; also bin ich uch herre zu lande gevolget off abentur, ob ich uch finden mocht Lanc 425,6; ein vrowe man dar [an das Heiligengrab] kumen sach / uf ebenture und uf gemach [in der Hoffnung auf Genesung] PassIII 62,15. von ~ ‘zufällig, mit Glück‘ die da solde tot / sin, des her nicht enwas; / von aventure her genas, / der da liget inme hus GrRud Gb 34; in einem wilden berge ein hol, / daz hæter zeinen stunden / von âventiure vunden Tr 16686; von aventure daz geschach / daz sie uber rucke sach HvNstGZ 4063; Frl 7:21,2; KvWTroj 5289    1.1.2 ‘(einzelnes) Ereignis, Abenteuer‘ da geschah des dritten nachtes ein abenture das sie fingen in eim loch von dem thorn eyn úllen, wann andere vogel waren da nicht Lanc 9,15; ein goͤtlich kúnftig aventúre, dú im kúrzeklich von got werden soͤlte Seuse 48,26. – ‘besondere, wunderliche Sache; Wunder‘ (vgl. 3): gar âventiure ist al diz lant [über das der Zauberer Klingsor herrscht] Parz 548,10; diz [Farbenspiel im Fell des Hundes] dûhtin âventiure Tr 15874; ‘ich hân an disen stunden / schœne âventiure vunden.’ / ‘sag an, waz âventiure?’ / ‘eine minnen fossiure.’ ebd. 17462; ich quam geriten in ein lant / ûf einer blâwen gense, dâ ich âventiure vant: / [...] ein hase zwêne winde zôch, / ein ber jagt einen valken RvZw 159,2; Frl 14:1,4; HBirne 340. – metonymisch einen gegenständlichen Beleg für ein Geschehen bezeichnend: der brâht âventiure: / ein bluotic sper zebrochen Wig 9812; do begund diu küniginne schouwen unde ouch spehen, / ob si iht âventiure [einen Hinweis auf das Geschick des Kindes] an dem kinde möhte gesehen. / si vant im zwischen schultern ein rôtez kriuzelîn: / dâ bî si dâ erkante ir liebez kindelîn WolfdB 140,2    1.2 (risikoreiches) Unternehmen, dem sich jmd. willentlich aussetzt, ‘ritterliche Aufgabe, Herausforderung, Bewährungsprobe, Abenteuer‘ nû wil ich iuch wizzen lân / wie diu âventiure ist getân, / [...] sist Joie de la curt genant Er 7999; wir han ein abentur in dißem closter, der die zu ende bringen mocht, er solt die gefangen erlösen Lanc 615,9; welt ir mîn âventiure nemen? UvZLanz 4457; wann er ritter were, so wúst sie wol das er wurd nach abenturen ryten von land zu lande Lanc 95,13; er reit zwen tag on abentur zu finden ebd. 592,22; lâz uns jungen [uns junge Leute] âventiure schowen! SM:UvS 22: 6,6; mitt richer cost er dare zogtt / uff auffentüre und durch stritt GTroj 8293; Iw 631; RvEBarl 16108. – vereinfachte, auf den Kampf reduzierte Definition: dô sprach der ungehiure / ‘âventiure? waz ist daz?’ / ‘daz wil ich dir bescheiden baz. / nû sich wie ich gewâfent bin: / ich heize ein riter und hân den sin / daz ich suochende rîte / einen man der mit mir strîte’ Iw 527; wer nu abentewr gert, / es sey zu sper oder zu schwert, / der wirt hie pestanden / von den zehen weyganden HvNstAp 18493. – auf Abstrakta bezogen ‘Suchen, Streben nach etw., Erlangung von etw.‘ iegeslîcher vaste unwendic / gâhte gein dem viure. / durh manheit âventiure Wh 239,18; dur lobes âventiure / huop sich ein vesperîe grôz KvWTurn 132; Ihesus uf die warte kan / mit kampfes [gegen den Teufel] aventúre WernhMl 6839    2 Wiedergabe eines Geschehens (in mündlicher oder schriftlicher Form)    2.1 ‘Geschichte, Bericht, Erzählung‘ diße vier [Schreiber] schrieben die abentur in des konig Artus hof Lanc 482,8; nu hœrt dirre âventiure site. / diu lât iuch wizzen beide / von liebe und von leide Parz 3,28; nu wil ich aber wider komen / an der aventure stam [zur Haupthandlung] RvEWh 10429. 130; daz si niht fremder mære / und âventiure enruochten, / wan si gerihte suochten / vil gerner danne wunder KvWSchwanr 339; ich muͦz von geschihten / ein aventuͤr getihten WhvÖst 171; Tr 4627; Herb 7302    2.2 ‘Erzählabschnitt, Kapitel‘ diz buoch alhie geteilet hât / in maneg âventiure sich RvEAlex 12913; diu ander âventiure [das 2. Buch] ebd. 8006; daz ist diu âventiure dâ Ortnît inne starp OrtnAW 575,4. – als (Teil der) Überschrift eines Erzählabschnittes, Kapitels: âventiure von den Nibelungen NibC 1,Überschrift; ii. aventiure, wie Hagene von dem grîfen wart hin gefüeret Kudr 67,Überschrift; OrtnAW 70,Überschrift    2.3 ‘Quelle, Vorlage (einer Erzählung), Gewährsmann‘ nu tuot uns aber Thômas gewis, / derz an den âventiuren las Tr 329; mich enhabe diu âventiure betrogen Wh 275,6; uns zalt diu âventiure daz, / ez gevæhten nie zwên rîter baz UvZLanz 5307; und hatten grosse hohgezit, / als úns hie urkúnde git / diu aventure der mare RvEWh 14561; si drungen her als ain sturm. / als uns die abentewr saget HvNstAp 7475; Ottok 1656    3 personif. vrou Âventiure: fiktive Gesprächspartnerin des Erzählers, die als personif. Handlung scheinbar über das Schicksal der Helden bestimmt: jâ sît irz, frou aventiure? Parz 433,7; so rat ich [der Erzähler] , helfen ime [dem Helden] genesen, / vro Aventúre, ich und ir! RvEWh 12213. 2169; Rennew 18922; JTit 607,1; WhvÖst 889. – umherziehende göttliche Beobachterin menschlichen Verhaltens (ausführlich beschrieben bei Suchenw ): es ist ein stolze maget her / und vraw Abentewr genant Suchenw 25,159; JTit 3205,3    4 Einzelnes (Außergewöhnliches, jedoch im Gegensatz zu 1.1.2 kein Geschehen bezeichnend)    4.1 ‘Eigenschaft, Eigenheit‘ swer in den cranken messinc / verwurket edeln rubîn / und al die âventiure sîn Parz 3,18; her Clinsor an den luft gesaz, / [...] der sterren louf er da gesach. / [...] er nam ir aventure war Elis 244; WhvÖst 3940    4.2 ‘Kenntnis, Fertigkeit‘ Schŷron, der hôher künste wielt, / lêrt in [Achilles] vil âventiure KvWTroj 6321    4.3 ‘Wertgegenstand, Schmuckarbeit‘ mit gewande, [...] mit ebentiure, mit tüechelehen, mit gelwen gebende PrBerth 1:54,3. – Lit.: K.-P. Wegera, mich enhabe die âventiure betrogen, in: Fs. Reichmann, Tübingen 2002, S. 229-244

âventiuren swV.    1 tr.    1.1 ‘etw. (in einer âventiure) wagen, aufs Spiel setzen‘ er abentúrt lib und ere und wert sich sere mit der macht die er hette Lanc 330,22; er [Tristan] wil nâch âventiure varn, / sîne jugent die gehiuren / die wil er âventiuren HvFreibTr 1452; der laster en mach mir neit gescheyn, / id en sal ouch neman wesen leyff, / dat ich engaen eynen verbannen deyff / myn hals soulde ouenturen Karlmeinet 392,17    1.2 ‘etw. auf wunderbare Weise vollbringen‘ er [Gott] worchte ein spehez spiegelvaz [gemeint: der Leib der jungfräulichen Mutter] . / als erz volbrachte, san er mitten dinne saz / und aventiurte meisterschaft von vremder craft Frl 1:14,22    2 intr.: ‘âventiure suchen, wagen, auf sich nehmen, bestehen‘ diser der sich vaigt / mit der flucht, [...] wann er ebentewren wil / mit pidern lauͤten fuͤr daz zil, / so spricht man: ‘sweigt und lat der van! / ir seit ein trewloser man.’ Teichn 369,49; und do er [Ryal] durch die schoͤnen / wunneclichen wisen drabt, / an der selben stat do habt / sich an sin aventuͤren WhvÖst 3135. – ironisch: welt ir aber sein verlegen / und ebentewrn datz [ da ze ] dem wein [‘Heldentaten’ beim Wein vollbringen] Teichn 307,21    3 refl.: ‘sich in Gefahr begeben, sich (in einer âventiure) bemühen, abmühen‘ die off dem thorn lagen und wunderten sich allesampt wer der sin mocht der sich off der bruck [Schwertbrücke] so sere abenturet Lanc 629,14    4 unpersönl., refl.: ‘eine neue Wendung (in der Erzählung), eine âventiure steht bevor‘ sîn [Parzivals] scheiden dan daz riwet mich. / alrêrst nu âventiurt ez sich Parz 249,4; mich dunket an den mæren, iz well sich aventuͤren JTit 2450,1    5 Einzelnes: mich hât geâventiuret [zum Dichten angeregt (?)] / sîn getât der lêre an im, / daz ich von sînen werken nim / die lêre die ich lêre hie RvEGer 52

âventiurgelinge (?) swM. ‘Gelingen durch Zufall‘ uf aventur gelingen [auf gut Glück] / [...] / rait er under ainen hag [um einen Weg zu suchen, den Brief zu überbringen] WhvÖst 6790

âventiurgeschiht (?) stF. er [Ryal] sprach: sit aventuͤr geschiht [der Lauf der Ereignisse] / mich hat getragen her zu iu, / so lazze ich mich an iwer triu / und auch an iwer sicherhait WhvÖst 3806

âventiurlich Adj.    1 ‘ritterlich, kühn‘ das Lancelot der beste ritter were der in der welt lebte und der abenturlichst Lanc 297,21. 182,24; er forcht das im ieman sin lant angewúnne mit abenturlichen dingen [im Zuge von Aventüren] ebd. 304,25; swaz der welt wirt gesait / abentuͤrlicher werdekait, / daz geschiht durch daz / daz die luͤte dester baz / wizzen waz si wirde WhvÖst 11608    2 ‘wundersam, absonderlich, ausgefallen‘ [Galaad] der alle die abentúr zu ende bracht von dem abenturlichen konigrich [von Logres, dem Land der Aventüren] Lanc 29,6; doch kuͤndet hie min zunge / vil aventuͤrlich sage: / [...] / vil der wilden mære / wie daz kindel [Helmfigur] wære WhvÖst 3929    3 ‘zufällig‘ (vgl. âventiurgeschiht): von aventürlicher geschicht [durch Zufall] / waz Paris komen in den tan GTroj 13172

aver Adv., Konj. aber

avern, evern swV. ‘etw. erneuern‘ (vgl. aber Adv., Konj. 1.1): die tugenthaften, die ire magituͦm an ire [Maria] wellent wider averen mit der nâchbildunge chûskes lebennes TrudHL 100,3; graben unde mûre / wart duo wol gaverôt, / alsô iz der edel kunich gebôt Kchr 7434. 7224; [sie] brechent die suene und aevrent die alten viantschafft mit scheltworten StRAugsb 123,21. – ‘etw. wiederholen, neu aufgreifen‘ di salm suln vnze an svntag zeden selben ziten geaberet werden [ repetantur ] BrAdm 18; BrAsb 18; die ir suͤnd weinent und chlagent und si doch ævernt, den drot unser herre PrOberalt 126,18; Spec 111,11 u.ö.; darvmb ich es bliben la, / wann ich da vor anderswa / han gesagt von vil ritterschaft. / des het min kunst klein krafft, / ob ich es aber avert nuͦ Krone 22246; vnd han gisworn vf den heiligon die vorginanden ansprache, recht vnd vordirv́nge niemer mere zi everren UrkCorp(WMU) 2553,28

averunge stF. ‘Wiederholung‘ wan hivte erschinen ist der tak ainer niwen vrlosvnge, der tak ainer alten avervnge, der ewigen sælichait Spec 22,2; daz dû [Maria] mir die sinne erwerbest, daz ich mîn sünde beweine / und äverunge werd gevrît Loheng 7668

âvoy Interj. Ausdruck des Staunens und der Bewunderung (vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 43ff.): âvoy nu siht man sehse gên / in wæte die man tiure galt Parz 235,8; âvoy wie manegen rîter kluoc / der künec Marlanz brâhte! Wh 394,6; âvoy, wie stolzlîch si reit! Wig 9275; avoý! nu kumet er aber hie RvEWh 6464