Wrterbuch
ABCDEF s.VG
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a – abe blsen
abe bliuwen – abe dienen
abedienest – abe erbeiʒen
abe erbiten – abe erziugen
abe erzrnen – abegezogen
abegezogenheit – abe hlfen
abe|hendec – abe klben
abe klucken – abe legen
abelegunge – abelougenunge
abe machen – bentganc
benthan – bentsolt
bentspil – abephendec
abe phlcken – aberhke
abe rben – abe|runs(e)
aber|wenken – abe schieʒen
abeschiht – abe sgen
abe sn, abe wsen – abe sprchen
abe springen – abe strumpfen
abe strzen – abe triefen
abe triegen – abe vhen
abeval – abe vretzen
abe vrʒʒen – abe welzen
abewendec – abewsre
abe wischen – abezuc
abe zcken – brchre
brchen – achen
achilon – ackern
ackerrht – adamantn
adamas, adamant – adel|spar
adelsun – derslahen
derstʒ – affenlich, effenlich
affenmuot – aften
aften|ds – afterklage
afterkome – afterreif
afterriuwe – afterwort
afterzal – gʒʒel
gʒʒele – ahls
ahorn – ahtbren
ahtbrgezt – hteschaz
hteschillinc – hui
ahzec – alabadn
alaband – albern
albern|ach – alene
alne – alkar
alkofon – allergotesheiligentac
allerhalbe – allermannegelch
allermannelch – allerwochelches
alles, alleʒ – almeine
almende – alpteil
alpuzzer – al|tagelich
altre, altre, alter – alterkleit
alterlachen – altheit
althrre – altvrenkisch
altvrouwe – alwc
alwegent – ambahtre
ambahte – ambʒ
ambra – mer
mer – amman|meister
ammannin – an-
|name – anderheit
anderleie – anderweiden
anderwerbe – ane behaben
ane behalten – anebietunge
ane bilden – ane brieven
ane bringen – ane draben
ane drhen – ane erkiesen
ane erkoufen – ane ggern
ane gn – anegengelich
anegengen – anegevanc
anegevelle – anegrfunge
ane grnen – ane harn
ane harpfen – ane hnen
1ane hren – ane kifeln
ane kivern – ane kroijieren
ane knten – aneleitrht
aneleitunge – ane massen
ane mʒen – aneneigec
ane neigen – ane reichen
anereichunge – aneruofunge, anerefunge
anerschunge – aneschouwede
aneschouwelich – ane seilen
ane senden – aneslac
ane slahen – ane spinnen
ane spirzen – ane stn
ne stn – ane strten
ane stroufen – ane tragen
anetraht – anevanc
ane vangen, ane vengen – anevengunge
ane verdienen – ane vegen
aneverrinne – ane weigen
aneweigunge – ane wirken
anewirkunge – anezndre
ane znden – 2anger
3anger – angestzil
ngstel – ankesmr
anlamin – antifener
Antipodes – antreite
antreiten – antvristen
antvristunge – 3antwurt
antwrtre – apfelrs
apfelrt – aprille
aprille, approlle – arbeitlich
      aprille, approlle M.
      aquiln swM.
      ar stM. (?)
      ar stN.
      ar swM.
      r Konj.
      arbesch Adj.
      Arbe F.
      arbn Adj.
      Arbois stM.
      Arboisinne stF.
      arans Subst.
      aranser Subst. (Pl.)
      rant stM., erende stN.
      aravis (?) stM.
      arbeit stF.
      arbeitre stM.
      arbeiten swV.
      arbeiths stN.
      arbeitlich Adj., Adv.
arbeitman – arclist
arclistec – areweiʒwaʒʒer
areweiʒwisch – armbendec
armbouc – armgestelle
armgolt – armunge
armuot – armten
armtic – artec
artecheit – arzten, arzeden
arztn – as
as – aschenglas
aschenhfeln – asen
sen – ass(e)
assach – astronomierre
astronomus – atichblat
atichstein – auctoriteit
Augsburger – voy
wasel – ay
ʒ – ʒ|zt

   aprille, approlle - arbeitlich    


aberlle, aberll swstM. auch abrelle, abrll(e), april(le) ( HvNstGZ 328; JvFrst 173 ), eppurlis. – ‘April‘ in dem aberellen / s die bluomen springen MF:Veld 14:1,1; do der winter ende nam / und der aberelle kam RvEWh 10484; an dem erstin dage des eppurlis UrkCorp 882,34; an dem achtoden tage abrellen ebd. 2678,35; Zozima, meinen leichnam begrab, und in dem abrll gehugd mein hab [...]! Mrt 5414; s die liute vr / sint von der lieben sumerzt / und diu heide grene lt, / ze z gndem aberellen UvZLanz 8787. – in Vergleichen: do er si sich sam abrellen sach treplichen stellen SHort 2669; sie ist ain als unstette dyern als das wetter inn dem aperell Teichn 705,15; alse abrillen weter vert ir wille, daz nie windes prt als swinde enwart, / under wlen seze in senfter stille, / schiere wider an ir irrevart KLD:UvL 22: 5,1. – als nicht assimiliertes Fremdwort: do nante Romulus den anderen manden aprilem. den namen gab er im von dem worte aperire. wan in der zit so tuont sich uf dez ertriches unde der boume pori MNat 15,35; in dem mnt adar, daz ist aprilis der nhst vor dem maien BdN 187,3

abrelle, abrulle M. → aberlle

aprille, approlle M. → aberlle

aquiln swM. 1 ‘Nordwind‘ Altissimus [Gott] Luciferen mahte von vier winden: / er gap im Aquilnen art Wartb Rs 27,7. – i.d.R. in der lat. Form: daz er kel ist sam der nordenwint, der ze latein aquilo haizt BdN 466,29. 80,2; Seuse 451,15; KvMSph 21,29. – Nebenwind des Nordwindes: als aber die zwne [Auster und Boreas, Sd- und Nordwind] ir berschalles werdent n getn [...], als Aquiln wirt z verln, / und mit dem Zephirus, daz reine, seze wirt diu zt Wartb(S) 157,11 2 bertr. ‘Norden‘ drie was der porten [...]: / di eine gen den orten der werlt, die man da heizet meridjane, / diu ander het uz vart gen occidente, / diu dritte gen aquilone JTit 386,4

ar stM. (?) → ere Subst.

ar stN. eher

ar swM. , arn stM. (st. vgl. HvFritzlHl , HeslApk und Herb ) groer Greifvogel, i.d.R. ‘Adler‘ (vgl. auch adelar): 1 konkret: s het ain gans allzeit und rekt den hals auf, daz der rauber, der ar, iht km. diu gans erkent wol den arn vor dem geirn BdN 169,1; der uogele di nu wan vleisch ezzen vnde daz rouben, also sperwer vnde hebeche, valkin vnde arn SalArz 39,17. – in bildlicher Darstellung als Wappentier und Hoheitszeichen: ain guldinen aren / furt er an deme schilte Rol 4220; ein rter strich mit wzen arn / in golde zierte snen schilt KvWTurn 940; der helm was liehter dann ein glas. / ich sag iu, waz dar f was: / ein ar von gold dar ob swebt EnikWchr 16043; Eracl 5007; uf der lantzen flog ain ar [als Bannerzeichen] Whvst 14691; er sach andrnthalb den arn / von eme scafte wedln Athis B 80; vf die couerture, / riche vnd ture, / phellil vnde cindat, / arne, lewen dar in genat / vnde ander zeichen Herb 4442; Athis B 27 2 meist in Vergleichen, Metaphern und allegorischen Auslegungen, welche die zahlreichen positiven Eigenschaften aufnehmen, die dem Adler zugeschrieben werden 2.1 als Symbol des Evangelisten Johannes: durch daz dutet her [Johannes] den arn, / wen der arn durch sine guft / swinget hoger in die luft / dan der vogele keiner tu HeslApk 8476; daz dritte was gelh einem vlieguntem arne, der gap urchunde, daz unser herre sweimet mit snem gewalte ob aller geschefte PrStPaul 103,22; der arn in die sunne set [...] [ohne geblendet zu werden] . diz bezeichenet Johannen, / der sach vor allen mannen / in die gotheit HeslApk 8487; Spec 119,19. 118,11 2.2 sonstige Vergleiche und Metaphern, bezogen auf: – Sehkraft: du solt haben eines aren oͮgen und merken und sehen dine undertane in gotte minneklich und nit arglich Mechth 6: 1,74. – Flugvermgen, groe Flughhe: sniu wort diu sweiment alse der ar Tr 4722; meht ich gefliegen als ein star, / so taet diu liebe, des ich ger, / und hohe sweiben als ein ar Tannh 10,25; ze vriden swinget sich mn muot, / alse der valke envluge tuot / und der are ensweime MF:Reinm 7,5; hnl. KLD:BvH 2:1,1; die guͦten varent ze himele alse die aren, die vbelin vallint nider alse bli Lucid 138,25. – krperliche berlegenheit: mancher ist an miner schar, / der gerne wer ein wilder ar Mgeln 232,7; daz her von im wancte / als cleine vogele von dem arn UvZLanz 3305; er muoste kumberlcher varn / dan ein huon mit dem arn SpdtL 162,15. – edles Wesen, herausragende Stellung: o edeler arn, o suͤsses lamp [Gott] , o fres gluͦt, entznde mich! Mechth 2: 2,17; o Decius, der truw ein ar / und anger tugende geil Mgeln 351,17; s d bist fridelchin in dnen rchin, / s d lst, slffest, dn ougen newachent: / si firbernt dich gare, d bist ir aller are Gen 2756; daz ich gerne min guot. / same der edele arn tot. / wil teilin gelige. / armin vnde richen Roth 4984; zu deme virden mle sal her [der Mensch] glcheit haben des arnes HvFritzlHl 201,15. – Fhigkeit, sich (hnlich dem Phnix) zu verjngen: daz des mannes iungent werde erniuwot also des aran JPhys 19,2; so er [der Mensch] getoufet wirt. so ist er geiunget also der re ebd. 19,15; da sich der ar verjngt in dinem [Gottes] brunne, / der in dich, ware sunne, / floug: unversert bleib sin gefider Mgeln 185,10. 112,11

r Konj. → ode

arbesch Adj. ‘arabisch, aus Arabien stammend‘, meist zur Bezeichnung des Heidenlandes: ich habe Roͮlanten erslagen. / des fruͦt sich imer mere / elliu arabiskiu erde Rol 6790; der mir aldaz golt wage / uz arabisken richen ebd. 8775; sn halse was arbensch ein borte geslagen Tit 137,2; Parz 231,11. – oft in festen Verbindungen, meist das Herkunftsland von Gold, Seide und Gewrzen bezeichnend (s.a. Arbe, arbn): diu liehte solt, / diust lter alse arbesch golt Tr 8262; Parz 100,28; NibB 366,1; gummi arabicum haizt ain arabischer zaher BdN 369,6; mirra Arabie haizt arabischer mirr ebd. 369,24; die arbschen sden, wz als der sn NibB 362,1. 1825,3. – geogr. Name: und spricht Aristotiles, daz daz tier [Meerwunder] geporn werd in dem arabischen mer BdN 242,1

Arbe F. (i.d.R. in der lat. Form Arabia) ‘Arabien‘, oft zur Bezeichnung des gesamten Heidenlandes: diz ist Libanus der in Arabien stt, / d der Jordan z gt VAlex 795; von Arbe und von Tharss, / von Sab die knege ws RvEBarl 2711; BdN 355,21. – in festen Verbindungen, meist das Herkunftsland von Gold, Seide und Gewrzen bezeichnend (s.a. arabesch, arbn): als golt von Arbe Tr 4895; ein furspang von golde von Arabien Lanc 327,4; daz golt von Arabya AvaLJ 26,5; mit regen wazzer da mastic oder gummi uon arabia inne gesoten si SalArz 103,16. 91,48; ein rter pfelle von rb Wig 10903; pfelle z Arab NibB 576,3; die truogen liehte pfelle geworht in Arbn ebd. 833,2. – als Arb Name einer Stadt in Mrlant (berwiegend bei Wolfram): ze Arbe und vor Arb Parz 15,21; ze Arba unt in Arb Wh 215,8

arbn Adj. in der Wendung arbneʒ golt (s.a. arbesch, Arbe) ‘Gold aus Arabien‘ sn wfenroc der was s guot, / daz er wol ahtzec marke tuot, / von arbneme golde Virg 34,3

Arbois stM. ‘Araber, Bewohner Arabiens‘ der kvnic da von morlant / mit den araboisen / vnde mit den turkoisen Herb 4491; d ich der arboyse lant / und den knec und des kint verliez Wh 102,14; Tybalt der arboys ebd. 153,18; die stolzen franzoyse / vr riten die arboyse ebd. 364,12

Arboisinne stF. ‘Araberin‘ diu arboysinne / Arbel Wh 86,9; si waz div hoͤhste kuͤnginne, / von geburt ein Araboysinne TrlArabel *R 5,35. *R 204,26

arans Subst. ‘Orangenbaum‘ von dem paum arans, der ze latein orangus haizt BdN 318,17

aranser Subst. (Pl.) ‘Orangen‘ die nement die pfel, die d haizent aranser von dem paum arans, der ze latein orangus haizt BdN 318,16

rant stM., erende stN. auch ernde, erne. Angelegenheit, die jmd. (meist ein Untergebener) durchfhrt oder regelt, ‘Auftrag, Mission, Anliegen‘ auch metonym. ‘(zu berbringende) Nachricht, Neuigkeit‘ sn hrre hte in dare gesant umb einen michelen rant Gen 992; er sprach, er were es gerende, / daz im gut erende / zv werbende geschee Herb 13868; s slt ir frbaz verstn, / wie der megede ernde was getn UvZLanz 5796; di tochtir und di manne / gelobiten bi dem banne / daz si des vatir erne / volbrengin woltin gerne PfzdHech 343,3; die frowe ginc dannen [von Jesus] mit liebin erinde Glaub 2209; he [Constantin] ridit here zo lande / mit lieuen merande [La. lievem erande ] Roth 2912; ‘bruder, nu bewise mich,’ / sprach er, ‘waz ist din ernde her?’ Vt 33813. 24947

aravis (?) stM. (La. aranis) ‘ Adlervogel‘ (?): mich kann diu schrift auch wisen / daz der vogel aravis / in manigen jaren het ein ris / gefuͤrt dar, daz schone bluͦt / edel aramatie guͦt [das edles aromatic als Blte, Frucht getragen hat] Whvst 955; ain vogel haizzt araphin, / den het ez [das Mnnlein] do gevangen ebd. 6840

arbeit stF. 1 ‘Not, Mhsal, Leid; Anstrengung‘ dar umbe du manegen man daz liph / hast benumen vnde bracht in arbeid Roth 1080; begriffet si also der tot, / newerdent si niht gebezzerot, / die sterbent in der tobeheit; / des choment die sele in arbeit Hochz 122; von hvnger leit er arbeit ReinFu K,643; doch hienc er d unz an die zt / daz er vor in allen leit / laster unde arbeit Iw 4682; n ist iuwer arbeit / sleclchen an geleit: / iu ht erworben iuwer hant / ein schœne wp unde ein lant ebd. 2779; uns ist in alten mren wunders vil geseit / von heleden lobebren, von grzer arebeit NibC 1,2; sehen wie vruo im arbeit / und nt ze rucke wart geleit Tr 2009; mir wehset n gelche ein leit / der Anfortases arbeit, / der qule von sner wunden Wh 167,6; vnd sol in vragen, ob er iht hab ain ehusvrawen oder gemahel, oder ob er [...] svst ieman gebunden sie, davon daz spital in arweit mvg komen SpitEich 5,17; und vallen san in arbeit / des todes [Todesnot] HeslApk 20083; da dulde ich ungemach / von schlaffender arebaitt [durch einen Alptraum] GTroj 21; ich hn doch ie gehoeret / daz sttic jger wilt in arbeit bringet Hadam 150,7; Will 76,3; HimmlJer 26; RvEBarl 12462; StatDtOrd 75,26; SpdtL 151,19. – ‘Anstrengung‘ so ferre was sin lant, / daz er mit grozzer erbeit / in eime mande dar gereit Herb 4039; lzet alle giricheit / und habet imer arbeit / umbe daz himelrche SAlex 7286; das saf hilfet den, der mit arbeiten pisset Macer 9,6; nieman ht n arebeit / wstuom, r, grz rcheit Freid 92,7; da er gekrencket ward an leiplichenn krefftenn und nicht mer gebenn machtt tgliche arbait HvHrnh 1,3 1.1 speziell Schmerzen, Anstrengung bei der Geburt, auch ‘Wehen, Geburt, Gebren‘ die [Frau] schre mit michelen erbeiten, wen si waz groz [schwanger] , alse si ze keminaten solte gan Lucid 98,6; [Raute] ist ouch den wiben guͦt getrunken, swen si des kindes in arbeiten gent Macer 8,3; wan si gienc in arbeit / des kindes [...] / ir wart mit grozer swere we Vt 22519; wirt daz kint lebendic geborn, unde hat diu vrauwe des geziugen [...] an zwein vrauwen die ir arbeit gesehen habent, daz kint behaltet des vater erbe SpdtL 115,14; die frouwen, die den stein hnt, / s si ze arbeite gnt, / die genesent wol deste Volmar 350; diu knegn gelac / nch wplcher arbeit RvEAlex 1207 1.2 bes. im Minnesang zur Bezeichnung von Liebessehnsucht und Liebeskummer: wande ich was vil ungewon / s getner arbeit, / als ich tougenlchen trage MF:Reinm 28:6,4; wes verkre ich denne ein arbeit, / diu mir liebet und doch lobelche stt? ebd. 29:3,3; gunnet mir der arbeit, / daz ich, vrowe, iu dienen meze MF:Adelnb 1:2,2; w mhte mir s hhe komen / mn dienst und al mn arebeit? KLD:UvL 3: 5,2; an eine stat riet mir dn [der Minne] rt / dienen vil schne mit stter arbeit, / d mir ze lne geschiht niuwan leit ebd. 10: 1,6. – oft in der Wendung: senendiu ~ , die leidvollen Mhen des Minnedienstes bezeichnend; gelegentlich als Oxymoron seʒiu arbeit die Hoffnung auf Erfllung miteinbeziehend: wol ir, si ist ein saelic wp, / j diu von seneder arbeit nie leit gewan MF:Hausen 17b:1,2; diu minne treit [...] mit gedultekeit / liep in sender arebeit Marner 15,358; dise redten von seneder arbeit Iw 71; nch senelicher arebeit / sn herze was gebildet KvWEngelh 1938; die senden arebait / die er in sinem herzen lait RvEWh 4135; swer ouch die sezen arbeit / dur s [Liebe und Schnheit] ze rehte kan getragen, / der mac von herzeliebe sagen Walth 92,30; wol ime [meinem Herzen] des, daz ez s rehte welen kan / und mir der sezen arbeite gan! MF:Reinm 10:2,6; Neidh(HW) 37,29 1.3 in Wendungen: sne ~ verliesen ‘sich vergeblich bemhen‘ hat er das durch mynen willen gethan, so hat er sin arbeit wol verlorn, wann ich wei im keinen danck Lanc 635,21; jret sich aver daz kint vor, der herre ht verlorn sne arbeit, wan daz kint engiltet es im niht SpdtL 216,12; swer dumben herfet, der fliuset sin arebeit Wahrh 70; min arbeit ist an in verlorn ReinFu K,544; Gen 383; Iw 255; Wh 216,30; GrRud G 30; SM:Had 31:4,7. verlorniu ~ ‘vergebliche Mhe‘ beide gebrde unde bete / die man in durch belben tete, / daz was verloren arbeit: / wan er nam urloup unde reit Iw 3823; das ir me fragent das ist verlorn arbeit, ich sag uch nit me Lanc 596,8; daz was ein verlorniu arbeit: / als ichz ofte hn vernomen, / in daz lant moht niemen komen / ern ht den grtel Wig 1193; MF:Reinm 9:4,5. ne ~ ‘mhelos‘ die sult ir nemen n arbeit Walth 12,21; si gant ane arbeit als die vogele in dem lufte Mechth 2: 3,21; si singent die warheit mit vroͤden ane arebeit ebd. 3: 1,110; der grosse bervlus goͤtlicher minne [...] vlsset iemer me ane underlas und ane aller hande arbeit mit also suͤssem vlusse ebd. 7: 55,7 2 ‘Ttigkeit, Unternehmung‘ (ohne dass der Aspekt ‘Not, Mhsal, Leid; Anstrengung‘ im Vordergrund steht, oft nicht eindeutig von 1 zu unterscheiden): die arbait unnd die pewegung vor dem essenn ist ntz HvHrnh 33,1; dis chores ambt is, dat he minne, / dat he van minne suͤzlich brinne. / dit is sin werc, dit is sin arebeit MarlbRh 89,1; pei der arbeit, d mit man die mandel sez macht, verstn ich die gaistleichen arbait, diu alle die pitterkait der rew und der puoz verkrt in ain sezen der wigen sezikait BdN 315,32; zu des gebetes arbeit Vt 21143; [der Hausbauer] enhouwete niemer den stein, noch entte die arbeit dan durch daz hs Eckh 5: 52,10; alliu diu antwerk oder ander arbeit, sie sn geistlich oder werltlich, die eht der werlte ntzelich und rlich sint, die sint gote lbelich PrBerth 1:562,22; ackerliute oder ander liute die ze velde oder ze walde oder andersw sint, sw der rehte mensche ist an sner rehten arbeit, der vor hafter nt die messe niht gehœren enmac ebd. 1:503,34. – Ttigkeit zum Erwerb des Lebensunterhalts: iz enhret nicht zu den munichen, daz si erbeiten umme ire ntdurft lplche erbeit HvFritzlHl 91,24; mit ir baider rbait / gewunnent s spise und klait WernhMl 4279. 4956 2.1 metonymisch fr Ergebnis bzw. Ertrag der arbeit: daz er dem lieben toten mn / als zetrat sn arebeit [Saat] Helmbr 1139; [die Mchtigen] netigent und trengent irre armen lthe ueber reht und nemment in irre erbeit abbe ueber reht MerswNF 42,17. – ‘Leistung‘ wol hundert tageweide, wazzer unde lant, / was ir arbeite Kudr 599,2 2.2 bertr. auf das Wirken Gottes: darnach sol gottes helig arbeit lhten unde schinen in nsere helige arbeit Mechth 7: 32,6; do er [Gott] die vil heiligen arbeit an ns verlor ebd. 4: 14,29; du [Gott] hast suͤsse arbeit in wunnenklicher unruͦwe ebd. 6: 16,21. – Lit.: K. Wiedemann, Arbeit und Brgertum, Heidelberg 1979, bes. S. 34-53

arbeitre stM. ‘jmd., der (fr Lohn) arbeitet, Arbeiter, Tagelhner‘ wer sint die vischer? sich dc sint alle arbaiter die ume ier lpnar und umbe ier spse wrchent und arbaitent PrSchw 2,142; waz gesindez ist, alz chnecht, maid vnd arbaitter, vnd zins laͤut oder paͤwle˸aut RechtssA B14,52; Renner 18213; wer auch die loͤn steiget [die Lhne erhht] , also daz er dem andern sin gedingten erbeiter uzzer hant zuͤhet WP 71,8; also stet auch der edelen leben in den henten der arbaitter Schachzb 75,50; derbiz brot deuwet sich trage. jdoch ist iz gut den erbeitern SalArz 9,32; BdN 302,29; PrBerth 1:271,17. 1:258,19. – bertr.: jmd., der auf etw. hinarbeitet: intwchet von mir alle, erbeitre der ungerechtikeit [ operarii iniquitatis ] EvBeh Lc 13,27

arbeiten swV. 1 intr. 1.1 ‘schwere (krperliche) Arbeit verrichten, sich mhen, plagen‘ die aver da spat an den weingarten chomen des abentz und luͤtzel gearweit heten PrOberalt 48,13; wir [Fischer] haben alle dise nacht geariweitet und enviengen nicht ebd. 131,30; wann der mensch gearbait ht, daz er med ist, s slft er auch gern BdN 8,31; an dem puoch ze latein ht ain maister gearbaitt fnfzehen jr ebd. 494,4; d aribeiti Csar (daz ist wr) / mr dan cn ihr, / s her die meinstreinge [sehr tapferen] man / niconde nie biduingan Anno 18,13; ummesust habe ich gearbeit [...] ane nutz habe ich mine craft vorzert Cranc Jes 49,4; kumet czu myr alle dy do arbeiten unde dy besweret synt [Mt 11,28 ] EvBerl 14,23; Hiob 9434; Spec 133,19. – in der Wendung bten unde ~ : von der swestern gelas, wie si betten und arbeiten soͤnt mit gotte Mechth 5: 11,2; so auch ebd. 5:Reg. 16 1.2 in naturkundl. und med. Kontext: ‘an etw. leiden, Schmerzen haben wg. etw.‘ diu henn arbait vast in dem airsetzen und singet doch nch der gepurt BdN 194,1; swelch wip an der suche erbeit [Menstruationsschmerzen hat] , das si siu zu rechter zit nicht hat Macer 1,3. 65,11; swelch wip mit einem kinde arbeitet [unter Geburtsschmerzen leidet] ebd. 1,10. 39,11. 18,7; ainer frawen, diu in der purt arbait BdN 462,30 1.3 ‘arbeiten, ttig sein, einen Beruf ausben‘ so der selbe zv seinen tagen chumt, daz er arbaitent wirt UrkCorp(WMU) 3068,15; daz sint alle die mit sennen wfen arbeitent unde wirkent [...] daz sint goltsmide, pfennincsmide und ander smide PrBerth 1:147,8. 1:108,36; si [Himmelsbewohner] ne arbeitent mit fuozzen noch mit hanten Himmelr 10,11; wie mag ich [ungerechter Verwalter Lc 16,3 ] nu tuͦn? ich mag nicht arbeiten, ich scham mich ze betteln PrOberalt 143,16. – bertr.: d ungeruͤwige gotheit, d iemer mere arbeitet ane arbeit Mechth 5: 26,12 1.4 ‘auf etw. hinarbeiten, nach etw. streben‘ (vgl. 3.5): den prs [...] / f den ich sus garbeitet hn RvEAlex 37; nach der [Speise] die ewiclichen stat, / soldet ir nu arbeiten / unde uwer leben leiten Vt 20009 1.5 ‘wirken, einwirken‘ der vergift weis [die Natur des Giftes] ist, daz si ber sich arbait, wan trift si den menschen an dem fuoz, s kreucht si von stunt ze stunden in der andern glider stuck BdN 275,21; als tuot der hailig gaist, der arbait vester in die sl der jungen lut ebd. 71,32; s nu diu kelten vast arbaitt in daz wolken, s entsleuzt ez sich in wazzer ebd. 81,27 2 refl. ‘sich bemhen, Anstrengungen auf sich nehmen‘ do sente Egidius der guͦte / sich gearbeitet hete / dicke starke durch Crist gidius 1556; ich seh wol das ich mich vergebens han gearbeit Lanc 258,23; sie liezen varn kint unde wp, / liute, lant, vriunde, lp / und arbeiten sich sre / nch unsers herren lre RvEBarl 4499; herzetrut, also wil ich / durch dich gern rbaiten mich RvEWh 6896; swer da hin vert, der sol sich dar zuͦ erbeiten und vlizen, daz er daz urlige zerstoͤre UrkCorp(WMU) 26AB,22,24 3 tr. 3.1 ‘etw. (be)arbeiten, erarbeiten‘ alles das man cltteret [woran man herumwerkelt] und arbeitet sunder nutz und sunder not, das ist alles vor gotte tot Mechth 6: 1,89; arbeitet ein herre [...] garten oder baumgarten oder ander guot SpdtL 215,15; sit geheizzen ein voͮz [Fundament] der christenheit, wan ir allez daz arbeitet, des div christenheit lebet Spec 142,4; daz man [...] arbeide mildecliche / mit den handen guͦde werc [im Gegensatz zu contemplieren ] Elis 8428. – ‘etw. bebauen, bewirtschaften‘ vnd sollent daz selbe guͦt erbeiden vnd verrihten UrkCorp(WMU) 2564,19; den [Hof] wir erbeiten vnd buwen ebd. N798AB,4. – ‘etw. anwenden, auftragen‘ wer dar ubir [ber Wolle, Tuch] dy varbe arbeite StRZwick 46. – Bergmannsspr.: ‘etw. (eine Grube) ausbeuten, Bodenschtze abbauen‘ man sol den erbstollen arbaiten tag und nacht Weist 1:199,21 (1. H. 14. Jh.) 3.2 ‘etw. (ein Handwerk, eine Profession) ausben, ausfhren, vollbringen‘ alliu diu antwerk [...], die eht der werlte ntzelich und rlich sint, [...] die sol man arbeiten mit der triuwe unde mit der gerehtikeit PrBerth 1:562,24; ouch sullen dy gewerken keinen man daz hantwerk lzen arbeiten uber einen mnden StRZwick 62; das ich aͤrbaͤte mine kunst / durch aller werder lten gunst RvEWh 125 3.3 ‘(Tiere) bewegen, zur Arbeit einsetzen‘ swelich ros dy chelsucht hat [...] leg im ain rinch an den hals und aynen an dev brust und ariweit iz: so wirt iz gesunt Albrant 1,15; arbeitet er ez [das Pferd] in wegenen oder in phluͦgen SchwSp 116b 3.4 ‘etw./jmdn. einsetzen, (stark) beanspruchen; jmdm./einer Sache viel abverlangen‘ dar umb sol der mentsche sinen lib arbaiten und kestigen PrGeorg 111,19; so muͤst ich herze, muͦt und sin arbeiten JTit 2523,3; den freut michel baz ein wip, / durch die er gut und lip / arbeiten und wagen muz StrKD 31,37; ir entrunnet Pharaone, / der uch zu harte arbeitte HeslNic 1327 3.5 ‘auf etw. hinarbeiten, hinwirken‘ (vgl. 1.5): durch welher hande wise / arbeitet ir die spise / die doch virtirbit und zurgat? [irdische Gter] Vt 20006; vnd sol ich [...] arbeiten an dez spitals schaden, daz ich in den vorgenanten wingarten zerloes vnd zerledig UrkCorp(WMU) 2850,32; daz ich [...] daz arbaiten sol, daz mein pruͤder Gotschele den vorgenanten zehinten sol aufgeben UrkBrixen 275 (a. 1317)

arbeiths stN. ‘Gefngnis, Verlies‘ alsus ging Jeremias in das hus des kerkeres und in das arbeythus [ ergastulum ] und was dorinne [...] vil tage Cranc Jer 37,15

arbeitlich Adj., Adv. 1 ‘mhevoll, beschwerlich, angestrengt‘ min arbeitlich versuch / hat alhie daz erste buoch / in gots helfe vollenbracht PassI/II 154,59; Martinus der heilige man / greif do selber dar zu / mit arbeitlicher unru / und woldez hus gebrochen haben PassIII 601,66; idoch sint der [Marias] zweier leben, / ir minne, ir arbeitlich amt, / noch vil gerne beide ensamt / in eime der mit truwen Got / stete minnet Vt 20215; d fuor der massne vil / gein dem arbeitlchen zil, / ein ventiur ze schouwen Parz 334,2; Kreuzf 7009. – bei Rudolf von Ems in der Wendung mit arbeitlchen siten ‘unter groen Anstrengungen, Entbehrungen‘ al d wnder und die not / die si mit arbeitlichen sitten / hatin uf der vart irliten RvEWchr 11366; RvEBarl 1643. 15527; RvEAlex 5923. 8163. – Adv.: manic hundert mile verre si dar gevlozzen waren arbeitliche JTit 5754,2; die rittre [...] sich wgten als / arbeitlich um ein cranc fterstr Kreuzf 3866 2 ‘qulend, qualvoll‘ durch der israhlschen schar / sante got mit zorne dar / zehen arbeitlchiu leit [zehn Plagen] RvEBarl 2205. 5111; die andern tt / wren von arbeitlcher nt Kreuzf 6322. – in der Wendung durch arbeitlchen muot ‘in der Absicht zu qulen‘ daz si [die Frauen] durch arbeitlchen muot / ir zuht sus parrierent / und sich dergegen [gegen das Liebesbegehren der Mnner] zierent Parz 201,24