Wrterbuch
ABCDEF s.VG
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

a – abe blsen
abe bliuwen – abe dienen
abedienest – abe erbeiʒen
abe erbiten – abe erziugen
abe erzrnen – abegezogen
abegezogenheit – abe hlfen
abe|hendec – abe klben
abe klucken – abe legen
abelegunge – abelougenunge
abe machen – bentganc
benthan – bentsolt
bentspil – abephendec
abe phlcken – aberhke
abe rben – abe|runs(e)
aber|wenken – abe schieʒen
abeschiht – abe sgen
abe sn, abe wsen – abe sprchen
abe springen – abe strumpfen
abe strzen – abe triefen
abe triegen – abe vhen
abeval – abe vretzen
abe vrʒʒen – abe welzen
abewendec – abewsre
abe wischen – abezuc
abe zcken – brchre
brchen – achen
achilon – ackern
ackerrht – adamantn
adamas, adamant – adel|spar
adelsun – derslahen
derstʒ – affenlich, effenlich
affenmuot – aften
aften|ds – afterklage
afterkome – afterreif
afterriuwe – afterwort
afterzal – gʒʒel
gʒʒele – ahls
ahorn – ahtbren
ahtbrgezt – hteschaz
hteschillinc – hui
ahzec – alabadn
alaband – albern
albern|ach – alene
alne – alkar
alkofon – allergotesheiligentac
allerhalbe – allermannegelch
allermannelch – allerwochelches
alles, alleʒ – almeine
almende – alpteil
alpuzzer – al|tagelich
altre, altre, alter – alterkleit
alterlachen – altheit
althrre – altvrenkisch
altvrouwe – alwc
alwegent – ambahtre
ambahte – ambʒ
ambra – mer
mer – amman|meister
ammannin – an-
|name – anderheit
anderleie – anderweiden
anderwerbe – ane behaben
ane behalten – anebietunge
ane bilden – ane brieven
ane bringen – ane draben
ane drhen – ane erkiesen
ane erkoufen – ane ggern
ane gn – anegengelich
anegengen – anegevanc
anegevelle – anegrfunge
ane grnen – ane harn
ane harpfen – ane hnen
1ane hren – ane kifeln
ane kivern – ane kroijieren
ane knten – aneleitrht
aneleitunge – ane massen
ane mʒen – aneneigec
ane neigen – ane reichen
anereichunge – aneruofunge, anerefunge
anerschunge – aneschouwede
aneschouwelich – ane seilen
ane senden – aneslac
ane slahen – ane spinnen
ane spirzen – ane stn
ne stn – ane strten
ane stroufen – ane tragen
anetraht – anevanc
      anetraht stF.
      ane tratzen swV.
      ane trffen stV.
      anetrt stM.
      ane trten stV.
      ane trben stV.
      ane trinken stV.
      anetrit stM.
      ane trhsen swV.
      ane trllen swV.
      ane tuon V.
      ne tuon V.
      ane twingen stV.
      ane urborn swV.
      ane vhen stV.
      anevhunge stF.
      aneval stM.
      ane vallen stV.
      anevalz stM.
      anevanc stM.
ane vangen, ane vengen – anevengunge
ane verdienen – ane vegen
aneverrinne – ane weigen
aneweigunge – ane wirken
anewirkunge – anezndre
ane znden – 2anger
3anger – angestzil
ngstel – ankesmr
anlamin – antifener
Antipodes – antreite
antreiten – antvristen
antvristunge – 3antwurt
antwrtre – apfelrs
apfelrt – aprille
aprille, approlle – arbeitlich
arbeitman – arclist
arclistec – areweiʒwaʒʒer
areweiʒwisch – armbendec
armbouc – armgestelle
armgolt – armunge
armuot – armten
armtic – artec
artecheit – arzten, arzeden
arztn – as
as – aschenglas
aschenhfeln – asen
sen – ass(e)
assach – astronomierre
astronomus – atichblat
atichstein – auctoriteit
Augsburger – voy
wasel – ay
ʒ – ʒ|zt

   anetraht - anevanc    


anetraht stF. ‘Vorhaben‘ swie sie machten die antracht, / nieman in des widervacht PassIII 568,71. – bertr. ‘Angriff‘ Crist [...] von ir wolde schieben / des ungemaches antracht PassIII 642,5

ane tratzen swV. ‘jmdn. herausfordern‘ von Stretwic hern Dietmr / der herzog dar sazt. / dick wart er an getrazt / von den von Rastat. / mit ellenthafter tt / widertet er daz sider Ottok 27791

ane trffen stV. ‘jmdn./etw. betreffen‘ daz si daz lasten, [...], daz si da an triffet UrkCorp(WMU) 1435/1,44,29; die sache, [...], diu vnser herschaft antriffet ebd. 935,7; e ich nu gar betichte / daz letzte capitel und gerichte, / so wil ich vor erkosen mich / mit underbunden [Ausschmckungen] suberlich, / die da min leben treffen an Minneb 3191. 4151. 4259; ein wiser mensche sol sin innerkeit in der usserkeit nt verwerffen, noch der usserkeit von der innerkeit nt verloͤickenen, sunder da es ane triffet die werk der gehorsame Seuse 470,11

anetrt stM. ‘Stufe, Schwelle‘ d gieng er hin [...] fr die kirchen an sn gebet. / d kniete er an der swelle antret [La. an der kirchen antrit ] AlexiusB 202; die tr er f sliezen began. / d vant er in ligen an sme gebete / f der swelle anetrete. / er sprach im zuo [...] wol her n ebd. 216

ane trten stV. 1 intr. 1.1 ‘beginnen‘ nu ist die zit an getreten / daz ich wil dich [Jesus] [...] geweren meiner liebe Hester 24 1.2 ‘fllig sein‘ der zins der trit an von iare zv iare zv sente Mertins tage UrkCorp(WMU) 777,15 2 tr. 2.1 ‘etw. beginnen‘ er d anetrat / [...] / was im und in daz beste was NvJer 1716; und die meren / werk [...], / die sie zum ersten taten, / do sie daz leben an traten HeslApk 3638; nu trat ez an ein hunger jar Vt 21545; also daz si oder ir erben [...] antreten sullen daz selbe silber inzenemen MGHConst 5:478,19 (a. 1320) 2.2 ‘jmdn./etw. betreffen‘ swas [...] den bischof antrat PassIII 56,67; mit disir kunst formochte he daz irkante alliz daz Got ie geschuf und daz he noch schaffin wil, aber nicht daz sine unendelichkeit ane tridit, daz inkennit si nicht Parad 37,34; was dy provincien antrit MarcoPolo 27,1 2.3 ‘jmdm. zuteil werden‘ (mit Akk.): vrunde und mage [...] / die mit geburt in traten an PassIII 415,23; der name sie [die Thebaner] ot an trat / von einer grozen houbtstat, / die was Thebea genant ebd. 485,5; Helwge von Goltbach, / den [die Stadt] Cristburc d trat ane NvJer 16443; waz du uns, herre, tete / und Jerusalem der stat, / die unser vetre an trat, / von rechte tete du daz Daniel 1344. daz si an ieglicher stat / bewiseten, die sie antrat [wo sie hinkamen] PassIII 636,7 2.4 ‘jmdn. berkommen‘ den keiser michel not antrat PassIII 206,36. 12,57; die cristen groz not antrat Vt 38150; wenne di stat oder daz lant eine not antrittit StRFreiberg 242,22; alzu hant sie al an trat / leide, durch die rede hie Daniel 7584 2.5 ‘etw. auf sich nehmen‘ (fraglich, ob Partikelverb): nu trit wider an die not! Daniel 2635

ane trben stV. 1 mit Akk.d.S. 1.1 ‘etw. fortwhrend tun, immer wieder machen‘ di treib er so lang an das des Lyonel gewar wart Lanc 53,11. 69,2 u..; si want sich unde brach ir lp / sus unde s, her unde dar / und treip daz an, biz si gebar / ein sneln mit maneger nt Tr 1748 u..; daz treib er zallen ziten an / [...] / unz er wol gelernet hate / daz selbe blatwerfen gar StrAmis 250; d wle s diz tribin an NvJer 5319 1.2 ‘etw. untersttzen, vorantreiben‘ Johannes baptista / und Johannes ewangelista / triben auch die bet an / die Maria hat getan HvNstGZ 7178; er was der hstin ein, / d d tribin an den mein / mit valschheit ungehiure NvJer 18453 2 mit Akk.d.P. und Akk.d.S. (selten Gen.d.S.) 2.1 ‘jmdn. zu etw. bewegen, anstacheln‘ daz si den tugenthaften man / solher gernde triben an, / d er sich leider an liez Ottok 55867; wre aber sn ze vil, / daz ir mich an disem zil / wolt twingen unde trben an, / s wil ich ez wizzen ln / mnen oberisten rt ebd. 66551 2.2 ‘jmdm. etw. aufzwingen, aufdrngen‘ wan wir mit vrlivge, daz vns vnd vnser gotes hvs vbel livte an triben ane reht, in grozen schvlden waren UrkCorp(WMU) 145B,36; diu funf klster ir swre / klagten dem herzogen Albreht, / daz er si b dem alten reht / lieze belben. / des begunde man in trben / grze bete an Ottok 67628; vriunt, troumet iu? sprach Tristan / waz mre trbet ir mich an [welche Reden fhrt ihr gegen mich] ? Tr 14572. 19041

ane trinken stV. ane Adv., Prp. 1.1

anetrit stM. ‘das Einsetzen von etw.‘ mit gewaldes antrit / brich mir lib vnde lit PassI/II 119,73; sie bestund ein unruch / so hart, daz sin antrit / erschutte ein ieglich gelit / als von suchen qualden PassIII 53,11

ane trhsen swV. ‘etw. betrgerisch, ehrabschneiderisch anbahnen‘ (?) ir sult ouch under einander fride machen, niht einez zuo dem andern gn unde sagen bœsiu dinc unde gereizen unde gewerre machen: [...] ph trllerin! wie stt ez umbe dnen fride, den d an trhsest unde trllest? dn fride heizet des tuivels fride PrBerth 1:56,29

ane trllen swV. ‘vorgaukeln‘ PrBerth 1:56,29 → ane trhsen

ane tuon V. 1 refl. ‘sich anziehen‘ Basilius [...] erlich sich antet, als ein bischof zu rechte sal PassIII 129,6 2 tr. ‘etw. antun‘ 2.1 in Bezug auf Kleidung, Rstung, Waffen 2.1.1 ‘etw. anziehen, anlegen‘ h bn ze mnemo rcche geslffan. uue scal h n uudere ne getuon ? Will 78,2; daz igelicher [...] z unde ane muge tn sne cleider unde sne schhe StatDtOrd 39,11; er begunde [...] sinen halsberc ane tun Herb 14678; nu hete der rise kene sn gewfen an getn, / snen helm f sn houbet NibB 489,1; beide sunne inde mane, / duͦt uͥch swarze kleider ane, / ir sult bit mir bedruͤvet sin! MarlbRh 28,23. – bertr.: wat is dat manichvare kleit, / dat dich so wertlich mbeveit, / wan aller dgde manichveldicheit, / diͤ din reinste geist ane deit? MarlbRh 113,28. – phras. (?) ‘ins Kloster gehen‘ einen grawen rok antuͦn Tauler 255,17 2.1.2 ‘jmdm. etw. anziehen‘ (mit Dat.d.P.): ir cleidr tatn sie r ane Athis D 131; im waren angetan nw minnevrige cleider Mechth 7: 59,10; sie hetten eim ritter Lancelots wapen angethan Lanc 464,16; da enpfing die ebtiinn den knecht zu bruder und dete im geistlich cleyder ane [als Zeichen der Aufnahme in die geistl. Gemeinschaft] ebd. 16,12. – bertr.: biz daz ir angetan wert mit der chraft vz der hch EvAug 208,21 2.2 ‘jmdm. etw. antun, zufgen‘ (mit Dat.d.P.): da suln wir im dhain vngemah niht antun UrkCorp(WMU) 2998,24; dar nach im och die diener sin / an tattend maͤnig grosse pin KvHelmsd 2110. 2519; Eckh 5:59,17; darnach bat er alle sin frunde das, was dot er den zwein an thete Lanc 541,5; KvHelmsd 3807; vil krftlos von mnigem schaden / den s im hettent an getan WernhMl 9635. 9859; des nachtes in dem ersten slaff ging Morg und ir jungfrauwen zu Lancelot und daten im so groen slaf an das yn nymand erwecken kunt Lanc 574,24. 586,25. – mit Ersparung des Dat.d.P.: etslichen angitan unrehtin BrZw 7. – Zu ane tuon in Aufforderungsstzen → ane Adv., Prp. 1.1

ne tuon V. → ne 1.3.2, → tuon

ane twingen stV. ‘jmdn. zwingen‘ (fraglich, ob Partikelverb): wre aber sn ze vil, / daz ir mich an disem zil / wolt twingen unde trben an, / s wil ich ez wizzen ln / mnen oberisten rt Ottok 66551

ane urborn swV. ‘als Zinsgut anvertrauen‘ (vgl. urbor): teile vns diner tugende hort / der dich ist ane gevrbort / von dem himilschlichen adel Martina 79,80

ane vhen stV. 1 ‘etw. unternehmen zu tun‘ (prp. Bestimmung des Beginns mit an, in und ze, des Inhalts mit mit und von) 1.1 allgemein ein Handeln anzeigend (tr.): – ‘etw. (ein Verbrechen) begehen‘ wer aber, daz dar vber ieman iemanne bi gestvͦnde [...], der die vnzvͦht ane gevienge, der sol in den selben schvͦlden sin als der, der die vnzvht ane gevieng UrkCorp(WMU) 795B,34; weitere Belege WMU 1,107f. – entleert, als Fllwort auf ein anderes Verb vorausweisend: Annas Jesum angevnc / Caiphe z senden / mit zgebunden henden JvFrst 4910; wie getorstes du daz angevn, / daz du mir engegen soltest gn? Boner 51,21 1.2 mit Fokussierung auf die Vorgehensweise ‘etw. (auf eine bestimmte Weise) machen, angehen‘ (tr., der Akk. ist meist ein ana- oder kataphorisches Pron. [, seltener daʒ u..]): do deme tievel do missegie, anders er iz anevie AvaLJ 47,1; virholne sie iz ane viengen GrRud Ib 7; wie si ir red des morgens an / vor dem kunic wolden vhen, / daz woldens berslahen / an ir gemach under in Ottok 1508. – in formelhaften berleitungen mit Verben des Hrens und Sagens, seltener des Sehens: ich sage iu, wie erz an vie Hochz 879; Eracl 955; nu vornemet wie siz ane vinc Eilh St,7432b; Wig 3667; Eracl 3131; nu hœrent wie siuz ane vie UvZLanz 632; Herb 11263. sn dinc ~ ‘sein Vorhaben angehen, seine Sache (in bestimmter Weise) machen‘ svie si doch ire ding ane vngen, / si muͦstin Rmrin alle dienin Anno 21,25; Athis D 8; swer sn ding reht anevie, / daz ez im dike wol ergie SM:Gl 2: 8,5 1.3 mit Fokussierung auf den Beginn eines Handelns ‘etw. beginnen, anfangen‘ 1.3.1 tr.: do vienc der vil heilige gotes trv̂t daz heilige ewangelium an Konr 3 W1,160; zu hant her an die rede vienc GrRud I 15; daz sich volende diu begunst, / die mir angevangen ht / des wsen Barlmes rt RvEBarl 7429; die menschen, die daz niden an den fezen anhebent, daz si an dem haupt slten anvhen BdN 122,22; der liegen und triegen an vienc StrAmis 41. – mit Inf. (mit und ohne ze) oder Gerundium: als ich iz schowen angevienc HeslApk 10579; und loblich an viengent / Gott loben mit glichem mund KvHelmsd 2434; Ihesus anviench ze sprechen zv der schare EvAug 22,23; daz swaz zescauenden dv anvahist BrZw Prolog. – mit Nebensatz: [den Weihnachtsstern] she er gerne, / wa er an vienge, daz er uf gienge AvaLJ 22,4 1.3.2 intr. in parataktischen Konstruktionen mit einem zweiten, die begonnene Handlung spezifizierenden Verb: – Verknpfung mit vnde: ouch uienc her ane da ce stete / vnde sagete in manige note gidius 590; [sie sollen 3 Tage fr die btissin] visschen vnd sulnt ane vahen ze Mvnstere an staphel gruͦbe UrkCorp(WMU) N306,15; an sime houbet er anevinc / vnde spilt in vf den satelbogen Herb 10306. – ohne Verknpfung: er uieng in oben zeder achselen an, / er zetailte ros unde man Rol 4055; dirre Julius teilte iglichem manden sine tage vil ordenlich. er vienc an an dem mercen MNat 16,29; AvaLJ 206,2; Tauler 81,33 u.. 2 den Beginn der rumlichen oder zeitlichen Ausdehnung bezeichnend, ‘beginnen‘ 2.1 intr.: des lant marcke vahet an / ze dem gebirge an Caucasas RvEWchr 1421; [der Weg] der an der lantstrasse niden an vahet, da dv́ linde stuͦnt UrkCorp (WMU) 2214,40; do der abent ane vienc StrKD 161,3; Athis C* 4; MNat 7,13; GrRud H 48; hie vahent an die zinsphennige ze Endinge UrkCorp(WMU) 1103,4; n sul wir rehte besehen, / wie ez der frouwen ergie / und wie ir dinc ane vie Eracl 644. – von Schriftstcken: hantveste UrkCorp (WMU) 542,24, brief ebd. 582AB,8, buoch Gnadenl 3:O1,1, mre RvEWchr 11090 u.. – Part. Prs.: und seit [sagte] im do den underscheid eins anvahenden, zuͦnemenden und volkomen menschen Seuse 113,20; Tauler 70,15 2.2 refl.: dar nh vng sich ane der ubile strt Anno 40,1; [der Name] sich ze latein an ainam A anvhet BdN 427,7; deu andern sehs himlzaichen, die sich anvahent an der wag und enden sich mit den vischen KvMSph 25,23; RvEBarl 9250 3 ‘einfangen‘ (tr.) 3.1 in Rechtstexten; durch Handanlegung ein eingefangenes Tier als Eigentum beanspruchen (vgl. anevanc 2.1 und anevangen 2; s.a. ane vallen 3.3): was rosse geraubet werden awf der veint gut, [...], der mag man nicht czu recht angeuahen SchffIglau 80; subst.: van anphahen der rosse StRBrnn 402 3.2 Jgerspr. (?): ‘etw. (Jagdhunde) an die Leine nehmen‘ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 5): nu heizt die hunde vhen an, / ich wil in [den Hirsch] mit mir feren hin PleierMel 2116

anevhunge stF. ‘Beginn‘ aber d ding, die da behrent zuo einem schowelichen leben, [...] sint etlich anvahunge der selikeit ThvASu 168,15

aneval stM. ‘das Anfallen von etw.‘ (vgl. anegeval) 1 allgemein 1.1 ‘Auftreten‘, im relig. Kontext ‘Versuchung‘ so ist daz ein irrsal / der da hat ainn anval / unglaubens Teichn 564,3378; der heilige geist [...] benam den aneval der erbesunden HvFritzlHl 18,9; allen schaden und verlust / siner habe uber al / von ungeluckes ane val Hiob 250. 161; durch dis ertzes aneval [Vorkommen] ebd. 10670; vil groz wart der aneval [Andrang der Turnierzuschauer] Krone 2887; waz dw chirch gepoten hat, / daz ist ordenleich tat. / so haist ains ein anvall [zuflliges Ereignis] / das ist in der vreien wall Teichn 406,59; weis [eines Liedes] ist nur ein an val, / aver wort sind an beginn ebd. 440,214 1.2 ‘etw. von auen Herangetragenes‘ wanne di sle ist ein substancie, di gnde in der sle ist ein aneval HvFritzlHl 181,8. 181,14; d von kumet [...] der mensche [...] ze gotte, enkleidet von irdenschem anevalle PrEkkewint 234 2 hufig im rechtl. Kontext (vgl. DRW 1,619f. fr weitere Belege) 2.1 ‘Erbteil‘ do [...] sich sanctus Franciscus willeclche hate verzigen alle snes anevalles, d zch her z sne kleider [...] und sprach zu ime: nimmer habe ich dnes gutis HvFritzlHl 214,7 2.2 ‘Anspruch auf ein Erbe oder Lehen‘ racione hereditarie devolucionis, quod vulgariter anval nuncupatur UrkMhlh 380 (a. 1325) 2.3 ‘Nachfolge‘ der groze chaam der regnyret unde helt dy herschaft ewiclich in synen kindern dy syn an val sint MarcoPolo 16,28 2.4 ‘Herrschaftsbergang‘ biz daz man sit / schreib dez ersten jaris zal / des kunges Cyri, an val / riches untz an Darium Daniel 324 2.5 ‘Abgabe bei Besitzbernahme‘ dc ichs [das Gut] sinen kinden sol liehen ane schaden vnd an anval UrkCorp(WMU) 434,31

ane vallen stV. 1 ohne Obj. ‘anfangen, hereinbrechen‘ schire viel do die nacht an Roth 2661; d viel sn gher bent an Tr 316 2 mit Akk.d.P., (selten bereits wie im Frnhd. Dat.d.P. - vgl. 2.2.3): 2.1 mit persnl. Subj. ‘jmdn. anfallen, angreifen‘ si viel in an und ergreif in b dem mantel BuchdKg 9,8; daz daz tier starch sei und grausam, als daz ez alle lut anvall BdN 151,5. – mit Ersparung des Obj.: di begunden an vallen / und stigen ber die mre Ottok 57844. – ‘sich auf jmdn. strzen (um ihn zu umarmen)‘ Davit viel die frouwen an / [...] / er kust sie schn an iren munt EnikWchr 10215; reht als on scham ein gemahil iren gemahil anvellet, helset, umbvaht, treutet und umbsleuzt AdelhLangm 93,18; [sie] viel in an vnd wolt in chuͤssen GestRom 107 2.2 mit unpersnl. Subj. 2.2.1 ‘jmdn. befallen, berkommen‘ smgint sich diu kint des rfen, sine gefalle ane dc tuͦ der lindin nath TrudHL 7,28; d viel der sorgen rfe in an Tr 2080; niht svrre slaf an valle [...] vns PsM H 11,3; sterke dich selber, so dich dekain kumber an valle, mit Gottes worte PrGeorg 240,20. 246,40; alhie den lobelichen man / mit froste vil ein suchede an Elis 4588. – mit Ersparung des Obj.: so muiz di sele inplozit werdin hoffenunge, vorchte, freude, jamir, alliz des daz ane gevallin mac Parad 95,7 2.2.2 ‘jmdm. zukommen; jmdn. betreffen‘ swen den e genanten graven [...] v́rlvge vnd ehaftigv́ not an gat vnd an vellet UrkCorp(WMU) 825,12; vnd verziehen vns alles des rehtes vnd der ane sprahe, die vns mohte ane vallen ebd. N268,23; s dich kint anvallent, s gedenkest d: / ‘war sol ich n? SM:Had 7: 2,1; Antemok, / Aroyme, darnach Thitan; / dise namen sint in gevallen an HeslApk 19408 2.2.3 hufig ‘jmdm. (als Erbe, Besitz) zufallen‘ die erben die daz guot ane vellet SSpAug 226,9; Tr 5215; ein jungelinc, hiez Herman, / dem geviel nch dem vater an / des vater erbe Ottok 67712. 2243; alles des rehtes vnd erbrehtes, daz die vorgnanten frowen Elsbetten an geuallen was oder angeuallen mohte von ir vater UrkCorp(WMU) 2843,26 3 mit Akk.d.S. 3.1 ‘zu etw. gehren‘ von allin deme daz da lipheit anegevallin mac, alse groize, lenge, licht und swer Parad 35,13 3.2 ‘sich einer Sache zuwenden‘ sne gerten helfe decheine / nwan d vluht eine. / d vlen s alle an JJud 1675; wen swenne der arkwillige man / den irretum gevellet an HeslApk 15864 3.3 ‘etw. (gestohlenes Gut) wieder in seinen Besitz bringen‘ (vgl. anevhen 3.1): swa ein man sin reubigez oder sin diubigez vihe vindet, [...] daz sol er anvallen mit des rihters boten StRAugsb 97,26; er vellet ez [sein Gut] [...] an. und fvͤret ez fvͥr den rihter SchwSp 139b 3.4 ‘ber etw. herfallen‘ vil manic frou daz golt an viel EnikWchr 15360

anevalz stM. ‘Amboss‘ [Sieh zu] dat du haves den anavalz der verduldicheide, / so mach du den hamer intfain bit sicherheide Lilie 16,1

anevanc stM. 1 zeitlich und rumlich ‘Beginn‘, gelegentl. kausal ‘Anlass, Ursache‘ – zeitlich: aber daz muoz geschehen an dem anvang des siehtums BdN 364,11; in dem lenzen und in dem anvang des sumers ebd. 376,27. 69,36; KvMSph 20,7; Augustnus [...] ht an seinem anvanch vil gesprochen, daz er hinden nch widersprochen ht BdN 56,33; in guot ende kanst du kren / ven tumben anevank SM:EvS 1: 11,12. – rumlich: der brunne ist dem vssflusse ain anfang Gnadenl 1,261; der ruck ht seinen anvanch an dem hals und strecket sein leng unz an die mistporten BdN 24,8; des selbin gebirgis strich / beginnit gein Marsilie sich / mit anvange hebin an RvEWchr 2536; auf Texte bezogen: [des Buches] ende, mittel, anevang / so hab in diner [Gottes] pfliht! SHort 4392; niht verre von dem anevange / stt an dem buoche der gesange / daz ich n gesprochen hn LvRegSyon 2012; SM:EvS 1:2,4. – ‘Anlass, Ursache‘ wp diu sint dar under / besunder / ganzer fride ein anevanc KLD:Kzl 11: 1,17; ez ist der ppige gedanc / der snden werke ein anevanc RvEBarl 6992; in dem da ward des ersten kunt / des suͤssen saiten spils suͦsser klang, / das also hat ainen anefang [Ursprungslegende] KvHelmsd 1892 2 in Rechtstexten 2.1 durch Handanlegung begonnene Klage um Gut ‘Anfangsverfahren‘, Beanspruchung oder Rckforderung (gestohlenen) Gutes oder eingefangener Tiere (vgl. DRW 1,623 V., 2HRG, 1,228-232): si quis equum suum cum iusticia apud aliquem detinuerit, quod dicitur anevanck StRIglau 257; de jure, quod dicitur anevanck ebd. 290; von dem rechten, das anfang haisset ebd. 290 2.2 eine Abgabe (vgl. DRW 1,623 III.): ab [falls] hez vordiri wil, so sal he geibi sienin rechtin anivanc; daz is ein schillinc mulhuschir phennigi Mhlh 118,11. 119,9